ALLES, WAS MÄNNER LIEBEN ist unsere Playmate des Jahres 2026 In dieser Ausgabe feiert sie mit uns die größte Playboy-Ikone: 100 Jahre Marilyn Monroe Eine Hommage in hollywoodreifen Bildern 06 2026
FOTOS: TOM KELLEY/PLAYBOY, PLAYBOY (2) Florian Boitin, Chefredakteur boitin@playboy.de Hommage an Marilyn Als die Fotos entstanden, war sie noch nicht die berühmteste Blondine der Welt. 1949 konnte tatsächlich noch niemand ahnen, dass die unbekleidete Frau auf dem roten Samt nur vier Jahre später als Hollywood-Star glänzen, die Geschichte des größten Männermagazins maßgeblich mitbestimmen und mit ihren Nacktbildern endgültig zum Sexsymbol ihrer Zeit werden sollte. Und weit darüber hinaus. MARILYN MONROE wurde nur 36 Jahre alt – sie starb im August 1962 unter bis heute ungeklärten Umständen. Aber nicht nur ihr Tod gibt uns bis heute Rätsel auf. MM, die am 1. Juni 1926 als Norma Jeane Baker auf die Welt kam, mit 16 zum ersten Mal heiratete, ohne Schulabschluss ins Berufsleben startete, wegen ihrer Depressionen Hilfe beim Psychiater suchte, Affären mit den Kennedy-Brüdern John F. und Robert gehabt haben und über Frank Sinatra mit der Mafia in Kontakt gekommen sein soll, war vielleicht nicht die talentierteste Schauspielerin Hollywoods. Und doch rissen sich die größten Filmstudios um sie, lag ihr schon zu Lebzeiten die gesamte Männerwelt zu Füßen, wurde sie zur meistfotografierten Frau ihrer Zeit. Ihr ikonischer Stil, ihre zeitlose Schönheit, ihre göttliche Aura beeinflussen die Pop- und Kunstwelt bis heute. Salvador Dalí und Andy Warhol verewigten die Monroe in ihren Werken, Madonna und Pamela Anderson ließen sich bei weit mehr als nur ihrem Aussehen von Marilyn inspirieren, Elton John widmete mit „Candle In The Wind“ einen seiner größten Hits der unsterblichen Film-Ikone. Am 1. Dezember 1953 erschien das legendäre Foto der nackten Monroe auf rotem Samt in der Premierenausgabe des Playboy – begründete damit die Kulturgeschichte des sogenannten Centerfold und machte den Siegeszug des berühmtesten Männermagzins der Welt erst möglich. Jetzt im Juni hätte Marilyn Monroe ihren 100. Geburtstag gefeiert. Für uns ein perfekter Anlass, zusammen mit unserer PLAYMATE DES JAHRES 2026, Leonie Splitter, dieses bedeutende Jubiläum auf eine ganz besondere Art zu feiern – mit einer hoch erotischen Hommage an die berühmteste Blondine aller Zeiten. Fotografin Irene Schaur inszenierte unsere Miss Oktober auf 18 Seiten in hollywoodreifen Bildern. Ab Seite 28. Auch wenn gut sieben Jahrzehnte nach Marilyns Playboy-Premiere die Welt eine andere ist, so haben die Worte der Monroe, die sie kurz vor ihrem Tod sprach, doch heute noch Gültigkeit: „Die Leute haben eine seltsame Einstellung zu Nacktheit, genau wie zu Sex. Nacktheit und Sex sind die natürlichsten Dinge der Welt. Trotzdem tun die Leute oft so, als existierten sie nur auf dem Mars.“ Ihr WIE GEFÄLLT IHNEN DIE AKTUELLE AUS GABE? Schreiben Sie mir Ihre Meinung unter boitin@playboy.de. Und bestellen Sie Ihr wöchentliches Update unter www.playboy.de/newsletter E D I T O R I A L IKONIS CH Die Erfolgsgeschichte des Playboy ist maßgeblich mit Jubilarin Marilyn Monroe verknüpft. 1953 nahm Playboy-Gründer Hugh Hefner ihre legendären Fotos von Tom Kelley in seine Premierenausgabe. Der Rest ist Geschichte. Wenn Sie selbst in den Besitz einer ikonischen und streng limitierten „Playboy Marilyn Monroe“- Art-Edition kommen wollen, blättern Sie doch einfach mal zu Seite 14 3
UPDATE First Lady: Unsere ESC-Kandidatin Sarah Engels 11 Ein guter Monat für: Film-Ikonen und Stilhelden 12 20 Fragen an . . . Maximilian Brückner 18 Pro & Contra: Social Media nutzen 22 Motor: Probefahrt im Mercedes GLC Electric 24 Playboy-Umfrage des Monats: Was sind 26 die männlichsten Hobbys? PORTRÄT & REPORTAGE Udo Lindenberg: Eine Liebeserklärung zum 46 80. Geburtstag des Panikrockers Unter wilden Tieren: Ist eine Safari noch cool? 50 Unser Autor wollte es in der Serengeti herausfinden INTERVIEW Olaf Schubert: Der Komiker über schöne Krisen, 58 unterdrückte Lacher und die neue „LOL“-Staffel Capo: Der Rapper Cem Anhan über Erfolgsdruck, 74 Straßenschläue und seinen Bruder Haftbefehl GRILL-SPECIAL Ja, ich grill: Wir eröffnen die Grill-Saison 2026 65 Dry Aging: Wie macht sich trocken gereiftes 66 Fleisch auf dem Grill? Zwei Experten klären auf Outdoor-Küchen: Fünf brandneue Grill-Modelle 68 Kräuterkunde: Wie Sie Ihr Grillgut richtig würzen 69 Fleischfrei: Vegetarische Spieße vom Spitzenkoch 70 Grill-Trends: Heiße Platten und smarte Helfer 71 Trink-Tipps: Welcher Drink zu welchem Fleisch? 72 AKTION Playboy-Dinner: Gemeinsam mit DrAnsay luden 77 wir zum exklusiven Abendessen – ein Nachbericht Bunnys, Beats und gute Laune: So lief die 118 Bunny Easter Party von Playboy am Tegernsee MOTOR & TECHNIK Ferrari 849 Testarossa: Unser Autor fährt die 78 Neuauflage der italienischen Sportwagen-Ikone Mein Schlitten: Daniel Specks Iso Rivolta GT 84 Sylvain Dolla: Der Tissot-Chef im Interview 86 über Uhren, Sport und deutsche Autos Uhren-Kolumne: Unser Experte berichtet von 88 der Genfer Messe Watches and Wonders INHALT 90 78 50
Leonieist unsere Playmate des Jahres 2026 TITELSTRECKE Die Leser haben Leonie Splitter zur Playmate des Jahres 2026 gewählt. Den Sieg feiert unsere Spitzenfrau mit einem hollywoodreifen Auftritt EROTIK 90 Playmate: Segeltörn in Portugal – unsere Miss Juni, Noémie Neuens, macht die Leinen los 120 Blende Sechs: Ksenia Lytvynova nimmt ein wohltuendes Sonnenbad in Griechenland STREITSCHRIFT 106 Lasst die Dicken in Ruhe: Bodyshaming ist gefährlich – nicht nur für die Betroffenen, auch für die Gesellschaft, sagt unsere Autorin STIL 110 Philipp Plein: Der Modedesigner über Stil, Provokation und Vorbilder aus der Fußball-Welt 112 Schuhe: Leichtfüßig durch den Sommer 114 Pflege: Coole Produkte für heiße Tage LUST & LEBENSART 116 Tagebuch einer Verführerin: Sophie Andresky über Abtörner beim Dating KULTUR 128 Eloy de Jong & Jay Khan: Die Boyband-Stars über frühen Erfolg und ihr neues Musikprojekt 132 Literatur: Die Leseempfehlungen des Monats TITEL: IRENE SCHAUR FÜR PLAYBOY; FOTOS: ANA DIAS, AMAC GARBE, PR, DANIEL ROSENGREN, IRENE SCHAUR STANDARDS 3 Editorial 6 Making-of 8 Leserbriefe 27 Berater 104 Witze 105 Cartoon 134 Impressum 135 Bezugsquellen 136 Playboy Classic 28 58 TITEL: IRENE SCHAUR FÜR PLAYBOY; FOTOS: ANA DIAS, AMAC GARBE, PR, DANIEL ROSENGREN, IRENE SCHAUR 5
6 FOTOS: LARA KINNMAN, PRIVAT (3), DORIS WEGNER Für das Shooting der Titelstrecke dieser Ausgabe wählte das Playboy-Team um Natasa Mermer (3. v. l.) und Liyel Baron (3. v. r.) die geschichtsträchtige „Eden Bar“ in Wien, in deren Gästebuch sich schon Romy Schneider, Liz Taylor und Zsa Zsa Gabor verewigten. Wie passend, dass unsere Playmate des Jahres 2026, Leonie Splitter (hinten stehend), selbst in die Rolle einer echten Hollywood-Ikone schlüpfte. Die erotische Zeitreise: ab S. 28 Während der Recherche stellten sich unsere Redakteure immer wieder dieselbe Frage: Wann gibt’s endlich Mittagessen? Was David Goller (l.) und David Holzner so hungrig gemacht hat? Lesen Sie ab S. 65 Die Drinks und Zigarren mit Christian Böll (r.), dem Chef des Reiseveranstalters Windrose, gehörten für unseren Autor Michael Kneissler zum angenehmsten Teil seiner Safari in Tansania. Der unangenehmste hatte mit Löwen zu tun, die gleich hinter seinem Zelt die Nacht verbrachten. Seine Serengeti-Story: ab S. 50 Die Crew von Ana Dias beim Shooting mit unserer Miss Juni in Portugal war um ein besonderes Mitglied größer als sonst: „Mein Sohn hat den Moment in gewisser Weise mit mir geteilt“, sagt unsere Fotografin, die schwanger arbeitete. Welcome on board, baby boy! Was vor der Kamera los war: ab S. 90 Der Schauspieler und unsere Autorin Mareike Opitz begannen ihr Gespräch in München mit der Betrachtung einer ganz besonderen Spezies Mann: dem Stenz. Was das mit Brückners neuem Film zu tun hat: ab S. 18 M A K I N G - O F Titel-Team Maximilian Brückner Grill-Special Safari-Reportage Playmate Noémie Neuens
7 FOTOS: XXX (X) *Finanzierungsprodukt 2-Wege-Finanzierung: Effektiver Jahreszins: 0 %, Sollzinssatz p.a. gebunden: 0 %, Angebot gültig bis 30.06.2026. Details bei allen teilnehmenden Citroën Partnern. Ein Finanzierungsangebot für Privatkunden (Bonität vorausgesetzt) der Stellantis Bank SA Niederlassung Deutschland, Siemensstraße 10, 63263 Neu-Isenburg, für die das Autohaus als ungebundener Vermittler tätig ist. **2-jährige Neufahrzeuggarantie sowie bis zu 6 Jahre kostenloser, besonderer Schutz, der durch eine regelmäßige Wartung nach dem Garantie- und Serviceheft durch teilnehmenden, autorisierten Citroën Partner aktiviert wird und gültig ist bis zur nächsten regelmäßigen Wartung für bis zu 8 Jahre alte Fahrzeuge mit Laufleistung von max. 160.000 km, gemäß den Bedingungen unter www. citroen.de/wartung-services/citroen-we-care.html. Beispielfoto zeigt Fahrzeug dieser Baureihe, dessen Ausstattungsmerkmale nicht Bestandteil des Angebotes sind. Die Team D Sondermodelle sind nur in üblichen Lackfarben konfigurierbar, die Farbe Gold ist nicht Teil des Angebots. Team D Sondermodelle - offizielles Lizenzprodukt Team Deutschland. Kombinierte Werte gem. WLTP: C5 Aircross Team D Hybrid 145 Doppelkupplung 6-Gang 107 kW (145 PS): Kraftstoffverbrauch: 5,4 l/100 km; CO₂-Emission: 122 g/km; CO₂-Klasse: D GOLD FÜR DEUTSCHLAND! ** C5 AIRCROSS
FOTOS: INSTAGRAM.COM/KALKOFE, PLAYBOY (2), PR 8 TITEL 05/26 Liebes Playboy-Team, Ihr überrascht und begeistert! Nicole hat echt eine tolle Ausstrahlung, und das zuckersüße Set- ting ist auch toll ... Es erinnert ein biss- chen an Claudelle Deckert (in Ausgabe 02/2013, d. Red.). Es macht einfach Lust auf Playboy! In diesem Sinne wünsche ich Euch eine lustvolle Zeit! Kai W. TITEL 05/26 Lieber Playboy, liebe Nicole, Euch sind so wunderschöne Bilder gelungen – mit einer so großartigen und hübschen Frau. Jeder, der etwas anderes sagt, lügt. Oder ist neidisch. Oder vermutlich ein- fach beides. Lasst Euch von solchen Leuten bloß nichts einreden! Chris K. PRINT-AUS GABEN Hallo liebes Playboy-Team, ich möch- te Euch gerne ein kurzes Feedback zur aktuellen Entwicklung Eurer Druck- und Papierqualität geben. Meiner Meinung nach seid Ihr auf einem sehr guten Weg, wieder an die Qualität frü- herer Jahre anzuknüpfen. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Play- boy. Das Papier war weich, geschmei- dig, glatt und hatte einen angenehm glänzenden Ton. Im Laufe der Zeit wurde es dann eher härter, dicker und fester, was für mich etwas vom ursprünglichen Gefühl genommen hat. Umso mehr freut es mich, dass sich das jetzt wieder verbessert. Ich möchte Euch ermutigen, diesen Weg weiterzugehen. Für mich machen nicht nur die großartigen Bilder und spannenden Themen das Magazin aus, sondern auch das haptische Erlebnis, wenn man das Heft in der Hand hält und durchblättert. Macht weiter so! Alexander S. LE SERBRIEF DE S MONATS Hallo Playboy-Team, was erlaube Herr Reich? Der Contra-Text Eures Autors Maximilian Reich im Pro & Contra zum Thema „Mit Spielzeug spielen“ war hoffentlich nicht ernst gemeint, sonst grenzt es für mich an Beleidigung, Modellbau-Fans als „kindische Män- ner“ zu bezeichnen, die sich im Keller verstecken. Ich habe auch eine Modell- bahn, ansonsten aber auch „erwachse- ne“ Hobbys wie das Sportschießen und das Motorradfahren. Oder ist das jetzt in Ihren Augen schon zu viel Macho? Modellbau-Fans, erhebt euch! Mit freundlichen Grüßen. Dirk Höbelmann ANT WORT DER REDAKTION: Sehr geehrter Herr Höbelmann, zwar fällt es uns allen in Deutschland immer schwerer, andere Meinungen zu ertragen, aber mit der „Pro & Contra“-Rubrik se- hen wir uns dennoch auf der sicheren Sei- te. Auch das Pro ist ja ein sehr persön- licher Meinungsbeitrag ohne Anspruch auf allumfassende Gerechtigkeit. Nehmen Sie’s bitte leicht. Zur Versöhnung senden wir Ihnen gern einen guten Tropfen ... Cheers! Auf unsere streitbaren Leser! Als Titel-Star unserer Mai-Ausgabe brachte die schöne Auswanderin Nicole Töpperwien unsere Leser ins Schwärmen Sind Erwachsene, die mit Spielzeug spielen, kindisch? Unser pointiertes Pro & Contra in der Mai-Ausgabe erhitzte die Gemüter vieler Leser Playboy kann leider nicht alle Briefe veröffentlichen. Wir behalten uns das Recht vor, Leserbriefe zu kürzen. Anschrift: Playboy, Kouneli Media GmbH, Stichwort Playboy-Leserbriefe, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München. Oder senden Sie uns eine E-Mail an: leserservice@playboy.de FORUMLob und Kritik, Resonanz und Diskussionen Lustiges Lob Für Journalisten hierzulande gibt es kaum ein besseres Gefühl, als Deutschlands schärfsten Medienkritiker auf ihrer Seite zu wissen. Der sonst gern bissige Oliver Kalkofe zeigte sich zusammen mit seinem Hund Danny auf Instagram begeistert von unserer Mai-Ausgabe, in der er ausführlich zu Wort kam: „Wow – mit 60 im Playboy! Ganze 8 Seiten Interview – mit eigenem Foto-Shooting! Danny kann’s kaum glauben ...“ Apropos bissig: Der Hundetrick gelang, indem Kalkofe unserer Ausgabe ein Wurst-Foto beilegte ... S CHREIBEN SIE UNS, und gewinnen Sie eine Flasche des schwäbischen Hochland- Whiskys DISTILLERSCHOICE Single Malt Sherry Cask der finch® Whiskydestillerie. Ein Genuss für echte Playboy-VIPs – und für Sie, wenn Sie sich die Zeit nehmen.
9 FOTOS: XXX (X) Dieser Text zeigt evtl. Pro- bleme beim Text an PHOTOGRAPHY BY SACHA HOECHSTETTER ROOMERS-HOTELS.COM PRESTIGE SUITE AT ROOMERS BADEN-BADEN – INTERIOR DESIGN BY PIERO LISSONI BADEN-BADEN BERLIN FRANKFURT AM MAIN
FOTO: MARCEL BRELL UPDATEWas diesen Monat wichtig wird Sarah Engels Bekannt als: Sängerin. Alter: 33. Ihren Durchbruch feierte sie 2011 als Gewinnerin der Herzen in der achten Staffel der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Sie verlor knapp gegen ihren späteren Ehe- und heutigen Ex-Mann Pietro Lombardi – und wurde Zweite. Es folgten mehrere erfolgreiche Alben und Chart-Plat- zierungen sowie TV-Auftritte in beliebten Shows wie „The Masked Singer“, dort ersang sie den ersten Platz. Ihren nächsten Auftritt können wir am 16. Mai live im Ersten verfolgen. Dann ver- tritt die gebürtige Kölnerin Deutschland beim 70. Euro- vision Song Contest in Wien mit dem Song „Fire“. F I R S T L A D Y 11
Ein guter Monat ... N E W S Der PLAYBOY- MÄNNERKALENDER 100 JAHRE MARILYN Sie war Hollywood-Star, die sexyeste Frau ihrer Zeit – und die meistfotografierte. Durch ihr frühes Ableben wurde sie zur tragischen Ikone der Popkultur. Am 1. Juni wäre die Monroe 100 Jahre alt geworden für 10 Dinge, die man über Marilyn Monroe wissen muss 1. Ihr Name Am 1. Juni 1926 wurde Norma Jeane Mortenson als uneheliches Kind geboren. Um diesen Makel zu kaschieren, taufte man sie später Norma Jeane Baker – nach dem ersten Ehemann ihrer Mutter. Als sie nach ersten Model- Jobs 1946 einen Vertrag beim Filmstudio 20th Century Fox ergatterte, begann die Suche nach einem klangvollen Namen für die große Leinwand. Produzenten verpassten ihr ungefragt den Namen Marilyn. Monroe war der Mäd- chenname ihrer Mutter. 2. Ihr Körper Es war eine Sensation, als 1953 Aktfotos der Monroe in der ersten Playboy-Ausgabe erschienen. Die Existenz der Bilder war wenige Monate zuvor bekannt geworden, da riet ihr Filmstudio, alles zu leugnen. Marilyn dachte nicht daran. „Mein Körper gehört mir. Und zwar jeder Teil davon“, schrieb sie in ihr Tagebuch.
13 3. Ihr Geheimnis Zu ihren Lebzeiten hätte wohl kaum jemand vermutet, dass die Monroe sich unters Messer gelegt hatte. Später aufgetauchte Röntgenaufnahmen, die 2013 versteigert wurden, belegen aber: Marilyn hat sich von einem plastischen Chirurgen die Kinnpartie korrigieren lassen. 4. Ihre verborgene Tiefe Marilyn war nicht nur die Schönste ihrer Zeit. Sie besaß mehr als 400 Bücher, las Hermann Hesse und F. Scott Fitzgerald und schwere Kost wie „Ulysses“ von James Joyce. Sie belegte einen Literaturkurs an der Universität von Kalifornien, war bewandert in bildender Kunst, bewunderte Botticelli, Degas und Rodin, sie unterhielt Brieffreundschaften mit Lyrikern und dichtete sogar selbst. 5. Ihr Talent In der Presse hieß es, Marilyn komme oft Stunden zu spät an den Set und treibe Filmcrews in den Wahnsinn. Selten zur Sprache kam ihre Schauspielleistung. Zu Unrecht: Der legendäre Schauspiellehrer Lee Strasberg, der Marilyn ab 1955 am New Yorker Actors Studio in der Kunst des Method Acting unterwies, sagte über seine Schülerin: „Sie war eine der zwei sensibelsten und talentiertesten Menschen, die ich je gesehen habe. Der andere war Marlon Brando.“ 6. Ihr Bild für die Ewigkeit Obwohl es mitten in der Nacht war, strömten rund 1500 Schaulustige auf die Lexington Avenue in New York, wo Kult-Regisseur Billy Wilder für seinen Film „Das verflixte siebte Jahr“ drehte. Als die Brise aus einem U-Bahn-Schacht Marilyns weißes Kleid in die Höhe wirbelte, gab es Szenenapplaus. Nur einer war wenig begeistert: Ehemann Joe DiMaggio verließ wütend den Set. 7. Ihre Männer Ihrem Tagebuch vertraute Marilyn einst an: „Ich glaube, ich hatte schon immer große Angst davor, wirklich die Ehefrau von jemandem zu sein, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass man einen anderen Menschen niemals wirklich lieben kann.“ Dreimal hat sie es trotzdem versucht: Mit 16 heiratete sie ihren fünf Jahre älteren Nachbarn Jim Dougherty, die Scheidung folgte vier Jahre später. Ihre zweite Ehe mit Baseball-Legen- de Joe DiMaggio (Bild) zerbrach 1954 nach nur neun Monaten. 1956 heiratete sie den Intellektuellen Arthur Miller. „Kopf heiratet Körper“, titelte die Presse damals. Weil Miller dieses Klischee befeuerte, indem er Marilyn in seinem Film „Misfits“ erneut als naive Blondine zeichnete, endete auch ihre letzte Ehe in der Scheidung. 8. Ihr Trauma Anfang der 1960er-Jahre war Marilyn wegen Depressionen und einer Medikamentenabhängigkeit in Behandlung. Besonders traumautisch war ihr Aufenthalt in der Payne-Whitney-Klinik. Ihre Psychiaterin sagte ihr, es handle sich bloß um eine Erholungskur. Tatsächlich verbrachte Marilyn mehrere Tage in einer Isolationszelle. 9. Ihr letzter Auftritt Obwohl sie mitten in Dreharbeiten steckte, flog Marilyn am 19. Mai 1962 nach New York, um dem amerikanischen Präsidenten ein Geburtstagsständchen zu singen. „Happy Birthday, Mr. President“, hauchte sie, an ihren vermeintlichen Geliebten John F. Kennedy gerichtet, ins Mikrophon. Es war Marilyns letzter großer Auftritt vor ihrem Tod knapp drei Monate später. 10. Ihr Tod Marilyn starb am 4. August 1962 an einer Überdosis Schlafmittel, ihr Tod wurde als Suizid gewertet. Spekulationen über eine mögliche Fremdeinwirkung halten sich bis heute. Eine häufig geäußerte Theorie: Marilyn sei ermordet worden, weil sie gedroht habe, die ihr nachgesag- ten Affären mit den Brüdern „Bobby“ und John F. Kennedy sowie angebliche Verbindungen der CIA zur Mafia öffentlich zu machen. FOTOS: MAURITIUS IMAGES, GETTY IMAGES (4), IMAGO (2), PLAYBOY USA
14 Der deutsche Pop-Art-Künstler MICHAEL MÖBIUS über seine Freundschaft zu Hugh Hefner und die gemeinsame Begeisterung für Marilyn Dieses Jahr feierten wir 100 Jahre Hugh Hefner. Sie kannten ihn gut. Wie erinnern Sie sich an ihn? Hef war vor allem absolut authen tisch. Er musste sich nie erklären, genau das hat seinen Erfolg ausge macht. Die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, ohne sie zu bewerten. Er hat sein Zuhause ge öffnet und uns an seinem Leben teilhaben lassen – mit einer Selbst verständlichkeit, die man heute kaum noch erlebt. Ich hatte das Pri vileg, über 17 Jahre viel Zeit in der Mansion zu verbringen und ihn als engen Freund zu kennen. Es waren nicht nur der Ort oder die legendä ren Partys – es war dieses Gefühl von Leichtigkeit und Offenheit. Ein Lebensstil, der untrennbar mit ihm verbunden war und so wohl nie wieder entstehen wird. Ich schaue eigentlich immer nach vorne, aber wenn ich irgendwohin zurückgehen könnte, dann in diese Zeit. Was er geschaffen hat, war mehr als Erin nerung. Es war ein Lebensgefühl. ner privaten Galerie, neben Hel mut Newton. Er sagte, es sei eines der stärksten PopArtBilder von Marilyn seit Warhol. Rückblickend war das wohl der Moment, in dem das Bild begonnen hat, seinen eige nen Weg zu gehen. Was macht Marilyn Monroe heute noch so besonders? Marilyn war nie nur Ikone, sie war immer auch ein Rätsel. Die Mischung aus Professionalität und Verletzlichkeit erzeugt bis heute Spannung. Man glaubt, sie zu ken nen – und kommt ihr trotzdem nie ganz nah. Sie wurde oft redu ziert, missverstanden, in Rollen ge drängt. Wahrscheinlich war sie ih rer Zeit voraus. Oder die Zeit war nicht bereit für sie. Ihr Einfluss ist bis heute spürbar. Film, Fotografie, Kunst – er zieht sich durch alles. Für Hef war sie zentral, für meine eigene Arbeit auch. Was mich fas ziniert, ist ihre Strahlkraft. Sie löst immer noch etwas aus. Für mich hat sie eine zeitlose Präsenz. Sie malen auch andere Ikonen wie die Beatles, Steve Jobs oder Kate Moss. Wie kam es dazu? Die Idee war, diese Stars aus ihrer Zeit zu lösen und ihnen einen neu en Twist zu geben. Die Kaugum miblase ist kein Gag, sie steht für Leichtigkeit, für einen Moment der Rebellion – und verändert die Wahrnehmung komplett. Eine Ikone entsteht nicht im Moment, Sie haben für ihn einige Werke ge- malt. Wie dachte er über Kunst? Hef war ein großer Liebhaber mit einer Sammlung mit Werken von Pollock, Dalí und Picasso. Viele be deutende Künstler haben im Ma gazin ihren kreativen Fußabdruck hinterlassen. Bei meinen Bildern hat ihn die Mischung aus Ästhetik und einem eleganten Twist ange sprochen. Bei einem Porträt mein te er nur: „Very Bondy. I love it.“ Das war alles, aber es hat gereicht. Er hat gesehen, wie ich ihn wahr nehme. Ein besonderer Moment war meine MarilynBubblegum Arbeit. Er hat sie direkt aufgehängt und mir den Platz gezeigt – in sei für Originale KUNST-FREUNDE Playboy-Gründer Hugh Hefner war ein großer Förderer des Dresdner Künstlers MichaelMichael MöbiusMöbius. Der fertigte zahlreiche Gemälde wie die berühmte Bubblegum-Marilyn für Hefner an MALER DER STAR S Möbius’ Werke sind unter Stars – wie hier Paris Hilton – heiß begehrt. Und auch in der Unterwelt: Wegen unzähliger Plagiate verklagte er 399 Unternehmen und bekam Recht. Ihm steht die Rekordsumme von 120 Millionen Dollar Schadensersatz zu interview DAVID GOLLER
FOTOS: GETTY IMAGES, MICHAEL MÖBIUS/PLAYBOY, PRIVAT Zur Edition: playboy.de/monroe-moebius Name: „Marilyn 100“ Blattmaß: 70 × 100 cm Papier: Hahnemühle William Turner 310 g Auflage: 100 + 10* Exemplare, handsigniert, nummeriert, zertifiziert Preis: 3900 Euro inkl. MwSt. und Versand *Special Artist Proof Edition: limitiert auf 10 Exemplare Jedes Werk ein Unikat: Jeder FineArt-Proof wird individuell vom Künstler handverziert, so gleicht kein Werk dem anderen. Preis: 6900 Euro inkl. MwSt. und Versand Weitere Infos: playboy.de/monroe-moebius Kaum eine Frau ist so eng verbunden mit der Playboy-Historie wie Marilyn Monroe. Zum 50. Geburtstag des deutschen Playboy schuf Pop-Art-Star Michael Möbius 2022 dieses Werk. Aus Anlass von Marilyn Monroes 100. Geburtstag haben Sie nun die einmalige Gelegenheit, sich eines von 100 + 10* streng limitierten Exemplaren zu sichern. Schlagen Sie zu! „Marilyn 100“ – eine Art-Edition exklusiv für PLAYBOY-LESER Limitierte FineArt-Edition sie bleibt. Und genau darum geht es auch in der Kunst: Ein Bild wird erst dann ikonisch, wenn es über sich hinausgeht und eine eigene Sprache entwickelt. Meine Bubble- gum-Werke haben das erreicht. Nicht nur wegen der Persönlich- keiten, sondern weil sie visuell etwas Eigenständiges geschaffen haben, das sich über Jahre im kol- lektiven Gedächtnis verankert hat. Ihre Bilder werden weltweit ille gal verkauft. Ein Ärgernis oder eine Form der Würdigung? Anfangs war mir nicht bewusst, wie sehr man Erfolg verteidigen muss. Das Thema Urheberrecht hat sich aber zu einem zentralen Teil meiner Arbeit entwickelt. Meine Werke haben sich orga- nisch verbreitet, ohne Marketing. Heute tauchen sie weltweit auf Straßenmärkten in Metropolen auf Produkten aller Art auf. Das Faszinierende ist: Die Bilder füh- ren ein Eigenleben. Das zeigt, wie selbstverständlich mit geistigem Eigentum umgegangen wird. Ist etwas einmal in Umlauf, lässt es sich kaum noch kontrollieren. Für mich war klar, dass ich dage- gen vorgehe. Der daraus entstan- dene Rechtsstreit hat eine Grö- ßenordnung erreicht, die sogar an Universitäten diskutiert wird. Eine Frage kommt dabei immer wieder: Verliert das Original an Wert? Ich denke, das Gegenteil ist der Fall. Diese massive Prä- senz zeigt, wie stark ein Motiv ist. Der Unterschied liegt in der Autorisierung. Nur wenige besit- zen ein echtes, signiertes Werk. Es ist wie bei großen Luxusmar- ken – Kopien entwerten nicht das Original, sie machen seinen Wert sichtbarer. Und trotzdem gibt es eine Schattenseite: Im digitalen Raum konkurriert man plötz- lich mit den eigenen Arbeiten, die in unzähligen Varianten auf- tauchen. Genau darin liegt heu- te die Herausforderung für viele Kreative: maximale Sichtbarkeit bei gleichzeitigem Kontrollver- lust. Umso wichtiger ist es, kla- re Zeichen zu setzen und diesen Weg konsequent zu gehen – auch als Signal für andere. Wie lange dauert die Arbeit an ei nem solchen Kunstwerk? Das ist schwer zu sagen, jedes Werk hat seinen eigenen Rhyth- mus. Große Arbeiten brauchen oft mehrere Wochen. Nicht nur das Malen, auch Vorbereitung, Kom- position und viele Entscheidungen im Detail. Ich arbeite oft parallel an zwei bis drei Werken, um im- mer wieder Abstand zu gewinnen und mit frischem Blick zurückzu- kommen. Und ehrlich gesagt ist ein Bild nie fertig. Erst wenn man es mir wegnimmt und ich nichts mehr daran ändern kann. Wie muss man sich den Schaffens prozess vorstellen? Ich arbeite klassisch mit Öl auf Leinwand, oft in zwei Schichten. Die Vorbereitung spielt dabei eine große Rolle. Ich entwickle die Bilder zunächst über eine Skizze und anschließend mit Collagen in Photoshop, um Komposition und Wirkung exakt zu steuern. Der eigentliche Malprozess ist dann sehr ruhig und konzentriert. Es geht weniger um Geschwindig- keit, sondern um Kontrolle, Licht, Oberfläche und Details. Am Ende ist es eine Mischung aus Planung und Intuition. Man beginnt mit einer klaren Idee und lässt ihr Raum, sich weiterzuentwickeln. Was erwartet den Käufer? Die Limited Edition ist etwas Be- sonderes, weil sie drei ikonische Elemente zusammenführt: Mari- lyn Monroe als kulturelle Ikone, als Ursprung des Playboy-Mythos und als Inspiration für meine Bub- blegum-Pop-Art, die heute selbst ikonisch geworden ist. Der Käufer erhält ein handsigniertes und num- meriertes Werk, das direkt aus mei- nem Studio kommt, sowie ein Cer- tificate of Authenticity. Das sichert den direkten Bezug zum Künstler und gibt jedem einzelnen Exem- plar seine eigene Wertigkeit. Man erwirbt nicht einfach ein Bild, sondern ein Werk mit Herkunft, Handschrift und Geschichte. STRENG LIMITIERT Für wahre Kunstkenner: Die „Special Artist Proof Edition“ ist auf 10 Exem- plare limitiert und vom Künstler individuell handverziert (siehe Seite 21)
