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Ausstellung 2027 Rothenburg
Blickpunkt einst+jetzt AUSSTELLUNG Kulturhalle Rothenburg 2.-9. April 2027
Impressum Herausgeberin Heimatarchiv Rothenburg Textbeiträge Kurt Bieri · Rahel Holenstein Walter Muther · Hans Sager Erwin Troxler · Peter Willi Lektorat Armin Barmet, Sempach Grafik Walter Muther Druck Ötterli AG, Eschenbach Bildnachweis {HA} Heimatarchiv Rothenburg {KG} Archiv Kath. Kirchgemeinde Rothenburg {PA} Postkartenverlag Heinrich Alter, Zürich {TA} Theodor Allgäuer {KB} Kurt Bieri {WM} Walter Muther {HS} Hans Sager {ES} E. Schnyder {TU} Dr. Tuor {PW} Peter Willi {11} (12) Ausgabedatum April 2027 Inhalt Vorwort 1 Geschichte Sehr alte Fotos 1 Wappen 1 Archäologie 1 Burghügel 1 Rüeckringen 1 Korporation 1 Flecken Brände, Hagel, Schnee 1 Gasthäuser 1 Post-Kutschen 1 Wohnquartiere WEST Stationsstrasse 1 OST Rüeckringen 1 Eschenbachstrasse 1 NORD Bertiswil 1 Bertiswil 1 Lanwirtschaft Verschwundene Bauernhöfe 1 Entwicklung 1 Alltag auf dem Bauernhof 1 Unwetter 1 Gewerbe Alte Gewerbebetriebe 1 Möbelfabrik Arnold 1 Entwicklung Gewerbe- und Industriegebiet 1 Mobilität Auto AG 1 Verkehrswege 1 Visionen 1 Personen Militär, Herrgottskanoniere 1 Evtl. Portraits 1 Religion Geschichte, Pfarreileben 1 Bevölkerungsentwicklung 1 Baugeschichte Pfarrkirche 1 Baugeschichte Marienkirche Bertiswil 1 Glockengeläute 1 Kulturgüter, Immobilien 1 Neue Wege 1 Bildung Schulhausentwicklung 1 Lehrpersonen, Klassenfotos 1 Entwicklung Schüler:innenzahlen 1 Quellenverzeichnis Heimatarchiv Rothenburg Archiv Pfarrei und kath. Kirchgemeinde Rothenburg Gemeinde Rothenburg, Rothenburg über dem Rotbach, 1991 Gemeinde Rothenburg, Geschichte und Geschichten, 2013 Josef Ottiger-Schnyder, Rothenburger Wegzeichen,1997 Franz Zelger, Rothenburg, 1931 Schützen Rothenburg?
Vorwort Vorwort, Verfasser Peter Willi JDSFKJFK kjfjdsjds <xsac gfdhgfs dfgsdfg cvb bcxb xbv nvbxn vbbmnb mb xcxvfg dsfhf dfjdf guzr uizu ouiop iupizu piuz opi upiu piu hs dfgbfd sfhcy b adfbvyxcb ycbvcv xvbvc n v bxnbvnxb cvbxxb vbxccb vcbx Heimatarchiv Rothenburg Peter Willi, Archivar Rothenburg, im April 2027 Danke Wir bedanken uns ganz herzlich bei folgenden Personen, Firmen, Stiftungen usw. für ihre grosszügige Unterstützung sei es in fananzieller, inhaltlicher, beglei- tender Art. Sie haben diese Ausstellung «Blickpunkt einst+jetzt» mit dem Begleit- buch ermöglicht. Stiftung fdsjkdsjfdjf Stiftung ksdfusifhsdgf Stiftung duiasdjgladjga Gemeinde Rothenburg Kath. Kirchgemeinde Rothenburg Pastoralraum emmen-rothenburg Pistor AG, Rothenburg Luzerner Kantonalbank, Rothenburg Raiffeisenbank Rothenburg Ötterli Druck, Eschenbach Druckpartner: www.oetterliag.ch Druckpartner: www.oetterliag.ch
2Geschichte Einstiges Rothenburg Die frühesten Spuren der Geschichte reichen bis in die keltische Zeit zurück. Das Refugium Huobenfang diente vermutlich als Fluchtburg. Archäologische Funde, die eine genauere Datierung ermöglichen könnten, fehlen jedoch. Die meisten übrigen historischen Zeugnisse erzählen von der wechsel- vollen Geschichte der Freiherren und Vögte von Rothenburg, von der günstigen Verkehrslage sowie von den Konflikten mit den späteren habsbur gischen Vögten und der Stadt Luzern. Diese gipfelten in der Erstürmung der Burg am 28.12.1385. Nun unter Luzer ner Kontrolle, gelegen an der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsache, prosperierte das Städtchen wirtschaftlich. Um 1915 erkun- deten Luzerner Forscher das Gebiet «Tanz- bödeli» im Hue- befang. Solche an keltische «Fluchtburgen» erinnerende Hügelbefesti- gungen wurden am Rotbach-Lauf gleich mehrfach entdeckt. Leider fehlten archäolo- gische Funde für eine genauere Datierung. In seinem 1931 erschienenen Buch «ROTEBURG» präsentiert Dr. Franz Zelger den rekonstruier- ten Grundriss des mittelalterlichen Burgstädtchens Rothenburg. 1130 1. Erwähnung durch Walther von Rodemburg 1299 König Albrecht I. erteilt Stadtrecht 1385 Erstürmung der Burg, Degradierung zum Flecken 1512 Päpstliche Insignen im Wappen 1715-1717 Bau der gedeckten Holzbrücke 1856 Eisenbahn mit Haltestelle Rothenburg Station Geschichte
3Geschichte Twinggenossenschaft 29 Feuerstätten (Haushaltungen im Flecken) formten die Twin- genossenschaft. In einer Urkunde des Rates von Luzern vom 3.1.1572, gerichtet an die Fleckenbürger, wurden die Auftei- lung des Allmendwaldes auf die 29 Fleckengenossen sowie Regeln zur Nutzung und Bewirtschaftung festgelegt. Im Jubiläumsjahr 1985 widmete die Korporation Rothenburg, als Nachfolgerin der Twinggenossenschaft, dieser Urkunde einen Faksimile-Druck. Auch in der Diebold-Schilling-Chronik von 1513 war das Ereignis von 1385 bildgewaltig dargestellt, wobei die Proportionen von Stadt und Burg wohl grosser Fantasie geschuldet sind. Nach länger schwelenden Konflikten mit dem Vogt zu Rotenburg überfielen die Luzerner am 28.12.1385 die Festung Rothenburg. Ein Giebelbild der Kapellbrücke in Luzern war dem Ereignis gewidmet – leider ging das Original beim Brand von 1993 verloren. Urkunde des Rates von Luzern, am 3.1.1572 gerichtet an die Fleckenbürger.
4Geschichte Diese Luftaufnahme von 2023 lässt den Umriss des einstigen Burgstädtchens gut erahnen. Legende bitte neu! 1928: Die in Rüeckringen ausgegrabene Grabplatte wurde beim Umbau der Pfarrkirche 1934 in der Hallen- wand des nördlichen Seiteneingangs eingebettet. Wappen Rothenburg mit den päpstlichen Insignien. Bei archäologischen Ausgrabungen in der Baugrube für den westlichen Anbau an der damaligen Molkerei Barmettler kamen 1979 Mauerfragmente zum Vor- schein. {KB} Ausgrabungen Rüeckringen Bei Ausgrabungen in Rückringen wurde 1928 eine Grabplatte eines Freiherrn von Rothenburg gefunden, der das Rothenbur- ger Wappen, noch zweitürmig, um 1200 zeigt. 300 Jahre später, als Anerkennung für tapferes Verhalten in der Schlacht bei Pavia, verlieh Papst Julius II 1512 dem Amt Rothenburg das Recht dieses Urwappen mit päpstlichen Insignien im Wappen zu ergänzen.
5Geschichte 1758 Ausschnitt aus dem Herrliberger-Stich, Flecken-Ansicht vom Kapf her. Neue Bildlegende Fast vom gleichen Standort ein Aquarell von 1815, von Johann Jakob Aschmann (1747-1809). Im Vordergrund die 1717 fertiggestellte Holzbrücke, dahinter führt die steile Rampe in den Flecken hinein. Rechts im Bild sind noch Reste des einstigen Burghügels erkennbar. Amt Rothenburg Als Hauptort eines der fünf grossen Ämter der Republik Luzern behauptete Rothen- burg noch längere Zeit einen besonderen Rang sowohl wirtschaftlich wie auch als stattliche Siedlung an der Nord-Süd- Verkehrsachse.
6Geschichte 1985: Winterliche Flecken-Südansicht von Bachthalen her aufgenommen. Gut erkennbar die steile Strassen- rampe, die zur alten Holzbrücke von 1717 hinunter- führt. Die am unteren Bildrand erkennbaren Mühlen in der Stampfi wurden beim Bau der neuen Betonbrücke 1911/12 grösstenteils abgebrochen. {TA} Um 1905: Ähnliche Perspektive als «Gruss aus Rothenburg». {TA} Dokumentiert ist dies auch in «Neue Topographie der Eydgenossschaft», die 1754-1773 entstanden ist. Eine wunder- bare Ansicht mit der Holzbrücke und den stattlichen Bauten des Fleckens zeigen die damalige Siedlung. Um 1922: Kapfpanorama mit der neuen 1912 fer- tiggestellten Brücke. Am Widerlager Nord das neue Haus der Familie Zumbühl, daneben zwei der Häuser, die beim Bettagsbrand 1921 verloren gingen. Rechts im Bild die Pfarrkirche mit dem 1934 abgebrochenen Turm und dem 1948 verschwundenen alten Pfarrhaus. {ES} Gut hundert Jahre später dokumentierte der erste Rothenburger Fotograf und Post- halter Theodor Allgäuer den Flecken und seine Umgebung.