DACKEL Na klar sind Dackel nervig. Wie alle Hunde. Sie kläffen. Sie kacken. Manche beißen. Und ihre Besitzer tragen kleine Plastiktüten voller Kot durch die Gegend. Sie stehen – wie Schäferhunde und Gartenzwerge – für mehr oder weniger reaktionäres Spießertum. Für Hausmeister Krause mit seiner Dackelclub-Uniform oder Politiker Gauland mit seinen Dackelmotiv-Krawatten. Einerseits. Andererseits ist der Dackel natürlich sehr niedlich mit seinem Dackelblick. Aufgrund seiner winzigen Beine und seinem riesigen Selbstbewusstsein zählte der Zoologe Alfred Brehm ihn „zu den eigentümlichsten aller Hunde“. Er diente bereits als Testimonial unserer heimlichen Hauptstadt München sowie der ersten hie- sigen Olympischen Spiele. Und er hat – anders als viele Men- schen – eine Job-Qualifikation. Für die Baujagd auf Dachs und Fuchs wurde er im Heili- gen Römischen Reich Deut- scher Nation gezüchtet. Vor rund 500 Jahren. Wieso haben wir eigentlich einen Bundesadler und keinen Bundesdackel? Ein Rätsel der Geschichte. Apropos Geschichte: Nachdem es in Ampel-Deutschland vor ein paar Jahren Gerüchte über das baldige Aus der Rasse gab wegen angeblicher Qualzucht, die von Tier- schützern und Grünen angeprangert wurde, zeigt sich das heimliche Wappentier der Republik heute fitter denn je. Am 30. Mai steigt in Magdeburg die zweite Deutsche Meisterschaft im Dackel- rennen. Eine neue Tradition nimmt kurzbeinige Gestalt an. In München gibt’s sogar schon eine WM. Lächerlich? Ein bisschen. Niedlich? Unbedingt! KAMPFHUND Auch er kläfft und kackt, aber das sind noch seine sympathischeren Eigenschaften. Gezüchtet für abscheuliche Tierkämpfe, wander- ten Kreaturen wie der Pitbull, der Staffordshire Terrier oder der American Staffordshire Terrier, wie ihre Namen verraten, einst aus dem angelsächsischen Raum ein, wo man unseren Dackel als „Sausage Dog“ (Wursthund) verspottet – was in diesem Zusammen- hang bedrohlich nach Frühstück klingt. Ein Wunder, dass diese vierbeinigen Mordfantasien hierzulande immer Underdogs blieben? Steht der Dackel fürs bürgerliche Leben, dann der Kampfhund für den Gegenentwurf: die provokante Pose des Zukurzgekommenen. Und das ist der Kern des Prob- lemhunds: sein Halter. Warum legt man sich so einen Killerkö- ter zu? Um Respekt zu erzwin- gen, der sonst ausbliebe. Um Mängel zu kompensieren. Pe- nis, Kontostand, Freundeskreis – alles zu klein? Dann halt ein American Bully. Manchmal tötet so ein Hund seinen Halter wie im Januar 2025 im nieder- sächsischen Lohne. Meist erwischt es Unschuldige. Die damals elfjährige Nikolina Vucetic hatte Glück, als sie auf dem Nachhauseweg in ihrer serbischen Heimatstadt Pančevo von einem Bullmastiff attackiert wurde. Das Vieh verbiss sich in ihren Arm. Dann kam Leo. Der Dackel stürzte sich auf den übermächtigen Kampfhund und biss ihn so kräftig, dass die Bestie von dem Mädchen abließ und stattdessen ihn tötete. Seit 2015 steht zu seinen Ehren im örtlichen Stadtpark ein Leo-Denkmal: „Für alle kleinen Helden mit großen Herzen.“ Aus Anlass der DEUTSCHEN MEISTER- SCHAFT IM DACKELRENNEN: ein paar Überlegungen zu Tieren und Traditionen Einer von uns Keiner von uns text Philip Wolff FOTOS: XXX (X) Mit der jungen Premiummarke DENZA und dem Z9GT setzt der chinesische Autobauer BYD dank modernster Schnellladetechnik neue Maßstäbe: Mit bis zu 1500 kW Leistung lädt die Batterie in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent und in neun Minuten fast vollständig auf – selbst bei extremer Kälte. Basis ist die Blade-Batterie 2.0 von BYD. Mit bis zu 800 Kilometer Reichweite und mehr als 960 PS kombiniert der Z9GT Hightech und Performance. Preis: ab 115.000 Euro. Alle Infos unter denza.com 16 für Geschwindigkeits- rekorde
KINO STREAMING für Kino & Streaming „NÜRNBERG“ Zwischen Polit-Thriller und Psychostudie: Während NS-Größe Hermann Göring (Russell Crowe) 1945 in Nürnberg auf seinen Prozess wartet, versucht ein US-Militärpsychiater (Rami Malek), sein Vertrauen zu gewinnen, und kommt ihm beklemmend nahe. Ab 7. Mai Für Fans von Geschichte auf der Leinwand „ACHTSAM MORDEN – STAFFEL 2“ Die Selbstfindungsreise des Anwalts Björn Diemel (Tom Schilling) geht in eine neue Runde: Dieses Mal kümmert er sich um sein inneres Kind – und um die beiden Mafia-Clans, deren Chefs er achtsam von der Bildfläche hat verschwinden lassen. Ab 28. Mai auf Netflix Für Fans von Karsten Dusses Bestseller-Reihe INSTA-IKONE Auf der Social-Me- dia-Plattform klärt Bernschneider, 50, über Stilfragen und Modesünden auf. Ihm folgen knapp eine halbe Million Menschen für guten Stoff Früher machte Ben Bernschneider wundervolle Fotos von noch wundervolleren Frauen. Heute ist er der wohl gefragteste deutsch- sprachige Stil-Experte auf Instagram. Wie man sich gut kleidet, erklärt er aber nicht nur auf seinem Social-Media-Kanal, sondern auch im neuen Buch „100 Staple Pieces – Die Wunschliste des modernen Gentleman“ (Ullstein, 22,99 Euro, ab 28. Mai) – sowie bei uns im Gespräch auf playboy.de 84 Jahre alt wird Sir Paul McCartney im Juni, doch das ist für den ewigen Beatle kein Grund, in Rente zu gehen. Und so erscheint am 29. Mai mit „The Boys of Dungeon Lane“ sein 20. Solo-Album. Hauptthema der neuen Musik: McCart- neys Kindheit in Liverpool. Aufgenommen hat er es in seinem privaten Studio, das er sich 1985 in einer mehr als 200 Jahre alten Wind- mühle einrichten ließ. Zählt man alle Alben seit dem Ende der Beatles zusammen, dürfte es bereits Paul McCartneys 50. Platte sein. für Musik von Legenden „THE MANDALORIAN AND GROGU“ Auch im Kino-Ableger der Streaming-Serie „The Mandalorian“ spielt Pedro Pascal die Hauptrolle des mandalorianischen Kopfgeld- jägers Din Djarin. Gemeinsam mit seinem jun - gen Lehrling Grogu hilft er, die Neue Republik vor Bedrohungen zu schützen. Ab 20. Mai Für Fans von „Star Wars“-Action FOTOS: MARY MCCARTNEY, PR (7), SHUTTERSTOCK (2)
Herr Brückner, in Ihrem neuen Film spielen Sie ein Münchner Original – einen Stenz. Was macht diesen Typ Mann generell aus? Ein Stenz ist einer, der nicht alt werden kann. Einer, der seinen Zenit schon überschritten hat, aber das nicht akzeptiert und es mit Äußerlichkei ten kaschiert. Helmut Dietl, der mit seiner Serie „Monaco Franze“ in den 80er-Jahren den Stenz schlechthin porträ- tiert hat, schrieb ihm eine „windige Eleganz“ zu. Das finde ich einen schönen Ausdruck. Er zieht auf jeden Fall den Bauch ein und tut so, als wäre er jung, während er um das andere Geschlecht wirbt. Aber auf charmante Art und Weise kann er einfach nicht anders, als den Frauen hinterherzusteigen. Für sein näheres Umfeld ist so ein Stenz aller- dings nur schwer zu ertragen, oder? Ein Stenz hinterlässt Scherben, ja, weil er eigent lich ein Egomane ist, vielleicht auch ein Narzisst. Er sieht nicht, dass das, was er da macht, auf die Kosten anderer geht, und das ist ein Problem. Ist der Stenz etwas speziell Münchnerisches? Oder gibt es ihn auch in anderen Städten? Diesen Typ Mann gibt es natürlich überall, nur heißt er dann wahrscheinlich anders. Wie viel Prozent Stenz steckt in Ihnen selbst? Ich bin eigentlich genau das Gegenteil: Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich immer nur nach Hause will, zu meiner Frau und meinen Kin dern. Ich hab sofort Heimweh – einen Stenz da gegen zieht es ständig weg. Was macht Sie so optimistisch, dass der Film „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“, der auf der mehr als 100 Jahre alten Satire von Ludwig Thoma basiert, auch im Rest Deutschlands funktioniert? Zum einen, dass diese Geschichte weit über Bayern hinaus bekannt ist – Ina Müller, die auch im Film mitspielt, kannte sie zum Beispiel, obwohl sie aus dem Norden kommt. Aber es ist auch einfach ein genialer Text, den unser Regisseur David Dietl zu et was ganz Eigenem gemacht hat, indem er fragt: Was passiert eigentlich, wenn du eine zweite Chance be kommst – so wie meine Figur Wiggerl im Himmel? Theoretisch kannst du schon zu Lebzeiten in vielen Situationen einfach hingehen, dich entschuldigen und noch mal von vorne anfangen. Aber ich glaube, viele Menschen verschieben und verpassen das. Wie schwer fällt es Ihnen selbst, sich zu entschul- digen? Gar nicht, das kann ich gut. Ich finde, man sollte es ernst nehmen, sich zu entschuldigen, denn das ist ja sonst auch Ballast, den ich mit mir rum schleppe. Und wie klappt es mit dem Verzeihen? Klar, manchmal gibt es Sachen, die tiefer gehen, aber das meiste habe ich bald wieder raus aus dem Kopf. Ich bin generell jemand, der schnell vergisst, was Vor und Nachteile hat. Für meine Frau ist es manchmal eine Katastrophe. Bereits der Trailer zu Ihrem neuen Film verrät es: Sie sterben darin recht schnell. War das Anlass für Sie, über den Tod nachzudenken? Nein, ich bin ja kein Physiker oder Philosoph. Als Schauspieler setze ich mich dann eher mit dem Technischen auseinander: Wie funktioniert das, In seinem neuen Kinofilm verkörpert er einen speziellen Typ Mann: den Stenz. Warum der SCHAUSPIELER privat völlig anders tickt, sich fürs Klischee eines Bayern hält und mit „Kommissar Rex“ spricht wie mit einem Kumpel 1 2 3 4 5 6 7 8 U P D A T E – I N T E R V I E W FOTO: CHRISTIAN HARTMANN Maximilian Brückner 20 Fragen an 9 18
wenn ich in meiner Rolle von jetzt an als Geist unterwegs bin? Ich kann ja zum Beispiel gar nichts an- fassen. Und ich habe mit fast nie- mandem ein richtiges Zusammen- spiel, weil ich unsichtbar bin. Das war hart, am Schluss hat mich das wirklich ein bisschen frustriert, weil ich mir so isoliert vorkam. Ist das für Sie denn im Bereich des Vorstellbaren – nach dem Tod als Geist auf der Erde umher- zuwandeln? Überhaupt nicht. Ich kann es nicht widerlegen, aber ich glaube nicht daran. Natürlich hätten wir das ger- ne, dass irgendetwas von uns weiter- existiert – auch so ein Himmel, in dem alle zusammenkommen und miteinander ein Bier trinken, wäre toll. Aber es ist wahrscheinlich ein bisschen einfach gedacht, das Hiesi- ge bloß ins Jenseits zu übertragen. Abgesehen von „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ gibt es regelmäßig Filme und Serien aus Bayern, die auch bundesweit erfolgreich sind. Wo- ran liegt das Ihrer Meinung nach? Unter anderem daran, dass die baye- rische Kultur sehr offen ist, da kann jeder einfach mitmachen, niemand wird ausgeschlossen. Das Oktober- „So ein Himmel, in dem alle zusammenkommen und miteinander ein Bier trinken, wäre toll“ JENSEITS- SKEPTIS CH Die Vorstellung eines Bilder- buchhimmels gefällt Maximilian Brückner zwar, er hält sie aber für unwahrscheinlich. Genau wie die Idee, nach dem Ableben als Geist zurückzukehren – im Kinofilm „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ (Start: 14. Mai) spielt der 47-Jährige trotzdem äußerst überzeugend einen solchen 10 11
FOTOS: PR fest ist dafür ein gutes Beispiel: Da darf jeder in einer Lederhose hinkommen und mitfeiern, egal, ob er aus Hamburg kommt oder aus Südamerika, ohne dass es Diskussionen um kulturelle Aneignung gibt. Was ist das Bayerischste an Ihnen? Über so was denke ich gar nicht nach. Obwohl ich wahrscheinlich das Klischee eines Bayern bin: Ich bin im Trachtenverein, spiele Tuba, rede gerne blöd daher und bin auch manchmal ein Grantler. Worüber regen Sie sich dann auf? Natürlich über Kleinigkeiten. Mit den großen Sa- chen braucht man es gar nicht aufnehmen, die sind einfach so. Und was genau machen Sie im Trachtenverein? Aktives Mitglied bin ich heute nicht mehr, aber ich habe dort das Schuhplatteln gelernt. Ich mag ein- fach Kultur, nicht nur die eigene: Wenn du in Ana- tolien bist und die Leute anfangen zu singen oder in Mexiko neben dir die Mariachis stehen, hat das eine große Kraft. In Deutschland schämen wir uns oft ein wenig für unsere Bräuche und belächeln sie, aber ich finde das schön – solange Kultur nicht politisch instrumentalisiert wird. Hatten Sie im Verlauf Ihrer Karriere manchmal Sor- ge, zu sehr aufs Bayerische festgelegt zu werden? Klar, dagegen habe ich lange angekämpft, ich woll- te immer unbedingt auf beiden Hochzeiten tan- zen. Aber mittlerweile ist es mir, ehrlich gesagt, völlig wurscht. Woran das liegt, weiß ich nicht. Vielleicht am Alter, vielleicht aber auch daran, dass ich gemerkt habe, dass es immer genug zu tun gibt. Gerade ist eine Neuauflage der Krimireihe „Kom- missar Rex“ gestartet, in der Sie neben dem be- rühmten Schäferhund die Hauptrolle spielen. War gleich klar, dass Sie das machen wollen? Ich dachte, das könnte passen, jetzt ist die richti- ge Zeit dafür: Rex war als Kind mein erster Su- perheld – und jetzt ist er der Held meiner eige- nen Kinder. Wobei der Dreh eine ganz schöne Herausforderung war. Es gibt eine Bühnenregel, die lautet: Spiel nie mit Tieren oder Kindern, denn du kannst nur verlieren. Und? Ist es so gekommen? Natürlich! Der Hund braucht ja nur den Kopf schief zu legen, und schon habe ich verloren. Aber das ist okay, es heißt ja auch „Kommissar Rex“ und nicht „Kommissar Steiner“. Im Grunde sehe ich uns als eine Art Team, als eine Einheit. Ich bin sein Spiegelbild, durch das er kommuniziert. Sie sprechen mit Rex in der Serie wie mit einem Kumpel, der Sie verstehen kann. War das Ihre Idee? Für mich sind die beiden eher wie zwei Junggesel- len. Ich versuche eigentlich ständig zu spielen, dass er kein Hund ist, wobei es natürlich völlig unwirk- lich ist, dass ich alles verstehe, was er sagt. Aber trotzdem ist es so für mich echter. Ich finde es son- derbar, wenn Leute in eine Dutzi-dutzi-Sprache verfallen, sobald sie mit ihren Tieren reden. Welche Tiere haben Sie selbst auf Ihrem Hof bei Rosenheim? Schafe, Ziegen, Hühner und Enten. Reden Sie mit denen auch? Letztes Mal, als ich den Schafen die Hufe aus- schneiden und sie scheren musste. Das ist eine su- peranstrengende Arbeit, bei der du richtig ins Schwitzen kommst. Am liebsten mache ich das an schönen Tagen, setze mich mitten zwischen sie, wir sind da einfach miteinander, und sie kommen von allein zu mir und mögen das sogar. Dann ho- cke ich da und schaue in die Ferne und denke mir: Ich lebe das beste aller Leben. Interview: Mareike Opitz IMMER IM EINSATZ 1 In „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ landet Maximilian Brückner als bayerischer Hallodri Wiggerl nach einem Autounfall im Jenseits (im Hintergrund Robert Palfrader und Ina Müller), wo er prompt für Aufruhr sorgt. Die Komödie von Regisseur David Dietl, Sohn des verstor- benen Filmemachers Helmut Dietl, startet am 14. Mai im Kino. 2 Im TV ist der Schauspieler aktuell neben seinem tierischen Partner (hier außerdem mit Doris Golpashin und Ferdinand Seebacher) in der Neuauflage von „Kommissar Rex“ zu sehen (montags 20.15 Uhr in Sat.1 und bei Joyn zum Streamen). 3 Große Bekanntheit erlangte der gebürtige Münchner auch als „Tatort“-Ermittler Franz Kappl: Von 2006 bis 2012 löste er gemeinsam mit Gregor Weber Kriminalfälle im Saarland 13 14 15 16 17 18 19 20 1 2 3 12
„Marilyn 100“ von Michael Möbius Große Pop-Art E X K LU S I V E - E D I T I O N Zum 100. Geburtstag der Film-Ikone Marilyn Monroe präsentieren wir diese streng limitierte PLAYBOY Art-Edition des weltweit erfolgreichen Pop-Art-Künstlers Michael Möbius. Sichern Sie sich jetzt eines von 100 + 10* Exemplaren. „Marilyn 100“ – Auflage: 100 + 10* Exemplare. Blatt: 70 x 100 cm, Hahnemühle William Turner 310 g. Handsigniert, nummeriert und zertifiziert. Preis: 3.900 Euro inkl. MwSt. und Versand. *Special Artist Proof Edition (handverziert) – Auflage: 10 Exemplare. Besonderheit: Jeder FineArt-Proof wird vom Künstler individuell überarbeitet – kein Werk gleicht dem anderen. Preis: 6.900 Euro inkl. MwSt. und Versand Erfahren Sie mehr über den Künstler Michael Möbius und seine exklusive PLAYBOY-Edition: playboy.de/monroe-moebius ARTIST PROOFS Sichern Sie sich jetzt Welt- kunst für Ihr Wohnzimmer: Die handverzierte „Marilyn 100“-Artist-Proof-Edition ist auf 10 Exemplare limitiert. Mehr unter playboy.de/ monroe-moebius
22 FOTOS: PLAYBOY (2), LEA SCHMITT/MIDJOURNEY Erst kürzlich saß ich mit Freunden beim Dinner, das etwas mühsam vonstattenging. Wie eine schwerhörige Großtante am lauten Geburtstagstisch fragte einer von ihnen alle paar Minuten: „Was ist passiert?“ Oder: „Wer?“ Nur, dass es we- der laut war noch er schwerhörig. Er hatte bloß seinen Ins- tagram-Account gelöscht. „Keinen Bock mehr“ fand ich eine magere Begründung für die drastische Maßnahme – schnei- det sie ihn doch von einem großen Teil der Gesell- schaft ab. Die lacht kollektiv über neue Memes, schickt sich Ankündigungen zu legendären Events, bekommt News zu so egalen wie wichtigen Vorkomm- nissen in den Feed gespült und wundert sich dann abends darü- ber, wie verkommen die Mensch- heit ist. Von Promi-Trennungen bis hin zu Politik gibt’s nämlich kein Thema, zu dem Internet- Trolle ihre „Meinung“ nicht kundtun. So nennen sie ihre Beleidigungen selbst. Das be- fürworte ich nicht. Doch ich bin erwachsen genug, um zu wis- sen, dass Realität nicht verschwin- det, nur weil man die Augen vor ihr verschließt. Und zur Realität zählen die Trolle nun mal, sie heißen Beate, Ralf, Sabrina oder Ben, gehen irgendwelchen Jobs nach, haben Hunde oder Kinder oder beides und laden ihren Alltagsstress im Schutz ihrer Aliasse auf Social Media ab. Ich habe zwei kleine Brüder, die langsam ihre ersten Internet-Schritte machen, das Baby meiner besten Freundin wahnsinnig lieb und will vielleicht auch selbst mal eines. Deren Welt wird on- und offline stattfinden, auf beide Welten sollten sie vorbereitet werden. Wie soll das gehen, wenn man selbst nur in einer lebt? In der analogen findet übrigens bald eine Party meines „Keinen Bock auf Social Media“-Freundes statt. Der kann wohl doch nicht ohne – die Einladung kam über Instagram. Social-Media-Plattformen sind so sozial wie Splitterbom- ben. Ihr Algorithmus hält uns in einer Echokammer gefan- gen, wo wir bloß Inhalte vorgespielt bekommen, die unsere Ansicht bestätigen. Die Folge? Meinungen verhärten sich. Es gibt kein Verständnis mehr für andere Blickwinkel. Während der Pandemie gingen sich Impfgegner und -be- fürworter an die Gurgel. Auf Donald Trump und Charlie Kirk wurde geschossen. Das ist nicht sozial. Das ist asozial. Aber das ist noch nicht mal der Grund, warum ich mich von Instagram verabschiedet habe. So charakterfest bin ich leider nicht. Mir wurde es bloß irgendwann zu blöd: die Fo- tos vom Abendessen meines Kol- legen in seinem liebsten Restau- rant und das Outfit of the Day meiner Schwägerin. Wen inte- ressiert das? Wie kümmerlich muss das eigene Leben sein, wenn man so am Leben ande- rer teilhaben möchte? Ich habe keine Ahnung von der Geld- politik der EZB oder wie ein Satellit funktioniert. Aber dank Instagram weiß ich alles über Hob- by Horsing. Da wird jeder Quatsch gepostet. Ein bisschen erinnert mich das an kleine Kinder, die ständig brüllen: „Guck mal, Papi, was ich kann!“ TikTok und Instagram sind digitale Auffangbecken für Menschen mit fehlen- dem Selbstwertgefühl, die um Lob betteln. Und ja, na- türlich gibt es auch Content Creators, die sich mit ernsten Themen auseinandersetzen. Aber ist das gut – so ohne Kontrollmechanismen wie bei klassischen Medien? Diese Influencer haben teilweise über eine Million Follower und damit sehr viel Macht. Elon Musk kann mit einem Post auf X Krypto-Währungen abstürzen lassen. Das ist nicht gut, das ist gefährlich. Dann doch lieber Fotos vom Abendessen, aber halt ohne mich. Was denken Sie über Social Media? Schreiben Sie uns Ihre Meinung: leserservice@playboy.de S T A N D P U N K T E PRO CONTRA Lassen uns INSTAGRAM UND CO. das Weltgeschehen sehen und machen uns schlauer? Oder verengen sie den Blick und lassen uns verblöden? Das kann man so oder so sehen ... Social Media nutzen NINA HABRE S Senior Edior Online & Weltenbummlerin MAXIMILIAN REICH Playboy-Autor & Insta-Verächter
23 FOTOS: XXX (X) Dieser Text zeigt evtl. Pro- bleme beim Text anJETZT NEU ERLEBEN Entdecken Sie die neue Motor Klassik: jetzt im frischen Design und mit spannenden Rubriken. Tauchen Sie ein in großzügige Bildstrecken und faszinierende Fahrberichte. Auf starken 164 Seiten warten mehr Service und mehr Modelle auf Sie. Im Handel oder online bestellen www.motor-klassik.de/erleben Neue Inhalte | Frischer Look | Mehr Lesespaß | Bildstarke Fahrberichte
24 FOTOS: PR Ein Stern unter Strom Mit dem GLC ELECTRIC bringen die Stuttgarter endlich ein Elektro-SUV, das wie ein Mercedes aussieht. Und auch so fährt achdem die deutsche Autoin- dustrie das aufkommende Elektrozeitalter mehr oder we- niger verschlafen hat, kom- men nun endlich die ersten Modelle heraus, die in Sachen Reichweite und Ladearchitektur mit der internationalen Kon- kurrenz mithalten können. Dem Audi Q6 e-tron und dem sogenannten Neue-Klasse- BMW iX3 folgen jetzt mit dem GLC Electric die Mitbewerber aus Stuttgart. Auf den Straßen an der portugiesischen Algarve- Küste kann ich die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h zwar nicht ausfahren, aber zumindest die Beschleunigung auf 100 km/h in 4,3 Sekun- den testen. Das schafft der Wagen dank eines spe- ziellen 2-Gang-Getriebes, das auch schon im elektrischen CLA verwendet wurde. Viel ent- scheidender ist jedoch, dass der GLC nun endlich eine vernünftige Reichweite von 673 Kilometern besitzt und darüber hinaus dank 800-Volt-Archi- tektur in circa 22 Minuten von 10 auf 80 Pro- zent geladen werden kann. Gleichzeitig dürfte er klassische Design-Fans besänftigen, die wenig begeistert waren von den im Windkanal entwor- fenen Derivaten wie dem EQC oder EQE. Ein weiterer Pluspunkt: Der GLC Electric kann ei- nen Anhänger mit bis zu 2,4 Tonnen ziehen (für Elektrofahrzeuge untypisch), der Kofferraum hinten fasst gute 570 Liter (umgeklappt 1740 Liter), und in den Frunk vorne passt notfalls auch noch eine Kiste Bier. Was will man mehr von einem deutschen Auto? Nur der Preis liegt mit 71.281 Euro Mercedes-typisch leider auf sehr hohem deutschem Niveau. Der Autor testete den Wagen auf Einladung des Herstellers. DUALE S DE SIGN Während er von außen dank großem Kühlergrill und sportlichem Heck wieder wie ein klas- sischer Mercedes auftritt, finden sich im Interieur des neuen elektrischen GLC viele futuris- tische Elemente. Auffällig vor allem ist das gigantische 99,3 Zentimeter lange Display, das fast das komplette Armatu- renbrett einnimmt M O T O R N text MICHAEL BRUNNBAUER
STROMS CHLUCKER Dank neuer 800-Volt- Technologie packt der GLC bis zu 330 kW an der Ladesäule. So kann man unter Ideal- bedingungen inner- halb von 10 Minuten 300 Kilometer Reich- weite nachladen MERCEDES GLC ELECTRIC 400 4MATIC Geschwindigkeit 210 KM/H Leistung 489 PS Drehmoment 800 NM 0–100 km/h 4,3 SEKUNDEN Reichweite (WLTP) 673 KM Gewicht (EU) 2535 KG Preis 71.281 EURO
Was sind die männ- lichsten Hobbys? Wann ist ein Mann – außerhalb der Arbeitswelt – ein Mann ? Wie stellen die Deutschen ihn sich vor? Frauen und Männer antworten darauf in unserer aktuellen repräsentativen Umfrage* einhellig: Ein echter Kerl schraubt in seiner Freizeit an seinem Auto herum, widmet sich dem Motorsport, Fußball- oder Kampfsport-Matches – oder er grillt. Diese Klischees sind nicht unbedingt sexy, finden die Frauen, die den Mann lieber beim Heimwerken im Haushalt, beim Fitness-Training oder in der Kochschürze am Herd sähen. Doch die Wahrheit ist noch ein bisschen ernüchternder: Lässt man den Mann einfach mal tun, was er möchte, setzt er sich meist nur faul aufs Sofa vor die Glotze, guckt Serien oder Sportsendungen. Haupt- sache, Spaß – das ist uns Typen neben Entspannung in unserer Freizeit am wichtigsten. Allerdings: Mehr als jeder vierte Mann kocht in seiner Freizeit auch gern für sich und seine Liebste(n) oder stählt beim Fitness-Training seine Figur. Seltener anzutreffen sind die von Frauen begehrten Kämpfer, Surfer und Tänzer – von diesen Traumtypen gibt es in Deutschland nur drei bis vier Prozent. 58% Am Auto schrauben oder am Eigenheim werkeln, Sport treiben und im Garten Steaks grillen – das sind überwie- gend Klischeevorstellungen von uns Männern. In Wahrheit sitzen die meisten von uns am liebsten vor der Glotze. FOTOS: PR (2), LEA SCHMITT/MIDJOURNEY * repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Norstat unter 1036 Frauen und Männern in Deutschland U M F R A G E D E S M O N A T S TV schauen Das sind für die Deutschen die männlichsten Hobbys TOP 10 01 43 % das eigene Auto (tunen, reparieren) 02 40 % Motorsport (gucken oder machen) 03 34 % Fußball (gucken oder spielen) 04 33 % Kampfsport (gucken oder trainieren) 05 32 % Grillen 06 30 % Motorrad fahren 07 29,5 % Technikspielzeug (Drohnen, Gadgets) 08 28 % Stammtisch (Bier trinken) 09 27 % Angeln 10 24 % Modellbau Welche Hobbys finden Frauen bei uns besonders attraktiv? … und das sind die tatsächlichen sechs Lieblingsbeschäftigungen der Männer Welche Freizeit-Anschaffungen sind uns besonders viel wert? Was lassen die Deutschen sich ihr Lieblingshobby kosten? 85% Hauptsache, Spaß 0 1 55 % Smartphone 02 43 % Bücher 03 42 % Computer 04 39 % Fernseher 05 36 % Auto TOP 5 0 1 17 % Dinge reparieren/Werkeln 02 16,5 % Fitness-Training & Motorradfahren 03 16 % Kochen 04 15,5 % Kampfsport (aktiv) 05 14 % Surfen 06 13 % Tanzen 0 1 58 % Fernsehen (Serien, Streaming, Sport) 02 47 % Musik (hören, sammeln) 03 41 % Computer (spielen oder tüfteln) 04 37 % Lesen 05 35 % Wandern/Spazierengehen 06 32 % Fußball (spielen oder gucken) SEXY TOP SIX 63 % geben weniger als 500 Euro dafür im Jahr aus. 16 % bis 1000 Euro. 11 % 2000 Euro oder mehr Spaß ist uns bei unseren Hobbys am wichtigsten. 54 % suchen Entspannung nach der Arbeit, 45 % wollen sich durch ihr Hobby körperlich oder geistig fit halten PLAYBOY-UMFRAGE IN KOOPERATION MIT