7Geschichte 1173 wird Bertiswil erstmals erwähnt, die Urkunde gehört zu den ältesten Dokumenten der Rothen- burger Geschichte. Urkunde Barbarossa Stiftsarchiv Beromünster. Die Aussenansicht von Süden zeigt das kurze Kirchenschiff mit Vordach beim Eingang West (1974 wiederhergestellt). {TA} Bildlegende Bildlegende Bertiswil Weniger bekannt, aber auch mit vielen Spuren in der Geschichte, ist das in einer Urkunde von 1173 erstmals erwähnte Ber- tiswil mit seiner Marienkirche. Als kleiner schmucker Weiler, geprägt von Landwirt- schaft und Kleingewerbe, ergänzte Bertis- wil Rothenburg in wunderbarer Weise.
8Geschichte Um 1900: Der schmucke Weiler Bertiswil wurde auf dieser Werbepostkarte gleich dreifach verewigt. Die Bertiswilstrasse wie auch die beim alten Kreuz abzweigende Rosengartenstrasse waren noch Naturstrassen. Um 1900 wurde diese Bildtafel der Marienkirche zu Bertiswil gestaltet. Grosszügig geschmückt zeigt sich der Innenraum mit den Votivtafeln der 14 Nothhelfer. {TA}
9Geschichte 1946: Marienkirche Bertiswil im Frühling
2Geschichte Einstiges Rothenburg Die frühesten Spuren der Geschichte reichen bis in die keltische Zeit zurück. Das Refugium Huobenfang diente vermutlich als Fluchtburg. Archäologische Funde, die eine genauere Datierung ermöglichen könnten, fehlen jedoch. Die meisten übrigen historischen Zeugnisse erzählen von der wechsel- vollen Geschichte der Freiherren und Vögte von Rothenburg, von der günstigen Verkehrslage sowie von den Konflikten mit den späteren habsbur gischen Vögten und der Stadt Luzern. Diese gipfelten in der Erstürmung der Burg am 28.12.1385. Nun unter Luzer ner Kontrolle, gelegen an der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsache, prosperierte das Städtchen wirtschaftlich. Um 1915 erkun- deten Luzerner Forscher das Gebiet «Tanz- bödeli» im Hue- befang. Solche an keltische «Fluchtburgen» erinnerende Hügelbefesti- gungen wurden am Rotbach-Lauf gleich mehrfach entdeckt. Leider fehlten archäolo- gische Funde für eine genauere Datierung. In seinem 1931 erschienenen Buch «ROTEBURG» präsentiert Dr. Franz Zelger den rekonstruier- ten Grundriss des mittelalterlichen Burgstädtchens Rothenburg. 1130 1. Erwähnung durch Walther von Rodemburg 1299 König Albrecht I. erteilt Stadtrecht 1385 Erstürmung der Burg, Degradierung zum Flecken 1512 Päpstliche Insignen im Wappen 1715-1717 Bau der gedeckten Holzbrücke 1856 Eisenbahn mit Haltestelle Rothenburg Station Geschichte
3Geschichte Twinggenossenschaft 29 Feuerstätten (Haushaltungen im Flecken) formten die Twin- genossenschaft. In einer Urkunde des Rates von Luzern vom 3.1.1572, gerichtet an die Fleckenbürger, wurden die Auftei- lung des Allmendwaldes auf die 29 Fleckengenossen sowie Regeln zur Nutzung und Bewirtschaftung festgelegt. Im Jubiläumsjahr 1985 widmete die Korporation Rothenburg, als Nachfolgerin der Twinggenossenschaft, dieser Urkunde einen Faksimile-Druck. Auch in der Diebold-Schilling-Chronik von 1513 war das Ereignis von 1385 bildgewaltig dargestellt, wobei die Proportionen von Stadt und Burg wohl grosser Fantasie geschuldet sind. Nach länger schwelenden Konflikten mit dem Vogt zu Rotenburg überfielen die Luzerner am 28.12.1385 die Festung Rothenburg. Ein Giebelbild der Kapellbrücke in Luzern war dem Ereignis gewidmet – leider ging das Original beim Brand von 1993 verloren. Urkunde des Rates von Luzern, am 3.1.1572 gerichtet an die Fleckenbürger.
4Geschichte Diese Luftaufnahme von 2023 lässt den Umriss des einstigen Burgstädtchens gut erahnen. Legende bitte neu! 1928: Die in Rüeckringen ausgegrabene Grabplatte wurde beim Umbau der Pfarrkirche 1934 in der Hallen- wand des nördlichen Seiteneingangs eingebettet. Wappen Rothenburg mit den päpstlichen Insignien. Bei archäologischen Ausgrabungen in der Baugrube für den westlichen Anbau an der damaligen Molkerei Barmettler kamen 1979 Mauerfragmente zum Vor- schein. {KB} Ausgrabungen Rüeckringen Bei Ausgrabungen in Rückringen wurde 1928 eine Grabplatte eines Freiherrn von Rothenburg gefunden, der das Rothenbur- ger Wappen, noch zweitürmig, um 1200 zeigt. 300 Jahre später, als Anerkennung für tapferes Verhalten in der Schlacht bei Pavia, verlieh Papst Julius II 1512 dem Amt Rothenburg das Recht dieses Urwappen mit päpstlichen Insignien im Wappen zu ergänzen.
5Geschichte 1758 Ausschnitt aus dem Herrliberger-Stich, Flecken-Ansicht vom Kapf her. Neue Bildlegende Fast vom gleichen Standort ein Aquarell von 1815, von Johann Jakob Aschmann (1747-1809). Im Vordergrund die 1717 fertiggestellte Holzbrücke, dahinter führt die steile Rampe in den Flecken hinein. Rechts im Bild sind noch Reste des einstigen Burghügels erkennbar. Amt Rothenburg Als Hauptort eines der fünf grossen Ämter der Republik Luzern behauptete Rothen- burg noch längere Zeit einen besonderen Rang sowohl wirtschaftlich wie auch als stattliche Siedlung an der Nord-Süd- Verkehrsachse.
6Geschichte 1985: Winterliche Flecken-Südansicht von Bachthalen her aufgenommen. Gut erkennbar die steile Strassen- rampe, die zur alten Holzbrücke von 1717 hinunter- führt. Die am unteren Bildrand erkennbaren Mühlen in der Stampfi wurden beim Bau der neuen Betonbrücke 1911/12 grösstenteils abgebrochen. {TA} Um 1905: Ähnliche Perspektive als «Gruss aus Rothenburg». {TA} Dokumentiert ist dies auch in «Neue Topographie der Eydgenossschaft», die 1754-1773 entstanden ist. Eine wunder- bare Ansicht mit der Holzbrücke und den stattlichen Bauten des Fleckens zeigen die damalige Siedlung. Um 1922: Kapfpanorama mit der neuen 1912 fer- tiggestellten Brücke. Am Widerlager Nord das neue Haus der Familie Zumbühl, daneben zwei der Häuser, die beim Bettagsbrand 1921 verloren gingen. Rechts im Bild die Pfarrkirche mit dem 1934 abgebrochenen Turm und dem 1948 verschwundenen alten Pfarrhaus. {ES} Gut hundert Jahre später dokumentierte der erste Rothenburger Fotograf und Post- halter Theodor Allgäuer den Flecken und seine Umgebung.
7Geschichte 1173 wird Bertiswil erstmals erwähnt, die Urkunde gehört zu den ältesten Dokumenten der Rothen- burger Geschichte. Urkunde Barbarossa Stiftsarchiv Beromünster. Die Aussenansicht von Süden zeigt das kurze Kirchenschiff mit Vordach beim Eingang West (1974 wiederhergestellt). {TA} Bildlegende Bildlegende Bertiswil Weniger bekannt, aber auch mit vielen Spuren in der Geschichte, ist das in einer Urkunde von 1173 erstmals erwähnte Ber- tiswil mit seiner Marienkirche. Als kleiner schmucker Weiler, geprägt von Landwirt- schaft und Kleingewerbe, ergänzte Bertis- wil Rothenburg in wunderbarer Weise.