27 FOTO: LEA SCHMITT/FREEPIK Wie lange muss man auf einer Party bleiben, bevor man wieder abhauen kann, ohne dass es unhöflich ist? D. N. Als Faustregel können Sie mit andert- halb Stunden planen. Gerade so, dass es sich lohnt, die Jacke abzulegen. Wo- bei es auch immer auf den Anlass an- kommt. Bei einer Hochzeitsfeier sollte man zumindest warten, bis das Essen vorbei ist, und bei einem Spieleabend hauen Sie vielleicht nicht mittendrin ab. Am besten warten Sie, bis die Ers- ten gehen, und hängen sich dann dran. Wie findet ihr das, wenn man für Sex bezahlt? T. O. Schwieriges Thema, weil es in der Branche auch Frauen gibt, die ausge- beutet werden. Das sollte man natür- lich nicht unterstützen. Dass Sie ein Verlangen nach Sex verspüren, ist aber verständlich, und es ist ja auch nicht jeder ein Frauenschwarm. Gerade im höheren Alter ist für manche Männer bezahlter Sex die einzige Option. Aber bitte nicht geizen! Faire Prostitution finden Sie am ehesten bei Escort-Girls, die selbstständig arbeiten. Googeln Sie mal faire Prostitution. Gibt man eigentlich noch die Hand zur Begrüßung, oder ist das seit Corona aus der Mode? R. M. Der Mensch kommuniziert über Be- rührungen. Wir signalisieren unserem Gegenüber mit dem Handschlag, dass wir in Frieden kommen. Deshalb brauchen wir ihn, um uns wohlzu- fühlen. Das kriegt so ein Virus nicht mal eben innerhalb von zwei Jahren aus uns raus. Mittlerweile ist es wieder völlig normal, Hände zu schütteln. Ich heirate bald und brauche einen Trauzeugen. Ich habe aber eine enge Freundesgruppe von fünf Jungs. Wie wähle ich einen aus, ohne die anderen zu verletzen? E. S. Sagen Sie es den Jungs, wenn Sie mit ihnen zusammensitzen. Sie können auch ein Losverfahren vorschlagen: Einer wird Trauzeuge, die anderen Groomsmen – das sind die männlichen Pendants zu den Brautjungfern. Für die gibt es keine Obergrenze, und sie haben verschiedene wichtige Aufgaben wie die Ringe aufzubewahren, die Gäste zu begrüßen oder dem Trauzeu- gen bei der Organisation des Junggesel- lenabschieds zu helfen. Dann fühlt sich niemand ausgeschlossen. Vielleicht hat der eine oder andere aber auch gar kei- ne Lust auf so einen Hochzeitsjob und will nur mitfeiern. Das finden Sie nur im Gespräch heraus. Wieso gucken eigentlich gefühlt ge- rade alle Frauen die Serie „Heated Rivalry“? Was finden Frauen an Sto- rys über schwule Männer? W. K. In Japan gibt es für diese weiblichen Fans den Begriff „Fujoshi“, was sich mit „verdorbenes Mädchen“ übersetzen lässt. Weil die Mädels sich einfach gern schöne Männer anschauen? Nicht nur! In der asiatischen Popkultur bilden Boys-Love-Geschichten schon länger ein eigenes Genre, jetzt kommt der Trend auch zu uns. In vielen der Geschichten kommt keine weibliche Figur vor, das Sichvergleichen fällt für die jungen Zu- schauerinnen weg, und es gibt kaum althergebrachte sexuelle Stereotype. Das sei für viele entspannend, sagen Ex- perten. Wir können die „Fujoshi“ gut verstehen! Meine neue Freundin wurde in ih- rer letzten Beziehung von ihrem Freund betrogen. Jetzt ist sie sehr misstrauisch und schnell eifersüch- tig. Was hilft da? Wie gewinne ich ihr Vertrauen? G. P. Mit viel Geduld. Wer betrogen wurde, leidet häufig unter Verlustängsten und einem angeknacksten Selbstwertgefühl. Das müssen Sie wieder aufbauen. Am besten mit viel Aufmerksamkeit und Offenheit. Verbergen Sie nichts, und seien Sie in jeder Hinsicht zuverlässig. Den „Beweis“, dass man Ihnen ver- trauen kann, können Sie natürlich nicht von heute auf morgen liefern. Aber Tag für Tag. Gute Reise! Das Leben stellt Männer jeden Tag vor neue Herausforderungen. Wenn Sie mal nicht weiterwissen: Der PLAYBOY-BERATER ist immer für Sie da SIE HABEN AUCH EINE FRAGE AN DEN BERATER? Playboy kann leider nicht alle Zuschriften veröffentlichen. Wir beantworten Ihre Fragen aber gern, wenn sie in Playboy behandelte Themen betreffen. Schreiben Sie an: Playboy, Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München, Stichwort: Playboy-Berater. Per Mail: leserservice@playboy.de Wie lange muss man auf einer Party bleiben? B E R A T E R
Manche mögen’s heißer... als in den Kino-Klassikern von Marilyn Monroe. Zum 100. Geburtstag der Playboy-Ikone schlüpft LEONIE SPLITTER für unsere fotografische Hommage auf die erotischsten Szenen aus Marilyns Werk in die Rolle der unsterblichen Blondine. Wie passend – schreibt die 28-Jährige doch als PLAYMATE DES JAHRES 2026 nun selbst ein Stück Magazin-Geschichte fotos IRENE SCHAUR produktion NATASA MERMER UND LIYEL BARON text NINA HABRES 28
T I T E L
FOTOASSISTENZ: SINAN KOLLMAR; HAARE & MAKE-UP: SOPHIE CHUDZIKOWSKI, WWW.SOPHIECHUDZIKOWSKI.COM; VIELEN DANK AN DIE „EDEN BAR“ IN WIEN FÜR DIE WUNDERBARE UNTERSTÜTZUNG UNSERER TITELPRODUKTION. WWW.EDENBAR.AT
33
34
„Marilyn steht für Weiblichkeit, pure Sexyness. Ich habe es richtig gefühlt“
MEHR EXKLUSIVE PLAYBOY-BILDER von LEONIE SPLITTER gibt’s hier: premium.playboy.de
39
42
44 Liebe Leonie, herzlichen Glück- wunsch zum Titel! Hast du damit gerechnet, dass du die Wahl zur Playmate des Jahres 2026 ge- winnst? Danke schön! Ich habe sehr gehofft, dass es reicht. Aber fest damit ge- rechnet habe ich nicht, auf keinen Fall. Die anderen Playmates sind alle toll, die Konkurrenz war stark. Wir haben dich unter dem Vor- wand eines Interviews in ein Münchner Restaurant gelockt. Statt des Redakteurs einer loka- len Zeitung kam unser Chef- redakteur mit der Bunny-Tro- phäe. Was hast du in diesem Moment gedacht? Ich war total perplex und wuss- te gar nicht, wie ich reagieren soll. Ich habe mich super ge- freut, gleichzeitig aber auch total gezittert, weil ich so auf- geregt war. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass die Trophäe so schwer ist (lacht). Was denkst du, wieso haben so viele Leser für dich abge- stimmt? Ich bin einfach immer ich selbst. Ich bin nicht immer nur aufgebrezelt, habe gute und schlechte Tage und zeige jede meiner Seiten öffentlich. Auf Instagram spreche ich auch über unbequemere Themen und versuche, meine Reichweite dafür zu nutzen, so viele Menschen wie möglich damit zu erreichen. Und es freut mich sehr, dass das gut angekommen ist. Welche Themen sind dir wichtig? Die Kernbotschaft ist immer dieselbe: Urteilt nicht, ohne die Person und ihre Story zu kennen. Egal, ob es um eine Brust-OP, Tattoos oder um mentale Ge- sundheit geht. Wir ehren mit deinem Sieges- Shooting eine Playboy-Ikone: Marilyn Monroe, der Cover-Star der allerersten Playboy-Ausgabe überhaupt, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Ich habe mich mega gefreut, dass ich sie für das Shooting verkör- pern darf. Sie steht für Weiblich- keit, pure Sexyness und gehört zur Playboy-Geschichte. Ich dachte mir schon bei den Haaren und dem Make-up, dass das wirklich gut zu mir passt – aber nachdem wir das erste Motiv geshootet hatten, wusste ich, das ist voll und ganz mein Thema. Ich habe es richtig gefühlt und bin richtig stolz auf die Fotos. Das erste Mal vor unserer Kame- ra standest du als Miss Oktober 2025. Was hat sich seither für dich verändert? Ich war schon immer selbstbe- wusst, aber ich habe schon be- merkt, wie ich mich von Shoo- ting zu Shooting noch wohler in meinem Körper gefühlt und ihn viel bewusster wahrgenommen habe. Auch habe ich von Mal zu Mal mehr Vertrauen bekommen. Das war jetzt mein drittes Shoo- ting, und ich war mir sicher, dass das Ergebnis richtig gut sein wird. Beim ersten Mal konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie die Fotos am Ende aussehen können (lacht). Was bedeutet dir der Titel Play- mate des Jahres 2026? Es ist eine Riesenehre. Ich finde es immer wieder verrückt, dass so viele Leute für mich abgestimmt haben, dass ich das gewinnen konnte. Darüber freue ich mich unglaublich und danke jedem, der das möglich ge- macht hat. Wo wirst du deine Trophäe aufstellen? In meinem Wohnzimmer hängt schon ein Bild vom Wiesn-Playmate-Shooting. Ich denke, ich werde sie direkt davorstellen. Zwei Meilensteine auf einen Blick. Was kommt als Nächstes? Das weiß ich noch nicht. Mit dem Titel habe ich erreicht, was ich mir gewünscht habe. Das werde ich jetzt erst mal auskosten und den Moment genießen. L Überraschung des Jahres Eigentlich sollte sie auf der Terrasse des Münchner Restaurants „Pescheria“ den Re- dakteur einer lokalen Zeitung zum Interview treffen. Der tauchte nicht auf – dafür aber Playboy-Chefredakteur Florian Boitin. Und der kam nicht mit leeren Händen: Er überreichte der Siegerin der Leserwahl die mit ihrem Namen gravierte Bunny-Trophäe
Hut, Sonnenbrille, Zigarre? Klar: Udo Lindenberg. In Gronau kam er am 17. Mai 1946 zur Welt und wollte schon früh Rockstar werden. 34 Studio- Alben später ist der Deutschrock-Pionier, Geschichtenerzähler, Friedensstifter und Maler längst ein leben- des Nationalheiligtum. Kaum zu glauben: Erst 2023 gelang ihm mit dem Song „Komet“ (mit dem Rapper und Sänger Apache 207) sein erster Nummer-1-Hit in den deutschen Single-Charts
47 FOTOS: 360° EDITORIAL, TINA ACKE Udo hat kein Problem mit dem Alter – das ist natürlich Quatsch. Alles, was Udo tut, ist ein Aufstand gegen das Alter und erst recht gegen den Tod. 70 zu werden, nahm er so betont leicht, ja „locker“, dass man die Un- tertöne ahnte; die Logik aber war auf seiner Seite: „Die Alternative wäre ja, nicht 70 zu werden, und das kann’s ja nun auch nicht sein, ne?“ Und natürlich gilt das auch noch und erst recht für seinen 80. Geburtstag. Als der Rock & Roll entstand, war er eine reine Ju- gendkultur, die das Jungsein feierte und die Alten aus- schloss. Ich will nicht werden, was mein Alter ist, lau- tete der Schlachtruf, „Alter“ war ein despektierliches Wort für Vater, „die Alten“ waren die Eltern, wie die also wollte man schon mal nicht werden, und alt lie- ber auch nicht. „Sein Alter“, damit war auch in Udos Texten immer der Vater des Besungenen gemeint, niemals dessen eigenes Lebensalter, es ging immer um die Jungen und deren Kampf gegen die Alten. „Alter“ war in Bezug auf einen selbst etwas Abstraktes – wollte man besser nichts mit zu tun haben. Und der jeder Generation zustehende, ja evolutiv vor- gesehene Aufstand gegen die Altvorderen war speziell im Falle der, wie Udo, Nach- kriegsgeborenen ein zutiefst berechtigter – er hat die Bundesrepublik überhaupt erst zu einem bewohnbaren Ort gemacht. Die Alliierten brachten mit der Rezivilisa- tion auch den Rock & Roll ins Land, und es war eine schöne Pointe, dass der US- Soldat Elvis Presley 1958 im hessischen Friedberg stationiert wurde; Ankunft mit dem Truppenschiff in Bremerhaven: Der Rock & Roll gelangte also per Schiff nach Deutschland. Die Alten waren entsetzt, die Jugend flippte aus – und so war es gut. Udo gehört zur ersten Rockstar-Gene- ration, viele andere (auch Elvis) hat das dazugehörige Leben zerstört, und so war es ja auch gedacht, an beiden Enden brennen und scheiß auf die Zukunft. Aber Überleben ist natürlich auch nicht schlecht. Nur wie dann die Würde wahren und zu- gleich festhalten am Versprechen ewiger Jugend, geht das? Ist alles noch in Erprobung. Jazzmusiker durften alt sein, mussten fast alt sein, aber Rockmusiker? Mick Jagger und Rod Stewart machen einfach so weiter wie immer, von Würde war nie die Rede, warum also jetzt damit anfangen, sie toben weiterhin über die Bühnen und passen immer noch in engsitzende Satinstrampel- P O R T R Ä T Jetzt bloß keine Panik – der deutsche Rock wird 80 U Zu seinem runden Geburtstag am 17. Mai ehren wir Deutschlands dienstältesten Rock-’n’-Roller UDO LINDENBERG mit einer besonderen Hommage – verfasst von seinem langjährigen Weggefährten und wohl größten Fan: Benjamin von Stuckrad-Barre „Ich gehöre zu Udo, so viel ist sicher“, schrieb Best- sellerautor Benjamin von Stuckrad-Barre, 51, schon in seinem 2017 erschienenen Erfolgsroman „Panikherz“
48 anzüge, ihre aktuellen Frauen sind häufig jünger als ihre Töchter, sie ignorieren, ja negieren das Alter, das freut das mit ihnen alternde Publikum. „What a drag it is getting old“, sang Mick Jagger mit 22, und er singt es noch heute und meint es wie damals: Alt werden die anderen. Das ist die eine Möglichkeit. Die andere ist das altersweise Spätwerk, das Alter nicht kaschie- ren, sondern den Verfall ausstellen und künstlerisch ausbeuten – der Johnny-Cash-Weg. Udos Weg ist eine Mischung: weiterhin Halligalli und Honkytonky, enge Hosen und flotte Sprüche, aber auf seine spezielle Art auch das Alter annehmend, die guten Aspekte, Stimme „wie guter Whisky und so“, Texte, die vom Tod wissen. Udos, ja, Spätwerk hat eine neue Tiefe. Und die erträgt er selbst, indem er auch ganz gezielt die alte Flachheit aufrechterhält und vom „Club der coolen Socken“ singt, dieses fortgesetzte Geblödel versetzt ihn erst in die Lage, nicht nur die eigene und damit unser aller Sterblichkeit zu besingen, sondern sogar seinen eige- nen Nachruf hinzuschludern: „Wenn die Nachtigall verstummt“ – da lacht er den Tod aus. Er hat, aller aus- gestellten Lässigkeit und dem programmatischen Un- ernst zum Trotze, natürlich wie jeder von uns Angst vor dem Tod. Und genau deshalb macht er Witze darüber. Udo war 30, Geburtstagsparty in London, als er das Beatles-Lied „When I’m Sixty-Four“ eindeutschte: „Wirste mich lieben, immer noch lieben, wenn ich 64 bin?“ Das war ja eine undenkbare Zahl, das Älteste, was man sich vorstellen konnte, also eine romantische Frage: Wirst du mich ewig lieben? Jetzt ist Udo schon einige Jahre 64 – und ja, wir lieben ihn noch immer. Seinen 40. Geburtstag feierte Udo, wie ungefähr alle anderen Tage jener Zeit, mit einem Großbesäufnis auf der Reeperbahn. Scheint ganz gut gewesen zu sein, denn an Details erinnert er sich nicht. Zu seinem 50. Geburtstag lud Udos Plattenfirma in die Hans-Albers-Suite des Hotel Atlantic, eine eher trauri- ge Veranstaltung: Udo war indisponiert und hatte gera- de schon wieder eine anstrengende Platte rausgebracht, „Und ewig rauscht die Linde“. Rauschen stimmte, „ewig“ aber schien ein gewagtes Wort, angesichts Udos damaliger Form eher Drohung als Versprechen. Irrtum 1: Jetzt schienen wirklich alle titeltauglichen Lindenberg- Wortspiele gemacht. Irrtum 2: Das war’s dann wohl mit Udo. Er sah absurd aus, der Körper aufgesoffen, in sei- nen eigenen Worten: „Rock-&-Roll-Mops“, es war ein Z „Das Alter hat ein Problem mit Udo. Irgendwie kriegt es ihn nicht zu fassen“
FOTOS: ACTION PRESS, INTERFOTO, PR in jeder Hinsicht runder Geburtstag. Die Plattenfirma schenkte ihm einen Gutschein für eine Reise zum Mond, einzulösen, sobald die Raumfahrt touristisch erschlossen sei, ein aus damaliger Sicht mehrfach hypothetisches Geschenk, es stand eher zu bezweifeln, dass man auch Udos 51. Geburtstag noch würde feiern können. Außer- dem bekam er einen Tropenhelm, Udo setzte ihn auf und führte seine neueste Erfindung vor: den „Ejakulator“. Das war ein Schlagzeug, das beatgesteuerte Farbfontänen auf eine Leinwand schoss. Die Geburtstagsgäste lächel- ten verkniffen, es war alles ein bisschen unangenehm, aber es gab Freigetränke. Prost, Udo. An seinem 60. Geburtstag war Udo mit seinem Bru- der in Venedig, kurz danach im Krankenhaus, dann starb der Bruder. Udo beschloss, das Trinken aufzu- geben und zu schauen, was er im Gegenzug dafür be- käme, vielleicht seine Karriere zurück? Udo sprach in Interviews von „sexy Sechzig“, das klang seltsam. Er nahm ein neues Lied auf, in dem es hieß, „Der Greis ist heiß“ – das allerdings klang super, Musik frappie- rend frisch, textlich ein frohgemuter Umgang mit dem – wenn man überleben will – Unabwendbaren, keine Kapitulation vor dem Alter, nein: spielerisch und scher- zend den Kampf annehmen. Udo kaufte einen Haufen Greisengesichter-Gummimasken, bei seinen Konzerten setzte sich beim Heißgreis-Lied Udos gesamte Entou- rage diese Masken auf, dazu gab es Krückstöcke und einen süßen Bauerntheateraufmarsch, Udo streichelte den gebückt paradierenden Gummigreisen über die Köpfe, segnete sie und sang: „Alte Männer sind gefährlich, denn die Zukunft ist egal.“ Diese liedgewordene Sichtweise markierte Udos Übertritt in die Zeitlosigkeit. An seinem 70. Geburtstag, er sprach nun von den „wilden 70ern“, stand Udo im Gel- senkirchener Stadion auf einer Bühne, die größer war als die Hallen, in denen er zehn Jahre zuvor aufgetreten war, er probte für die drei Tage später beginnende Tournee, sein neues Album war seit Wochen auf Platz 1 und hieß, jawohl: „Stärker als die Zeit“. Udo mag, wie jeder denkende Mensch, ein Problem haben mit dem Alter. Aller- dings muss man auch feststellen: Das Alter hat ein Problem mit Udo. Irgendwie kriegt es ihn nicht zu fassen. Ob der Gutschein für die Reise zum Mond noch gilt? Udo wäre dann jetzt so weit. Udo Lindenberg begann seine Karriere als Schlagzeuger (l.). Er trommelte in den Bands von Jazz-Legende Klaus Doldinger und saß bei der von Doldinger komponierten „Tatort“-Titelmelodie an den Drums. Als Frontmann seines Panikorchesters eroberte Udo ab den 70er-Jahren ein ganzes Land – Ost wie West. Legendär: sein DDR-Konzert 1983 im Palast der Republik in Ost-Berlin (r.), wo er unter den Augen der Stasi für den Frieden sang Dieser Text von Benjamin von Stuckrad-Barre ist der überarbeiteten und aktualisierten Neuauflage des Buches „Udo Fröhliche“ (Kiepenheuer & Witsch, 20 Euro) entnommen
R E P O R T A G E text MICHAEL KNEISSLER Ist es wirklich noch cool, in die SERENGETI zu fliegen, um dort die Big Five zu sehen – Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel? Unser Autor geht auf Safari, um es herauszufinden Im größten Zoo des UNIVERSUMS
FOTO: MICHAEL KNEISSLER SIGHTSEEING IN DER SAVANNE Geparden sind selten in der Seren- geti. Kaum sind welche zu sehen, schlagen die Safari-Guides per Funk Alarm und kontaktieren die Kolle- gen. Dann kann es voll werden vor dem Gepardenhügel
FOTOS: MICHAEL KNEISSLER, PRIVAT, DANIEL ROSENGREN, WILDERNESS Jean Du Plessis setzt seinen Safarihut auf (die Son- ne) und entsichert seine Brno Stopper, Kaliber .458, ein doppelläufiges tschechisches Spezialgewehr für die Großwildjagd mit extremer Durchschlagskraft (die Büf- fel, die Elefanten!). Darf nur in Notwehr verwendet wer- den. Im Nationalpark Serengeti sind alle Tiere geschützt. Rund zwei Millionen Gnus, 500.000 Thomson-Ga- zellen, 250.000 Zebras, 50.000 Büffel, 30.000 Giraffen, 7000 Elefanten, 3500 Löwen, mehrere Tausend Hippos, mehrere Hundert der fast ausgestorbenen Spitzmaulnas- hörner. Der größte Zoo im Universum. Und wir sind mittendrin – nicht im Schutz eines Jeeps, sondern zu Fuß mit Lichtschutzfaktor 50, Trekkingschuhen, Wasserfla- schen, Ferngläsern und Du Plessis’ Brno-Stopper. Zwei weitere bewaffnete Ranger sichern die wagemutige Wan- dergruppe ab. Watch out Africa, wir kommen. SECHS TONNEN GELASSENHEIT Jean Du Plessis, 51, war in einem früheren Leben süd- afrikanischer Infanterie-Offizier. Nach seiner Militär- laufbahn wurde er in der Serengeti gegen Wilderer eingesetzt, ein Söldner des Guten. Jetzt leitet er die Tan- sania-Touren von Wilderness Destinations. Der nachhal- tige Safari-Veranstalter ist zum Teil im Besitz der „The Rise“-Stiftung, die U2-Frontmann Bono mitgegründet hat. Der Pop-Superstar ist ein engagierter Philanthrop und Tierschützer. Wäre gut, wenn er mal mit Du Plessis durch die Serengeti marschieren würde, da könnte er viel lernen über das Leben. Hat er sich bisher nicht getraut. B 1 „Bevor es losgeht“, sagt Jean Du Plessis, „erst mal die Regeln, denn da draußen ist es gefährlich.“ 1. Elefanten sind grundsätzlich cool, außer wenn ein schlecht gelaunter Bulle mit Erektion und Feuchtigkeit im Schritt auf dich zukommt. Dann verzieh dich unauffällig. 2. Löwen haben mehr Angst vor dir als du vor ihnen. Du hast die Augen vorn, deshalb bist du für sie ein Raubtier. Außerdem gehst du aufgerichtet auf zwei Bei- nen, das machen Löwen nur, wenn sie kämpfen wollen. Deshalb mach dich groß, und Leo macht sich dünne. 3. Büffel sind Kampfmaschinen. Wenn sie auf dich zustürmen, schieße. Wenn du keine Waffe hast, bete. 4. Renne niemals weg, alle sind schneller als du und halten dich für ein Opfer, wenn du fliehst. Zieh dich unauffällig zurück. MIT DEM FLIEGER ZUM FUSSMAR S CH 1 Kein Pass, kein Ticket, keine Security: Buschflieger verbinden die Wildnis mit der Welt. 2 Wildcamping extrem: Zelte in der Savanne, nachts brüllt der Löwe, und die Hyänen kichern. 3 Schwer bewaffnet: Playboy-Autor Michael Kneissler (2. v. l.) mit Serengeti-Kenner Jean Du Plessis (3. v. l.) und Rangern auf Walking Safari. 4 Rund 3500 Löwen gibt es in der Serengeti. Die meisten haben Angst vor Menschen. Man muss nur daran glauben
53 2 3 4„Kein Grund zur Panik“, sagt Jean Du Plessis über die Löwen. „Die gehen nur an deinem Zelt vorbei zum Felsen dahinter“ Wir schon, im Gänsemarsch. Vorn Wilderness-Boss Du Ples- sis, Waffe entsichert. Hinten die beiden Ranger, Waffen entsichert. Wir folgen dem Trampelpfad von Hippos entlang des Nyambu-Flus- ses. Die Biester wiegen vier Tonnen, und man will ihnen nicht gern an einer Engstelle begegnen, aber jetzt chillen sie unten im Wasser, um der Hitze zu entgehen und Sonnenbrand zu vermeiden. Erst im Dunkeln kommen sie raus und fressen. Coole Work-Life-Balance. Ohnehin gehen hier alle den Tag ruhig an. Bewe- gungen gibt es nur in Slow Motion, falls überhaupt. Viele stehen einfach rum und glotzen. Zum Beispiel die Gruppe von Giraffen links hinter den Bäumen. Lang gestreckter Hals, Überwachungsblick. Oder die Büffel vorn rechts. Aufstellung in Dreierreihe, Hör- ner nach vorn, Blick von unten. Am entspanntesten sind allerdings die Elefanten. Hinter uns schlendert eine Boy-Gang der Dickhäuter zum Wasser. Majes- tätischer Wiegeschritt, zwischendurch wird lässig ein Baum umgerammt. Warum? Weil man’s kann! Dann in aller Ruhe ein Schlammbad und zurück in Zeit- lupe. Fünfmal sechs Tonnen Gelassenheit. Die Menschen haben es sich von den Tieren ab- geschaut. „Pole pole“ ist ihr Lieblingsausdruck. „Nur mit der Ruhe.“ Ein Ausdruck für „Gib Gummi, Bro“ wird im Reiseführer erst gar nicht vorgeschlagen, den Anspruch dahinter würde hier in Tansania vielleicht auch nie- mand verstehen. Wozu beeilen? Es kommt doch ohnehin, wie es kommt. Eher ist „Hakuna mata- ta“ („Alles wird gut“, „Kein Stress!“, „No probs“) in der Serengeti notwen- dig, um zurechtzukommen. Prima, dass Elton John die Sache in seinem Song für den König der Löwen mal perfekt definiert hat. Hakuna matata, what a wonderful phrase! Hakuna matata, ain’t no passin’ craze. It means no worries for the rest of your days. It’s our problem-free philosophy: Hakuna matata Die Löwen übrigens haben diese Philosophie ver- mutlich erfunden. Zumindest die Männchen. Die ma- chen den ganzen Tag über gar nichts, außer meditieren, dösen und – vögeln. Ja, so muss man es sagen. Wir beobachten einen von ihnen, wie er mit zwei Weib- chen hinter einem Felsen chillt. Nach fünf Minuten steht eines der Weibchen auf. Geht vor dem Boss in Doggy-Position. Er gähnt, rappelt sich auf, klettert auf das Weibchen, Nackenbiss, tschaka, tschaka, ein schlaffes Brüllen, nach 20 Sekunden ist der Job erledigt, alle legen sich wieder hin. Fünf Minuten später steht das andere Weibchen auf, siehe oben. So geht es den
FOTO: DANIEL ROSENGREN ganzen Tag. Hin und her. Rauf und runter. Rein und raus. Dösen, vögeln, dösen, vögeln. Als wir am Nach- mittag noch einmal bei den dreien vorbeikommen, ma- chen sie es immer noch. Fortpflanzung als Fulltime-Job. Wenn der König der Löwen Hunger hat, geht er natürlich nicht selbst auf die Jagd, sondern schickt sei- nen Harem los und wartet auf die Raubtierfütterung. Während er sich vom Rudelbumsen erholt, gehen die Weibchen Futter holen. Er hat Testosteron. Sie haben den Killerinstinkt. Wir beobachten ein SWAT-Team von Löwinnen. Drei liegen in Lee auf der Lauer. Eine treibt zwei Antilopen mit Kitz aus Luv, also der dem Wind zugewandten Seite, mit ihrem strengen Raub- tiergeruch in die Falle. Kurzer Sprint, das Kalb kann nicht mithalten. Kehlenbiss. Blutige Brotzeit. Hier in der Serengeti sieht man den Kreis des Lebens in seiner brutalen Schönheit. Zeugung, Geburt, Leben und Tod. Seit Hunderttausenden von Jahren. Die afri- kanische Savanne ist gleichzeitig Kreißsaal und Fried- hof. Überall liegen Knochen, ausgebleichte Gerippe, gehörnte Schädel. Wenn die Herden in ihrem nie en- denden Kreislauf jedes Jahr den Regenwolken bis zum Victoriasee, nach Kenia in die Masai Mara und wie- der zurück in die Region westlich des Kilimandscharo (mit 5895 Metern der höchste Berg Afrikas und der höchste frei stehende Gipfel der Erde) folgen, wan- dern sie über die Killing Fields ihrer Vorfahren. Erst wenn er alt wird, schwächelt, die ersten Zäh- ne verliert und von einem jüngeren Konkurrenten aus dem Rudel verjagt wird, muss der Lion-King sich selbst um das Überleben kümmern. Die meisten Löwen hal- ten das nicht lange durch. Zahnlos und abgemagert ziehen sie sich zurück zum Sterben. In dieser kurzen Phase vor dem Tod sind sie allerdings gefährlich und unberechenbar, sagt Du Plessis. Wenn der Hunger zu groß wird, ziehen sie auch Menschenfleisch als Snack in Erwägung. Augen vorne hin, aufrechte Haltung her. Mit leerem Magen geht der Löwe voll ins Risiko. Bei mir ist es in der ersten Nacht fast schiefgegan- gen. Das Camp der Walking Safaris steht weit im Osten der Serengeti auf einer abgelegenen Hochebe- ne. Savanne mit einzelnen Akazien und Dornenge- strüpp. Reihenhausgroße Felsbrocken liegen in der Landschaft herum, vermutlich vor Äonen bei einem STILLE REGENTEN Grundregel für Safari-Neulinge: Boss im Busch ist der Elefant. Meistens trottet er friedlich vorbei. Aber wenn Bullen auf Brautschau sind, dann heißt es: Nichts wie weg! Woran man die Brautschau erkennt: Getrampel, Trompetenkonzert, Riesenerektion
Ich richte den Lichtkegel auf die Gestalt. Sie bewegt sich geschmeidig durch das Gras. Etwa zwei Meter lang, einszwanzig hoch. Eindeutig ein Löwe. Schnappatmung. Keine Mähne, wahrscheinlich ein Weibchen. Puls 180. Was jetzt? Kann sie sehen, dass ich die Augen vorn am Kopf habe und ein gefährliches Raubtier bin? Kennt sie die Regel, dass Löwen mehr Angst vor uns haben als wir vor ihnen? Oder checkt sie, dass es jetzt gerade umgekehrt ist? Weitergehen oder umdrehen? Für mich ist der Fall klar. Rückzug zum Hauptzelt. Hakuna matata kann mich mal. „Kein Grund zur Panik“, sagt Du Plessis entspannt, „die gehen nur an deinem Zelt vorbei zum Felsen dahin- ter. Da schläft die ganze Sippe, weil der Stein die Sonnen- wärme speichert.“ Der Mann hat gut reden, er hat ein Gewehr, doppelläufig, Spezialmunition für die Großwild- jagd. Ich nicht. Ich habe nur eine fucking Taschenlampe. Nuru, der Camp-Manager, begleitet mich zu meinem Zelt. Ein zweiter Löwe schlendert vorbei auf dem Weg zu seinem Schlaffelsen. Ich ziehe den Reißverschluss zu. „Wenn du raus musst aufs Klo, leuchte erst mit der Ta- schenlampe die Umgebung ab“, sagt Nuru. „Und wenn du Augen im Dunkeln siehst, bleib lieber im Zelt.“ Vulkanausbruch dorthin geschleudert. Vor einem der Felsen stehen die Zelte. Im Abstand von ein paar Dutzend Metern voneinander. In jedem Zelt gibt es eine Matratze, eine Batterieleuchte und nachts eine Wärmflasche. Hinter den Zelten befinden sich die Latrinen. Loch im Boden, hölzerner Toilettensitz, Zeltplanen als Sichtschutz. Die Dusche besteht aus einem Eimer mit warmem Wasser. Die Nacht hier kostet 850 Euro pro Person. All inclusive. Wenn es dunkel wird, soll man das Zelt nicht mehr verlassen. Schlangen, Raubtiere, Flusspferde, Moskitos. Aber erst mal muss man ins Zelt kommen. Meines steht etwa 100 Meter vom Hauptzelt entfernt am Rande des Camps. Ich mache mich nach dem Abendessen mit der Taschenlampe auf den Weg. Es ist dunkel, so nah am Äquator geht die Sonne um Punkt sechs Uhr schlag- artig unter. Im Schein der Lampe leuchtet fahl der To- tenschädel eines Gnus auf, den kenne ich, der lag tags- über schon da. Im Gras schimmert Hyänen-Kacke, sie ist kalkweiß von den Knochen, die die Biester so gern knacken. Ich höre sie am Felsen lachen. Aber was ist das da vorn? Vor meinem Zelt?