8Geschichte Um 1900: Der schmucke Weiler Bertiswil wurde auf dieser Werbepostkarte gleich dreifach verewigt. Die Bertiswilstrasse wie auch die beim alten Kreuz abzweigende Rosengartenstrasse waren noch Naturstrassen. Um 1900 wurde diese Bildtafel der Marienkirche zu Bertiswil gestaltet. Grosszügig geschmückt zeigt sich der Innenraum mit den Votivtafeln der 14 Nothhelfer. {TA}
9Geschichte 1946: Marienkirche Bertiswil im Frühling
2Flecken Der Flecken Rothenburg Noch stark an den mittelalterlichen und sehr kompakten Grundriss angelehnt entwickelte sich das Burgstädtchen zum Flecken Rothenburg. Eine Perle von Dorf auf kleinem Raum, wo es sich gut leben und wirtschaften lässt. Es konnte sich eine grosse Vielfalt von Läden und Gewerbebetrieben entwickeln. Die Hauptstrasse führte zwar mitten- durch, aber der «Langsamverkehr» war damals noch nicht so ausgeprägt. Die Fleckenjugend genoss überdies in «ihrem Flecken» viele Freiräume. Das Erscheinungsbild blieb über lange Zeit nahezu unverändert. Als Erstes eränderte der Bau der neuen Betonbrücke 1912 die Südzufahrt markant. Flecken 1927 Hagelwetter 1912 Bau neue Betonbrücke 1907/ 1921 Flecken- brände 1934 Umbau Pfarrkirche 1950 Brand Auto AG 1955 Neuer Fleckenbrunnen 1963: Neubau Schuhhaus Bühlmann 1976: Korporation Baumpflanzaktion 1985 Flecken- pflästerung 2004: Neubau Gemeindeverwaltung Um 1910: Die enge Nordzufahrt über die Gerbibachbrücke. {PA}Um 1922: Panorama-Ausblick aus dem Haus Dr. Tuor Rich- tung Möbelfabrik Arnold und Pfarrkirche vor Umbau. {TU}
Flecken3 Brandfälle Erst die Fleckenbrände von 1907 am Postplatz und 1921 bei der Oberen Schmiede und das schwere Hagelwetter vom August 1927 führten zu grösseren Veränderungen im Fleckenbild. 1933/34 erfolgte der Umbau mit Osterweiterung der Pfarrkirche zu ihrer heutigen markan- ten Form. Um 1905: So sah der Fleckenplatz mit dem alten Post- gebäude vor dem Fleckenbrand von April 1907 aus. {TA} Der «neue Fleckenplatz» um 1925. In der Nacht vom Weissen Sonntag, 7. April 1907, auf den Montag gingen beim Fleckenbrand am Postplatz vier Häuser verloren. Die Feuerwehr, unterstützt durch Korps der Nachbargemeinden, schaffte es innert fünf Stunden, das Feuer zu löschen. Obwohl der Wiederaufbau sofort an die Hand genom- men wurde, dauerte es mehrere Jahre bis der neue Fleckenplatz wieder stand.
4Flecken Um 1903: Auf dieser Werbepostkarte des Gasthofes Ochsen von 1903 sind noch mehrere Flecken-Gebäude zu sehen, die später durch Brände und Abbruch verloren gingen. {PA} Um 1910: Fleckenstim- mungsbild mit der gekiesten Fleckendurchfahrt. Der Bären hat noch kein Riegelwerk an der Fassade. {TA}
Flecken5 Um 1920: Obere Schmiede, südlich des Bären, 1921 abgebrannt. Heute Flecken 5. {HA} Fleckenbrand In der Nacht vom Samstag auf den Eidg. Betttag 1921 brannten das Wohnhaus mit der Schmiedewerkstatt von Candid Isen- egger sowie das Wohnhaus von Konrad Brunner vollständig nieder. Das Wohnhaus der Familie Bächler erlitt grösseren Rauch- schaden und wurde später abgebrochen. Hinter dem Bären stand die wuchtige Bärenscheune, die zeitweilig der Auto AG Rothenburg als Garage diente. Nach dem Brand auf dem Auto AG-Areal 1950 wurde diese beim Wiederaufbau neuer Hallen abgebrochen. {KB} Um 1922/23: Nach geräumter Brandstelle liegt viel Ma- terial für den Wiederaufbau bereit. Daneben der Bären, bevor er bei der Renovation von 1925 sein Riegelwerk erhielt. {HA} Um 1930: Fleckenansicht nach vollendetem Wiederauf- bau der Häuser südlich des Bärens. {HA} 1921: Die Feuerwehr war mit dem Brandherd lange beschäftigt, was die Schaulustigen interessiert mitver- folgten. {HA}
6Flecken In der ersten Märzhälfte 1931 fielen Rekord-Schneemengen, im Flecken wurden bis 80 cm gemessen. {KB} 1931: Tief im Schnee versunken, Handlung Bieri mit der BP-Tanksäule, daneben die Post, dahinter der alte Kirchturm, der beim Kirchenumbau 1933/34 abgebrochen wurde. {KB} Schnee, soweit das Auge reicht Zentraleuropa und die Schweiz erlebten ab Anfang März 1931 gewaltige Schnee- fälle, je nach Region wurden im Mittelland und den Voralpen zwischen 60 cm und 110 cm gemessen. Gefolgt von einer mehrwöchigen Ab- kühlung blieb die weisse Pracht lange erhalten, womit sich die Schneeräumung anspruchsvoll gestaltete.
Flecken7 Das schwere Hagelwetter vom 2. August 1927 , gefolgt von sintflutartigen Regenfällen, hinterliess im Flecken eine Schneise der Verwüstung. Wochenlang wurde aufgeräumt. {KB} Aufbruch mit Zuversicht In den Krisen- und Kriegsjahren gab es wenig Veränderungen, aber nach 1946 investierten viele Geschäfte in neugestalte- te Verkaufsräume. Im Februar 1950 führte der Brand der Auto AG-Hallengruppe zu einem ersten Modernisierungsschub. Bis 1953 stand ein neuer dreiteiliger Hallenkomplex (heutiges Areal Gemeindeverwaltung) zur Verfü- gung. Auch die Kirche erlitt schwere Hagelschäden, was einer der Gründe für den grossen Umbau 1933/34 war. {KB}
8Flecken Um 1930: Der alte Fleckenbrunnen war aus zwei Trö- gen gebildet, bei dieser Ansicht von Süden besonders gut erkennen. {KB} Der Fleckenbrunnen Zeitgleich mit der Einweihung des neuen Fleckenbrunnens am 11.9.1955 wurde der Flecken «entstaubt», asphaltiert und die Kantonsstrasse mit ersten Fussgänger– streifen versehen. Die beiden Tröge des alten Fleckenbrun- nens fanden eine neue Heimat bei der Metzgerhalle und im neuen Friedhof Bertiswil. 1955 wurde der neugestaltete Fleckenbrunnen feierlich eingeweiht. Die Brunnensäule erhielt eine Gedenktafel, die an den Geschichtsforscher Dr. Franz Zelger erinnert.
Flecken9 Um 1910: Das Projekt für einen Bau einer neuen Be- tonbrücke hoch über den Rotbach reifte. Das alte Haus der Metzgerei Zumbühl stand der Linienführung der neuen 1911/12 erbauten Betonbrücke im Wege und wurde deshalb abgebrochen. {TA} 1956: Gleichzeitig mit dem neuen Fleckenbrunnen wurde der Flecken «entstaubt» indem man ihn durch- gehend asphaltierte. Rechts im Bild startet der Umbau der Bäckerei L. Muff. {HA} Um 1960: Mit der Asphaltierung wurden auch erstmals Parkfelder und Fussgängerstreifen markiert. Um 1960 {HA} 1895: Eine der ältesten Fleckenfotos, die Südansicht von Bachthalen her aufgenom- men, noch ohne neue Betonbrücke von 1912. Die Flecken-Südzufahrt führte Jahr- hunderte lang über steile Rampen zur Holzbrücke hinunter, was den Gütertransport aufwändig gestaltete und eine grosse Zahl an Zugtieren nötig machte. {TA} Um 1915: Schräg gegenüber konnte die Familie Zum- bühl ihr neues Zuhause beziehen. {HA} Fleckenveränderungen über die Jahrzehnte Ab Mitte der Fünfziger Jahre wurde der Flecken asphaltiert und erstmals Parkfelder und erste Versionen von Fussgängerstrei- fen markiert. Gut 45 Jahre zuvor hatte sich auch die Südzufahrt zum Flecken markant verän- dert, als die neue Brücke 1911/12 gebaut wurde.
10Flecken Um 1940: Die westliche Flecken-Häuserzeile vom Bären via Molkerei bis zum alten Schuhhaus Bühlmann in den frühen Vierzigerjahren. Bis Ende der 1940-Jahre war der Flecken für Kinder auch ein grosser Spielplatz, da nur sehr wenig Verkehr unterwegs war. {HA} Um 1938: Zwei Fleckenmädchen, Maria Muff und Margrit Bieri fahren stolz ihre neuen Kinderwagen spazieren. {KB} Um 1937: Eine unternehmungslustige Schar von Fleckenbuben posiert mit ihren Stel- zen, die sie mit Hilfe ihrer Lehrer selbst gefertigt haben. {KB} Leben im Flecken Ein zusätzlicher Allgemeintext wäre gut.Anekdote
Flecken11 Modernisierung im Flecken Eigentlich sollten ab 1960 mehrere mar- kante Hausneubauten bei der Fleckenaus- fahrt Nord folgen. Den Anfang machte der Abbruch des alten Schuhhauses Bühl- mann, gefolgt vom noch heute existieren- den Neubau, eingeweiht 1963. Die Umwälzungen der Hochkonjunktur- jahre waren für die Läden eine schwierige Zeit. Als Rothenburg wegen des Brücken- neubaus von Süden nicht mehr erreichbar war, initiierten die Ladenbesitzer 1975 den Chlausmärt, noch heute existierend als Wiehnachtsmärt. 1978: Das eingerüstete Haus «Süesswinkel», war 1978 das erste Beispiel eines rekonstruktiven Hausneubaus, bei dem alte baufällige Häuser durch Neubauten im Rahmen moderner Normen neu aufgebaut wurden. {KB} 1976: Reges Treiben am Wienachtsmärt. {KB}
12Flecken Spätere Generationen empfanden den ab 1955 geschaffenen Zustand als «Asphalt- wüste». 1976 ergriff die Korporation die Intiative und pflanzte nach Jahrzehnten wieder Bäume im Flecken. Nach und nach wurden auch die Fle- ckenhäuser saniert, teils in alter Form neu gebaut. Das «Cafe Süesswinkel», eröffnet 1978, gilt als erstes Beispiel. 1984/85 wurde der Asphalt entfernt und durch eine Steinpflästerung ersetzt. Ein grosser Schritt in die Zukunft eines erneuerten Fleckens bildete der Start der Bauarbeiten für das Parking Coop am westlichen Grabenweg. 2004 folgt der neue Standort der Gemeindeverwaltung. Seit 2023 laufen erneut Studien und Planungen, um die Grabenweg-Ost- Bebauung zu gestalten und komplexe Ver- kehrsprobleme z.B. neue Bushaltestellen zu realisieren. 1979: Auf Initiative der Korporation Rothenburg wurden ab Frühling 1976 Bäume gepflanzt, die laufend ergänzt wurden. {KB} 2003: Die ersten Bauarbeiten am südlichen Grabenweg starten. Die Baugrube für die Tiefgarage am Standort des künftigen COOP fördert viele Findlinge zutage. {KB} 2004: Im Frühling sind die Abbrucharbeiten auf dem alten Auto AG-Areal abge- schlossen, der Bau der neuen Gemeindeverwaltung kann starten. {KB}
Flecken13 Luftige Aufnahmen Zwei Flecken-Luftbilder von 2023 dokumentie- ren, wie in den letzten dreissig Jahren neue Wohnquartiere den Flecken ergänzten, ihn irgendwie zu «umarmen» begannen.
2Wohnquartiere Wohngebiete Rothenburgs Die Wohngebiete Rothenburgs konzen- trierten sich lange Zeit auf den historisch gewachsenen Flecken und seine unmittelbare Umgebung. Erst in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg setzte eine kontinuierliche, räumlich weiter um sich greifende Wohnbautätigkeit ein. Die Ortsplanung Für die Nachkriegszeit geradezu vorbild- lich befasste sich die Gemeinde Rothen- burg schon um 1947 mit der Orts- planung. Zwar war sie bescheiden aus- gelegt auf eine ländlich geprägte Bevölke- rung. Wohngebiete vor allem im und um den Flecken herum förderten ein kontinuier liches Bevölkerungswachstum. Sehr fortschrittlich für die Zeit wurden auch Umweltaspekte berücksichtigt und erste Schutzgebiete an Bachläufen vorgeschlagen. Wohnquartiere 2014: Baugrube neuer Metzgerhalle- Westtrakt. {KB} 1963: Erster Wohnblock im Lehnquartier. {KB} 2020: Die Krane für die Über- bauung Bertiswilhöhe sind installiert. {WM} 1947 1. Ortsplanung 1963 Ortsplanung 25000 Einw. 1968 Projekt Stampfi, nicht realisiert 1973 Fleckenplanung 1987 Ortsplanung überarbeitet 1993 Ortsplanung überarbeitet 2012 Ortsplanung überarbeitet 2023 Berufung Siedlungs- konferenz 1960 1. Wohnblöcke Lehn Quartier Mauritiusring Rosengartenstrasse
3Wohnquartiere Entwicklung Erste kleinere, vorwiegend private Neubauten entstanden entlang der Bertiswil- und Eschenbachstrasse. Spä- ter folgten Stationsstrasse und Zelger- strasse, wo sich nebst Privaten auch die Viscose-Stiftung und die Baugenossen- schaften engagierten. Markante Wohnblöcke wuchsen 1960- 63 an der Lehnstrasse und ab 1964 im Lindauring in die Höhe. Um 1963: Luftbild aus Nordwesten. Um 1964: «Rächehus» und Lehnstrasse: Auftakt 1960 mit drei Wohnblöcken «im Grüene». {KB} Bis 1978 hatte sich die Zahl der Wohnblöcke im Lehnquartier verdreifacht, weitere sollten bald folgen. {KB} Um 1920: Familie Dr. Tuor auf Sonntagsbummel, im Hintergund Hof Rechenhaus, später Lehnquartier.
4Wohnquartiere 1968: Projekt «Stampfi-West» mit drei Wohnhäusern. Dies wurde nicht realisiert. Auszug aus HEIMAT 11.10.1968 Die reizvolle Umgebung im Rotbachtobel inspirierte 1968 das Architekturbüro Kunz+Gemperli aus Em- menbrücke zu einem aussergewöhnlichen Projekt. Ein 24-stöckiges und zwei 16-stöckige Hochhäuser sollten Familien an der Grenze zwischen Rothenburg und Emmenbrücke ein komfortables, modernes und zentral gelegenes Wohnen im Grünen ermöglichen. Alle Wohnungen waren zweigeschossig, wobei die Wohn- und Schlafzimmer der einzelnen Maisonetten jeweils durch ein Stockwerk voneinander getrennt waren, sodass kein lärmempfindlicher Nachbar ge- stört würde. Neben dieser grossstädtisch anmutenden Gebäu- degruppe sollte auch der Rotbach mit zwei kleinen Seen zur reizvollen Bachlandschaft mit Spazierwegen beitragen. Eine Fussgänger-Passarelle zum Bahnhof Rothenburg-Dorf hätte einen idealen Anschluss an den öffentlichen Verkehr ermöglicht. 1977: Aufbruchstimmung am Ende der Rezessionsjahre. Am Pilatusring, an der Eschenbachstrasse und an der Rüeckringenstrasse sind neue Quartiere im Entstehen. {KB} 1978: Weiterentwicklung entlang der Stationsstrasse. Das neue Quartier Hermolingenmatte ist bezugsbereit. {KB} 1977: Neue Einfamilienhäuser an der Eschenbachstras- se sind im Bau. {K} Wunschträume Die Hochkonjunktur der Sechziger Jahre trieb auch gewagte Vorhaben voran. 1968 wurde für das Gebiet Stampfi-West neben der Betonbrücke ein Projekt mit nicht weniger als drei Hochhäusern ge- plant.
5Wohnquartiere 1990: In direkter Nachbarschaft des Alterszentrumes Fläckematte wuchs ab 1990 das Quartier Fläckehof in mehreren Bauetappen dem Flecken entgegen. {KB} 1991: Die erste Etappe des neuen Quartiers Fläckehof, aufgenommen von den Balkonen des Altersheimes Fläckematte. {KB} Ortsplanung bläht Einwohner- zahl auf Unter dem Eindruck wirtschaftlich guter Jahre rechnete man bei der 1963 aktua- lisierten Ortsplanung nun mit einer maxi- malen Bevölkerungszahl von 25‘000! Parallel dazu wurde ein Industrie- und Ge- werbegebiet entlang der SBB-Linie nörd- lich und südlich von Rothenburg Station geplant, später sollte die Autobahntrassee im gleichen Korridor gebaut werden. Bereits früh zeigten sich dabei die Vorteile, die Industrie- und Gewerbegebiete räum- lich von den Wohngebieten getrennt zu realisieren.
6Wohnquartiere 1990: Altersheim Fläckematte und das Areal Fläcke- park vor Baubeginn. {KB} 2023: Die 2023 angelaufene Fleckenplanung soll bis 2028 die Grundlagen für eine behutsame Weiterent- wicklung des Fleckens liefern. Fleckenplanung Der Ortskern drohte bei diesen rasanten Entwicklungen unter die Räder zu gera- ten, was 1973 zum Start einer gezielten Fleckenplanung führte. Allerdings zog sich diese erste Fleckenplanung bis 1977 hin, da das Vorhaben von Verkehrsfragen stark beeinflusst wurde.
7Wohnquartiere Rezession flacht Bauboom ab Durch die Rezessionsjahre ab 1974 wurde die Wohnbautätigkeit nur kurz ausge- bremst. Der Achse Richtung Rüeckringen folgten schon bald neue Quartierteile wie Friedau, Schützenweid, Allmend und Chüegass. Nördlich der Eschenbachstrasse wurde das Quartier «Felsenegg» und südlich davon die Wohnblöcke «Im Hang» und «Usserhus» gebaut. 1988-2004 entstanden auch in Flecken- nähe grössere Quartiere, so in mehreren Etappen die Ueberbauung Fläckehof sowie die grosse Siedlung zu Füssen des Schulhauses Konstanz, später auch der «Grabenweg» mit COOP, um nur einige zu nennen. 2023: Eindrückliches Panorama hoch über dem Rotbach von Süden aufgenommen, der Flecken von allen Seiten umfasst von neuen Quartieren. 2023: Luftaufnahme der östlichen «Pforte» zur Gemeinde Rothenburg. Neben der Eschenbachstrasse die Chüegass, Allmend und Felsenegg, Pilatusring.