56 FOTOS: MALICKY S. BOAZ, DANIEL ROSENGREN (2) Ja, Mann, genauso sehe ich das auch. Nachts raschelt es vor dem Zelt. Schlangen? Hyä- nen lachen. Ein Löwe hinten auf dem Felsen brüllt. Ich überlege, wie dick so eine Zeltwand ist. Zwei Mil- limeter? Und wie lang sind die Krallen eines Löwen? Irgendwann schlafe ich ein. Am nächsten Morgen lebe ich noch immer. Hakuna matata. HONEYMOON MIT HYÄNEN Die Serengeti ist etwa so groß wie Schleswig-Holstein. In den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt, nachdem Groß- wildjäger aus Europa die Tierbestände fast ausgerottet hätten. Zehntausende Massai-Hirten wurden mit ih- ren Rindern aus dem Park vertrieben, damit jetzt jedes Jahr eine halbe Million Touristen – vor allem aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich – ungestörte Wildlife-Erlebnisse haben können. Der deutsche Zoologe Bernhard Grzimek hat die Serengeti mit Büchern und Filmen („Serengeti darf nicht ster- ben“, 1959) stark promotet. Heia Safari! Jeden Tag fahren jetzt Hunderte Toyota- Landcruiser vollgepackt mit „Mzungus“ (weißen Menschen) in den Park. An den Haupttoren geht es zu wie an der Autobahnraststätte Geiselwind in den Sommerferien: Stau, Fast Food, Softdrinks, Souvenirstän- de, Hupkonzerte, Jubel, Trubel, Heiterkeit. Am Himmel haben sich die Geier verzogen, dort dröhnen Propellermaschinen von Regional Air, voll mit reichen Ausländern auf dem Weg vom Ki- limandscharo Airport zu einem der Buschflugplätze. Der Tourismus ist in Tansania heute eine der wichtigsten Ein- nahmequellen des ganzen Landes. Entlang der Hauptpisten wird jede Löwensichtung per Funk weitergemeldet. Die Raubtiere mussten sich daran gewöhnen, von mindestens 20 Jeeps umzingelt zu werden, sobald sie ihre Nase aus dem Versteck stre- cken. Löwinnen und Geparde (Höchstgeschwindigkeit 120 km/h) werden von Toyota-Konvois verfolgt, wenn sie zum Sprint auf ihre Opfer ansetzen. Und die Mahl- zeit in Ruhe genießen – das können sie auch vergessen. Jeder Bissen wird von Dutzenden Smartphones, Go- Pros und hoch aufgerüsteten Tele-Kameras festgehalten. Neuerdings ist es Mode, Honeymoon-Fahrten in die Serengeti zu machen. In Smoking und Brautkleid ver- folgen die Pärchen im Schutz ihrer Jeeps hautnah, wie in der Serengeti gezeugt, geboren und getötet wird. NEIN, NEIN. JA, JA, JA Ist es unter diesen Umständen überhaupt noch cool, die Serengeti zu besuchen. Die Antworten lauten Nein, Nein, Ja, Ja, Ja – je nachdem, wen man befragt. Erstes Nein: Die Massai (und die Gesellschaft für bedrohte Völker) finden den Overtou- rism in ihrem Stammesgebiet etwa so uncool, wie es Nordfrie- sen finden würden, wenn sie aus Schleswig-Holstein vertrieben wür- den, damit Seehunde, Kegelrobben, Schafe, Kaninchen, Füchse und Wölfe und womöglich der eine oder andere Elch sich ungestört vermehren können. Zweites Nein: Die Flugstrecke von Frankfurt zum Ki- limandscharo Airport und zurück beträgt etwa 14.500 Kilometer. Der CO2-Fußabdruck ist katastrophal. Deut- lich über zwei Tonnen Treibhausgas pro Person. Damit ist schon mal das ganze persönlich zulässige Jahresbudget an CO2 verbraucht. „Jede Fernreise ist klimapolitisch ein Desaster“, geben sogar die Veranstalter zu. Erstes Ja: Der Finanzminister von Tansania findet es ziemlich cool, wie die Sache läuft. Ohne Tourismus wäre das arme Land noch ärmer. Andererseits werden die Massai jetzt sogar noch aus ihrem Umsiedlungs- gebiet am Ngorongoro-Krater vertrieben. Dort boomt das Wildtier-Sightseeing fast noch mehr als in der Serengeti. Auf den Kuhweiden der stolzen Hirten sol- len nun schicke Touristencamps gebaut werden. Aus- ländische Investoren sind schon ganz scharf darauf. Zweites Ja: Mit dem Geld der Touristen werden Park-Ranger bezahlt, die Wilderer jagen. „Als ich in Safari-Experte Jean Du Plessis findet viel Billig- Tourismus schlecht. Er bevorzugt wenig Teuer-Tourismus“ 1 2
den 90er-Jahren hierherkam, habe ich keinen einzigen Elefanten gesehen, alle von Elfenbein-Gangs getötet“, sagt Du Plessis. „Jetzt gibt es wieder 7000.“ Außerdem finden Zehntausende von Menschen einen Job in der Serengeti: Fahrer, Guides, Köche, Souvenirverkäufer, Piloten, Händler. Die Serengeti ist eine Wohlstands- maschine für das ganze Land. Drittes Ja: Verantwortungsvoller Tourismus ist Tier- schutz. Die Wilderness-Camps bestehen aus Zelten, die jederzeit rückstandsfrei abgebaut werden können. Der Strom wird von Solarzellen erzeugt, Müll wird recycelt – nur die Landcruiser fahren noch mit Die- sel. Wilderness Destinations baut Schulen, finanziert Lehrer und Landwirtschaft. Ansonsten findet Du Ples- sis viel Billig-Tourismus schlecht. Er bevorzugt wenig Teuer-Tourismus. Verringert den ökologischen Scha- den, und trotzdem kommt Geld ins Land. Eine Woche Wilderness-Abenteuer kann locker 12.000 bis 18.000 Euro kosten. Da streichen viele gleich mal die Segel und fliegen lieber wieder pauschal für 700 Euro nach Mallorca. Ballermann und „Bierkönig“ statt Brno- Stopper und Lion King. Auch gut. HAKUNA MATATA Unterdessen steht die Sonne hoch am Himmel. Die meisten Tiere machen Siesta. Pole pole geht es weiter mit unserer Walking Safari. Unter einem Dornenbusch liegt ein verwundetes Büffelkalb, es humpelt eilig da- von, als wir uns nähern. Ein paar Hyänen schnüren vorbei, vermutlich haben sie das Kalb auch schon ent- deckt. Wo ist die Mutter, wenn man sie mal braucht? Giraffen glotzen hinter Akazien. Ein Hase hoppelt davon, ein Mungo verschwindet in seinem Termiten- hügel. Wir stapfen über dampfende Elefanten-Äpfel in der Größe von Wassermelonen. Die Elefanten-Jungs stehen am anderen Ufer im Schatten einer Baumgrup- pe herum. Die Hippos prusten im Wasser. Ein paar Geier kreisen am Himmel, ein Adler fliegt auf. Kein Löwe weit und breit. Und außer uns auch kein Mensch. Ziemlich friedlich in der Serengeti. Aber Du Ples- sis behält die Flinte im Anschlag. „Friedlich?“, sagt er. „Das kann sich von einer Sekunde auf die ande- re ändern.“ Neulich ist sein Wandertrupp auf einen schlafenden Löwen im Gestrüpp gestoßen. „Maximal zwei Meter“, sagt er. „Aber der hat sich genauso er- schrocken wie wir und ist abgehauen.“ Plötzlich bleibt Du Plessis stehen. Eine kleine Herde Büffel kommt vom Fluss her auf uns zu. Die Ranger entsichern ihre Gewehre. „Steh niemals einem Büffel im Weg, wenn er vom Wasser kommt“, flüstert Du Plessis. „Rückzug.“ Unauffällig machen wir uns aus dem Staub. Die Herren der Serengeti sind nicht wir Menschen. Es sind die Tiere. Irgendwie ein gutes Gefühl. Hakuna matata. SERENGETI-MOMENTE 1 Guter Blick: Ein Leopard scannt von einem Aussichts- punkt aus die Savanne. 2 Etwa zwei Millionen Gnus, Antilopen und Zebras folgen jedes Jahr den Regenwolken quer durch Ostafrika. 3 Löwenmänner geben gern den Pascha: Sie chillen, während die Frauen jagen. Wenn nicht, wird gebumst. Rudel und Revier zu schützen ist ihr wichtigster Job 3 Die Recherche unseres Autors wurde organisiert und unterstützt von Windrose-Reisen (windrose.de) und Wilderness Destinations (wildernessdestinations.com).
58 Ab und an, wenn ihn bei seinen Auf- tritten der eigene Witz übermannt und ein Grinsen der sonst so ernst- haften Unbedarftheit weicht, blitzt eine Ahnung davon auf wer tat- sächlich hinter der Kunstfigur Olaf Schubert stecken könnte – diesem Ensemble aus Rautenpulli, nervö- sem Sächseln und sich im Absurden verlierenden Alltagsbeobachtungen, als das ihn die Öffentlichkeit kennt. Doch es sind nur flüchtige Momente, nichts, was einen Comedy-Routinier wie ihn tatsächlich ins Straucheln bringen könnte. Auch bei unserem Interview bleibt er seiner Rolle treu, genau wie in der neuen Staffel der Prime-Video-Show „LOL“, in der er ab dem 14. Mai gegen neun weitere Entertainment-Größen antritt. Herr Schubert, über alle drei „LOL“-Staffeln hinweg, bei denen Sie bisher an den Start gegangen sind: Wer war da Ihr härtester Gegner? Ich würde sagen, der Herr Teddy (gemeint ist der Comedian Tedros Teclebrhan, die Red.). Der hat das Talent, einen mit ganz seltsamen Sachen von der Seite zu belangen – und das ist tatsächlich furchtbar. In Ihrer letzten Staffel war es al- lerdings Otto, der Sie ziemlich schnell ein Leben gekostet hat. Na gut, Otto ist die Legende schlechthin. Wahrscheinlich wur- den wir alle durch ihn sozialisiert und humorisiert, meine ersten A I N T E R V I E W „Während des Geschlechtsakts ziehe ich den Pullunder manchmal aus“Comedian OLAF SCHUBERT verrät, wann er ausnahmsweise keine Raute trägt, warum Erich Honecker seinen Humor prägte, was er an Krisen liebt und wie er sich auf die neue Staffel „LOL: Last One Laughing“ vorbereitete interview MAREIKE OPITZ
LEICHT S CHRÄG Das Abstruse verbindet Olaf Schubert äußerst unterhaltsam mit dem Alltäglichen. Laut Le- gende ist die Kunstfigur 1967 in Plauen geboren, seit 33 Jahren verheira- tet, arbeitete bereits als Fußpfleger, Kamera- mann sowie Essenträger und war aktiv an der Wende in der DDR beteiligt. Aktuell ist der Comedian mit seinem Live-Programm „Jetzt oder now!“ auf Tour. Alle Termine unter olaf-schubert.de FOTO: AMAC GARBE
60 Witze auf Kassette, die ich gehört habe, waren von ihm. Da wurde quasi mein inneres Kind beballert und brach sich gnadenlos frei. Komplett ernst zu bleiben, wenn man gerade etwas sehr lustig fin- det – wie schafft man das? Also, bei mir klappt es eben nicht richtig, sonst hätte ich ja jede Staf fel von „LOL“ gewonnen. Meine Strategie ist zweifelsfrei mangel haft, eigentlich gibt es gar keine: Natürlich versuche ich, mich zu konzentrieren, aber es geht ja nicht nur darum, verbissen herumzuste hen, man möchte auch versuchen, die anderen zum Lachen zu brin gen – und das zu kombinieren, ist das Schwierigste. Ich bin mono tasking, ich kann nur eine Sache und nicht mal die gleichzeitig. Eine Strategie im Kopf zu haben, das ist für mich zu viel. Was ist für einen Comedian ei- gentlich schlimmer: selbst nicht lachen zu dürfen oder wenn nie- mand anders auf die eigenen Wit- ze reagiert? Wenn alle nur gucken und nicht la chen, ist das der Albtraum schlecht hin, die Höchststrafe. Zum Glück war ich nicht das erste Mal dabei, da sitzt der Stachel des Schmerzes nicht mehr ganz so tief, weil man weiß, worauf man sich einlässt. Gilt das unter Kollegen nicht auch als unhöflich, bei Auftritten der anderen komplett ungerührt zu bleiben? konnte ich mich mehr freuen, als dass ich darunter leiden musste. Jetzt, da Sie es sagen: Diese hohe, leicht kippende Stimme haben Sie auch oft bei Ihren Auftritten. Ist die von Honecker inspiriert? Nee, das ist Verschleiß. Und für Ihren Look, den Sie für die Bühne kultiviert haben – Rauten- strickpullunder mit nackten Ar- men –, gab es für den ein Vorbild? Das Ding war einfach irgendwie da, äußerst unspektakulär. Ich würde fast denken, ich bin darin geboren. Tragen Sie da eigentlich gar nichts drunter? Ah! Jetzt kommen wir so langsam in Richtung Playboy. Moment, ich muss nachschauen ... nein, ich tra ge nichts drunter. Passt dieser Look zu jeder Le- benssituation? Natürlich nicht. Während des Ge schlechtsakts zum Beispiel ziehe ich den Pullunder manchmal aus. Auch die meisten Temperaturen sind ir gendwie ungünstig, entweder ist der Pullunder zu warm oder zu kalt, eigentlich funktioniert er nur rich tig bei 21,7 Grad und Windstille. Sie geben generell nur selten In- terviews, kann das sein? Oh Gott, da fehlt mir jetzt der Vergleichsparameter. Was ist viel, was ist wenig? Aber für den Play boy muss man ja mal, oder? Für wen denn sonst? Das freut uns natürlich sehr. Wes- halb passt das so gut mit Olaf Schubert und dem Playboy? Damals, in den 80ern, war der Play boy für mich die Inkarnation des Westens. Eigentlich lagen in jeder Wohnung zwei, drei Zeitschriften – bunte Illustrate vom Klassenfeind. Aber wer einen Playboy hatte, der war ganz vorne mit dabei. Können Sie sich an konkrete Cover aus dieser Zeit erinnern? Auf dem Playboy, den ich hatte, war eine Frau vorne drauf, die hatte wenig an, viel aus, kaum was drunter und nichts drüber. Klar, das sind Social Skills, die man sich da irgendwie abtrainie ren muss, denn schon bei einem freundlichen Lächeln bist du raus. Aber es gibt ja die kleinen Pausen zwischendurch, da kann man sich dann mal Respekt zollen und zum Beispiel sagen: „Das hast du aber gut gemacht. Du dumme Sau.“ Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet? Studiert man davor die anderen Kandidaten auf Schwä- chen wie Fußballspieler ihre Geg- ner vor einem wichtigen Match? Nee, dafür bin ich nicht analy tisch genug und auch zu faul, das kommt noch dazu. Natürlich bringt man ein paar Instrumente und Requisiten mit, aber ob die dann auch zum Einsatz kommen, ist eine andere Frage. Es gibt nichts Schöneres als die Eigendynamik, das ist wie bei einer Hochzeitspar ty: Spektakulär wird es erst dann, wenn alles aus dem Ruder läuft. Ist das dieses Mal geglückt? Es gab Situationen, die gewisse an archische Komponenten hatten, ja. In denen alle so eine gequirlte Grüt ze geredet haben, dass ich dachte, ich brauche ein Zweitgehirn. Schauen Sie sich solche Auftritte von sich hinterher selbst im Fern- sehen an? Das ist eher schwer auszuhalten und macht nur im Abstand von ganz vielen Jahren Spaß. Wer außer Otto hat in Ihrer Ju- gend in Ostdeutschland noch Ih- ren Humor geprägt? Erich Honecker, den fand ich von Anfang an sehr lustig. An diesem ganzen sozialistischen System „Wenn alle nur gucken und nicht lachen, ist das der Albtraum schlechthin, die Höchststrafe“
FOTOS: LOL, MARTIN ROTTENKOLBER, WILLI WEBER/ZDF Das ist meistens so, ja – wissen Sie noch, wer diese Frau war? Vielleicht war es Angela Merkel, ich kann es nicht genau sagen. Wie viel Playboy steckt in Olaf Schubert? 100 von 100 fände ich zu viel, ich würde sagen, höchstens 10 von 10. Dieses leicht Unbeholfene, das zu Ihrem Markenzeichen wurde – kommt das eigentlich bei Frauen gut an? Bestimmt, aber nicht genug. Zum einen weckt es den Beschützer instinkt, aber es signalisiert auch, dass man das Gegenteil von einem selbstbewussten, modernen Hero ist. Ich muss das heute Abend noch mal ausprobieren und würde mich dann morgen mit gesicherten In formationen wieder dazu melden. Ich möchte da jetzt nichts Falsches kommunizieren, nicht dass jemand versucht, das nachzumachen und das klappt nicht, und Olaf Schu bert ist schuld, und dann rollt die Schadensersatzklage. Das geht ja heute alles so schnell. Gemeinsam mit dem Autor Ste- phan Ludwig betreiben Sie ei- nen Podcast mit dem Titel „Die schönsten Krisen“. Was gefällt Ihnen so gut an Miseren? Der Ausnahmezustand wird ja zu sehends zur Dauersituation, wenn man bedenkt, wie viele Krisen es gibt. Also sollte man schon auch versuchen, das Gute darin zu se hen. Ich sage mal so, in meiner Beziehung waren von 20 Jahren bestimmt acht Jahre Krise, und ei gentlich waren das die schönsten. Warum nicht die harmonischen Jahre? Wenn man im Urlaub war, be richtet man zu Hause ja auch zu erst, was nicht funktioniert hat: Hier, die Gisela hat ihren Ausweis vergessen, da war was los! Oder: Dem Lutz haben sie die Hand tasche gestohlen. Ich glaube, dass die Momente, die vom ausgetrete nen Gleis abgehen, die sind, von denen man später sagt: Das war das Leben. Daran erinnert man sich am nachhaltigsten, und in ei ner Beziehung ist das auch so. Au ßerdem gibt es nichts Schöneres, als sich nach einem Streit wieder miteinander zu versöhnen, pipapo, der ganze Quatsch. Was ist aktuell Ihre größte per- sönliche Krise? Momentan läuft es. Meine letzte große Krise war, als ich mir sehr gute Handschuhe gekauft und einen davon verloren habe. Ich wurde von meinem Kollegen Torsten Sträter ge tadelt, diese Handschuhe erworben zu haben, weil sie ziemlich teuer wa ren. Aber ich habe gesagt: „Ich habe sie doch das ganze Leben!“ Und dann, guck, guck, habe ich Trottel einen verloren. Zum Glück habe ich ihn tatsächlich wiedergefunden, und die Krise war vorbei. Man merkt, das sind wirklich existenzielle Pro bleme, das ist nicht so larifari. Noch handfester sind die Themen in der „heute-show“, in der Sie re- 1 2 3 Mehr von Schubert 1 Im Kinofilm „Olaf Jagger“ (2023) geht der Comedian der Frage nach, ob er womöglich der Sohn eines weltbekannten Rocksängers ist. 2 Schubert ist regelmäßiger Studiogast der „heute-show“ im ZDF, hier bei einer Sendung aus dem Jahr 2011. Weitere TV-Formate mit ihm sind die Sendungen „Olafs Klub“ und „Das Gipfeltreffen – Schubert, Sträter und König retten die Welt“. 3 Ab dem 14. Mai ist Schubert (vorne l.) in der siebten Staffel des Streaming-Erfolgs „LOL: Last One Laughing“ bei Prime Video zu sehen
62 FOTO: AMAC GARBE gelmäßig auftreten. Schauen Sie dort auch für Ihre nötige Portion Krise vorbei? Das ist für mich vor allem des- halb spannend, weil man dort ge- zwungen wird, sich mit aktuellen Dingen auseinanderzusetzen. Ich kriege nicht immer so viel mit, ich bin keiner, der die „Süddeutsche Zeitung“ jeden Tag von vorne bis hinten auswendig lernt. Aber bei der „heute-show“, die stets am Weil in den letzten Monaten viel über das Konzept der Brandmau- er gesprochen wurde: Kann auch Humor dazu beitragen, sie zu stärken? Kommt darauf an, wogegen die Brandmauer ist: Direkt gegen Feuer wird es schwierig mit dem Humor. Aber auch im politischen Sektor glaube ich nicht, dass er eine Brandmauer stärken kann. Im besten Falle hat er etwas Ver- bindendes, es gibt doch nichts Sozialeres, als gemeinsam über Dinge zu lachen. Aber wenn ich konkret auf irgendetwas einwir- ken wollen würde und genaue Vorstellungen hätte, wie irgend- etwas abzulaufen hat, dann hätte ich in die Politik gehen müssen. Vor zehn Jahren haben Sie mal in einem Interview gesagt, dass Sie mit der AfD keine Schnittmengen haben. Gab es dazu in Ihrer Heimat- stadt Dresden viele Reaktionen? Kann ich mich nicht erinnern. Das habe ich gesagt, ja? Schnittmen- gen? Klingt ja doch wie von einem Politiker. Habe ich aber auch bis heute nicht, ich bin froh, dass wir hier in Deutschland so eine De- mokratie haben, was Besseres ist ja trotz aller Versuche noch nicht entwickelt worden. Mal sehen, vielleicht hat die KI in ein paar Jahren irgendwas parat. Neben Ihren Auftritten in der „heute-show“ und Ihrem Podcast gibt es auch noch Ihre TV-Sen- dungen „Olafs Klub“ sowie das „Das Gipfeltreffen“, außerdem touren Sie mit Ihrem Live-Pro- gramm „Jetzt oder now!“ durchs Land. Wächst Ihnen das manch- mal alles über den Kopf? Das passiert nur einmal im Jahr, dass ich mir denke, hui, jetzt hab ich aber viel gemacht. Eigentlich gehe ich ja genau deshalb auf die Bühne: um nicht arbeiten zu müs- sen. Richtige Arbeit ist schon noch mal was anderes, ich mag mich nicht beklagen. Puls der Zeit ist, muss ich mich in die Niederungen des Alltags hi- nabbegeben und mich mit politi- schen Themen auseinandersetzen. Man darf das allerdings auch nicht zu oft machen, sonst kommt es zu zerebralem Mumps. Sehen Sie sich in der Show eher als Unterhalter oder als politi- schen Kommentator? Eindeutig als politischen Kom- mentator, das ist meine Kompe- tenz, unbestritten. Sonst würden die mich auch gar nicht einladen. „Ich bin froh, dass wir hier in Deutschland so eine Demo- kratie haben, was Besseres ist ja trotz aller Versuche noch nicht entwickelt worden“
63 FOTOS: XXX (X) Näher geht nicht. Am 13. Mai nur in SPORT BILD!KOSTENLOS IN DEINER SPORT BILD! STARKES DOPPEL-PACK: VON PANINI! DAS WM-STICKERALBUM
D E U TS C H L A N D J E T Z T I M H A N D E L O D E R O N L I N E B EST E L L E N U N T E R S H O P. S P O RTS I L LU ST R AT E D. D E OUT NOW! NEUE AUSGABE DIE
65 FOTO: LARA KINNMAN/FREEPIK G R I L L - S P E C I A L Ja, ich GRILL!Wenn die Tage länger und die Nächte lauer werden, lodert wieder unsere Leidenschaft für die Feuerküche auf. Willkommen in der GRILLSAISON 2026! Hier verraten wir Ihnen, woher Sie das beste Fleisch bekommen, welche Geräte im Trend liegen, wie Sie Ihre Gäste mit würzigen Noten überraschen – und welche Getränke Sie servieren sollten. Doch Vorsicht: Unser Grill-Guide kann heftige Appetit-Schübe auslösen ... redaktion DAVID GOLLER UND DAVID HOLZNER
66 keit entweichen. Daher spricht man von Trockenreifung. Dry Aging ist seit geraumer Zeit ein starker Trend – war diese Art der Reifung nicht schon immer eine gängige Methode? AARON LANDIG: Selbstver- ständlich. Das Problem war nur, dass die hygienischen Standards früher andere waren. Kühlräume wurden häufig betreten, wodurch err Christian Landig, Herr Aaron Landig: Was versteht man eigent- lich unter Dry Aging? CHRISTIAN LANDIG: Beim Dry Aging wird Fleisch an der Luft abgehängt. Es reift über einen ge- wissen Zeitraum in einer keimfrei- en Umgebung bei kontrollierter Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftstromgeschwindigkeit. Da das Fleisch offen hängt, kann Flüssig- Bei Ihnen kommt nur das Beste auf den Grill? Dann führt kein Weg an DRY AGED BEEF vorbei. Doch was macht den Reiz von trocken gereiftem Fleisch aus – und worauf sollte man beim Grillen achten? Wir haben die Experten Christian und Aaron Landig gefragt Reifeprüfung H MADE IN GERMANY Die Brüder Aaron (o.) und Christian Landig produzieren den Reifeschrank „Dry Ager“ (im Bild: der DX 500, 2295 Euro). Anders als in einem Haushalts- kühlschrank verdirbt Fleisch darin nicht, sondern wird durch die Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit veredelt
FOTOS: BJØRN JANSEN (2), PR sich oft Schimmel gebildet hat. Mit dem Einzug der Vakuumtech- nik ist man dann dazu übergegan- gen, Fleisch in Vakuumbeuteln reifen zu lassen. So ist es bei der Nassreifung auch heute noch üb- lich. Die austretende Flüssigkeit kann dabei jedoch nicht entwei- chen, wodurch das Fleisch im ei- genen Saft reift. Wo liegen die geschmacklichen Unterschiede zwischen nass und trocken gereiftem Fleisch? CHRISTIAN LANDIG: Nass ge- reifte Steaks haben oft einen leicht säuerlichen Geschmack. Dieser entsteht durch Milchsäurebak- terien. Der ursprüngliche, pure Fleischgeschmack, wie man ihn bei der Trockenreifung erhält, geht dabei verloren. AARON LANDIG: Bei der Tro- ckenreifung verändert sich die Gewebestruktur des Fleisches, wodurch es besonders zart wird. Gleichzeitig trocknet die Oberflä- che ab, was verhindert, dass sich Keime bilden. Dadurch ist trocken gereiftes Fleisch länger haltbar. Und das Fett beginnt zu oxidie- ren – das sorgt für das typische Dry-Aged-Aroma, das manche als leicht nach Wollsocken oder Mo- schus riechend beschreiben. Wird durch die Trockenreifung je- des Fleisch automatisch besser? CHRISTIAN LANDIG: Ein gu- tes Stück Fleisch kann durch Dry Aging zu einem hervorragenden Stück Fleisch veredelt werden. Ware mit niedriger Qualität wird aber nicht plötzlich zum Premi- umprodukt. „Shit in, shit out“, könnte man sagen (lacht). AARON LANDIG: Man kann nicht einfach in den Discounter gehen, sich ein Steak kaufen und erwarten, dass es durch Trocken- reifung Spitzenqualität erreicht. Eine gute Ausgangsqualität ist ent- scheidend. Das macht auch den Reiz des Dry Aging aus. Wie meinen Sie das? AARON LANDIG: Wer trocken reift, beschäftigt sich intensiver mit dem Produkt. Man interessiert sich für die Herkunft des Flei- sches, holt es direkt beim Schlachthof ab, kennt viel- leicht sogar den Bauern. Worauf muss ich nun ach- ten, wenn ich trocken ge- reiftes Fleisch grille? AARON LANDIG: Dry-Aged- Fleisch kommt in der Regel ohne viele Gewürze aus. Etwas Salz und vielleicht ein wenig Pfeffer reichen völlig. Auf Marinaden sollte man verzichten, da sie den Eigenge- schmack des Fleisches überdecken. CHRISTIAN LANDIG: Auch bei der Zubereitung gibt es Un- terschiede. Die notwendige Kern- temperatur ist etwas niedriger, da trocken gereiftes Fleisch schneller gart. Bereits bei etwa 54 Grad ge- lingt Rindfleisch medium. Wird trocken gereiftes Fleisch beim Grillen nicht schneller trocken? AARON LAN- DIG: Nein. Wäh- rend der Reifung verliert das Fleisch zwar Feuchtigkeit, doch das intramus- kuläre Fett gibt sie beim Grillen wieder ab. Dadurch bleibt es saftig. Woran liegt das? AARON LANDIG: Die Wasserbindefä- higkeit des Fleisches nimmt bei der Trockenreifung zu. Beim Garen tritt dadurch kaum Fleischsaft aus. CHRISTIAN LANDIG: Es tropft dadurch auch nicht. Gerade am Holzkohlegrill verhindert das zu- sätzlich das Auflodern von Flam- men. AARON LANDIG: Wichtig ist außerdem, die Ruhezeit nach dem Grillen einzuhalten: Das Fleisch sollte einige Minuten liegen blei- ben, bevor man es anschneidet. Zu frühes Tranchieren ist einer der häufigsten Fehler im Umgang mit Dry-Aged-Fleisch. Sie produzieren Reifeschränke, mit denen sich jeder zu Hause sein Fleisch selbst reifen kann. Warum sollte man das tun? CHRISTIAN LANDIG: Ein eigener Reifeschrank aus unserem Hause ist im Grunde ein Thermomix für Männer. Man kann nach vorgegebenem Rezept alle möglichen Lebensmittel veredeln. Gleichzeitig entstehen unbezahl- bare Erlebnisse. Zum Beispiel? CHRISTIAN LANDIG: Wenn man Freunde einlädt, einen selbst gereiften Rinderrücken auf den Tisch legt und jeder sich mit der Knochensäge sein Steak abschnei- det, dann spricht man noch Jahre später darüber. AARON LANDIG: Ich glaube, der ganze Prozess ist emotiona- ler. Man hängt das Fleisch in den Schrank, sieht über Wochen im- mer wieder danach und freut sich auf den großen Mo- ment, wenn man es endlich kosten darf. Was landet bei Ihnen persönlich am häufigsten auf dem Grill? C H R I S T I A N LANDIG: Wir ha- ben einen engen Bezug zur Jagd, daher kommt auch mal ein Rehrücken oder anderes Wild auf den Grill. Vor einiger Zeit haben wir auch eine Lammkeu- le zwei Wochen trocken gereift, dann einen ganzen Tag lang sous- vide gegart und anschließend kurz angegrillt. AARON LANDIG: Bei mir kommt ebenfalls trocken gereiftes Fleisch auf den Grill. Durch den intensiveren Geschmack reichen den Gästen dabei oft schon 100 Gramm pro Person. Es braucht meist keine 300-Gramm-Steaks mit reichlich Marinade. CHRISTIAN LANDIG: Ich glaube, am Ende gilt: Klasse statt Masse. Selbst bei einer überdimen- sionierten Grillstation entscheidet letztlich die Qualität dessen, was man auflegt. G R I L L - S P E C I A L „Ein gutes Stück Fleisch kann durch Dry Aging zu einem hervor- ragenden Stück Fleisch veredelt werden“
Der Intelligente „Performer Premium Smart“ von Weber Dieser smarte Holzkohlegrill denkt mit – und Sie können sich entspannt zurück- lehnen. Die Grillraumtemperatur lässt sich bequem über eine App steuern, während die Luftzufuhr automatisch reguliert wird. So kann Ihr Grillgut über die gewünschte Zeit hinweg gleichmäßig garen, ohne dass Sie dauerhaft am Grill stehen müssen. 749 Euro, weber.com Der Luxuriöse Outdoor-Küche von Miele Mit dieser Outdoor-Küche machen Sie nicht nur Ihren Garten zu einem BBQ-Paradies, sondern auch die Nachbarn eifersüchtig. Die Hightech- Station lässt sich aus unterschiedlichen Modulen zum Grillen, Kochen, Spülen und Kühlen nutzen und ist dank witterungsbeständigem Mate- rial ganzjährig einsetzbar. Warum überhaupt noch abgrillen? Konfigurierbar ab 3999 Euro, miele.de G R I L L - S P E C I A L Der Ästhetische „The Onyx“ von Big Green Egg Designliebhaber, die auf ho- hem Niveau grillen, smoken oder garen möchten, kom- men mit diesem Schmuck- stück auf ihre Kosten. Das riesige Ei gilt als Evergreen unter den Keramik-Grills. In seiner neuesten Version mit hochwertiger Glasur macht es sowohl optisch als auch haptisch einiges her. Die Premium-Ästhetik hat jedoch ihren Preis: ab 2645 Euro, biggreenegg.eu Der Kompakte „Atago Black“ von Petromax Grillen auf Holzkohle oder Kochen überm Lagerfeuer: Dank Klappmechanismus lässt sich dieses gute Stück mühelos in einer Tragetasche transportieren, in wenigen Sekunden aufbauen und eignet sich damit perfekt für jedes Outdoor-Abenteuer. Also: aufklappen und losgrillen! 249 Euro, petromax.de Der Elektrische „eUrban 2 Trolley“ von Enders Wenn’s mal schnell gehen soll, ist dieser Stromer mit zwei stufenlos re- gelbaren Heizelementen ideal. Dank integrierter Kabelaufwicklung und werkzeuglos entfernbaren Einzeltei- len ist auch danach auf dem Balkon alles schnell wieder aufgeräumt. 279 Euro, enders-germany.com FOTOS: PR An welchen FEUERSTELLEN versammeln sich Freunde und Familie in diesem Jahr? Wir tippen auf diese fünf aktuellen Hitzehelden Brand- neu
69 FOTO: PR; ILLUSTRATION: LARA KINNMAN/MIDJOURNEY Würz mich! BBQ-Sauce 1 Liter Cola | 800 ml Tomatenketchup | 40 g brauner Zucker | 5 TL Tamarisauce | 50 g Zwiebeln, gewürfelt | 1 Knoblauchzehe, gehackt | 1 TL Ingwerpulver | ½ TL Rauchsalz | ½ TL Curry | ½ TL Zimt | ½ TL Kreuzkümmel | 10 g Senf | Pfeffer aus der Mühle Für die BBQ-Sauce die Cola in einem kleinen Topf ca. 15–20 Minuten auf 250 ml einreduzieren lassen. Anschließend Ketchup und alle anderen Zutaten hinzugeben. Unter ständigem Rühren kurz nochmals aufkochen lassen und dann vom Herd nehmen. Aprikosen-Tomaten-Chutney 50 g Soft-Tomaten (getrocknet) | ½ kg Aprikosen (reif) | 2 Schalotten | 100 ml Weißweinessig | 100 g Gelierzucker | 100 ml Wasser | 1 Sternanis, ganz | ½ Chilischote, ohne Kerne | 10 g Salz Die Soft-Tomaten fein würfeln. Die Aprikosen abspülen, halbieren, entsteinen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Schalot- ten abziehen und ebenfalls fein würfeln. Weißweinessig, 100 ml Wasser, Tomatenwürfel, Gelierzucker und Sternanis in einem Topf unter Rühren etwa 5 Minuten zu einem Sirup einkochen lassen. Die Aprikosen- und Schalottenwürfel dazugeben. Die halbe Chilischote fein schneiden und weitere 20 Minuten bei geringer Hitze ohne Deckel einkochen lassen. Gelegentlich umrühren. Das Chutney mit Salz abschmecken. Egal, ob Fisch, Fleisch oder Gemüse – was zählt, ist gutes Aroma. Wie Sie Ihr GRILLGUT RICHTIG WÜRZEN, verrät Küchenchef Serkan Tunca Welche Gewürze sind die wichtigsten beim Grillen? Als Erstes ist wichtig, in welche Richtung ich würzen will: asiatisch, texmex, südamerikanisch oder eher mediterran? Ich habe Folgendes immer zu Hause: Meersalzflocken, schwarzen Pfeffer aus der Mühle, Paprikapulver, edelsüß und geräuchert, Cayennepfeffer, Kumin, Rauchsalz, Chiliflocken (Pul Biber), Zimt, Kurkuma, gelbes Curry, Purple Curry und Masala-Gewürz. Und welche Kräuter sollte man zu Hause haben? Frische Kräuter bringen das notwendige Aroma: Rosmarin, Koriander, Oregano, Petersilie und Thymian. Ein richtiger Gamechanger ist fermentierter schwarzer Knoblauch. Diese besondere Variante entsteht durchs Fermentieren mittels Tem- peratur, also einer Lagerungs- und Reifeproduktion. Er schmeckt nach Karamell, Pflaumen, Datteln, Balsamico- Essig und Vanille. Er ist eher mild als scharf. Wie wird das Fleisch gewürzt: Marinade oder Rub? Marinaden sind flüssig, ziehen tief ins Grillgut ein und machen es zarter. Frü- her wurden Lebensmittel durchs Ma- rinieren länger haltbar gemacht, heute mariniert man für den Geschmack. Rubs sind trockene Gewürzmischun- gen, die eine würzige Kruste (Bark) auf der Oberfläche bilden. Dazu verwendet man getrocknete Kräuter, gemahlenen Pfeffer, Salz und diverse Gewürze wie Koriander- und Fenchelsamen, Senf- körner, Kumin, Paprikapulver. Durch Beigabe von Zucker karamellisiert die Kruste und knackt beim ersten Bissen. Worauf sollte man bei Grillsaucen achten? Für eine individuelle Note am Grill lassen sich klassische Basis-Saucen wie Mayonnaise vielseitig verfeinern – etwa durch die Zugabe von aromatischem Cur- ry, frischen Kräutern, Chili oder fein gehackten Pickles. Da- rüber hinaus stellen Chutneys eine hervorragende Ergänzung dar, insbesondere für Burger. Ihr ausgewogenes Zusammen- spiel aus Süße, Schärfe und Säure harmoniert perfekt mit den Röstaromen. Wer es texturreicher mag, greift zu einem hausgemachten Relish: Diese pikante, süßsaure Würzsauce aus fein gehacktem Gemüse oder Obst überzeugt durch ihre stückige Konsistenz. Im Gegensatz zum länger eingekochten, marmeladenähnlichen Chutney wird ein Relish nur kurz gegart, wodurch es frischer und knackiger schmeckt. GE S CHMACKS- PROFI Serkan Tunca, 45, kochte bei Alexan- der Herrmann in Wirsberg. Seit 2010 widmet er sich der pflanzlichen Küche. Er lebt in Hamburg und arbeitet dort als Food Service Manager. Infos unter serkan-tunca.de