8Wohnquartiere Bautätigkeit gebremst Die Bevölkerung erlebte das Ganze als ra- sant und begegnete der intensiven Bautä- tigkeit zunehmend kritisch. Auch seitens Planungsverband und Kan- ton Luzern folgten bald einschränkende Vorgaben. In der Folge wurden 1987, 1993 und 2012 die Ortsplanungen überarbeitet, um Rothenburg eine sinnvoll etappierte Ent- wicklung zu sichern. Dabei wurde bis 2024 eine Bevölkerungs- zahl von ca. 7870 angepeilt, immer im Bewusstsein, dass Ortsplanung eine Dau- eraufgabe ist. 1979: Südansicht Konstanzwiese. {KB} 2002: Die ersten Wohnblöcke auf Konstanz entstehen. {WM} 2019: Bertiswilhöhe in saftigem Grün. {WM} 2020: Wandlung von der grünen Wiese zum neuen Wohnquartier Bertiswilhöhe. {WM} 2020: Wohnblöcke der ersten Bauetape Bertiswilhöhe. {WM} Siedlungskonferenz Um nun die aktuell geltende Zonenpla- nung inklusive Fleckenplanung an die neuen Erfordernisse anzupassen und damit umfassend zu überarbeiten wurde Anfang 2023 die Siedlungskonferenz ge- startet. Damit wurde die Bevölkerung frühzeitig in die Planungen einbezogen. Es haben bereits etliche Workshops statt- gefunden, alles mit dem Ziel, die auf dieser Basis aktualisierte Ortsplanung bis 2028 in Kraft zu setzen.
9Wohnquartiere Um 1950: Luftaufname Bertiswils von Süden mit der Marienkirche und dem alten Restaurant Kreuz mit dem neuen Südbalkon. Um 1939: Ansichten des beschaulichen Weilers Bertziswil. 1964: Zur Eröffnung Restaurant Kreuz, Werbepost- karte. Bertiswil Parallel dazu entwickelte sich der beschau- liche Weiler Bertiswil auch weiter, als ab 1963 die Quartiere Mauritiusring und Rosengartenstrasse entstanden. An Weihnachten 1964 öffnete das neue Restaurant Kreuz, welches innert kürzester Zeit zum beliebten Treffpunkt für Familien und Vereinen wurde.
10Wohnquartiere 2023: Bertiswiler Luftbildansicht von Norden mit dem neuen Quartier Bertiswil-Ost. Um 1955: Nördlich des Weilers Bertiswil, seit über hundert Jahren das Zuhause der Familie Isaak, im Vor- dergrund der alte Bertiswiler Weiher. {KB}
11Wohnquartiere Die Entstehung der Wohngebiete Die Wohngebiete Rothenburgs haben sich über die Jahre gebildet. Nachstehend sind die einzelnen Gebiete chonologisch aufgelistet. 1947–1959 1947 Franz-Zelger-Strasse 1947 Station West 1948 Nelkenstrasse 1949 Eschenbachstrasse 1950 Burgstrassse 1951 Rudolfstrasse 1952 Titlisstrasse 1954 Station Ost 1956 Tulpenstrasse 1959 Rigistrasse 1960–1969 1960 Lehnstrasse 1963 Lindauring 1963 Maurititiusring 1963 Rosengartenstrasse & Kilchweid 1964 Hermolingen 1966 Buzibachstrasse 1966 Rächehus/Lehn zweite Etappe 1970–1979 1970 Tanklager Hasenmoos 1972 Eichenring 1974 Eschenstrasse 1976 Bertholdstrasse 1976 Lindenfels 1976 Schützenweid 1977 Felsenegg 1977 Friedaustrasse 1978 Allmend 1978 Höchweid 1978 Pilatusring 1979 Chärnsmatt 1979 Feldheim 1980–1989 1981 Im Hang 1981 Oberchärns, Rütiweid 1982 Alpenstrasse 1983 Chüegass 1983 Rosshalde 1983 Schützenwied I Schutzenweid West 1986 Rotbachmatte 1988 Fläckematte 1988 Huobenfangstrasse 1989 Alterswohnheim Fläckematte 1990–1999 1990 Fläckehof-Bauetappen I – III 1990 Lindauhalde 1992 Fläckehof 1994 Fläckehof Bauetappen IV & V 1994 Usserhus 1996 Alterswohnungen Fläckematte 1996 Fläckeweid 2 + 4 1998 Lindau Süd I 2000–2026 2001 Gärbihof 2004 coop & MFH Grabenweg 2004 Grabenweg-Quartier & COOP 2005 Gemeinde & MFH Grabenweg 2006 Lindau Süd II/III 2009 Schützenweid II 2013 Fleckenerneuerung Metzgerhalle 2014 Bertiswil Ost 2016 Neuhof 2020 Gimmermee 2023 Lehn 13/15 Neubauplanung 2024 Fläckehof Ost 2024 Konstanz Nord
2Landwirtschaft Arbeiten auf dem Bauernhof Früher war Landwirtschaft Handarbeit. Das Arbeitspensum konnte nur mit Hilfe der ganzen Familie inclusive Kinder und viel Personal (Dienstboten) bewältigt werden. Znüni und Zobig wurden auf das Feld gebracht, um die Arbeitskraft möglichst optimal einzusetzen. Diese Bilder vermitteln eine romanti sche und friedliche, ja gar eine festliche Athmosphäre. Dies entspricht keines- wegs der damaligen Realität. Die Bauern mit ihren Familien und Angestellten mussten täglich harte Knochenarbeit leisten. Einzig der Sonntag brachte etwas Entspannung. Landwirtschaft Mähen mit Pferdegespann in der Grossmatt Heuet im ObmoosMit der Sense an der Arbeit 1927 Heftiges Unwetter mit grossen Schäden 1173 1. Erwähnung Kirche Bertiswil 1731 Einweihung Pfarrkirche 1752 Anschaffung 1. Orgel 1876 Umbau mit Erweiterung Pfarrkirche 1934 2. Erweiterung Pfarrkirche 1960 Erweiterung 2 Glocken 2006 Innen- renovation mit Neugestaltung 2016 Einrichtung Pastoralraum Emmen- Rothenburg
3Landwirtschaft Zur Arbeit bereit im Schlatt In der Wüesti wird jede Kraft gebraucht Pflügen mit dem Vierspänner Garben binden im Löchenrain Traktor mit Holzvergaser auf Waligen 1978: Getreideernte in der Wegscheide mit Traktor und Mähdrescher. Mechanisierung In der ersten Phase der Mechanisierung hatte das Pferd eine grosse Bedeutung, oft wurden auch Doppelspänner eingesetzt. Zur Einsparung von Personal ist es schliess- lich nach der Motorisierung gekommen. Erwähnenswert sind Spezialkulturen, die erst im Verlauf zu den Kernaufgaben der Landwirte gekommen sind: Obstkulturen, Dinkel, Kürbis, Sonnenblumen, Raps . Die Kühe werden von Hand gemolken. Maschinelle Futterernte
4Landwirtschaft Leben auf dem Bauernhof Grosse Bauernfamilien lebten mit mehre- ren Generationen auf den Höfen. Meist war den Familien eine grosse Kinderschar vergönnt. Zusätzlich lebten einige Dienst- boten zusammen mit den Familien. Auf den Fotos wurde dies auch gezeigt. So präsentierte man sich mit den Kindern, allen Generationen, den Dienstboten, und teilweise mit Vieh und Wagen. Beachtens- wert ist auf den Bildern die Sonntagsklei- dung der Bevölkerung. Um 1920: Christian Schneider, Obmoos, zugezogen aus Trub, eidg. Schwingerkönig 1883 Beim Rechenhaus, heute Rüeckringenstrasse. Viele helfende Hände auf dem Thurm. Familie Bühlmann auf Grossmatt posiert zur Gruppenaufnahme. Gespann mit Pferde und Ochs (oder Kuh) im Schlag. Heuet mit Pferde- und Menschenstärke.
5Landwirtschaft Käsereien in Rothenburg Bis weit in das späte Mittelalter hinein war die Landwirtschaft überwiegend auf Selbstversorgung ausgerichtet. Die Bauern produzierten die meisten Güter selbst und beschafften das notwendige Geld für den Erwerb von nicht selbst hergestellten Wa- ren durch den Verkauf von Vieh, Getreide oder Käse. Grössere Betriebe oder ganze Weiler verfügten häufig über eine eigene Milch- verwertung in Form einer Käserei. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die Lage der Landwirtschaft, die Pro- duktion konnte gesteigert werden und die Bauern erzielten gute Preise für ihre Agrargüter. Diese Zeit war geprägt von einem wirt- schaftlichen Aufschwung für Gewerbe, Handel und Industrie. Die steigende Kon- junktur führte dazu, dass die Bevölkerung einen höheren Bedarf an Fleisch und Milchprodukten hatte. 15.07.2021 | shu av_uebersichtskarte_210715.qgs Übersichtskarte Amtliche Vermessung 15.07.2021 Gemeinde Rothenburg Datenstand Amtliche Vermessung: Januar 2021 Hinweis: Aufgrund des Massstabs werden Elemente und Beschriftungen der amtlichen Vermessung generalisiert dargestellt oder ausgeblendet. Käsereien Chüeschwand (Brunner) Giebel (Wolfisberg) Grossmatt (Bühlmann) Flecken (Huser) Löchenrain (Schwander) Oberhocken (Winiger, im Speicher) Obmoos (Ineichen, im Speicher) Ottenrüti (Schwander) Riedhof (Ottiger) im Speicher bis 1895 (1), dann in der Käserei Neuriedhof Waligen (Wolf) (2) Mittelwaligen (Ottiger) Käser Röthlin, Flecken. Käsereigenossenschaft Neuriedhof: Im Jahr 1915 lieferten 19 Betriebe total 838‘968 kg Milch. Sie erhielten für Wintermilch 23 Rappen pro Liter, für Sommermilch 26.5 Rappen. Riedhof Oberhocken Chüeschwand Obmoos Löchenrain Ottenrüti Flecken Mittelwaligen Giebel Grossmatt Waligen 1 2
6Landwirtschaft Käserei Riedhof. Käserei Riedhof um 1920. Umbau der Käserei auf Dampfanlage im Jahr 1926 (aus 100 Jahre Käsereigenossenschaft Neuriedhof): • 1 stehender Querrohrdampfkessel 8atm • 1 Rauchrohrvorwärmer • 1 Spül- und Dampftisch • 1 Käsepressanlage: 3 Käsepressen 3‘000 kg Pressdruck • Käsespeicherheizung und 4 Warmwasserheizungsöfen Käserei Waligen. Käser Röthlin beim Haus Friedeck. Aus 100 Jahre Käsereigenossenschaft Neuriedhof. Allerdings begann sich zu Beginn der 1880er Jahre die Situation in der luzerni- schen Landwirtschaft zu verschlechtern. Billiger Weizen aus den östlichen Staaten wurde in grossen Mengen importiert und überschwemmte die Schweiz. Die Dampf- schiffe und Eisenbahnen, die den Trans- port von Getreide ermöglichten, führten dazu, dass die Preise für einheimisches Getreide einbrachen. Infolgedessen muss- ten die Bauern vom Getreideanbau auf Milchwirtschaft umstellen und gründeten ihre Käsereigenossenschaften. Bereits vor hundert Jahren erkannten weitsichtige Männer die Vorteile gemein- schaftlichen Handelns. Durch Verhand- lungen bereiteten sie die Gründungsver- sammlung vor, sodass es im Jahr 1895 zur Gründung der Käsereigenossenschaft Neuriedhof kam. Mit der Gründung der Käsereigenossen- schaft ging auch eine Reduktion der Käser- eien in Rothenburg einher.
7Landwirtschaft müsegärten waren vernichtet, die Wälder geschädigt. Das kantonale Militär- und Polizeidepartement schickte 50 Mann der Unteroffiziersschule nach Rothenburg, die Stadt Luzern 200 Feuerwehrleute, um ers- te Hilfe zu leisten. Auch viele Dachdecker boten ihre Dienste an. Auf zahlreichen Hö- fen wurde versucht, jüngere und wertvolle Bäume wieder aufzurichten. Naturereignisse Hagelwetter vom 2.8.1927 Zwei Gewitterfronten mit Wirbelstürmen zogen von Frankreich her über die Westschweiz Richtung Zentralschweiz. Über Rothenburg wütete der Hagel am intensivsten. Nach 15 bis 20 Minuten zo- gen Sturm und Hagel weiter. Besonders schlimm traf es die Landwirtschaft, wo Sturm und Hagel die Bäume entlaubt, geknickt oder entwurzelt, die Obsternte vernichtet, Gras und Getreide zerhackt hatten. Auch viele Kartoffelfelder und Ge- 1927: Der Sturm verursachte riesige Waldschäden. 1927: Durch Sturmböhen und grosskalibrige Hagelkörner fiel die Scheune Oberhermolingen wie ein Kartenhaus zusammen und kräftige Bäume wurden geknickt.
8Landwirtschaft 1927: Anhöhe Eschenstrasse (Vordergrund Strasse nach Hermolingen, Hintergrund Stationsstrasse). Auswirkungen des Hagels auf Konstanz. Bildlegende Bildlegende Überschwemmung am 16.6.1988 Ein heftiges Gewitter hat am 16.6.1988 grosse Teile des Kantons Luzern heimge- sucht und insbesondere auch in Rothen- burg schwere Schäden angerichtet. Wich- tige Strassenlinien wurden überflutet und der Bahnverkehr kam während Stunden Überfluteter Bahnübergang Rothenburg Station. Zumbühl Areal. zum Erliegen. Vollständig unter Wasser stand der N2-Anschluss Luzern-Zentrum, der in beiden Fahrtrichtungen gesperrt wurde. Während Stunden vollständig lahmgelegt war der Bahnhof Luzern. Auch der Bahnhof von Rothenburg stand während längerer Zeit unter Wasser.
9Landwirtschaft Bildlegende Lothar am 26.12.1999 Am 26. Dezember 1999 fegte der Sturm Lothar mit rund 250 Kilometern pro Stun- de über die Schweiz. Das Kapital vieler Waldbesitzer wurde vernichtet und 14 Menschen starben, bei den Aufräumarbei- ten nochmals 15. Auch Rothenburg wur- de stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Orkan warf im Kanton Luzern auf einen Schlag die vier- bis zehnfache Menge des Bildlegende Bildlegende Bildlegende Bildlegende normalen Jahresholzertrags um. Es gab aber auch eine porisitve Seite des Sturms. Lothar führte zu einer Dynamik, die eine grössere Artenvielfalt ermöglichte, vor allem an Orten, die nur teilweise geräumt wurden.
10Landwirtschaft Statistik Bauernbetriebe/Viehhaltung 1866 1956 1975 2000 2025 Betriebe 110 123 96 69 59 Rindvieh 927 2495 2849 2044 2648 Schweine 293 3597 6738 7153 5041 Pferde 105 103 25 84 134 Schafe 80 15 45 127 319 Ziegen 48 23 12 9 33 Bienenvölker 0 418 78 39 17 1866 1956 1975 2000 2025 8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000 Leben auf dem Bauernhof Die Statistik zeigt die Entwicklung in der Landwirtschaft betreffend die Betriebe und der Tierhaltung von 1866 bis 2025.
11Landwirtschaft Entwicklung einzelner Gehöfte Obmoos Markus Barmettler-Knüsel bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Martina den Hof Obmoos, den er 2003 von seinem Va- ter Josef Barmettler-Brunner übernehmen konnte. Der Landwirtschaftsbetrieb umfasst 27 ha Land und 2,5 ha Wald, dazu noch 1 ha Pachtland. Im Rahmen der Milchwirtschaft werden 50 Kühe und 15 Stück Jungvieh gehalten. Die Schweinehaltung bietet Platz für 150 Mastschweine. Der Bestand der Legehennen liegt zur Zeit bei 80. Eine Aufstockung des Hühnerbestandes steht bevor. Neben der Graswirtschaft werden auch Getreidekulturen angebaut, so unter anderem Urdinkel auf einer Fläche von l,4 ha, vorab zur Produktion von Urdinkel- mehl. Entsprechende Produkte nebst Eiern und regionalen Landwirtschaftsprodukten werden im Hofladen vermarktet. Die Di- rektvermarktung befindet sich kontinuier- lich im Aufbau. Die Scheune zur Liegenschaft Obmoos wurde 1980 neu erbaut. Der Ersatzneu- bau des Hauses erfolgte im Jahre 1995 und 2022 wurde eine multifunktionale Maschinenhalle erstellt. Im Jahre 1999 wurde der Hof vom Sturm «Lothar» stark betroffen. Der Sachschaden an Gebäuden und Wald betrug rund Fr. 100‘000.00. Markus und Martina Barmettler sind unter anderem «Emmi-Botschafter». Das Vieh verfügt über viel Auslauf. Eine tierfreundliche und artgerechte Haltung ist eine zwingende Voraus- setzung für die Produktion und Vermarktung von Wie- senmilch ab ihrem Hof.