FOTOS: HANSI HECKMAIR (2), LARA KINNMAN/MIDJOURNEY, PR Mach’s mal pflanzlich FÜR DIE SPIE SSE 200 g Tempeh | 12 kleine reife Dattel-Kirsch- tomaten | 4 lange Schaschlikspieße (Holz) FÜR DEN TOMATENLACK 50 g Sojasauce (Tamari) | 1 TL rosenscharfes Paprikapulver | 30 g Olivenöl | 50 g reife Kirsch- tomaten | 25 g Dattelsirup | ½ Knoblauch- zehe | 1 TL rosa Pfefferbeeren FÜR DA S DRE SSING 5 EL Kokosmilch | 1 TL Erdnussmus | 2 EL weißer Balsamico-Essig | 2 EL Zitronen- saft | 1 EL geröstetes Sesamöl | 5 EL Olivenöl | 5 EL Orangensaft | 1 kleine milde rote Chilischote (entkernt) | 1 Prise schwarzer Pfeffer | 1 TL Salz | 2 EL Ahornsirup | 1 EL Zitronenschale (Bio) FÜR DEN FENCHEL-PAPRIKA-SALAT 1 Fenchelknolle (fein gehobelt) | 1 rote Paprika (fein gehobelt) | 1 kleine rote Zwiebel (fein gehobelt) | ½ Bund Koriander (fein geschnitten) FÜR DA S TOPPING 4 EL Sonnenblumenkerne (geröstet) | 3 Aprikosen (in Spalten) ZUBEREITUNG (für 2–3 Personen, Arbeitszeit cir- ca 30 Minuten, Ziehzeit 1 Stunde) 2 Tempeh in Stücke schneiden (ähnlich groß wie die Tomaten). Abwechselnd mit Tomaten auf Spieße stecken. Für den Tomatenlack alle Zutaten fein pürieren und die Spieße darin 1 Stunde marinieren. Für das Dressing alle Zutaten glatt pü- rieren. Fenchel, Paprika, Zwiebel und Koriander zu einem Salat vermengen. Spieße bei starker Hitze rundum circa 5 Minuten grillen und dabei regelmäßig mit dem Lack bepinseln. Salat auf einer Platte anrichten, mit Dressing beträufeln, Spieße darauflegen und mit Sonnenblumenkernen und Aprikosen garnieren. Eiweißquelle Tempeh ist ein traditionelles indonesisches Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen. Durch den Einsatz von Edelschimmel ent- steht ein fester, schnittfähiger Block mit nussigem Geschmack und hohem Proteingehalt. Aufgrund seiner Nährstoffdichte und festen Konsistenz gilt Tempeh als beliebte pflanzliche Alternative zu Fleisch. Es hat sich Vegetarier-Besuch zu Ihrer Grillparty angekündigt? Kein Grund zur Panik! Dieses Rezept für FLEISCHFREIE GRILL-SPIESSE VON SEBASTIAN COPIEN schmeckt garantiert allen SEBA STIAN COPIEN Als weit gereister Spitzenkoch ver- mittelt der gebürti- ge Münchner sein Wissen zum fleisch- freien Kochen seit mehr als 16 Jahren. Ob deftige Küche oder Fine Dining: Der 45-Jährige fühlt sich in allen Disziplinen der pflanzlichen Kulinarik heimisch. Uns präsentiert er ein Rezept aus dem Kochbuch „Heftig deftig vegan: Grillen, Rösten, Schmoren, Räuchern & Braten“ (Südwest Verlag, 20 Euro). Copien ist Gründer und Geschäftsführer von Europas größter veganer Online-Kochschule. Weitere Infos unter sebastian-copien.de Tomaten-Tempeh-Schaschlik auf Fenchel-Paprika-Salat
71 FOTOS: PR „Grill to Table“ von Peugeot Diese Plancha ergänzt den Rost und passt auf nahezu jeden Grill. Die Speisen werden direkt auf der Platte am Tisch serviert und gemeinschaftlich genossen, wobei die Keramik sie bis zu 30 Minuten warm hält. 54,90 Euro, de.peugeot-saveurs.com „Easy Check Wireless Grillthermometer“ von Outdoorchef Gerade nicht am Grill? Diese Bluetooth- Thermometer schlagen per App Alarm, sobald unter dem Deckel etwas schiefläuft. Mit einer Akku-Laufzeit von 30 Stunden sind sie zudem ideal für Slow Barbecue. 119 Euro, outdoorchef.com Platte & Feuerständer von Gastrotools Richtet sich an den Urinstinkt im Mann: diese Platte aus Edelstahl zum Grillen über offenem Feuer. Zwei Ständer sorgen für den notwendigen Halt und dienen zugleich als praktische Tragehilfe. Set: 187 Euro, gastrotools.de Smarter Steuerungsring von Weber Dieser Ring samt Temperaturfühler verwandelt Weber-Kugelgrills mit 57 cm Durchmesser in smarte Grillwunder. Ein integrierter Rapidfire-Assist-Modus bringt die Kohle noch zügiger auf Temperatur. 299 Euro, weber.com G R I L L - S P E C I A L Smartes BBQ Heiße Platte Ein Trend, der so man- chem Puristen sauer aufsto- ßen dürfte, der sich aber dennoch großer Beliebtheit erfreut: Hightech-Grill- Tools. Da benachrichtigt die App, sobald es Zeit zum Wenden ist. Den Garvorgang überwacht man aus der Ferne übers Smartphone. Ist das noch Grillen? Ja, und verdammt praktisch ist es auch. War bisher der Rost untrennbar mit dem Grillvergnügen verbunden, hört man immer häufiger von der Plancha. Stammt aus dem Spanischen und bedeutet schlicht „Platte“. Diese wird einfach auf dem Grillrost oder über einer Feuerstelle platziert. Vor- teile: gleichmäßige Hitze, kein herabtropfendes Fett und einfache Reinigung. Schön saftig … … bleibt das Grillgut – anders als häufig angenommen – auch trotz Einstechens eines Grillthermometers. Die dünne Nadel verletzt nur eine geringe Anzahl von Muskelfasern. Der Flüssigkeitsverlust ist so mini- mal, dass er geschmacklich kaum ins Gewicht fällt. Gilt übrigens auch für den Einsatz einer Grillgabel.
72 FOTO: LARA KINNMAN/FREEPIK; ILLUSTRATIONEN: LARA KINNMAN/MIDJOURNEY G R I L L - S P E C I A L Schwein profitiert von einem Spiel aus Frische und dezenter Süße. Ein lebendiger Riesling oder ein fruchtiger Cider setzen hier elegante Kontraste. Beim Grillen, insbesondere mit BBQ-Glasur, dürfen die Begleiter auch kräftiger sein: Ein Zinfandel oder ein mal- ziges Amber Ale unterstreicht die karamellisierten Noten ideal. Achtung, Zungenbrecher: Fisch liebt Frische! Sauvignon Blanc, Rosé und feinperliger Champag- ner unterstreichen den Geschmack von Fisch. Auf dem Grill entwi- ckelt er jedoch zusätzliche Tiefe, und es passt auch ein leichter Pinot Noir. Entscheidend bleibt das Gleichgewicht zwischen zarter Textur und aromatischer Klarheit. Kräftiges Rindfleisch verlangt nach ebenbürtigen Begleitern: Tannin- reiche Rotweine wie Cabernet Sauvignon oder Malbec balancieren Fett und Röstaromen souverän aus. Auch ein rauchiger Whisky kann die Grillnoten spiegeln. Bierlieb- haber greifen zu einem hopfigen IPA, einem Stout oder Porter – die passen am besten zu Röstaromen. Wegen der feinen Fleischstruktur von Geflügel braucht es Fingerspitzen- gefühl. Ein eleganter Chardonnay oder ein frisches Weißbier begleiten naturbelassenes Geflügel stimmig. Bei würzigen Marinaden gewinnt auch ein trockener Rosé an Reiz. Oder aber Sie mixen sich für Zitrus- noten einen spritzigen Gin Tonic – auch der kann wunderbar passen. Welcher Drink zu welchem Fleisch? RindGeflügel SchweinFisch Niemand grillt gern allein – und auch Ihr Fleisch freut sich über die PASSENDE BEGLEITUNG im Glas. Hier sind unsere Trink-Tipps
74 Sie heißen mit bürgerlichem Na- men Cem Anhan. Capo ist Ihr Künstlername. Als Capo wird hier- zulande beispielsweise der Vor- arbeiter auf dem Bau bezeichnet, Der Begriff leitet sich vom italie- nischen il capo ab, also dem Wort für Anführer, Kopf, Chef. Wollten Sie immer schon der Chef sein? Ich will nicht grundsätzlich der Chef sein. Ich wollte aber immer mein eigener Chef sein. Was macht für Sie einen guten Anführer aus? Ein Capo ist natürlich einer, der anführt. Der ein Team leiten kann. Einer, der Probleme löst, und ei- ner, der seine Emotionen und sein in dem Sinne, dass ich weiterhin nach den Regeln der Straße lebe, sondern dass ich mich und mein Umfeld davor schütze, weil ich weiß, wohin das im schlimmsten Fall führen kann. Sie sind in einem Umfeld groß ge- worden, das viele als schwierig bezeichnen würden. Drogenkri- minalität und Gewalt waren Ihr Alltag. Was hat diese Zeit Sie ganz persönlich gelehrt? Mich hat die Zeit vor allem eines gelehrt: Auf kurz oder lang macht dieser Weg keinen Sinn. Keiner, der diese Schiene durchzieht, kann das auf Dauer überleben, das nimmt für niemanden ein gutes Ende. Gibt es heute etwas, das Sie Ihrem jüngeren Ich damals gerne ge- sagt hätten? Nein. Man hat ja auch keine andere Wahl. Wenn man jünger ist, geht man da einfach durch. Und es soll- te vielleicht alles auch so kommen. Welche Erfahrungen aus Ihrer Ju- gend helfen Ihnen heute im Busi- ness? Ego im Griff hat. Das macht einen guten Anführer aus. Und all das trifft auf Sie zu? Ja, auf jeden Fall. Sie sind Musiker, Produzent, Un- ternehmer, aber auch ein Lebens- künstler. Was davon beschreibt Sie am besten? Künstler trifft es schon am besten. Sie bezeichnen sich selbst als Jun- ge von der Straße. Man sagt, man könne jemanden aus dem Ghetto führen, nicht aber das Ghetto aus dem Menschen. Wie viel Straße steckt heute noch in Ihnen? Es kommt natürlich darauf an, wie man Straße definiert. Es gibt die Straße im Sinne von „grober Typ, der keine Manieren hat“, aber was ich persönlich mit Straße verbin- de, ist Erfahrung. Die Erfahrung, die heute meine Entscheidungen beeinflusst und mich vor Fehlern schützt. Dinge, die ich gesehen und gelernt habe, wende ich heute in meinem Alltag an. Aber nicht „Bei mir fällt keine Maske, weil ich keine habe“ S Gangsta-Rapper, Unternehmer und Gesundheits-Testimonial: Cem Anhan alias CAPO über böse Jungs, seinen Bruder Aykut alias Haftbefehl und Drogenaufklärung als Schulfach
FOTOS: CORINNA BECKMANN, PR Ich habe inzwischen eine sehr gute Menschenkenntnis. Ich er- kenne früh, wenn jemand falsche Absichten hat. Ich weiß einfach, wie sich böse Jungs verhalten. Weil ich mit diesen bösen Jungs lange Zeit verkehrt habe. Haben Sie je Angst verspürt? Angst eigentlich nicht. Ich denke mir, es wird eh alles kommen, wie es kommen soll. Sie wirken heute wie jemand, der seinen eigenen Rhythmus ge- funden hat. Was bedeutet für Sie gutes Leben? Das Wichtigste ist Gesundheit. Wenn du deine mentale und auch körperliche Verfassung pflegst, dann kannst du auch glücklich werden. Was hilft Ihnen, mental stabil zu bleiben? Ich versuche, mich nicht mit Din- gen zu befassen, die mir widerfah- ren sind. Das hält mich nur auf. Ich gucke immer nach vorne. Erfolg ermöglicht einem persönli- che Freiheit. Er erzeugt aber auch Druck. Wie gehen Sie damit um? Wenn mir kein Druck von außen entsteht, dann mache ich mir sel- ber Druck. So funktioniere ich wohl. Druck ist mein Treibstoff. Welchen Druck machen Sie sich selbst? Erfolg schüttet im Körper jede Menge Dopamin aus, dieses Glücksgefühl, wenn man etwas erreicht hat. Dann will man das noch mal schaffen und noch mal schaffen – und dann wird der Druck größer und größer. Was motiviert Sie, treibt Sie an? Spannend, diese Frage habe ich mir tatsächlich noch nie gestellt. Mein Antrieb ist vermutlich ein- fach Gewohnheitssache. Wenn du schon so lange machst, was ich mache, dann kennst du gar nichts anderes mehr. Bei mir ist das wohl einfach Leidenschaft. Wie wichtig ist Ihnen öffentliche Anerkennung? Überhaupt nicht. Wenn ich bei- spielsweise privat in einen Club gehe und die Leute wollen mich in den Mittelpunkt setzen und machen das ganze Promi-Dings mit Flaschen und Feuerwerk, dann sage ich will sogar den letz- ten Platz in der Ecke haben. Klar, wenn ich jetzt auf Tour gehe, stehe ich im Mittelpunkt. Das ist ja Sinn und Zweck der Sache. In meinem Privatleben aber ver- suche ich, mich immer zurück- zuziehen. Ihr Bruder Aykut ist der bekannte Rapper Haftbefehl. Worin unter- scheiden Sie sich voneinander, und wo haben Sie Gemeinsamkeiten? Boah, wir unterscheiden uns, glau- be ich, fast überall. Von der Musik bis zum Charakterlichen sind wir extrem verschieden. Sie beide stehen aber sehr loy- al zueinander, wie man auch in der eindrucksvollen Netflix-Do- ku „Babo – die Haftbefehl-Story“ sehen konnte. Das ist eine der großen Gemein- samkeiten, genau. Das sind Wer- te, die wir teilen. Aber darüber hinaus sind wir sehr unterschied- lich. Wir haben auch ganz unter- schiedliche Interessen. Sie sind beide erfolgreiche Musi- ker. Wo wären Sie heute, wenn es mit dem Beruf des Musikers nicht geklappt hätte? Das ist eine sehr gute Frage. Gab es jemals einen Plan B? Ich hätte auf jeden Fall auch anders meinen Weg gefunden. Da bin ich mir ganz sicher. Aber: Wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte, weiß ich nicht, was heute wäre. Das hätte natürlich auch alles in eine ganz andere Richtung gehen können. Ich habe ja nicht mal einen Schulabschluss. Haben Sie jemals an sich gezwei- felt? Ja klar. Oft. Ich bin ein sehr selbst- kritischer Mensch. Wenn wir mal über Deutsch-Rap sprechen: Sie sind in einer Musik- szene unterwegs, die in ihren Tex- ten ein sehr archaisches, manche sagen auch antiquiertes Bild von Männlichkeit zeichnet. Thema Se- xismus. Sie selbst mussten sich auch schon den Vorwurf gefallen lassen, Songs mit vermeintlich frauenfeindlichen Texten veröf- fentlicht zu haben. Wie stehen Sie heute zu solchen Texten? Hat sich Ihr Frauenbild verändert? I N T E R V I E W IM RAMPENLICHT Geboren im hessischen Offenbach als jüngster von drei Söhnen kurdisch- türkischer Einwanderer, machte Cem Anhan als Rap-Star unter dem Künstlernamen Capo Karriere. Inzwischen hat der 35-Jährige fünf Solo- alben veröffentlicht. Seine Hit-Single „Lambo Diablo GT“ erreichte Platin-Status. Seit März unterstützt er als Aufklärungs-Tes- timonial die Gesundheits- plattform DrAnsay Talk, talk: Gleich zweimal an einem Tag interviewte Playboy-Chef Florian Boitin (r.) den Rap-Künstler Capo. Erst ohne weitere Zuhörer an der Bar eines Münchner Hotels und abends dann vor Publikum im Rahmen eines exklusiven Playboy-Dinners (siehe Seite 77)
76 FOTOS: MAXIMILIAN KOCH/PICTURE ALLIANCE/DPA, NETFLIX Das war eine Phase. Und Rap ist deshalb so authentisch, weil man das in den Texten beschreibt, was man erlebt. Heute lebe ich ein an- deres Leben. Heute rede ich über andere Dinge, über mentale Dinge, über systemkritische Dinge, über ge- sellschaftskritische Dinge. Weil ich diese Dinge beobachte. Mein Leben besteht gerade nicht aus Disco-Be- suchen oder Frauen auf Hotelzim- mern. Damals habe ich halt anders gelebt. Ich war schneller unterwegs. Und dann habe ich darüber erzählt. Wenn das jemand als frauenfeind- lich bezeichnet, dann kann ich da auch nicht weiterhelfen. Solange ich nicht anfange, jemanden zu diskri- minieren, ist alles gut. Und das habe ich auch früher nicht getan. Was bedeutet Männlichkeit für Sie? Steh zu deinem Wort, hab deine Prinzipien, sei ehrlich, sei offen, bleib dir treu, verkauf nicht deinen Charakter. Und versuche, so gut du kannst, anderen Leuten zu hel- fen. Sei ein Gentleman. Das macht einen Mann für mich aus. Ihr Bruder Aykut und Sie haben in der Netflix-Doku auch Schwäche und Verletzlichkeit gezeigt. Und das in der harten Gangsta-Rap- per-Welt. dass ich den Menschen was zu- rückgebe. Und so habe ich zu Can gesagt: Klar, du verdienst Geld mit deiner Plattform – aber willst du den Leuten auch was zurückgeben? Und wärst du auch bereit, darüber zu kommunizieren? Nachdem er das bejaht hatte, habe ich gesagt, okay, dann unterstütze ich das. Dann wäre ich auch bereit, meine Reichweite dafür zu nutzen. Wir haben wirklich die Absicht, Auf- klärung zu betreiben. Ich sehe das nicht als Business. Das ist für mich eine persönliche Sache. Das Thema Teillegalisierung von Cannabis ist auch zwei Jahre nach der Gesetzesänderung der Ampel- Regierung noch immer nicht un- umstritten. Reggae-Legende Bob Marley hat mal gesagt, Marihuana sei die Heilung einer Nation, Alko- hol die Zerstörung. Hat er recht? Zu 100 Prozent. Alkohol ist das Schädlichste, was es gibt. Cannabis- Missbrauch ist auch schädlich, klar. Aber wenn man es so anwendet, wie der Arzt es einem empfiehlt, dann kann es als Medizin Menschen auf jeden Fall helfen. Natürlich ist Can- nabis auch ein Rauschmittel, aber es ist erwiesenermaßen nicht so ge- fährlich wie Alkohol. Was entgegnen Sie denen, die sagen, dass Marihuana nicht harmlos, sondern eine gefähr- liche Einstiegsdroge ist? Dass das so nicht stimmt. Aber mir ist noch etwas anderes wichtig: Ich bin dafür, dass es an den Schu- len nicht nur Sexualaufklärung gibt, sondern auch Drogenaufklä- rung. Denn natürlich haben wir hierzulande ein Drogenproblem. Mir hat niemand, als ich klein war, gesagt, wie gefährlich Drogen sind und was sie mit einem machen können. Deswegen will ich helfen, darüber aufzuklären. Letzte Frage: Was bedeutet Erfolg für Sie heute? Geld, Freiheit oder noch mal ganz was anderes? Geld und Freiheit, klar. Und bei- des ist auch gut für eine mentale Gesundheit. Thema Glück. Denn Erfolg regt ganz ordentlich die Dopaminproduktion an. Genau das meine ich mit Ehrlich- keit. Irgendwann fällt doch ohne- hin jede Maske. Bei mir fällt aber keine Maske, weil ich keine habe. Man muss eben auch über seine Schwächen offen sprechen. Das haben wir gemacht – vor Millio- nen von Menschen. Wollen Sie heute ein Vorbild sein für junge Männer? Schwierig. Sehr schwierig. Auch ich habe Fehler, viele Fehler. Vor- bild wäre deshalb zu hoch gegrif- fen, aber ich könnte als Ratgeber zu gewissen Dingen fungieren. Vor- bild ist ein großes Wort. Ich weiß nicht, ob ich schon so reif bin. Sie fungieren seit Kurzem als eine Art Aufklärungs-Testimonial für die Gesundheitsplattform DrAn- say. Warum macht diese Koope- ration für Sie Sinn? Der Kontakt zu DrAnsay ist ent- standen, als ich auch auf einer Gala als „Mutmacher des Jahres“, so hieß das, glaube ich, ausgezeichnet wurde. Da haben wir uns kennen- gelernt. Can Ansay (Gründer der Plattform, die Redaktion) ist ein ganz feiner Typ. Und er hat eine gute Absicht. Und darum geht es mir auch. Für mich ist wichtig, Z WIS CHEN BÜHNE UND „BABO“ Aktuell ist Cem Anhan alias Capo auf Hallentour im deutschsprachigen Raum unterwegs. Ende letzten Jahres war der 35-Jährige in der so sehenswerten wie schonungslosen Netflix-Doku „Babo – die Haftbefehl-Story“ an der Seite seines Bruders Aykut zu erleben
FOTOS: PLAYBOY Vanessa Teske (Playmate des Jahres 2022) mit Freund Max Richert DINNER-TALK Playboy-Chef Florian Boitin sprach mit Cem Anhan alias Capo (l.) über Er- folgsdruck, Drogen- aufklärung und seine Rolle als Gesund- heitstestimonial Speisen auf Sterne-Niveau: mit Zander auf Roseval- Kartoffeln und Dashi Starkes Quartett (v. l.): David Frenser (The Dean) mit Gattin Madeline, Filmproduzent Martin Krug und Tom Junkersdorf (TOMorrow) Frauenpower (v. l.): Christina Kuth (BCN), Jeanette Hepp (DrAnsay), Bianca Müller (haebmau), Corinna Schmid (BCN) und Tina Howitz (haebmau) Der Doktor und sein Star: Dr. jur. Can Ansay (l.) und Rapper Cem Anhan alias Capo Unter dem Motto „New Beginnings“- Dinner begrüßten die Gastgeber Can Ansay (DrAnsay) und Florian Boitin (Playboy) 40 handverlesene Persönlich- keiten zu einem besonderen Genuss- erlebnis im Herzen Münchens. „Mural“- Küchenchef Bastian Falkenroth kredenzte den prominenten Dinner- Gästen ein köstliches Drei-Gänge-Menü mit gegrilltem Zanderfilet, geschmorten Rinderbäckchen und Rubinette-Apfel- Dessert. Als Special Guest sprach der erfolgreiche Rapper Cem Anhan alias Capo vor dem gebannten Publikum über seinen Weg von der Straße an die Spitze der Musikcharts, über die Wichtigkeit von Suchtprävention und darüber, welche Rolle mentale Gesundheit in seinem Leben spielt. Gemeinsam mit der Gesundheits- plattform DrAnsay lud Playboy Deutschland zum Dinner-Talk ins Münchner Szene-Restaurant „Mural“ Genuss mit Botschaft Myriam Karsch (Playboy-Verlegerin) mit Schriftstellerin Jovana Reisinger (r.) John Angulo (Amano Group), Elisabeth Schmidt (Playboy) und Influencer Waldemar Kempf (v. l.) Doppelmoderation: Alexandra Polzin (HSE) mit Eurosport- Reporter Gerhard Leinauer Dschungelstar Samira Yavuz (l.) mit Natasa Mermer (Playboy) „Mural“? Genial. Das Restaurant im MUCA bot den idealen Rahmen für das Dinner-Event E V E N T - K O O P E R A T I O N Prominentes Paar: Isabell Stern mit Jonathan Beck Wahl-Münchnerin: „Sturm der Liebe“-Star Tanja Lanäus
78 Ferrari haucht der Sportwagen-Ikone aus den 1980er-Jahren neues Leben ein und bringt mit dem 849 TESTAROSSA ein Supercar mit 1050 PS Leistung auf die Straße. Doch kann der Plug-in-Hybrid der Legende gerecht werden? text MICHAEL BRUNNBAUER Manchmal kommen sie wieder M O T O R FOTO: PR
S CHNELL WIE EIN BLITZ 30 Jahre nachdem der letzte Testarossa vom Band gelaufen ist, bringt Ferrari ein neues Fahrzeug unter gleichem Namen heraus. Statt einem klassischen Zwölfzylinder sorgt nun ein V8-Biturbo in Kombination mit drei Elektromotoren für eine Beschleunigung in 2,3 Sekunden auf 100 km/h
80 FOTOS: PR Es gibt Autos, die beeindruckend schnell sind. Und es gibt Autos, die eine Ära definieren. Der Ferrari Testa- rossa gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Er gilt als eines der bekanntesten Modelle in der Geschichte von Ferrari und gleichzeitig als Popkultur-Ikone der 1980er-Jahre. Er steht für dekadente Yuppie-Kultur, hochgekrempelte Sakko-Ärmel und natürlich Don Johnson, wie er als Sonny Crockett in „Miami Vice“ durch die Straßen von South Beach cruist, vorbei an den Neonlichtern der Clubs, puertoricanischen Ma- fiosi und winkenden Bikini-Girls. Elton John besaß einen genauso wie Alain Delon oder auch der berüch- tigte Wolf of Wall Street, Jordan Belfort, später von Leonardo DiCaprio im gleichnamigen Film promi- nent in Szene gesetzt. Das gewagte Design mit den breiten Flanken und den horizontalen Lamellen pola- risierte, gleichzeitig zählte der Sportwagen mit seinem 4,9-Liter-V12 damals zu einem der schnellsten Seri- enfahrzeuge der Welt. Sein Name stammt übrigens aus dem Italienischen und bedeutet wortwörtlich „roter Kopf“. Er diente bereits in den 1950er-Jahren als Beiname des 250 Testa Rossa, weil die Ingenieure die Ventildeckel des ebenfalls mit einem V12-Motor ausgestatteten Fahrzeugs rot lackiert hatten. Doch Vorsicht: Wer jetzt beim neuen 849 Testaros- sa, wie die gerade erschienene Neuauflage des Wagens exakt heißt, ebenfalls einen reinrassigen Saugmotor mit zwölf Zylindern erwartet, der wird vermutlich ein bisschen enttäuscht sein. Die Ziffer 8 im Namen des PS-Boliden steht nämlich für acht Zylinder und die 49 für die jeweils 0,499 Liter Hubraum pro Zylinder – wodurch sich rechnerisch ein knapp vier Liter großer Hubraum mit einer Leistung von 830 PS ergibt. Da- rüber hinaus wird der Verbrenner – und jetzt müssen alle puristischen Ferrari-Fans stark bleiben – von drei Elektromotoren unterstützt. Denn der neue Testarossa ist nicht nur ein 8-Zylinder-Biturbo, sondern auch ein Hybrid. Womit er letztendlich die direkte Nachfolge des SF90 Stradale antritt als Elektro-Flaggschiff der Marke. Die gute Nachricht dagegen ist, dass der Plug- in-Hybrid dadurch auf eine Systemleistung von 1050 PS kommt (also eine fast dreimal so große wie das Ori- ginal) und somit aktuell der leistungsstärkste Serien- Ferrari der Welt ist. Zumindest dann, wenn man vom Ferrari F80 mit 1200 PS absieht, der jedoch auf 799 Stück limitiert und bereits ausverkauft ist. Als ich den Wagen zum ersten Mal sehe, leider nicht im Neonlicht von South Beach in Miami, son- dern auf dem Parkplatz des Circuito Monteblanco, einer Rennstrecke nahe Sevilla, fällt mir als Erstes die extrem lang gezogene Form der Motorhaube auf. Das schwarze Visorband in Kontrast zum knall- gelben Lack in der Farbe Giallo Modena (benannt nach dem Geburtsort von Enzo Ferrari) wirkt wie ein skulpturales Kunstwerk, erinnert gleichzeitig aber auch an die historischen Klappscheinwerfer, wie sie im originalen Testarossa verbaut wurden. Am Heck dagegen dominieren die beiden nach oben stehenden seitlichen Flossen den Look des Fahrzeugs (die soge- nannten Twin Tails), zwischen denen sich ein aktiver, also beweglicher Spoiler befindet. So performant wie das Design von außen wirkt, so luxuriös wirkt es dagegen im Inneren: Sichtcarbon, Alcantara und gebürstetes Aluminium, so weit das Auge reicht. Der geschwungene, scheinbar schwe- bende Bogen der Mittelkonsole greift, genauso wie diverse andere Designelemente, die Außenfarbe des Fahrzeugs wieder auf. Carbon-Schalensitze schmie- gen sich angenehm an den Körper. Aber was will man von einem Fahrzeug dieser Klasse auch anderes er- warten, immerhin liegt der Einstiegspreis des neuen Testarossa bei rund 450.000 Euro. E VOM FEINSTEN Wer im Inneren des 849 Platz nimmt, möchte nie wieder aussteigen. Unserem Autor gefielen vor allem die Designelemente in der Außenfarbe des Wagens
FERRARI 849 TESTAROSSA Geschwindigkeit 330 KM/H Systemleistung 1050 PS Drehmoment (Benziner) 842 NM 0–100 km/h 2,3 SEKUNDEN Hubraum 3990 CCM Gewicht (trocken) 1570 KG Preis 450.000 EURO
82 FOTOS: PR MMit einem Druck auf den roten Start-Stop-Knopf am Lenkrad starte ich den Wagen – doch es passiert scheinbar gar nichts. Richtig, der Wagen ist ein Hy- brid, ich könnte jetzt rein theoretisch komplett ge- räuschlos vom Hof rollen. Bis zu 25 Kilometer weit. Aber das will ich natürlich nicht. Also schalte ich am Lenkrad den sogenannten E-Manettino-Schalter vom rein elektrischen Modus auf Performance, und schon erwacht hinter mir die Symphonie des acht Zylinder starken Biturbo-Motors. Die spanischen Landstraßen rund um die Rennstrecke sind leider noch etwas nass vom Regen der vergangenen Nacht, weswegen ich das Fahrzeug zunächst in den Wet-Modus stelle. So sorgt der elektrische Allradantrieb dafür, dass ich selbst bei rutschigem Untergrund immer eine gute Traktion auf allen vier Reifen habe. Als die Straße nach circa einer halben Stunde deutlich trockener wird, wage ich mich in den Sport-Modus. Mit jedem Druck auf die Paddels am Lenkrad knallen jetzt die Gän- ge lautstark ins Getriebe, während mir von hinten kleine Explosionen, also künstliche Fehlzündungen des V8-Biturbos, in den Ohren dröhnen. Die 1050 Pferde drücken den Wagen unbarmherzig und ohne Leistungsabbruch zwischen den Gängen immer wei- ter nach vorne. Und auch vom oft zitierten Turboloch ist natürlich dank der Elektrifizierung des Antriebs nicht mal ansatzweise etwas zu spüren. Besonders beeindruckend: die Beschleunigung aus dem Stand. Auf einer leeren Geraden bleibe ich kurz stehen, dann aktiviere ich die Launch Control des Wa- gens. Ich drücke Gas- und Bremspedal gleichzeitig voll durch, drei rote Lampen am Lenkrad leuchten kurz auf, dann lasse ich die Bremse schnalzen, und der Wa- gen katapultiert sich in satten 2,3 Sekunden auf 100 km/h. Die Kraftentfaltung wirkt so brutal auf meinen Körper, dass ich mir in Gedanken eine Notiz mache, in Zukunft im Fitnessclub mehr Übungen für meine Nackenmuskulatur einzuplanen. Noch circa weitere vier Sekunden Vollgas, und ich würde Tempo 200 er- reichen, maximal wären sogar 330 km/h möglich. Da ich solche Geschwindigkeiten jedoch nicht auf öffentlichen Straßen fahren will, wechsele ich in eine rote Variante des Testarossa, die Ferraris Mechaniker extra für die Rennstrecke präpariert haben. Der ent-
DE SIGN-IKONE Zwar stammen die ersten Ferrari-Modelle mit dem Bei- namen Testa Rossa aus den 1950er-Jahren, doch heute verbindet man mit dem Begriff Testarossa vor allem das legendäre Modell aus dem Jahr 1984, das nach zwei Modellpflegen (512TR und F512 M) im Jahr 1996 eingestellt wurde. Der neue 849 Testarossa zitiert in seinem Design neben seinem Namensvetter jedoch auch die klassische Front eines Daytona aus den 1960er- und 70er-Jahren Mit jedem Druck auf die Paddels knallen die Gänge lautstark ins Getriebe scheidende Unterschied: An- statt straßentauglicher „Pirelli P Zero R“-Reifen wurden auf diesem Fahrzeug „Michelin Cup 2“-Semi-Slicks aufgezogen, die speziell für den 849 neu ent- wickelt wurden. Leider meint es der Regengott schon wieder nicht gut mit mir, und ein leich- ter Nieselregen vermasselt mir die Annäherung an die Höchst- geschwindigkeit. Immerhin er- reiche ich die 265 km/h auf der langen Geraden. Viel spannender verhält sich der Wagen jedoch in den Kurven. Trotz Nässe bricht das Heck nur selten aus – und wenn doch einmal, lässt sich der immerhin 1,6 Tonnen schwere Bolide sehr leicht und kontrolliert wieder einfangen. Als der Regen endlich aussetzt und die Strecke etwas trocke- ner wird, schalte ich schließlich in den Track-Modus. Die elektrische Vorderachse in Verbindung mit dem enormen Abtrieb saugt den Wagen förmlich an den Asphalt, während sich Lenkung und Fahrwerk trotzdem leicht und präzise anfühlen. Das liegt auch daran, dass der Bordcomputer im Hintergrund Tau- sende Berechnungen durchführt, um mir immer die maximale Traktion zu ermöglichen. Am Ende bleibt festzuhalten: Wer sich einen Zwölfzylinder mit Saugmotor wünscht, der ist viel- leicht mit einem Ferrari wie dem 12Cilindri besser bedient. Wer jedoch die Vorteile der Hybridisierung – insbesondere bei der Leistung und der Traktion – zu schätzen weiß, den wird der neue Rotschopf bestimmt nicht enttäuschen. Ob das jedoch reicht, damit auch dieser Testarossa zum Synonym einer neuen Ära wird? Bleibt abzuwarten. Ich freue mich jedenfalls, dass beim Testarossa immerhin noch acht Zylinder hinter mir zum Knallen kommen. Denn der nächste Wagen, den Ferrari auf den Markt bringt, ist der Ferrari Luce – das erste vollelektrische Modell aus Maranello. Da knallt dann kein Zylinder mehr. Der Autor testete den Wagen auf Einladung des Herstellers.
enn man über das Geheimnis der itali enischen Lebensart spricht, fällt oft ein Wort: sprezzatura. Man kann es kaum übersetzen, braucht aber nur einen Film mit Marcello Mastroianni oder Sophia Loren anzu schauen, um es zu verstehen: mühe lose Eleganz. Die Kunst, ohne einen Anflug von An strengung auch unter widrigen Um ständen Bella Figura zu machen. Heu te ist das verloren gegangen, doch in den 60erJahren hatten sie’s noch drauf – im Film, in der Mode, im De sign. Selbst das französischste aller Au tos, der Citroën DS, wurde von einem M O T O R Italiener gezeichnet – ebenso wie das deutscheste aller Autos, der Golf I. Aus derselben Feder stammt auch der Iso Rivolta GT: Der junge Designer Giorgetto Giugiaro schuf kurz nach sei nem Studium diese zeitlose Karosserie. Klassische Proportio nen statt Effektha scherei. Sachlichkeit trifft Stilbewusst sein. Wenn man den Schlüssel umdreht und das Wummern des 5,7LiterV8 Motors hört, spürt man, warum dieser GT auch „Riva der Autostrada“ heißt. Zudem verfügt er über ein Fahrwerk mit DeDionHinterachse, Borrani Speichenfelgen und ein Armaturenbrett W Der Schriftsteller Daniel Speck erzählt von der Faszination, die sein ISO RIVOLTA GT auf ihn ausübt – und wie aus dieser Inspiration sein neuestes Buch entstand text DANIEL SPECK fotos GABY GERSTER Mein Schlitten ich 84
MACHEN SIE MIT! Auch Sie lieben Ihren alten Schlitten und wollten außerdem schon immer mal im Playboy vorfahren? Dann schreiben Sie uns. Über sich und Ihr Auto. Ein Foto von Ihnen und Ihrem geliebten Wagen dazu, und schon ist Ihre Bewerbung fertig. Bitte senden Sie sie an: meinschlitten @playboy.de aus Holz, Chrom und Leder. Das Schönste jedoch ist seine Entstehungs geschichte: Der Mailänder Unterneh mer Renzo Rivolta baute in der Nach kriegszeit die Isetta und erfüllte sich 1962 den Traum eines Granturismo, der so schnell und elegant sein sollte wie sein Maserati, aber zuverlässiger. Der Wagen spielte auf Anhieb in der Ober klasse mit, und bald nach dem Iso Ri volta GT folgte der sportliche Zweisit zer Iso Grifo auf demselben Chassis. Er kostete ein Vermögen und ist heute sel tener als der sibirische Säbelzahntiger. Ich hatte Glück, den letzten je ge bauten Rivolta GT zu finden. Laut Ge burtsbrief kam Chassis #797 im Herbst 1969 auf die Welt, exakt zwei Wochen vor mir. Er verbrachte sein Leben ge pflegt angerostet in Deutschland, bis ich ihn 2018 mit 66.000 km auf dem Tacho aus dem Dornröschenschlaf weckte. Die erste Reise ging nach Mailand. In der alten Fabrik, wo er gebaut worden war, traf ich den Sohn des Firmengründers, Piero Rivolta. Wir drehten eine Runde, er erzählte mir seine Lebensgeschichte, und aus dieser Begegnung entstand mein neuer Roman „Villa Rivolta“. Ohne das Auto hätte ich ihn nie ge schrieben. Eher würde Marcello Mastro ianni, wenn er noch lebte, in Bade schlappen eine Pizza Hawaii essen, als dass ich das Auto je wieder verkaufe. ISO RIVOLTA GT Geschwindigkeit 220 KM/H Leistung 300 PS 0–100 km/h 8,4 SEKUNDEN Gewicht 1520 KG Neupreis 1969 35.500 DM Wert heute 160.000 EURO Wertermittlung: classic-analytics.de
unserer Kooperation immer Tissot getragen hat. Das zeigt eine echte emotionale Bindung. Ähnlich ist es bei Damian Lillard. Wir suchen Menschen, die Teil der Marken- welt werden und diese glaubwür- dig repräsentieren. Er ist nicht nur sportlich außergewöhnlich, son- dern auch als Künstler aktiv. Ebenso beeindruckt hat mich Yuki Kawa- mura aus Japan, der trotz seiner ver- gleichsweise geringen Körpergröße (er misst 1,70 Meter, d. Red.) in der NBA durch seine Geschwindigkeit und Technik heraussticht. Wie muss man sich die Koopera tion mit der NBA vorstellen? Ein entscheidender Punkt für uns ist, dass wir als Partner nicht nur Marketing beitragen, sondern echte Technologie liefern, insbesondere im Bereich der Zeitmessung. Die- se Kombination hat letztlich den dern zusätzlich auch der Presenting Partner der European Games. Hat Basketball eine Art Come back in Europa? Ich würde sagen, dass Basketball eigentlich schon immer groß war, aber jetzt deutlich stärker wächst. In meiner Jugend waren Spieler wie Michael Jordan oder Magic John- son weltweit bekannt, heute sind es auch deutsche Spieler wie Dirk Nowitzki oder die Wagner-Brüder. Die WagnerBrüder gehören seit Kurzem ebenfalls zur TissotFami lie – nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Markenbotschafter aus? Für uns ist entscheidend, dass un- sere Botschafter echte Werte ver- körpern und eine authentische Ver- bindung zur Marke haben. Es geht nicht darum, einfach bekannte Ge- sichter einzusetzen. Tony Parker ist ein gutes Beispiel, da er schon vor err Dolla, wir treffen uns heute im Rahmen des NBA-Spiels Orlando Magic gegen Memphis Grizzlies in Berlin. Wa rum findet ein US-Bas ketballspiel eigentlich in Deutschland statt? Europa ist für die NBA einer der am schnellsten wachsenden Märk- te. Deshalb ist die Region für die NBA strategisch sehr relevant. Die Spiele, die hier stattfinden, sind kei- ne Show-Veranstaltungen, sondern zählen ganz normal für die Meister- schaft. Außerdem kommen immer mehr Spieler, die in der Liga eine wichtige Rolle spielen, aus Euro- pa. Auch für uns ist Europa enorm wichtig, da es zuletzt unsere am schnellsten wachsende Region war. Deswegen ist Tissot nicht nur der offizielle Zeitnehmer der NBA, son- I N T E R V I E W „Sport ist für uns eine emotionale Plattform“ Mit Themen wie Basketball, MotoGP oder Tour de France spricht die Uhrenmarke Tissot eine sportliche Zielgruppe an. Warum das gut passt, erklärt uns Tissot- Chef SYLVAIN DOLLA H interview MICHAEL BRUNNBAUER IMPULS GEBER Seit knapp sechs Jahren leitet Sylvain Dolla die Marke Tissot. Seinen absoluten Bestseller, die Tissot „PRX“, trägt er fast täglich am Handgelenk 86
FOTOS: PR Ausschlag gegeben. Außerdem ist Basketball eine der wenigen Mann- schaftssportarten, bei denen Zeit eine sehr zentrale Rolle spielt. Die 24-Sekunden-Regel, die Spielzeit und die Time-outs sorgen dafür, dass Spieler permanent auf die Uhr schauen müssen. Diese starke Ver- bindung zum Faktor Zeit haben wir bewusst in unsere Produkte über- tragen. Bei unseren NBA-Modellen finden sich Elemente wie die 24 Sekunden im Design wieder, das Zifferblatt erinnert an einen Bas- ketball, und die Typografie orien- tiert sich an den Trikotnummern der Spieler. Auf der Rückseite der Uhren sind zudem die Teams ein- graviert. Es geht also nicht nur um ein Logo, sondern um eine Integra- tion der Sportart in das Produkt. Haben Sie selbst früher Basket- ball gespielt? Ja, allerdings nur sehr kurz. Ich er- innere mich noch genau an mein erstes Turnierspiel: Ich war zwölf Jahre alt, und unser Team verlor mit 73 : 0. Am nächsten Tag habe ich beschlossen, mit Basketball aufzuhören, und bin zu Tischten- nis gewechselt (lacht). Tissot ist auch in anderen Sport- arten wie der MotoGP oder der Tour de France aktiv. Warum? Sport ist für uns eine emotionale Plattform, um weltweit sichtbar zu sein. Gleichzeitig ist es wichtig, dass diese Präsenz legitim ist. Wir sind nicht nur Sponsor, sondern liefern tatsächlich die Zeitmesstechnolo- gie, beispielsweise beim Fotofinish oder bei Zeitnahmen. Dadurch entsteht eine glaubwürdige Verbin- dung zwischen Marke und Sport. Sie kommen ursprünglich aus der Consumer-Electronics-Welt. Was ist der größte Unterschied zur Uhrenbranche? Es handelt sich um zwei völlig un- terschiedliche Welten. In der Con- sumer-Electronics-Branche sind Pro- dukte meist kurzlebig und werden schnell durch neue Technologien ersetzt. Der Fokus liegt stark auf kurzfristigem Wettbewerb. In der Uhrenindustrie hingegen stehen emotionale Momente im Vorder- grund. Uhren werden zu besonderen Anlässen gekauft und oft über Ge- nerationen hinweg weitergegeben. Dieser emotionale Aspekt macht den entscheidenden Unterschied. Wenn jemand noch nie von Tissot gehört hat: Wie würden Sie ihm die Marke beschreiben? Tissot ist eine Marke, die hoch- wertige Schweizer Uhrmacherei mit Innovation und Tradition ver- bindet und gleichzeitig dafür sorgt, dass diese Qualität für ein breites Publikum zugänglich bleibt. Lassen Sie mich anders fragen: Wenn Tissot eine Automarke wäre, dann welche? Hm, historisch gesehen müsste ich Alpine sagen, da wir lange mit der Marke zusammengearbeitet haben und sie für technologische Präzisi- on und gutes Design steht. Interes- santerweise zeigen Datenanalysen, dass Menschen, die Tissot mögen, in der Regel auch Fans der Marke BMW sind. Und in der Tat, ich bin selbst ein überzeugter BMW- Fahrer. Aber vielleicht bin ich auch nicht repräsentativ, meine Frau ist nämlich zur Hälfte deutsch, daher ist ein deutscher Wagen Pflicht in unserer Garage. Welches Tissot-Modell sollte man unbedingt kennen? Es ist schwierig, ein einzelnes Mo- dell zu empfehlen, da Uhren sehr persönliche Produkte sind. Wenn ich jedoch aus meiner eigenen Pers- pektive spreche, würde ich die „PRC 100 Solar“ nennen, da sie für unsere Innovationskraft steht. Außerdem ist die „PRX“ mit blauem Ziffer- blatt und mechanischem Werk mei- ne persönliche Lieblingsuhr, die ich auch im Alltag am häufigsten trage. Die „PRX“ war in den letzten Jah- ren der absolute Top-Seller der Marke, haben Sie mit einem sol- chen Erfolg gerechnet? Nein, überhaupt nicht. Ich habe das Modell in meiner ersten Wo- che bei Tissot entdeckt, basierend auf einem Design aus den 1970er- Jahren. Viele im Team waren zu- nächst skeptisch, aber ich hatte ein gutes Gefühl, und wir haben uns entschieden, es umzusetzen. Am Ende entwickelte sich die „PRX“ zu einem riesigen Erfolg. Das lag an einer Kombination aus starkem Design, dem richtigen Timing und einer Kampagne, die emotional gut funktioniert hat. Dieses Jahr folgt eine Neuauflage der Tissot „Gentleman“. Was kön- nen Sie dazu schon sagen? Wir legen die Uhr in einer neu- en Version in einem 38 Millimeter großen Gehäuse auf. Dadurch wirkt sie etwas kompakter und filigraner, bleibt aber der ursprünglichen DNA des Modells treu. Die Uhr steht für elegante Alltagstauglichkeit und rich- tet sich an Menschen, die Gelassen- heit, Präzision und subtile Eleganz schätzen – meines Wissens Werte, die auch beim Playboy und seinen Lesern hoch im Kurs stehen. KLEINE S GEHÄUSE Tissot kann nicht nur sportlich, sondern auch elegant auftreten: Mit der Tissot „Gentleman“ im dezent kleineren 38-Millimeter-Gehäuse bietet die Marke eine Automatik-Uhr, die man sowohl im Büro als auch beim Dinner tragen kann, 795 Euro GROSSE BRÜDER Seit Anfang des Jahres unterstützen auch die aus der NBA bekannten Basketballspieler und Brüder Moritz und Franz Wagner (l.) die Schweizer Uhren- marke. An ihrem Handgelenk: die Tissot „Super- sport NBA Special Edition“, 495 Euro
88 U H R E N - K O L U M N E Schweizer Wunder W Begeistert vom Design und den technischen Daten einer Uhr, weiß man noch lange nicht: Wie macht sich das gute Stück am Arm? Anlässlich der Uhrenmesse WATCHES AND WONDERS präsentiert unser Uhrenexperte Michael Brunnbauer dieses Mal fünf seiner Favoriten, die er in Genf Probe tragen durfte Wer jetzt erwartet, dass ich hier wie andere Jour- nalisten die neue Rolex „Daytona“ oder das Jubilee Dial anlässlich der 100 Jahre „Oyster Perpetual“ abfeiere oder die limitierte „Nautilus“-Edition von Patek Philippe zum 50. Jubiläum der Uhr zeige, den muss ich enttäuschen. Meine Wahl fiel auf fünf weniger offensichtliche, dafür aber meiner Meinung nach deutlich spannendere Highlights aus Genf ... 1 2 redaktion MICHAEL BRUNNBAUER Seltenes Fundstück Während Metalle oder Legierungen wie Stahl und Titan bei Lu- xusuhren häufig zu finden sind, sieht man Materialien wie Bronze, Silber oder Platin eher selten am Handgelenk. Richtig exotisch ist jedoch eine Uhr aus Tantal. Das liegt vor allem daran, dass dieses Metall aufgrund seiner extremen Härte und eines Schmelzpunkts bei circa 3000 °C nur schwer zu bearbeiten ist. Umso überraschter war ich, mit der Zenith „G.F.J. Tantal“ (82.700 Euro, limitiert auf 20 Stück, siehe Bild) und der H. Moser & Cie „Endeavour Per- petual Calendar Concept Tantalum“ (ca. 80.000 Euro, 50 Stück) gleich zwei Modelle aus dem seltenen Werkstoff zu entdecken. Sprung zurück Nach sieben Jahren Abstinenz kehrt die Marke Audemars Piguet auf die Uhren- messe in Genf zurück. Und zwar mit einem Messestand, der mit über 100 his- torischen Exponaten einem kleinen, aber imposanten Museum gleicht. Es wurden jedoch auch knapp 20 neue Uhren gezeigt, neben zahlreichen „Royal Oak“- Modellen aus Gold, Titan oder Keramik und einer ultraraffinierten Taschenuhr „Heritage 150“ (passend zum 150. Jubi- läum im letzten Jahr) stach mir vor allem die „Neo Frame“ (Preis: 64.900 Euro) ins Auge – eine Uhr mit springender Stunde, die anstatt eines Zifferblatts nur zwei kleine Fenster besitzt, in denen so- wohl die Stunde als auch die Minute in Ziffern angezeigt werden.
FOTOS: PR Gebaut für den Weltraum Wer sich mit der Geschichte mechani scher Uhren auskennt, weiß: Die erste Uhr auf dem Mond war eine Omega „Speedmaster“. Allerdings wurde der Chronograph nicht eigens für den ex traterrestrischen Einsatz entwickelt – im Unterschied zur neuen IWC „Pilot’s Venturer Vertical Drive“: Die GMTUhr (Preis: 28.600 Euro) wurde tatsächlich speziell fürs All entwickelt. Damit der Astronaut die Zeit auch im Raumanzug mit Handschuhen einstellen kann, betä tigt er anstatt einer Krone eine drehbare Lünette in Kombination mit einem Kippschalter an der Seite. Das geht so wohl schwere als auch mühelos. Rundes Labyrinth Fressen oder gefressen werden – das legendäre Videospiel „Pac Man“ stand schon immer für den Kreislauf des Lebens. Die Marke Krayon überträgt diese Symbolik von „PacMan“ (inklusive der gel ben Figur, handbemalter Früchte und Geister) auf eine mechanische Uhr aus Platin (15 Stück, circa 200.000 Euro). Und zwar wortwört lich, denn innerhalb von 24 Stunden kreist PacMan einmal um das Zifferblatt (und dient dabei als Tag/NachtAnzeige), wäh rend andere aus dem Spiel bekannte Objekte wie der große Keks oder die Geister Sonnenuntergang, Mitternacht und Sonnenaufgang anzeigen. 3 4 5 Pumpe fürs Handgelenk Wer wie ich ein Kind der 1980erJahre ist, kennt ihn: den ReebokPump Basketballschuh. Mithilfe eines Knopfs auf der Zunge konnte man bei dem Schuh kleine Luftkissen im Inneren aufpumpen, um den Halt der Füße zu optimieren. Die Marke H. Moser & Cie. überträgt die Tech nologie nun auf eine mechanische Uhr, nur dass beim Betätigen des Drückers die Uhr nicht aufgepumpt, sondern aufgeladen wird. Ein mal drücken bringt etwa eine Stunde – bei einer totalen Gangreserve von 74 Stunden. Der Clou: Zu jeder der auf 250 Stück limitierten Uhren (jeweils in Weiß und Schwarz, ca. 34.000 Euro) gibt es das passende Paar ReebokPumpSchuhe mit „H. Moser & Cie.“Schriftzug.
91 Endlich Sommer! Unsere Miss Juni – die 24 Jahre junge NOÉMIE NEUENS – setzt vor der Küste Portugals schon mal die Segel. Und macht die Leinen los. Auch die ihres Bikinis ... fotos ANA DIAS produktion GONÇALO JORGE P L A Y M A T E emi Noé
93 CREATIVE DIRECTOR: SMILEY STEVENS; HAARE & MAKE-UP: CARLA TKACHOV (RAQUEL BATALHA TEAM); VIDEO: FILIPE FIGUEIREDO; AERIAL IMAGERY: PEDRO BARRADAS; BOAT CREW: ANDRÉ CIPRIANO, RUI RODRIGUES, BEATRIZ FILIPA
NOCH MEHR HEISSE BILDER von NOÉMIE gibt’s hier: premium.playboy.de
98
M I S S J U N I
N o é m i e N e u e n s Die Natürliche Miss Juni zu sein ist für mich eine Ehre. Es fühlt sich unglaublich an, Teil dieser Geschichte zu sein: Playboy ist für mich eine Platt- form, die Frauen weltweit stärkt und ihnen zeigt, wie schön und selbstbewusst sie sein können. Ich war nach dem Shooting noch so voller Energie und aufgedreht, dass ich abends im Hotelzimmer getanzt und gesungen habe. Nackt vor der Kamera zu stehen fühlt sich für mich gut an. Ich habe ge- lernt, mich in meiner Haut wohl- zufühlen. Für mich geht es dabei nicht nur um Äußerlichkeiten, sondern vor allem darum, sich selbst anzunehmen und dieses Gefühl nach außen zu tragen. Die Freie Ich arbeite aktuell als Model, gleichzeitig aber auch kreativ hin- ter den Kulissen – helfe bei der traktiv. Intimität spielt für mich eine zentrale Rolle in einer Bezie- hung – sie verbindet auf allen Ebenen und macht echte Nähe überhaupt erst möglich. Die Sinnliche Sexy fühle ich mich in Momenten, in denen ich mich herausfordere, zum Beispiel beim Surfen oder nach einem intensiven Work-out. Es kann aber auch etwas ganz Ein- faches sein wie nach einer langen Dusche. Am Ende kommt es im- mer auf mein Gefühl, mein Selbst- bewusstsein an, egal, wo. Ich hatte das Glück, viele wunderschöne Orte kennenzulernen – Namibia und Mosambik gehören definitiv zu meinen Favoriten. Gleichzeitig zieht es mich nach Brasilien. Mei- ne Botschaft an die Welt ist: Be- handle dich selbst so, wie du deine beste Freundin behandeln würdest – und sei immer mitfühlend! Produktion, der Location-Suche bis hin zum Styling. Und ich liebe es, neue Orte zu entdecken. Der Lebensstil als Model ermöglicht es mir aber auch, auf meinen Körper und mein Wohlbefinden zu achten – Ernährung, Bewegung und Ba- lance sind für mich essenziell. In meiner Freizeit tanze ich gern, schon als Kind habe ich stunden- lang in meinem Zimmer getanzt, bis meine Eltern mich gebeten ha- ben, die Musik leiser zu machen. Die Gefühlvolle Vom Charakter her bin ich intuitiv und sehr sensibel für die Energien um mich herum. Ich liebe kleine Gesten, die genauso gedacht sind, wie sie wirken. Bei Männern achte ich vor allem auf den Charakter: Selbstbewusstsein, Bodenständig- keit und emotionale Intelligenz sind für mich entscheidend. Und Authentizität ist unglaublich at- geburtsdatum 11. JULI 2001 geburtsort LUXEMBURG wohnort LUXEMBURG maße 88-59-87 größe 167 CM Instagram @NOEMIENEUENS
Bei der Séance, einer spiritistischen Sitzung, spricht das Medium in gedehntem Tonfall: „Jetzt sehe ich den Geist Ihrer Frau …“ Robert: „Oh, was sagt sie denn?“ Das Medium horcht, dann flüstert es: „Nichts.“ Robert winkt ab: „Dann ist es nicht meine Frau.“ Beim Bewerbungsgespräch: „Wie viele Sprachen sprechen Sie?“ – „Fünf.“ – „Oh, nicht schlecht! Sagen Sie doch mal was auf Französisch!“ – „Hola, ¿qué tal?“ – „Das war Spanisch.“ – „Dann sechs.“ Der Jockey beendet das Rennen als Letzter. Der Gestütsbesitzer kommt zu ihm und schimpft: ,,Sie Depp hätten doch viel schneller im Ziel sein können!“ Darauf der Jockey: ,,Natürlich hätte ich das. Aber ich musste ja bei Ihrem dämlichen Pferd bleiben!“ Ein Mann beim Optiker: „Ich brauche eine neue Brille.“ Optiker: „Ihre alte ist wohl nicht mehr scharf genug?“ – „Das geht Sie einen Scheißdreck an!“ Ein Mann kommt zum HNO-Arzt und sagt: „Ich glaube, meine Frau hört schlecht.“ Der Arzt rät ihm, einen Hörtest mit seiner Frau zu machen. Er geht nach Hause, schaut in die Küche, wo seine Gattin am Herd steht und das Mittagessen zubereitet, und er fragt laut: „Was gibt es zu essen?“ Keine Antwort. Er geht zwei Schritte näher ran und fragt erneut. Wieder keine Antwort. Da stellt er sich ganz dicht hinter sie und fragt noch einmal. Sie dreht sich um und schreit ihn an: „Zum dritten Mal: Bratkartoffeln!“ Ein Einbrecher schleicht nachts durch eine stockfinstere Wohnung, da hört er eine Stimme: „Ich sehe dich, und Jesus sieht dich auch!“ Er erschrickt fast zu Tode, knipst die Taschenlampe an und sieht auf einer Stange einen Papagei, der kräht wieder los: „Ich sehe dich, und Jesus sieht dich auch!“ Meint der Einbrecher: „Hast du mich erschreckt. Wie heißt du?“ – „Elfriede.“ – „Elfriede ist ja ein blöder Name für einen Papagei!“ Sagt der Vogel: „Na und? Jesus ist auch ein blöder Name für einen Rottweiler.“ „Mama wie hast du dich eigentlich in Papa verliebt?“ – „Es war ein Herbstnachmittag. Die Vögel sangen, und wir machten ein Picknick auf einer Wiese. Er hatte das Besteck vergessen, und ich sah, wie er ohne Löffel sehr geschickt, gründlich und voller Hingabe einen Becher Joghurt ausleckte.“ – „Mama! Bitte!“ Sitzt ein 40 Jahre alter Single, der verzweifelt auf der Suche nach einer Partnerin ist, bei der Wahrsagerin. Sie schaut in die Kugel und sagt: „Herr Winkelhofer, ich sehe Ihre zukünftige Frau!“ Er ganz aufgeregt: „Wie schön! Und wie heißt sie?!“ Die Wahrsagerin: „Frau Winkelhofer.“ Ein Polizist hält einen 92 Jahre alten Autofahrer an: „Sie wissen schon, dass Sie mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort gefahren sind, oder? Haben Sie dafür eine Erklärung?“ – „Ja, Herr Wachtmeister, wenn ich zu langsam fahre, vergesse ich, wo ich hinwollte!“ Fragt die eine Schlange die andere: „Sind wir eigentlich giftig?“ Sagt die andere: „Nein, wieso?“ – „Puh, Glück gehabt! Ich hab mir nämlich gerade auf die Zunge gebissen!“ H U M O R Wie lautet das UROLOGISCHE GRUNDGESETZ? „Die Würde des Mannes ist unten tastbar.“ HUMOR WIRD BELOHNT . . . Wenn Sie einen Witz beisteuern, erhalten Sie von Playboy als Dankeschön eine Flasche Jack Daniel’s Bonded, hergestellt nach dem originalen Bottled-in-Bond- Verfahren, das seit 1897 zu den am strengsten regulierten Arten der Whiskey-Herstellung gehört: Die Bonded Whiskeys wie der unverwechselbare Jack Daniel’s Bonded werden in einer Saison in einem einzigen Brenner destilliert, anschließend vier Jahre in hand- gefertigten Eichenfässern gereift und mit 100 Proof abgefüllt. Unsere Anschrift: PLAYBOY KOUNELI MEDIA GMBH Stichwort: „Playboy Witz“ Kaiser-Ludwig-Platz 5 80336 München E-Mail: leserservice@playboy.de Leider können wir nicht alle Einsendungen berücksichtigen. Es gelten unsere Teilnahmebedingungen, die Sie bei den Bezugsquellen hinten im Heft finden.