12Landwirtschaft Entwicklung einzelner Gehöfte Giebel Die Agrarkrise Ende des 19. Jahrhundert war die Chance von Johann Renggli-Zur- kirchen aus Ruswil, am 16.08.1895, den landwirtschaftlichen Betrieb Giebel in Ro- thenburg zu kaufen. Das 20. Jahrhundert hat eine Umstellung auf die Milchwirt- schaft und Schweinehaltung gefordert. Die Käserei mit Käsekeller wurde ausge- baut und bis 1953 durch einen Lohnkäser bewirtschaftet. Das 20. Jahrhundert steht auch für eine gewaltige Entwicklung in Sachen Ausbau der Technik: Mäh- und Melkmaschinen, Ladewagen, Futterbau- und Ackerbauma- schinen, Heukrananlage, Heubelüftung sowie Geräte der Innenwirtschaft haben das Arbeiten auf dem Betrieb wesentlich erleichtert. Neue Vorschriften und Labels haben im Bereich des Tierwohls das Ausmass der Ställe auf dem Hof um Faktor 2.5 vergrös- sert (Liege- und Fressplätze, freier Auslauf). Das 21. Jahrhundert steht für eine weitere technische Entwicklung durch Fütte- rungscomputer, Melktechnik, Sensoren an Maschinen sowie Bordcomputer auf den Traktoren. Gleichzeitig ist das iPhone der ständige Begleiter und nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Der Betrieb bewirtschaftet rund 24 ha landwirtschaft- licher Nutzfläche mit 50 Milchkühen und eigener Nachzucht, zusätzlich 400 Mast- schweine mit eigener Aufzucht. Der Hof Giebel ist Lehrbetrieb und hat in den letzten 50 Jahren 65 Lernende ausge- bildet. Familie Renggli auf futuristischem Landwirtschaftgerät.Hof Giebel umgeben von Industrie. Cockpit im heutgen Traktor. Bild und Legende Melkroboter folgen
13Landwirtschaft Verschwundene Bauernhöfe 1806 gab es in Rothenburg 110 Einzelhof- siedlungen unterschiedlicher Grösse. 50 Bauernhöfe waren kleiner als 20 Juchar- ten, 30 zwischen 20 und 50 Jucharten gross, nochmals 30 Höfe waren grösser als 50 Jucharten. Rothenburg gehörte zur mittleren Zone des Kantons Luzern, die vorwiegend Feldgraswirtschaft betrieb. Etwa zwei Drittel des Landes benutzten die Bauern als Viehweide, den Rest als Ackerland. Verschwundene Höfe 1. Allmendhus 2. Bären 3. Bertiswil (5 Höfe) 4. Chärns 5. Feldheim 6. Felsenegg 7. Fläckehof 8. Gimmermee 9. Hasengässli 10. Hasenmoos 11. Ober-Hermolingen 12. Konstanz 13. Lehn 14. Lindau 15. Lindenfels 16. Mittlerwaligen 17. Moos 18. Neuhof 19. Neumoos 20. Oberchärns 21. Oberhus 22. Ölberg 23. Rank 24. Rechenhus 25. Rosenmättli 26. Rütiacher 27. Sonnmatthof 28. Stampfi 29. Station 30. Unterbürlimoos 31. Unterwaligen 32. Usserhus Stillgelegte Höfe (Land verpachtet, frem- de Nutzung, Gebäude noch vorhanden) 1. Böltschi (1 von 3 Höfen) 2. Burghof 3. Gossenrain (1 von 2 Höfen) 4. Hirselen (1 von 3 Höfen) 5. Huobenfang (3 Höfe) 6. Neu-Gossenrain 7. Neuhuebe 8. Riedhof 9. Speckbaum 10. Thurm (3 Höfe) 11. Oberwaligen 12. Waligen 13. Wegscheide (2 Höfe) 14. Wüesti (2 Höfe) 31 2 4 3 5 6 7 1 8 9 11 10 12 14 13 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 Verschwundene Höfe Stillgelegte Höfe 18 30 32
14Landwirtschaft Rechenhaus, heute Lehnstrasse, Rüeckringenstrase (im Hintergrund Eschenbachstrasse) Gimmermee Allmendhaus, heute Allmend Lindau Chärns, heute Spieltruckli Hasenmoos, heute Tanklager Feldheim Fläckehof Verschwundene Bauernhöfe
15Landwirtschaft Hasegässli Huobenfang Konstanz Ölberg, heute Feuerwehr und Werkhof Neuhof Hof Bertiswil, heute Friedhofareal Felsenegg Oberchärns Oberhus
2Gewerbe/Industrie Flecken Rothenburg 1385 verlor Rothenburg das Stadtrecht an Luzern, von da an bürgerte sich die Bezeichnung „Flecken“ ein. Diese Bezeich nung, welche seit dem 13. Jahrhundert in Quellen zu finden ist, umschreibt zunächst einmal eine Siedlung mit politischer, wirtschaftlicher und religiös-kultureller Zentrumsfunktion. Zu den Charakteristika eines Fleckens gehören ein örtlicher Kern, bestehend aus einem Gotteshaus sowie einem Haupt- oder Marktplatz, dem sich im unmittelbaren Umfeld weitere Verwal tungsgebäude anfügen. Flecken werden auch als Kleinformen einer Stadt bezeichnet, da sie kein umfassendes Stadtrecht besassen, jedoch mit einzelnen Privilegien ausgestattet waren. Früher haben im Flecken bzw. im Städtchen auch Bäcker, Metzger, Hufschmiede, Schuh- macher, Gerber, Weber, Schneider, Wagner, Küfer und Zimmerleute ihr Handwerk betrieben. Gewerbe/Industrie Bildlegende Bildlegende 1945: Röbi Muff auf Ausläufertour 1385 Rothenburg verliert Stadtrecht 1885 Gründung Möbelfabrik Arnold 1960 Ansiedlung im Gewerbe-/ Industriegebiet 2011 Eröffnung Autobahn- anschluss
3Gewerbe/Industrie Metzgerei Moser später Kumschick, dann Schmid Metzgerei Zumbühl Haus abgerissen Bäckerei Muff, früher Kaspar Meier Pfisterhaus Konsum, später Edi Sidler Korber Alois Isaak Metzgerei StutzSchuhwarenhaus Bühlmann-Gut Erstes Schulhaus Feuerwehrgebäude Spritzenhaus Metzgerei und Restaurant Metzgerhalle Baumeister Gebr. Cerutti Post Krämerladen Gottlieb Wicki Untere Schmiede Rudolf Gugger später Anton Ottiger Haus Gerbe Velo-/Töffwerkstatt Wicki Schnapsbrennerei Leonz Fischer Sattlermeister Roman Hauri später Schreinerei Zimmermann Käserei Franz-Josef Hüsler dann Molkerei Barmettler Gasthaus Bären Arztpraxis Dr. Keller später Zahnarzt Tuor Seidenbandhandung Kathri Schlief- fer, jetzt LUKB Coiffeur Andrés, später Rhunke Krämer Sager Auto AG Bäckerei Ottiger früher Bauernhaus Josef Bächler Möbelfabrik Arnold Villa Alpenblick Erste Raiffeisen Niederlassung Gärtnerei Badertscher Kaminfeger, Eugen Hochstrasser Geburtshaus Emil Schnyder sen. Coiffeur Gemeindeschreiber Meyer Gemeindehaus Küferei Ulrich Krummenacher später Schuhmacher Bucheli Kleidergeschäft Ackermann Wagnerei Franz Renggli Zwinggi Altes Tätschhaus, abgerissen Rechenmacher Haus Zollhaus Rank: Josef Dove, Leder- u. Fellhändler Gasthaus Ochsen Schulhaus, dann Gemeinde- haus, heute Burghügel Obere Schmiede, Josef Isenegger Nördlich, nicht auf Karte Alte Gewerbebetriebe Krämer Bernhard Häfliger heute Naturdrogerie
4Gewerbe/Industrie Um 1920: Küfermeister Ulrich Krummenacher-Frey mit einem neu hergestellten Ankenschleuderfass. Bäckermeister Leonz Muff-Gründler beim Brunnen- platz im Flecken Um 1930: Schnapsbrennerei Leonz Fischer, hauptberuflich Buschauffeur bei der Auto AG. Um 1930: Herrenkleidergeschäft im Flecken. Um 1922: Metzgerei A. Stutz, Bertiswil, mit Angestellten Um 1920: Korber Alois Isaak bei der Fabrikation eines Korbes Das Handwerk als tägliche Herausforderung Hier könnte noch ein allgemeiner Be- schrieb über die Herausforderungen der Handwerksarbeit stehen.