ILLUSTRATION: BIRGIT DODENHOFF/CATPRINT MEDIA GMBH 105 C A R T O O N
107 ILLUSTRATION: MICHAEL PLEESZ FÜR PLAYBOY; FOTO: URSULA SCHMITZ S T R E I T S C H R I F T Sprechen wir über dicke Menschen, dann ist ein Urteil schnell gefällt: ungesund, leistungsunwillig, denen „muss man Beine“ machen im wahrsten Sinne des Wor tes. Sie sollen sich mehr bewegen, die Fetten, weniger essen und sich endlich um sich selbst kümmern. Sonst fügen sie der Volkswirtschaft Schaden zu und bringen das Gesundheitssystem an seine Grenzen – eine aus mei ner Sicht völlig infame Erzählung. Der dicke Körper wird in der Öffentlichkeit derartig schlechtgeredet und zum Sündenbock für Probleme gestempelt, dass man als dicker Mensch oft das Gefühl hat, es gebe in der Gesell schaft keinen Platz für uns Mehrgewichtige. Zwar ist den meisten Menschen der westlichen Welt das Thema Diskriminierung per se nicht fremd. Doch im Fall von dicken Menschen lassen sie wenig Sensibilität erkennen. Bodyshaming gilt im Vergleich zu sexistischen oder rassistischen Beleidigungen als weniger verwerflich. Denn in den Augen vieler Men schen scheint klar zu sein: Dicke sind an ihrem Kör perumfang selbst schuld, und so erscheint Body shaming als adäquates Mittel, um uns immer wieder daran zu erinnern. „Mit Bodypositivity sucht ihr doch nur eine Ausrede, um fett bleiben zu können“, schrieb unlängst ein User unter einen meiner Insta gramPosts. Denn das Vorurteil besagt, Dicke er nährten sich einfach ungesund und bewegten sich nicht genug. Weshalb Typen wie mein unverschäm ter Follower glauben, Gesundheitskosten für mich mitzahlen zu müssen. Das ist zum einen völliger Un sinn – Essverhalten und Lebensstil betreffen die gan ze Gesellschaft, nicht nur Dicke. Und zum anderen ist dies gar nicht der entscheidende Punkt. Der Punkt ist unsere körperliche Autonomie: Es hat nie manden etwas anzugehen, wie wir Dicken aussehen oder wie wir aussehen wollen. Ich bestimme, wie ich lebe. Nämlich so, dass es mir gut geht. Mein Körper, meine Entscheidung. Alles klar? Die Medizin weiß längst, dass der BodyMassIn dex zur Klassifizierung sogenannten Übergewichts kein optimaler Wert ist, um zu beurteilen, wie gesund oder ungesund jemand lebt. Diagnosen lassen sich mittlerweile nuancierter und individueller stellen. Nicht jeder dicke Mensch ist krank oder hat einen bedenklichen Lebensstil. Der Grund dafür, dass Mehrgewichtige das Gesundheitssystem belasten, liegt – in den wirklich skandalösen Fällen – beim System selbst. Viele Mehrgewichtige nämlich gehen nicht zur Vorsorge und zu Untersuchungen, weil sie DIE AUTORIN Die Wienerin Martina „Bobby“ Herrmann- Thurner, Jahrgang 1980, ist Expertin für Gewichtsdiskriminie- rung, Plus-Size-Mode und positives Körper- bewusstsein. In ihrem 2015 gegründeten Blogazine Curvect. com schreibt sie über die Belange Mehrgewichtiger und Selbstakzeptanz, mit Justyna Ziarko gründete sie den Podcast „Fat Business“. Unter diesem Titel erschien 2025 auch ihr erstes Buch Lasst die Dicken in Ruhe!Sogenannte Übergewichtige werden als einzige gesellschaftliche Gruppe noch immer ganz offen diskriminiert – in allen Lebensbereichen, sagt unsere Autorin. Ihr reicht’s … S
108 FOTO: PR Angst vor Beleidigungen haben, vor Demütigungen – und am schlimmsten: vor Fehldiagnosen. Und das zu Recht! Erfahrungen dieser Art führen dazu, dass „die Medizin“ Dicke oft erst sieht, wenn es schon fast zu spät ist. Ein Beispiel: Ich selbst durfte mich bei einem Arztbesuch nicht auf die Liege legen, weil diese nicht für Patienten über 100 Kilo gemacht sei. „Kein Mensch muss über 100 Kilo haben. Deshalb investiere ich nicht in eine Liege, die für mehr Kilo ausgelegt ist“, sagte eine Ärztin zu mir und verwehrte mir eine umfassende Untersuchung. Erzäh- le ich so etwas, glauben es viele Leute nicht. Ich würde lügen, das könne gar nicht sein – und doch ist es Alltag für dicke Menschen im medizinischen Umfeld. Ein einziger Spießrutenlauf. en wundert es da, dass der gemeine Laie auf der Stra- ße und im Netz keine hö- here Meinung von uns Di- cken hat? „Du bist so fett“, kommentierte ein User einen meiner Instagram-Posts, in dem ich darüber spreche, dass es mehr Menschlichkeit im Umgang mit Mehrge- wichtigen brauche. Danke für die Info! Glaubt ihr eigentlich, wenn ihr uns so etwas sagt, dass wir aus allen Wolken fallen? Als würden wir sonst nicht mer- ken, dass wir dick sind. Dennoch begegnen mir – ob privat oder in meiner Arbeit – solche Bemerkungen immer wieder. Und leider nicht nur mir allein, was massive Auswirkungen auf die Gesundheit und in der Folge auch auf die Wirtschaft hat. 2019 kam ein Harvard-Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass Körperunzufriedenheit allein in den USA jährlich geschätzte Kosten von 305 Milliarden Dollar verur- sacht. Kostenintensive Behandlungen psychischer Erkrankungen, Produktivitätsverluste am Arbeits- platz und eine verminderte Lebensqualität der Be- troffenen spielen da hinein. Mehr als 45 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner leiden unter star- ker Körperunzufriedenheit, die Angststörungen, De- pressionen, Essstörungen und Substanzmissbrauch zur Folge hat. Das ist nur logisch, wenn das gesamte System – jedenfalls die Mehrheit der Personalent- scheider – in der westlichen Welt mitspielt: Dünne Frauen verdienen mehr und legen bessere Karrieren hin als dicke, das ist ein wissenschaftlich bewiesener Fakt. Dicke Männer sind von der Ungerechtigkeit seltener betroffen, denn wenn es ums Äußere und die vermeintliche Schönheit geht, gelten für Frauen und Männer unterschiedliche Regeln. Lange Zeit prägte das Bild des „stattlichen Mannes“ die Per- spektive auf Männer. Was wir daraus lernen? Bodyshaming hilft nie- mandem weiter. Wenn man Dicke beleidigt und er- niedrigt, entsteht kein besseres Körpergefühl, son- dern ein gesellschaftliches Problem. Seit Jahren steigen die Zahlen von essgestörten Jugendlichen, vor allem 12- bis 17-jährige Mädchen sind betroffen. Nach Daten der Kaufmännischen Krankenkasse ha- ben Magersucht und andere Essstörungen zwischen 2019 und 2023 in Deutschland um fast 50 Prozent zugenommen. Und auch vermeintlich gesunde, sportlich-schlanke Menschen verursachen Kosten für das Gesundheitssystem – mit rund zwei Millionen Sportverletzungen jährlich, die nicht als solche be- kannt sind, weil die Krankenkassen sie nach eigener Aussage nicht gesondert erfassen. Auch deshalb ma- chen mich einseitig gespielte Nachrichten wie die OECD-Zahlen wütend, denen zufolge „in den OECD-Ländern im Schnitt etwa acht Prozent der Gesundheitsausgaben in den Jahren 2020 bis 2050 auf die Behandlung von Krankheiten entfallen, die mit Adipositas in Zusammenhang stehen“. Das ganze Bild zu sehen brächte uns wesentlich weiter. Wichtig scheint mir aber – so viel zum Schluss –, dass nicht die Wut bleibt. Denn Wut allein bringt nichts. Sie kann produktiv sein und zu Veränderun- gen beitragen. Zur Veränderung gehört aber auch, dass wir miteinander sprechen, dass wir einen ande- ren Blick auf dicke Menschen zulassen – und vor allem: dass mit dicken Menschen geredet wird und nicht nur über sie! Denn ein glückliches Leben und Zufriedenheit wünschen wir uns schließlich alle. Dünne wie Dicke. Dazu sollten wir uns alle ent- gegenkommen. „Wenn man Dicke erniedrigt, entsteht kein besseres Körper- gefühl, sondern ein gesellschaftliches Problem“ W IHR AKTUELLE S BUCH Unlängst erschien von Bobby Herrmann- Thurner „Fat Business. Dicke sind nicht das Problem: für eine Kehrtwende von Politik, Medizin und Wirtschaft“ (Kremayr & Scheriau, 25 Euro)
FOTOS: EDEN BAR (4), PRIVAT er Eden hört, denkt ans Paradies – und wer die Aufnahmen unserer frisch gekürten Playmate des Jahres 2026 sieht, kann sich auch vorstellen, wie das Paradies aussieht. Die Playboy-Bilder von Leonie Splitter sind eine Hommage an Marilyn Monroe, aufgenommen zum 100. Geburtstag der Playboy-Ikone – und zwar in legendärem Ambiente: Die Wiener „Eden Bar“ gilt in Österreichs Hauptstadt und darüber hinaus als Institution. Romy Schneider, Zsa Zsa Gabor, Jack Lemmon oder Helmut Newton – sie alle waren schon zu Besuch in dem 1911 erbauten Haus, das sich in den Goldenen 1920ern zum glamourösen Treffpunkt der High Society entwickelte und spätestens seit den 1950er- Jahren auch ein internationales Publikum anzieht. Eine große Auswahl erlesener Champagner, charmante Live- Musik am Abend und ein unvergleichliches Ambiente: Bis heute hält sich der Kultstatus der Champagner- und Tanz-Bar in Wiens erstem Bezirk. Eine Szene-Bar, die diese Bezeichnung wie kaum eine zweite verdient. Mehr Informationen finden Sie unter edenbar.at W MARKEN-KOOPERATION
Herr Plein, Sie sind einer der we nigen deutschen Designer, die weltweit den ganz großen Durch bruch schafften. Als was sehen Sie sich heute – als Designer, als Unternehmer, oder sind Sie die Marke selbst? Ich bin in erster Linie Träumer und Unternehmer. Ich war schon immer unternehmerisch motiviert und habe mir bewusst eine Branche ausgesucht, von der ich am Anfang keine Ahnung hatte. Erst waren es Möbel, dann Mode, dann kamen weitere Segmente dazu. Natürlich repräsentiere ich die Marke nach außen, ich bin das Gesicht, auch das Maskottchen, wenn man so will. Welche unternehmerische Ent scheidung war rückblickend die wichtigste für Ihren Erfolg? Ganz klar: mein Studium abzubre- chen. Ich habe Jura studiert, war im dritten Jahr – und aufzuhören war eine extrem harte, aber essen- zielle Entscheidung. Danach gab es keinen Weg zurück. Gibt es eine Entscheidung, über die Sie im Rückblick sagen: Das hätte ich besser anders gemacht? Unternehmerisch? Nein. Wirk- lich nicht. Ich habe aus allem bruch, den jeder spürt, aber nie- mand wirklich greifen kann. Was ist in diesem Zusammenhang die größte Herausforderung? Was wird schwierig? Ich glaube nicht, dass etwas schwie- riger wird. Im Gegenteil: Alles wird einfacher. Das Leben wurde für den Menschen immer bequemer. Früher musste man Feuer machen, heute dreht man die Heizung auf. Früher ist man geritten, heute fährt man Auto. Wenn ich an das erste Mobiltelefon denke, das mein Vater hatte, das war groß wie ein Ziegel- stein. Und wenn ich sehe, was AI heute schon … Ich schreibe heute in einer Minute Briefe, für die ich früher eine Stunde gebraucht habe. Sie als Typ und Ihre Brand pola risieren, provozieren. Ist das kal kuliert – oder einfach Teil Ihrer Persönlichkeit? Klar ist das kalkuliert. Und man polarisiert automatisch, wenn man anders ist. Ich habe mich immer als Außenseiter gesehen, weil ich das war und teils immer noch bin. Ich fühle mich in dieser Rolle wohl. etwas mitgenommen – entweder Erfolg oder eine Lehre. Ich habe nie etwas bereut im Business. Pri- vat vielleicht mal, aber das ist eine andere Geschichte. Von außen wirkt es, als sei die Marke Philipp Plein extrem schnell gewachsen. Überhaupt nicht. Es hat sehr lange gedauert, aber das bekommt man von außen nicht mit. Ich bin seit fast 30 Jahren im Geschäft. Fünf bis zehn Jahre lang wusste niemand, was Philipp Plein ist oder wofür Philipp Plein steht. Das waren har- te, kalte Jahre. Und ehrlich gesagt: Wir sind im Vergleich zu unseren Mitbewerbern relativ klein. Wir sind eine Nischenmarke – und ge- nau da fühlen wir uns wohl. Was reizt Sie heute mehr: weite res Wachstum, mehr Kontrolle und Präzision? Die größte Herausforderung ist, sich an den Wandel unserer Zeit anzupassen. Neue Technologien, verändertes Konsumverhalten, eine komplett neue Medienlandschaft. Wir sind mitten in einem Um- hDer Münchner Philipp Plein, 48, macht als einer der global erfolgreichsten Designer mit Mode und Luxusartikeln seiner in Lugano ansässigen Firmengruppe mehr als 200 Millionen Euro Jahresumsatz, betreibt Stores in aller Welt sowie ein Hotel und Gastronomie in Mailand interview CHRISTOPH LANDSGESELL
111 FOTOS: INSTAGRAM.COM/PHILIPPPLEIN (2), PR Ich provoziere nicht um der Provo- kation willen. Ich mache das, was mir Spaß macht und was ich für richtig halte. Aber wenn du nicht dem Mainstream folgst, bekommst du schnell ein Label: „King of Bling“. Solche Stempel bleiben, damit muss man umgehen. Wäre das ein Ratschlag: bewusst anders zu sein? Nein. Bei mir war das zu Beginn ein Geschäftsmodell. Niemand braucht ein neues Modelabel, der Markt ist komplett gesättigt. Also benötigst du einen Grund, warum jemand dein Produkt kaufen soll: Entweder es ist günstiger – oder eben anders. Unser Credo war im- mer: born to be different. Wenn du anders bist, kannst du auch ande- re Preise durchsetzen. Du sprichst vielleicht nicht alle an, aber deine Zielgruppe. In der Duftindustrie zum Beispiel reichen fünf Prozent Marktanteil, um Marktführer zu sein. Du brauchst keinen Main- stream-Erfolg. Du musst nur deine Zielgruppe erreichen, dann bist du die Nummer eins. Was ist für Sie guter Stil? Stil ist hochgradig subjektiv, da- runter versteht jeder etwas ande- res. Den meisten geht es aber da- rum, nicht aufzufallen oder aus der Masse herauszustechen. Deshalb tragen sie eher unauffällige Klei- dung. Echter Stil bedeutet, sich wohlzufühlen. Es gibt Menschen, die kannst du dir nur im Anzug vorstellen – und das ist ihr Stil. Gut oder schlecht gibt es da nicht. Wichtig ist, dass es zu einem passt. Sind Männer heute modebewuss- ter als vor 10, 20 Jahren? Absolut. Und das fing mit David Beckham an. Er war der Erste, der dieses Metrosexuelle in den Mainstream gebracht hat. Fuß- baller haben eine riesige, globale Audience – und er hat gezeigt, dass Männer sich mit Mode beschäfti- gen dürfen. Auch vor Beckham gab es schon Männer, die sich für Fashion interessiert haben, aber es gab keine Mainstream-Figur, an der sich Männer orientiert haben. Er war der Erste, der plötzlich an- dere Frisuren getragen hat, andere Klamotten, der sich anders prä- sentiert hat. Und genau dadurch wurde er zur ersten wirklichen Stil-Ikone für Männer. Auch für diejenigen, die mit Mode vorher überhaupt nichts am Hut hatten. Wer wäre der David Beckham von heute? Ganz ehrlich: Ich wüsste keinen. Die Welt ist viel zu fragmentiert geworden. Es gibt nicht mehr diese eine Figur, diesen einen Trend, an dem sich alle orientieren. Social Me- dia hat alles aufgesplittert. Für Män- ner sind die größten globalen Stars aber nach wie vor Fußballspieler. Sie leben mittlerweile im Ausland. Wie blicken Sie aus der Distanz auf Deutschland – modisch und gesellschaftlich? Deutschland ist modisch sehr konservativ, sehr uniform. We- nig Farbe, wenig Risiko, andere Länder wie Italien sind da deut- lich innovativer. Aber das ist Teil der eigenen Kultur – und das ist doch schön, das ist auch okay. Ich habe zwar nicht vor zurückzu- kommen, halte Deutschland aber nach wie vor für ein starkes Land mit enormer sozialer Sicherheit. Auch wenn es viele hausgemachte Probleme gibt, kenne ich wenige Länder, in denen man sich – noch – so sicher fühlen kann. M O D E – I N T E R V I E W „Ich habe mich immer als Außenseiter gesehen“ Der Modedesigner PHILIPP PLEIN über Mainstream und bewusste Abweichung, guten Stil, deutsche Zurückhaltung und Männer- vorbilder aus der Welt des Fußballs Vor rund zwei Jahren eröffnete Philipp Plein (Bild u. mit seiner Freundin Andreea Sasu) in Mailand das „The Plein Hotel“ – darin unter anderem „Philipp’s Restaurant & Club“ (o.)
FOTOS: PR M O D E Ein Sommer ohne Socken F L E C H T L E D E R F L I P - F L O P S BOTTEGA VENETA Seitlich Glattleder, auf der Oberseite geflochten: luxuriöse Slides mit gummierter Ledersohle, ca. 1100 Euro PIUS GABOR Schmaler Glattleder- Sneaker mit flacher Sohle und abgesteppten Ziernähten, ca. 130 Euro HAVAIANAS Stilvoll ganz in Schwarz: der Ur-Schlappen aus Brasilien mit PVC-Riemen und Kautschuksohle, ca. 22 Euro SEBAGO Klassischer Pennyloafer „Otis“ in der Sommer-Edition aus glattem und geflochtenem Kalbsleder, ca. 320 Euro ORLEBAR BROWN Flip-Flop mit schwarzen Riemen und bunt gestreifter Gummisohle mit rutschfester Korkauflage, ca. 95 Euro NUBIKK Modell „Riley Morgan“ aus Kalbsleder mit luftigen Netzeinsätzen und dünner Kautschuksohle, ca. 220 Euro Sneaker mit extrem flacher Sohle, edle Flip-Flops für die Stadt und klassische Styles aus luftig-weichem Leder: Das SCHUHWERK DER SAISON trägt man bei hohen Temperaturen ganz lässig barfuß
W I L D L E D E R THE ROW Ein Schnürer wie nach Maß: Das Flechtleder passt sich der Fußform an wie ein Handschuh, ca. 2590 Euro SAINT LAURENT Eleganter Flip-Flop aus Kalbsleder mit Knotendetail am Zusammentreffen der Zehenriemen, ca. 590 Euro COMMON PROJECTS Glatt- und Veloursleder kombiniert: puristischer Sneaker aus Italien mit flacher Gummisohle, ca. 525 Euro STRELLSON Schmal geschnittener Slipper in Mokassin-Form aus handschuhweichem Velours- leder vom Rind, ca. 130 Euro YUKETEN Made in Mexiko: Hand- gearbeiteter Flechtschlappen im Ethno-Stil mit stabiler Ledersohle, ca. 220 Euro DRIES VAN NOTEN Flip-Flop aus Glatt- und Veloursleder mit Extra-Ristrie- men und weich gepolsterter Ledersohle, ca. 595 Euro ADIDAS In Neuauflage: Der Kalbslederschuh wurde 1964 für die Olympischen Spiele in Tokio entworfen, ca. 130 Euro FLORIS VAN BOMMEL Mit Kalbsleder gefütterter Loafer aus geprägtem Rinds- velours mit einer Sohle in Krepp-Optik, ca. 260 Euro S N E A K E R S redaktion RONALD BECKER JOOP! Veloursleder-Mokassins mit dekorativen Quasten, ca. 405 Euro; Sakko, ca. 330 Euro, Hose, ca. 150 Euro, beides aus einem Baumwoll-Kunstfaser- Mix, Leinenhemd, ca. 120 Euro, Sonnenbrille, ca. 240 Euro 113
114 FOTOS: PR (5), STOCKSY P F L E G E Frisch- Macher Mehr Bewegung im Freien, mehr Hitze und Schweiß: An manchen Sommertagen braucht der Körper REGENERATIONS-HILFE wie beim Spitzensport. Dürfen wir vorstellen? Fünf Produkte, mit denen Sie fit durch die sonnige Jahreszeit kommen Wie der Körper auf den Sommer reagiert Hohe Temperaturen und viel Aktivität unter freiem Himmel – ob sportlich, aus Arbeits- oder Spaßgründen: Das macht sich bemerkbar. Die Körpertem- peratur wird übers Schwitzen reguliert, dabei gehen Flüssigkeit und Elektrolyte verloren. Gleichzeitig weiten sich die Gefäße, die Haut wird sensibler, ist leichter reizbar und verliert an Spannkraft, während die Muskulatur schneller ermüdet und mit Verspannungen oder Verhärtungen reagieren kann. Grund dafür ist ein Mangel an Elektrolyten wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium, die beim Schwitzen ausgeschieden werden und die für die normale Muskelkontrak- tion und Reizweiterleitung essenziell sind. Wenn diese Mineralstoffe fehlen, können die Muskelzellen ihre Funktion nicht mehr voll erfüllen. Oft macht sich dann neben Schmerzen auch ein Gefühl von Schwere oder Erschöpfung bemerkbar. Was der Körper im Sommer braucht Körperreaktionen auf physische Aktivität bei hohen Temperaturen lassen sich mit Produkten ausgleichen, die mit kühlenden Texturen und regenerierenden Inhaltsstoffen gezielt auf Haut und Muskulatur wirken: „Functional Grooming“ setzt dort an, wo Hitze und Belastung spürbar werden. Magnesium-Sprays entspannen nach körperlicher Belastung die Muskulatur, Cooling-Lotions wirken beruhigend auf die Haut, und Sport-Deos regulieren das Schwitzen auch unter Belastung zuverlässig. Wie man die Produkte anwendet „Functional Grooming“ bedeutet nicht, dass Sie im Sommer auf andere Pflege-Routinen umstellen. Nutzen Sie die Produkte bei Bedarf, oder nutzen Sie sie an heißen Tagen anstelle der üblichen Produkte Ihrer täglichen Pflege wie Duschgel und Deodorant. Körperspray Das „Whole Body Deo Spray Ocean Rush“ von Rexona Men (150 ml, ca. 5 Euro) eignet sich für sämtliche schwitzenden Körperstellen: mit antibakteriell wirkendem Zink und 72-Stunden-Frische Körpercreme Die „Sport Cooling Body Lotion“ von Douglas Men (200 ml, ca. 13 Euro) verschafft mit Meeres- mineralien Wohlfühlmomente nach dem Sport und sorgt für intensive Frischekicks Deo Der „Cool Kick Fresh Anti- Transpirant Roll-on“ von Nivea (50 ml, ca. 2 Euro) schützt mit Kaktuswasser vor Körpergeruch und Achselnässe und erfrischt mit Zitrusnoten und Minze Duschgel Das „Sport Cooling Shower Gel“ von Rituals (200 ml, ca. 10 Euro) erfrischt mit Aktivkohle und Minze. Je länger das Produkt auf der Haut bleibt, desto intensiver und kühlender der Effekt Magnesium-Spray Das „Lymphatic Magnesium Spray“ von Ilumaa Lymphatic (150 ml, ca. 30 Euro) enthält Magnesiumchlorid aus dem urzeitlichen Zechsteinmeer, einer der reinsten Quellen weltweit, und löst in Kombination mit Aloe vera und ätheri- schen Ölen Muskelverspannungen redaktion MABEL NEUMANN
115 FOTOS: XXX (X) PLAYBOY BOX Pflege mit Stil für den modernen Gentleman Souverän. Gepflegt. Selbstbewusst. Mit der exklusiven PLAYBOY BOX holen Sie sich ausgewählte Kosmetik-Essentials, die Ihrem Auftritt das gewisse Extra verleihen. Inspiriert vom ikonischen PLAYBOY-Lifestyle verbindet sie Pflege, Eleganz und einen Hauch Luxus – alles in einer Box. IHRE VORTEILE AUF EINEN BLICK: Premium-Pflegeprodukte für den Gentleman von heute | Stilvolles Design – auch perfekt als Geschenk | Limitierte Edition, nur für kurze Zeit erhältlich FÜR NUR 49,95 € (Warenwert über 150 €) über 150€Warenwert ODER KOUNELI MEDIA GMBH, KAISER-LUDWIG-PLATZ 5, 80336 MÜNCHEN Jetzt zugreifen und die PLAYBOY BOX sichern – solange der Vorrat reicht.
116 ILLUSTRATION: TIM MÖLLER-KAYA FÜR PLAYBOY ... hat möglicherweise einer von beiden eine Macke offenbart. „The Ick“ heißt dieser Moment, in dem alle Anziehungskraft flöten geht. Unsere SEX-KOLUMNISTIN SOPHIE ANDRESKY hat ihn schon öfter erlebt änner sind wunderbar. Wunderbar muss nicht perfekt heißen, oft ist ein kleiner Makel genau das, was einen Mann besonders wirken lässt. Was wäre David Bowie ohne seine spitzen Eckzähne, die mich als Teenager- mädchen irre gemacht haben? Leider habe ich David Bowie nie ge- datet, aber Ole aus Helsinki, und in der schummrigen Restaurant- beleuchtung hatte er durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Thin White Duke. Alles lief gut, die Blicke wurden tiefer, die Scher- ze anzüglicher. Und dann fing Ole an, Dinge zu sortieren. Als er Salz- und Pfefferstreuer wegschob und die kleine Blumenvase um- stellte, dachte ich mir nichts dabei. Dann arrangierte er das Besteck neu, und zwar seins wie meins. Er platzierte die Gläser auf die ande- re Seite, ordnete die Bierdeckel im Ständer, legte die Speisekarten auf Kante und baute neben seinem Platzteller eine Pyramide aus Portemonnaie, Handy und Autoschlüssel. In dem Moment emi- grierte ich innerlich. Es gibt sicher Schlimmeres, aber ich wusste: Das wird nichts. Wie soll das im Bett aussehen? Faltet er dann mei- ne Strapse? Errichtet er ein Türmchen aus Kondomen? Reiht er die Dildos, nach Farben sortiert, auf den Bettrand? Geschehen war das, was man „The Ick“ nennt, eine schräge Klei- nigkeit, die einen plötzlich dazu bringt, einen bis dahin attraktiven Menschen nicht mehr ertragen zu können. Diese innere Abwehr muss nicht zwingend etwas mit dem anderen Menschen zu tun ha- ben. Meine Freundin Andrea hat an jedem Date etwas auszusetzen: Der eine hält das Handy komisch, der andere schaufelt zu viel Par- mesan auf seine Pasta, und der Nächste trägt einen Siegelring am kleinen Finger. Nichts davon ist eine Red Flag, aber bei Andrea klingt es, als wäre es die Zumutung schlechthin. Meine These: Es geht gar nicht um die Männer, sondern Andrea ist einfach das Daten leid. Sie sabotiert ihre Partnersuche, weil der letzte Freund so ätzend mit ihr umgegangen ist. Möglich ist auch, dass jemand ge- zielt nach Fehlern beim anderen forscht, damit er mit den eigenen Macken nicht so allein dasteht. Das ist natürlich überhaupt nicht nett, aber nett war Dating noch nie, das ist ja oft eher Viehmarkt mit Fleischbeschau als ein romantischer Abend. Manchmal allerdings ist „The Ick“ wirklich eine Alarmlampe für Dinge, die dahinterliegen. Wenn jemand bei einem Date Lö- cher in den Socken hat, dann kann das auf verschiedene Issues hindeuten: Vielleicht ist ihm Körperpflege wumpe, vielleicht war ihm das Date nicht wichtig genug, um sich ordentlich anzuziehen, vielleicht erwartet er, dass Mutti oder eine neue Frau ihm die So- cken stopft, vielleicht lebt er unter einer Brücke, vielleicht hat er Zwangsstörungen und pult an seinen Füßen herum – nichts davon möchte ich näher kennenlernen. (Habt ihr „The Ick“ schon mal erlebt? Erzählt es mir unter sophie@andresky.com.) Wenn ich eines beim Daten gelernt habe, dann dies: Besser wird’s nicht! Wenn es schon beim Kennenlernen knirscht und ich mich unwohl fühle, mich etwas gruselt, ekelt oder ich es lächerlich finde, wird das später nicht in Begeisterung umschlagen. Sich durch Ticks und Marotten von einem Flirt abhalten zu lassen, mag irrational sein, trotzdem höre ich in solchen Situationen auf mein Bauchgefühl, denn Begehren braucht nun mal ein großes irrationa- les Gefühl. Andernfalls, also wenn das Knistern egal ist, könnte man ja einfach mit irgendwem vögeln, nur weil der gerade neben einem steht, völlig egal, ob man diese Person heiß findet oder nicht. Und so verzweifelt ist doch hoffentlich niemand. S OPHIE ANDRE SKY hat zwei Passionen: Männer verführen und Bestseller schreiben. Ihr aktueller Roman heißt „Vögelwild“ (Heyne Hardcore, 12,95 Euro). Die nächste Folge (Nr. 149) ihrer Kolumne handelt vom Beziehungenkitten Wenn’s beim Date plötzlich aufhört zu knistern ... MT A G E B U C H E I N E R V E R F Ü H R E R I N
117 FOTOS: XXX (X) Sie wollen ALLES sehen? Exklusive Inhalte von COVERSTARS und PLAYMATES – nur einen Klick entfernt! Jetzt freischalten und alle Vorteile von PLAYBOY ALL ACCESS genießen. ab 3,99€wöchentlich 250.000+ exklusive Fotos und Videos | internationale Coverstars und Playmates | 70 Jahre Playboy-Geschichte | 250+ E-Paper | diskreter Zugriff | jederzeit kündbar Jetzt freischalten:
FOTOS: ALEXANDER COURTMAN Familienbande (v. l.): Ferdinand Kohler mit Influencerin Diana zur Löwen und Quirin Kohler Oben offen: Laura und Leonie trotzten den winterlichen Temperaturen am Tegernsee Küsschen für die rund 150 Gäste: die Playmates Leonie und Laura (r.) Party-Quartett: Gitta Saxx, Florian Boitin, Simone Ballack und Doreen Dietel (v .l.) Draußen herrschten Minusgrade, während sich drinnen die Sause langsam, aber unaufhörlich dem Siedepunkt näherte. Rund 150 bestens gelaunte Gäste feierten zu heißen Beats im Spa-Bereich des Hotels „Bussi Baby“ die Easter Bunny Party 2026. Zusammen mit MINI Deutschland hatten der deutsche Playboy und die Macher des „Bussi Baby“ in das junge und stylish-coole Designhotel in Bad Wiessee geladen. Bis in die frühen Morgenstunden heizten die weiblichen DJs S.A.N.D.Y und Gitta Saxx, Playmate des Jahrhunderts, den Party-Gästen ein – darunter Dschungel- Kandidatin Simone Ballack und Schau- spielerin Doreen Dietel. Mancher Gast gönnte sich nicht nur eine prickelnde Erfrischung an der Bar, sondern gleich ein ganzes Bad im Outdoor-Pool ... Bunny-Spaß im „Bussi Baby“ Zusammen mit MINI Deutschland lud Playboy zur Easter Bunny Party ins Hotel „Bussi Baby“ am Tegernsee E V E N T - K O O P E R A T I O N (Wo)Men in Black: Jennifer Treiber-Ruckenbrod (BMW MINI) und Playboy- Chef Florian Boitin BUNNY-ACTION DJ und Jahrhun- dert-Playmate Gitta Saxx, umrahmt von Laura Krampitz (Miss Februar 2025) und der frisch gekürten Playmate des Jahres, Leonie Splitter (r.) Maximaler Support: Die Bunnys Leonie und Laura mit Daniela Humele und Marcus Hartmann (beide MINI Deutschland) Nude Project: Djane S.A.N.D.Y gab den Ton an
119 FOTOS: XXX (X) Angebot gültig nur solange der Vorrat reicht. Alle Preise in Euro inklusive der gesetzlichen MwSt. sowie inklusive Versandkosten. Angebot und Lieferung nur an Personen über 18 Jahren und solange Angebot reicht. Sie haben ein gesetzliches Widerrufsrecht. Die Belehrung können Sie unter shop.playboy.de/agb abrufen. Verantwortlicher und Kontakt: Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München, Amtsgericht München, HRB 251273. **Ortsüblicher Tarif. Tel. 03861-5339 701** shop.playboy.de/skeletool Gleich bestellen: ZWEI SCHARFE BESTSELLER5 x PLAYBOY lesen und LEATHERMAN SKELETOOL zum Sparpreis sichern! LEATHERMAN SKELETOOL® Ultraleicht und kompakt – und dabei so vielseitig. Im Skeletool® mit einem Gewicht von nur 140g steckt eine Vielzahl von nützlichen Werkzeugen. Made in USA. Mit 25 Jahren Garantie. IHR LEATHERMAN-SPARPAKET: LEATHERMAN SKELETOOL UVP .... 89,00 € 5 Ausgaben PLAYBOY.......................................... 64,50 € Regulärer Preis .............................................................. 153,50 € Ihre Ersparnis ggb. UVP/ Handel ............................. 98,50 € GESAMTPAKET NUR .................................. 55,00€ Sie sparen 64%ggb. UVP/ Handel +
121 B L E N D E S E C H S Göttliche MuseWie die alten Griechen auf ihre berühmten Mythen kamen? Unser Fotograf konnte es nachempfinden: mit KSENIA LYTVYNOVA in einer Villa an der Küste der Ägäis: die Ruhe, der Wind, das Meer – und dann diese Frau. Beim Zeus! Einfach überirdisch ... fotos KOSTAS
123
127
Neun Jahre trennen die beiden Boyband-Ikonen. Anfang der 90er-Jahre löste Eloy de Jong, 53, zusammen mit Caught in the Act die weltweite Boyband-Welle mit aus. Ab 2005 war der Berliner Jay Khan (r.) Mitglied der deutsch-amerikanischen Casting-Band US5 und verkaufte in fünf Jahren rund zwölf Millionen Tonträger I N T E R V I E W Mit ihren Boybands Caught in the Act und US5 verkauften ELOY DE JONG und JAY KHAN Millionen Platten. Jetzt sind sie zurück als Duo und mit den Welthits von damals. Ein Gespräch über frühen Ruhm, schmerzhafte Selbstverleugnung und wer bei ihrem Projekt „Boyband Mania“ das Sagen hat „Da ist kein Platz für Chefgehabe“ KULTURMenschen, Werke, Zeitgeist
interview FLORIAN BOITIN 129 FOTO: FLORINEL FRATICA Mit euch beiden stehen mehr als 30 Millionen verkaufte Platten auf der Bühne. Ihr habt mit euren Boybands Caught in the Act und US5 in den 90ern und 2000er-Jah- ren Musikgeschichte geschrieben. 30 Jahre später lasst ihr eure er- folgreiche Boyband-Zeit mit dem Duo Boyband Mania wieder auf- leben. Aus den Boys von damals sind echte Männer geworden. Wer von euch beiden hatte eigentlich die Idee zu dem Projekt? ELOY DE JONG: Wann immer ich etwas im Fernsehen über Boy- bands gesehen habe, kam auch Jay darin vor. Und auch er hat da im- mer voller Stolz über die einstigen Boyband-Zeiten gesprochen. Da habe ich mir gedacht, das wäre doch perfekt, wenn wir was zu- sammen machen würden. Ich bin nämlich ebenfalls noch immer stolz auf damals. Ich habe niemals vergessen, woher wir kommen. Und genau diese Dankbarkeit habe ich auch bei Jay gespürt. Wann seid ihr beide euch eigent- lich zum ersten Mal begegnet? JAY KHAN: Als ich Eloy zum ers- ten Mal begegnet bin, hat er mich noch nicht wahrgenommen. Es war das Jahr 1995, und Eloy trat mit Caught in the Act in der Arena in Berlin auf. Das war im Rahmen ihrer Weihnachtstour. Ich bin ganz ehrlich, ich war damals ein riesen- großer Backstreet-Boys-Fan. Die Band gab es zu dem Zeitpunkt ge- fühlt seit fünf Minuten. Sie hatten gerade ihre erste Single veröffent- licht und sind bei der Tour im Vor- programm von Caught in the Act aufgetreten. Das ist wirklich etwas, worum ich Eloy sehr beneide: sa- gen zu können, dass die Backstreet Boys für ihn ein Konzert eröffnet haben. Ich war 14 und bin damals nur wegen denen in die Arena ge- gangen. Draußen war es extrem kalt, und meine Mutter wollte nicht nur für 20 Minuten in ein Konzert gehen. So haben wir uns Caught in the Act mit Eloy eben auch angesehen. Und was soll ich sagen, Eloy: Ich habe das Konzert sehr genossen. Ihr habt als Boyband-Ikonen wahrscheinlich schon alles erlebt. Ist das jetzt vor allem Nostalgie oder tatsächlich ein neues Karri- erekapitel? Sprich: Was erwartet ihr euch von eurem Projekt? ELOY DE JONG: Es ist die Liebe für Boybands, für die Musik von damals. Es gibt so viele Genera- tionen, die das feiern. Und wenn man dann die letzten Jahrzehnte betrachtet, sieht man erst, wie viele Songs es gibt. Und genau das bieten wir. Ein Partygefühl, eine Zeitreise. Wir selbst haben sehr viel Spaß da- bei, gemeinsam mit unserem Pub- likum auf diese Zeitreise zu gehen. JAY KHAN: Es gibt viele Ex-Boy- band-Mitglieder, die ihre Vergan- genheit beiseiteschieben. Das sehe ich auch an einigen meiner dama- ligen Band-Kollegen. Und das ist der Unterschied bei Eloy und mir, dass wir eben sehr gerne an die Boyband-Zeiten zurückdenken. Was fühlt sich heute – 20, 30 Jahre später – besser an als damals? ELOY DE JONG: Alles. Wir ha- ben so viel gelernt damals. Es ist schon krass, wenn man so jung schon so erfolgreich ist, hautnah die Hysterie der Fans erlebt und dann aber auch erlebt, wie alles nach vier, fünf Jahren wieder vor- bei ist. Das ist schon ein Reifepro- zess. Ich kann das alles heute viel mehr genießen. Und ich weiß, was ich nicht mehr will. Ihr wart damals Anfang 20. Und sicherlich ist mit eurem Erfolg für euch auch ein Lebenstraum in Er- füllung gegangen. Dennoch: Habt ihr die Zeit damals vor allem als Traum oder doch oft eher als Alb- traum erlebt? JAY KHAN: Seit meinem achten Lebensjahr, als ich die New Kids on the Block zum ersten Mal wahrgenommen habe, wollte ich Teil einer Boyband werden. Das ist wahrscheinlich ein eher unty- pischer Traum für einen Jungen aus einem Brennpunkt Berlins, für mich war das aber ein großer Traum. Ich habe auch nicht nur gesagt, ich will irgendwas mit Musik machen oder auf der Büh- ne stehen. Ich wollte Teil einer Boyband sein. ELOY DE JONG: So war es bei mir auch. Als ich zwölf war, habe ich meiner Tante gesagt, dass ich in ein paar Jah- ren mit einer Boyband berühmt sein werde. Ich habe gedacht, dann ist alles perfekt. Damit verbunden sind Erfolg und Selbstbewusstsein. Man darf singen, tanzen, die Welt sehen. Das war mein absolutes Traumszenario. Robbie Williams hat über die Zeit bei Take That mal gesagt, dass sich das Leben damals anfühlte, als sei man gefangen in einem goldenen Käfig. Wann habt ihr euch unfrei gefühlt? ELOY DE JONG: Für mich war meine Sexualität damals ein Rie- senthema. Es war undenkbar, dass ein Boyband-Mitglied homosexu- ell ist. So wusste am Anfang auch niemand, dass ich schwul bin. Als unser Manager das herausgefunden hat, stellte er mich vor die Wahl: entweder die Band oder mein Part- ner. Aber beides geht nicht. Das sind natürlich Optionen, die man keinem Menschen wünscht. Ich war so jung, und mein großer Traum war es, mit einer Boyband erfolg- reich zu sein. Ich wollte aber ande- rerseits auch die große Liebe finden. Schon deshalb habe ich mich da- mals zu keiner Zeit frei gefühlt. M
1 2 3 4 ZWEI BOYBANDS – 32 MILLIONEN VERKAUFTE PLATTEN 1 Das britisch-niederländiche Quartett Caught in the Act um Eloy de Jong (2. v. l.) verkaufte in den 90er-Jahren mehr als 20 Millionen Tonträger. Ihr internationaler Durchbruch gelang 1994 mit „Love is Everywhere“. 2 Seit 20 Jahren glücklich: Mit seinem Partner Ibo hat der 53-jährige Eloy de Jong eine gemeinsame Tochter. 3 Verlobt: Jay Khan, 44, mit der 29-jährigen Jessie Noe Scheuermann. 4 Erfolgreiches Quintett: Jay Khan (2. v. r.) kam in London zur Welt und wuchs in Berlin auf. Mit US5, einer amerikanisch-britisch-deutschen Casting-Band, veröffentlichte Khan zwischen 2005 und 2009 drei Top-Ten-Alben JAY KHAN: Auch wir hatten in unserer Band ein Mitglied, das mit seiner sexuellen Identität zu kämp- fen hatte. Und damals war die Ge- sellschaft noch weit entfernt von „live and let live“ und LGBTQ. Und doch: Das aus der Nähe mit- zuerleben, wie dein Band-Kollege in totaler Selbstverleugnung leben muss, weil das von ihm verlangt wird, erschien einem – und das ist das eigentlich Schlimme an der Sache – damals erschreckenderwei- se als völlig normal. Aus heutiger Sicht wirklich unfassbar, in was für mittelalterlichen Zeiten wir damals gelebt haben. Gott sei Dank hat sich zumindest hier einiges zum Positiven gewandelt. ELOY DE JONG: Ich glaube, zumindest in unserer Welt ist das heute alles ein bisschen einfacher geworden. Aber es gibt auch heu- te immer noch irgendwo einen kleinen Eloy mit Träumen, der aber auch einen Vater hat, der es hasst, dass sein Sohn auf Männer steht. Es ist wirklich gut, dass wir auch hier im Playboy das Thema ansprechen, denn das ist mir echt ein wichtiges Anliegen. Was macht das mit einem jungen Kerl, wenn man über Nacht be- rühmt wird? Wenn sich das Leben über Nacht ändert? ELOY DE JONG: Ich habe am Anfang wirklich meinen Traum ge- lebt. Aber genau: Alles ändert sich, und es ist schwierig, Leute zu fin- den, mit denen man darüber reden kann, um das alles zu verarbeiten. Kein anderer Mensch versteht es wirklich. Ich wurde in der Schule gemobbt, weil ich nicht Fußball ge- spielt habe. Und mein Vater hass- te Homosexuelle. Und dann zwei Jahre später brauchst du plötzlich einen Bodyguard, der dich durch 10.000 Leute geleitet, die dich und die anderen Jungs einfach nur berühren wollen. JAY KHAN: Ja, bei uns war das auch so. Es ging bei uns wirklich von null auf hundert. Wir haben bei US5 in Florida damals eine Doku gedreht. Nach zweieinhalb Monaten kommst du zurück, hast drei Wochen Zeit, dich kurz zu sor- tieren. Alles ist noch beim Alten.
131 FOTOS: FOTEX/MARTIN HOFFMANN, GETTY IMAGES, IMAGO, INSTAGRAM.COM/ELOYDEJONG Keiner kennt dich. Und auf einmal kommt deine Single raus, läuft auf Viva, und du bist drei Wochen spä- ter auf Platz eins der Charts und in vielen anderen Ländern in den Top Ten. Wir hatten gar keine Zeit, das alles zu verarbeiten. Ich habe mich auch erst viel später wirklich darü- ber freuen können. Es ist verrückt. Du gehst wie vorher auch auf dem Ku’damm in ein Geschäft. Und auf einmal kommst du aus dem Laden raus, und es stehen 50 Mädchen davor, und der Taxifah- rer muss dich zusammen mit dem Ladenbesitzer durch die Menge ins Taxi geleiten. Der Erfolg wird dir erst peu à peu klar. Backstreet Boys, *NSYNC, Caught in the Act, Take That, US5 und so weiter: Boybands wurden von Medien und Fans immer gegen einander ausgespielt. Wie habt ihr selbst diese Rivalität erlebt, und wie hat sich für euch dieser Konkurrenzkampf dargestellt? ELOY DE JONG: Das beste Bei- spiel dafür, dass es nicht um Kon- kurrenz geht, ist doch, dass Jay und ich jetzt dieses Projekt machen. Wir beide kommen aus unter- schiedlichen Boybands. Und wir singen bei Boyband Mania nicht nur unsere eigenen Hits, sondern auch die Hits anderer Boybands. Ich habe diese Rivalität nie so ge- fühlt. Ich habe mich immer gut mit Take That verstanden und war ja auch mit Stephen (Gately, d. Red.) von Boyzone zusammen. JAY KHAN: Bei uns, das muss ich zugeben, gab es schon eine sehr starke Rivalität. Legendär war ja die US5-vs.-Tokio-Hotel-Fehde. Darauf hatten sich unsere Fans, aber vor allem auch die Medien to- tal eingeschossen. Wir waren eben so grundverschieden. Es war im- mer die Battle zwischen uns: Wer ist der „Boy des Monats“? Richie oder Bill? Jay oder Tom? Wer holt die Poleposition in den Charts? Das war für uns allgegenwärtig. Wenn ihr zurückblickt: Was habt ihr aus dieser Zeit am meisten gelernt? ELOY DE JONG: Wirklich den Moment zu leben und ihn zu ge- nießen. Und ich versuche, nicht immer nur darüber nachzudenken, was danach kommt. Mein Partner und ich sind seit 20 Jahren glück- lich zusammen. Und ja, ich liebe meinen Job, aber ich kann es des- halb so genießen, weil ich ein Zu- hause habe. Ich bin wirklich gerne auf der Bühne, dort bin ich total glücklich. Das bin ich aber genau- so, wenn ich dann wieder nach Hause komme, meinen Partner und meine Tochter sehe und ein- fach Papa Eloy sein kann. Gibt es irgendwas, das ihr rück blickend anders machen würdet, wenn ihr die Chance dazu hättet? JAY KHAN: Ja, sicherlich einiges. Ich war sehr in meinem Tunnel damals. Zu US5-Zeiten war ich ja auch sehr involviert in alles. Fast schon ein inoffizieller Manager. Ich habe die Songs mitgeschrieben, teilweise mitproduziert, und es ging immer nur um die nächs- te Chartposition – darum, das nächste Land zu erobern. Das war alles schon sehr, sehr ernst damals. Und wenn ich dem jüngeren Jay von damals etwas mitgeben könnte, wäre es ein- fach nur: Ey, freu dich deines Lebens. Die Chance ist höher, im Lotto zu gewinnen, als das zu haben, was du hier gerade erlebst. Genieß es doch einfach mal. Und nimm nicht alles so ernst. Was schätzt du, Eloy, an Jay be sonders? ELOY DE JONG: Ich schätze an Jay die Leidenschaft. Man erlebt es nicht so oft, dass man Menschen kennenlernt, die genauso ticken wie man selbst. Jay ist immer on, denkt immer darüber nach, was er als Nächstes machen könnte. Das ist bei mir auch so. Das ist einer- seits sicher unsere Stärke, es birgt aber auch Gefahren, weil wir uns manchmal vielleicht auch ein we- nig zu ähnlich sind. Jay, was schätzt du an Eloy am meisten? JAY KHAN: Er kann unfassbar gut kochen. Kleiner Scherz. Es gibt vieles, was ich an Eloy schät- ze. Ich schätze auch seine Ge- nauigkeit. Eloy ist jemand, dem Harmonie und ein angenehmes Miteinander sehr wichtig sind. Und davon versuche ich mir auch eine Scheibe abzuschneiden. In meiner Sturm-und-Drang-Zeit stand das nicht oben auf der Liste, da bin ich ganz ehrlich. Da galt einfach nur: get the job done. Egal, mit wem du dich jetzt ab- geben und arbeiten musst, selbst wenn du den Typen gar nicht leiden kannst. Dieses Prinzip, viel zu arbeiten, Gas zu geben, aber dabei auch Spaß zu haben und harmonisch miteinander umzu- gehen, das ist etwas, was ich an Eloy sehr schätze. Euch trennen neun Jahre. Bei welcher Gelegenheit spielt das eine Rolle? Wer von euch beiden macht die Ansagen? JAY KHAN: Wann spielt das Al- ter eine Rolle? Weiß ich nicht. Wahrscheinlich nur, wenn Eloy seine Tabletten gegen Arthritis nimmt (lacht). ELOY DE JONG: Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. JAY KHAN: Im Ernst: Bei den gan- zen Erfolgen, die wir beide schon in unseren Karrieren hatten, da ist kein Platz für Chefgehabe. Wir entscheiden alle Sachen gemein- sam. Welche Songs wir machen, was wir auf der Bühne performen, was wir anziehen, in welche Rich- tung wir gehen wollen, you name it – all das ist eine gemeinschaftliche Entscheidung. „Wir hatten gar keine Zeit, das alles zu verarbeiten“ Jay Khan
132 FOTO: LARA KINNMAN CHRISTOPH PETERS: „ENTZUG“ (LUCHTERHAND) Wodka, Wein, Schnaps, Bier – egal, was, Hauptsache, Alkohol, und das rund um die Uhr: Kurz bevor sich der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, zu Tode säuft, lässt er sich in eine Berliner Entzugsklinik einweisen. Rasante autofiktionale Geschichte, die erschüttert und überrascht. In hochwertigem Ton und treibendem Rhythmus geschrieben. REGINA DENK: „DER FÄHRMANN“ (DROEMER) Anfang des 20. Jahrhunderts. Zwei Dörfer in Österreich und Bayern, getrennt durch einen Fluss. Fährmann Hannes Winkler bringt die Menschen sicher übers Wasser, doch er muss zusehen, wie seine Jugendliebe und deren Freundin in einen Strudel aus Gewalt, Liebe und Schuld schlittern. Realistisch düsterer Spannungsroman. DANIEL MELLEM: „EINSTEIN IM BADE“ (KEIN & ABER) Aufruhr in Bad Nauheim: 1920 findet in dem beschaulichen Kurort die Versammlung Deutscher Naturforscher statt – mit Albert Einstein und Philipp Lenard, die im selben Hotel logieren, sich aber nicht ausstehen können. Köstlich humorvoller Plot um einen Hoteldirektor, der am Streit zwischen den famosen Physikern scheitert. OSKAR MARIA GRAF: „WIR SIND GEFANGENE“ (ULLSTEIN) Er wollte raus, weg, anders sein. Der große Schriftsteller fühlte sich oft als Gefangener, und er schrieb sich diesen Frust 1927 von der Seele. Mit schonungsloser Ehrlichkeit erzählt Graf von seiner Kindheit, dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der Münchner Räterepublik. Starkes persönliches Zeitdokument. Einer säuft, einer vermisst die Liebe, einer die Freiheit – und einer scheitert auf die komische Art: Unsere FRÜHSOMMER-LESE bietet jede Menge herzhafter Kost text GÜNTER KEIL B Ü C H E R Männer-Studien
133 FOTOS: XXX (X)
134 I M P R E S S U M ISSN 0939-8546 Verlag und Redaktion Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München Telefon: 0 89/92 58-19 72, E-Mail: info@playboy.de; Internet: www.playboy.de DEUTS CHLAND NUR FÜR UNSERE ABONNENTEN Das exklusive Collectors-Cover (unten) PLAYBOY-SERVICE ABO-SERVICE shop.playboy.de/abo Änderung von Konto- und Adressdaten/Urlaubsnachsendung Telefon: 49/(0)38 61/5 33 97 01 E-Mail: playboy@medienexpert.de Anschrift: Playboy Kundenservice, Kouneli Media GmbH, Postfach 1154, 23600 Bad Schwartau DATENS CHUTZANFRAGE Telefon: +49/(0)89/92 58-19 72 E-Mail: datenschutz@kouneli-media.de PLAYMATE-BEWERBUNGEN playboy.de/casting E-Mail: casting@playboy.de AUSKUNF T ZU PLAYBOY PLUS & ALL ACCE SS premium.playboy.de E-Mail: support@playboy.de PLAYBOY-NEWSLETTER playboy.de/newsletter E-Mail: chefredaktion@playboy.de EINZELHEF TBE STELLUNG (Print & Digital) shop.playboy.de THEMENVOR S CHLÄGE Themenvorschläge werden ausschließlich schriftlich entgegengenommen. E-Mail: info@playboy.de Anschrift: Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München LE SER SERVICE & LE SERBRIEFE Telefon: +49/(0)89/92 58-19 72 E-Mail: info@playboy.de WITZE Witze werden ausschließlich schriftlich entgegengenommen. E-Mail: info@playboy.de Anschrift: Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München CHEFREDAKTEUR: Florian Boitin STELLV. CHEFREDAKTEUR/ TEXTCHEF: Philip Wolff ART DIRECTOR: Stefan Müller PHOTO DIRECTOR: Corinna Beckmann PICTORIALS DIRECTOR: Natasa Mermer MOBILIT Y & LIFE ST YLE : Michael Brunnbauer (Leitung) SENIOR EDITOR: David Goller SENIOR EDITOR ONLINE : Nina Habres REPORTAGE : Alexander Neumann-Delbarre (Leitung) FILM & UNTERHALTUNG: Mareike Opitz (extern) TEXTREDAKTION: David Holzner (Volontär); Philipp Nowotny (extern) FA SHION CONSULTANT: Ronald Becker (extern) GROOMING & PFLEGE : Mabel Neumann (extern) BILDREDAKTION: Lara Kinnman, Lea Schmitt SENIOR PROJECT MANAGER: Liyel Baron GRAFIK: Friederike Keup, Linda Lorenz-Fluxa SENIOR MEDIENGE STALTER: Bojan Likic MITARBEITER DIE SER AUS GABE : Sophie Andresky, Alexander Courtman, Ana Dias, Birgit Dodenhoff, Konstantinos Giannopoulos, Martina Herrmann-Thurner, Günter Keil, Michael Kneissler, Christoph Landsgesell, Tim Möller-Kaya, Michael Pleesz, Maximilian Reich, Irene Schaur, Benjamin von Stuckrad-Barre REPRO: eupro Medientechnik GmbH S CHLUSSREDAKTION: Die Lektorey Madl – Ruschmann, München VERANT WORTLICH FÜR DEN REDAKTIONELLEN INHALT: Florian Boitin; Anschrift siehe Verlag und Redaktion. Playboy Deutschland ist ein Magazin der Kouneli Media GmbH. GE S CHÄF TSFÜHRER KOUNELI MEDIA GMBH: Florian Boitin, Myriam Karsch SENIOR REFERENTIN GE S CHÄF TSFÜHRUNG, KOMMUNIKATION & PR: Katharina Mross BRAND DIRECTOR: Oliver Horn (extern) DIRECTOR MARKETING: Elisabeth Schmidt DIRECTOR OF TECHNOLOGY: Bojan Likic HEAD OF CRM: Michael Zgolik HEAD OF PUBLISHING: Sonja Ullmann PUBLISHER MANAGEMENT: Meike Nevermann (Leitung); Corinna Schmid HEAD OF DIGITAL PRODUCT MANAGEMENT: Yannic Riegger JUNIOR PRODUCT MANAGER DIGITAL : Madeleine de Wargny ANZEIGEN: BCN Brand Community Network GmbH, Arabellastraße 23, 81925 München Es gilt die aktuelle Preisliste, siehe brand-community-network.de. VERANT WORTLICH FÜR DEN ANZEIGENTEIL : Katja Hund VERTRIEB: Sascha Klose (Leitung); Felizitas Sprenger VERTRIEB SFIRMA: DMV DER MEDIENVERTRIEB GmbH & Co. KG, Meßberg 1, 20086 Hamburg VERLAG: Kouneli Media GmbH PLAYBOY INTERNATIONAL GROUP Die Redaktion übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen auf digitale Datenträger. Playboy Deutschland darf nur mit Genehmigung des Verlags in Lesezirkeln geführt werden. Der Export von Playboy Deutschland und der Vertrieb im Ausland sind nur mit Genehmigung des Verlags statthaft. Playboy Deutschland erscheint monatlich. EINZELPREIS: € 12,90 inkl. gesetzlich gültiger MwSt., ABONNEMENTPREIS: € 11,00 inkl. gesetzlich gültiger MwSt. (keine Zustellgebühr innerhalb Deutschlands), Auslandskonditionen auf Anfrage unter Telefon: +49/(0)4 51/49 06-8 20. STUDENTEN-ABONNEMENT (nur gegen Nachweis): € 6,50 inkl. gesetzlich gültiger MwSt. (keine Zustellgebühr innerhalb Deutschlands, im Ausland zuzüglich Porto). PLAYBOY, PLAYMATE, PLAYMATE DES MONATS, PLAYMATE DES JAHRES, das RABBIT-HEAD-Design und FEMLINMARKE sind Marken von Playboy Enterprises International, Inc. und werden gemäß der erteilten Lizenz verwendet. © 2026, soweit nicht anders vermerkt, by Kouneli Media GmbH. DRUCK: P/mint, Pułtuska 120, 07-200 Wyszków, Polen Playboy (German) (USPS no. 3 23) is published monthly by Kouneli Media GmbH. Known Office of Publication: Data Media (a division of Cover-All Computer Services Corp.), 2221 Kenmore Avenue, Suite 108, Buffalo, NY 14207-1306. Periodicals postage is paid at Buffalo, NY 14205. Postmaster: Send address changes to Playboy (German), Data Media, P.O. B
FOTOS: IRENE SCHAUR FÜR PLAYBOY Mode S OMMER S CHUHE , SEITE 112–113 Adidas Originals, gesehen auf mrporter.com; Bottega Veneta, gesehen auf mrporter.com; Common Projects, gesehen auf mrporter.com; Dries Van Noten, driesvannoten.com; Floris van Bommel, florisvanbommel.com; Gabor, gabor.com; Havaianas, havaianas-store.com; Joop!, joop.com; Nubikk, nubikk.com; Orlebar Brown, orlebarbrown.com; Saint Laurent, ysl.com; Sebago, sebago.com; Strellson, strellson. com; The Row, gesehen auf mrporter.com; Yuketen, gesehen auf mrporter.com Pflege FRIS CHMACHER, SEITE 114 Douglas Men, douglas.de; Ilumaa Lymphatic, ilumaa.de; Nivea, nivea.de; Rexona Men, rexona.com; Rituals, rituals.com VIELEN DANK an die „Eden Bar“ in Wien für die wunderbare Unterstützung unserer Titel-Produktion! edenbar.at VIELEN DANK an Manuela Plank vom Kostümverleih Massmode für die wunderschönen Kleider und die Unterstützung unseres Titel-Shootings! massmode.at TEILNAHMEBEDINGUNGEN FÜR GEWINNSPIELE Veranstalter der Gewinnspiele ist die Kouneli Media GmbH (siehe Impressum). Teilnahme nur für Personen über 18 Jahre mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Mitarbeiter des Veranstalters, der Gewinnspielpartner sowie von deren Dienstleistern und ihre jeweiligen Angehörigen dürfen nicht teilnehmen. Mehrfachteilnahmen sowie die Teilnahme über Gewinnspiel-Eintragungsservices sind unzulässig. Die Gewinner werden durch Losverfahren ermittelt. Eine Barauszahlung des Gewinnwertes ist nicht möglich, der Gewinnanspruch ist nicht übertragbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. DATENS CHUTZINFORMATIONEN IM ZUSAMMENHANG MIT GEWINNSPIELEN Verantwortlicher und Veranstalter ist die Kouneli Media GmbH, Kaiser-Ludwig-Platz 5, 80336 München. Den Datenschutzbeauftragten erreichen Sie unter dieser Adresse oder unter datenschutz@kouneli-media.de. Wir verarbeiten (auch mithilfe von Dienstleistern) die von Ihnen angegebenen personenbezogenen Daten auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 b) der DSGVO, soweit und solange dies zur Durchführung des Gewinnspiels und zur Gewinnbereitstellung erforderlich ist oder Sie anderweitig eingewilligt haben. Zwecks Gewinnbereitstellung werden Ihre Kontaktdaten ggf. an den jeweiligen aus der Gewinnspiel- beschreibung ersichtlichen Gewinnspielpartner und an mit der Bereitstellung des Preises beauftragte Dritte offengelegt. Ihnen stehen Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung oder Einschränkung der Verarbeitung, Widerspruch gegen die Verarbeitung, auf Datenübertragbarkeit sowie auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde zu. B E Z U G S Q U E L L E N
P L A Y B O Y C L A S S I C 136 FOTOS: PLAYBOY, STEPHEN WAYDA/PLAYBOY Der nächste PLAYBOY erscheint am 3. Juni 2026 BOA(H), EY! Am liebsten wäre La Toya vollständig mit Schlangen bedeckt fo- tografiert worden. Zum Glück – muss man beim Betrachten der freizü- gigen Bilder anmerken – gab es am Set nur eine einzige Boa constrictor NEW YORK, 1989 Zwei Bedingungen stellte La Toya Jackson dem Playboy-Fotografen Stephen Wayda: Erstens durfte niemand außer ihm bei den Aufnahmen im Neil Simon Theatre in New York dabei sein. Zweitens sollten es „Poster für die Ewigkeit“ werden. Also kümmerte sich Wayda selbst um Licht und Kulisse, schleppte Kabel und inszenierte mit Michael Jacksons älterer Schwester – die am 29. Mai ihren 70. Geburtstag feiert – unvergänglich schöne Bilder für die März- Ausgabe 1989. Auftrag erfüllt. Happy Birthday, La Toya!
137 FOTOS: XXX (X) © 2026 Viacom International Inc. All Rights Reserved. Paramount+ is a trademark of Paramount Pictures Corporation. täglich im Free-TV REALITY S*CKS
Dieser Text zeigt evtl. Pro- bleme beim Text an AFFORDABLE LUXURY SINCE 1929 dressler1929.com