5Gewerbe/Industrie Um 1990: Untere Schmiede im Flecken, Anton Ottiger 1988: Schuhmacher Adolf Bucheli. Um 1940: Wohn- und Geschäftshaus Gerbi, Lebensmittel-Verkaufsladen, rechts Veloreparaturwerkstatt. Um 1927: Metzgerei Lorenz Moser-Erne
6Gewerbe/Industrie Die Möbelfabrik Arnold Im Jahre 1885 gründete Karl Arnold in Rothenburg eine Möbelfabrik. Nach sei- nem Tod im Jahre 1915 wurde das Aus- steuergeschäft und die Möbelfabrik von seinen Söhnen Karl, Gustav, Werner und Leo bis ins Jahr 1945 erfolgreich weiter- geführt. Sohn Oscar führte im gleichen Gebäudekomplex ein eigenständiges Malergeschäft. Unter der Firmenbezeich- nung Arnold AG wurde der Möbel- und Eisenwarenhandel bis in die 1970er Jahre weitergeführt. Die Gebrüder Arnold fabrizierten und verkauften Möbel und Betten, aber auch Eisenwaren, Haushaltartikel, Werkzeuge, Papeterieartikel, Korbwaren, Seiler- und Bürstenwaren. Auf dem Firmenareal wur- den auch eine Schreinerei, Sattlerei und ein Tapeziergeschäft betrieben. Jährlich wurden 800 Betten für die ganze Schweiz produziert. Stehend von links: Werner Arnold, Gustav Arnold, Albina Arnold, Marie Arnold, Karl Arnold, Leo Arnold. Sitzend von links: Oskar Arnold-Fischer, Frieda Arnold (Sr. Ludwiga), Marie Viktoria Arnold-Ineichen (Mutter), Hedwig Arnold (Sr. Pirmina), Leo Arnold-Barmettler. Der «Gärbihof», so die alte Gebäude- bezeichnung, wird von der kantonalen Denkmalpflege wie folgt gewürdigt: «Es handelt sich um ein städtisch anmutendes Wohn- und Geschäftshaus, das ganz den Historismus verpflichtet ist und ein fein- gliedrig und aufwendig gestaltetes Äusse- res zeigt». Der Firmensitz mit Produktionsstätte in Rothenburg. Bildlegende Bildlegende
7Gewerbe/Industrie Rothenburg als Standort für Industrie und Gewerbe begehrt! Zu Beginn der 1960er Jahre wurde das Gebiet im Bereich Rothenburg-Station, Wahligen, Hasenmoos und Buzibach fast ausschliesslich landwirtschaftlich genutzt. Die teils knappen Platzverhältnisse in der Stadt Luzern boten einigen Industriefir- men und Handelsbetrieben keinerlei Ent- wicklungsmöglichkeiten auf ihrem Areal. In der Folge verlegten sie ihre Standorte in die Vorortsgemeinden. Mit ihrem gros- szügig eingezonten Flächenangebot war Rothenburg eine attraktive Gemeinde. Der Gemeinderat förderte die Ansiedlung von Unternehmen sehr gezielt. Schlag auf Schlag wurden neue Industrie- und Gewerbeareale realisiert. Die Infrastruktur mit Strasse und Industriegeleise wurde laufend den Bedürfnissen angepasst. Ende der 1990er Jahre stand das Grossprojekt SBB-Niveausanierung Rothenburg an, eine vom Bund geforderte Voraussetzung für einen künftigen Autobahnanschluss. Die- ser liess dann trotz enormen behördlichen Anstrengungen bis 2011 auf sich warten. Heute existieren in Rothenburg 92 Indust- rie- und Gewerbefirmen, dazu 385 Dienst- leistungsbetriebe mit insgesamt 5300 Beschäftigten. Nachfolgend eine kleine Auswahl von Firmenportraits: PISTOR AG, seit 1983 in Rothenburg, eine Schweizer Grosshandelspartnerin für Bäckerei-, Gastro-, Spital- und Heimbedarf mit 700 Mitarbeitenden. PISTOR AG, seit 1983 in Rothenburg, eine Schweizer IKEA Rothenburg, eröffnet 2011, mit 220 Mitarbei- tenden, international tätiges Einrichtungshaus mit grossen Ausstellungsflächen für Möbel, Textilwaren, Lampen und Wohnaccessoirs sowie einem Restaurant mit 470 Plätzen Frey + Cie. AG, Rothenburg, Hauptsitz in Luzern, eine Unternehmensgruppe mit 16 Firmen und gesamthaft über 1000 Mitarbeitenden im Bereich Elektrotechnik, Sicherheitstechnik, Bild + Ton, Klangformat, Beleuch- tung sowie Gebäudetechnik. Banken: Raiffeisenbank / LUKB???? Bildlegende Bildlegende
2Mobilität Historische Umwege Mobilität in allen möglichen Formen und auf modernen Verkehrswegen stehen uns heute ganz selbstverständlich zur Verfü gung. In früheren Epochen brauchte es viel mehr Material, Kraft von Tieren und Menschen sowie beachtlichen Zeitauf- wand, ums an Ziel zu kommen. Auf dem Weg von Süden nach Norden wurden die Schluchtabschnitte des Rotbachlaufes lange Zeit ostwärts via Hüslenwald-Rüeckringen umgangen. Spuren eines solch alten «Hohleweges» können noch heute im Wald bei Hüslen-Rüeckringen bestaunt werden. Die Holzbrücke von 1717 im Frühlingsbluescht der Stampfi. (KB) 1758: Schön detaillierte Ansicht im Stich von D. Herrliberger Bildlegende 1577 Bau steinerne Brücke 1777 Bau der Holzbrücke 1912 Bau der Betonbrücke 1975 Sprengung Betonbrücke 2011 Eröffnung Autobahn- Anschluss 1761 Neue Strassen- führung 1918 Gündung Auto AG 1856 Bau Bahnhof Rothenburg- Station 1841 Münsterpost 2 Pferde 4 Plätze Umgehungsweg über Luzern-Buchrain oder Luzern- Hellbühl-Sempach, Frühzeit bis 14. Jh. Alte Hochstrasse Gotthard-Basel, 14. Jh bis 1760 Neue Hochstrasse Gotthard-Basel seit 1760 Autobahn N2 seit 1981 Mobilität
3Mobilität Historische Umwege Mobilität in allen möglichen Formen und auf modernen Verkehrswegen stehen uns heute ganz selbstverständlich zur Verfü- gung. In früheren Epochen brauchte es viel mehr Material, Kraft von Tieren und Menschen sowie beachtlichen Zeitauf- wand, ums an Ziel zu kommen. Auf dem Weg von Süden nach Norden wurden die Schluchtabschnitte des Rot- bachlaufes lange Zeit ostwärts via Hüs- lenwald-Rüeckringen umgangen. Spuren eines solch alten «Hohleweges» können noch heute im Wald bei Hüslen-Rüeckrin- gen bestaunt werden. Brücken verbinden Dr. Franz Zelger hat bei seinen For- schungen zur Rothenburger Geschichte erwähnt, dass wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jh mit dem Ausbau der Burg Rothenburg erstmals eine hölzerne Brü- ckenverbindung angelegt wurde. Deren Standort muss unterhalb der Burg beim Gerbibach-Zufluss zu Rotbach vermutet werden. Durch die Wirren der Sempacher- kriege war sie in so schlechten Zustand geraten, dass 1418 ein Fuhrmann mit seinem schwer beladenen Wein-Fuhrwerk ins Tobel stürzte. Diese alten Brücken wurden mehrmals instandgesetzt, 1575/77 als steinerne Brü- cke mit Holzschindeldach neu gebaut, was in den Vogteirechnungen mit jährlichen 2011: Spuren im Walde des historischen Hohlenweges bei Hüslen-Rüeckringen. {KB}
4Mobilität Dieser Ausschnitt aus der Diebold-Schilling-Chronik von 1513 lässt erahnen, wie die ältesten Rotbach- brücken ausgesehen haben könnten.
5Mobilität Eintragungen dokumentiert ist. Zu Beginn des 18. Jh entschied man eine neue Brücke weiter westlich zu verwirkli- chen. Unter der Bauleitung von Johann Bosshard von Buttisholz entstand 1715- 1717 die heute noch existierende Holzbrü- cke mit massiven Steinpfeilern in denen Bruchmaterial aus der einstigen Burgruine verbaut wurde. Das eindrückliche Werk galt bald als Schweizer Sehenswürdigkeit verewigt im Kupferstich von D. Herrliber- ger und einem Gemälden von Marzohl. Leider verlor sie aber bald an Bedeutung, als 1761 die Nord-Süd-Strassenführung auf die neue Route via Gerliswilstrasse-Damm – Neuenkirch – Sursee umgelegt wurde. Neue Zeiten, neue Verkehrsmittel Eine neue Verkehrsepoche bricht im 19. Jh. an Ab 1841 verband die Münsterpost – ein Zweispänner mit vier Plätzen – täglich Beromünster mit Luzern, sie verkehrte bis 1917. 1856 erreichten von Norden die Geleise der «Schweizerischen Central Bahn» (SCB) Rothenburger Boden. Im Gebiet östlich des Hofes Giebel entstand der Bahnhof «Rothenburg Station», der in der Dampf- zeit eine wichtige Funktion hatte. Züge aus Luzern, die fürs Bewältigen der langen 16 Promille-Rampen des Adligendammes eine Vorspannlok benötigten, machten Um 1905 Münsterpost vor dem Kirchenportal, sie verkehrte 1841-1917. Links Theodor Allgäuer, rechts aussen Xaver Bucheli. 3. September 1922 Grosse Festgesellschaft zur Begrüs- sung des ersten Zuges an der neuen SBB-Haltestelle Rothenburg-Dorf (Emmenbrücke-Kapf). Ab 1926 starteten die Arbeiten für die Doppelspur-Ro- thenburg- Emmenbrücke. Zu steile Rampe nach Rothenburg: Die Schweizerischen Bundesbahnen planten deshalb schon 1905 eine Linien- verlegung zwischen Emmenbrücke und Rothenburg-Station. Der Übersichtsplan von 1919 illustriert sechs Projek- te. (Planausschnitt 1919) - die Elektrifikation löste das Problem. hier Halt, um diese Maschinen wieder abzukoppeln und zurück nach Luzern zu leiten. Das 2 km entfernte Rothenburger Dorf- zentrum war über die Stationsstrasse mehr schlecht als recht angeschlossen. Erst Jahrzehnte, später im September 1922, eröffnete in Fleckennähe die neue
6Mobilität 1912: Gewaltiges Lehrgerüst beim Bau der neuen Betonbogenbrücke. Um 1925: Der «Zweibrücken»-Blick Richtung Flecken vom Lehntobel her aufge- nommen. Um 1930: Noch wenig Verkehr auf grosszügig breiter Fahrbahn. SBB-Haltestelle Rothenburg Dorf (heute Emmenbrücke Kapf). Als im Rahmen der Verstaatlichung die SBB 1902 die SCB übernahmen, suchten sie bald nach Mög- lichkeiten, die Steigungen des Adligen- dammes grossräumig zu umfahren und die internationale Nord-Süd-Verbindung zu beschleunigen. Ein ganzes Bündel von Varianten einer neuen Linienführung im Raume Bertiswil-Rothenburg wurde über Jahre untersucht, aber nichts davon reali- siert, da die bevorstehende Elektrifizierung der Strecke das Problem lösen half. Nun folgte ab 1926-29 der SBB-Doppel- spurausbau ab Rothenburg Richtung Em- menbrücke innerhalb der bestehenden Linienführung. Moderne Zeiten brechen an Neuer Zugang von Süden, die Beton- brücke von 1912 1906 stellte der Gemeinderat beim Regie- rungsrat das Gesuch zum Abbruch der alten Holzbrücke von 1717. Als Ersatz solle man einen neuen Brückenübergang wei- ter westlich und weiter oben bauen.
7Mobilität Um 1922: Ein Linienbus der ersten Generation auf Durchfahrt in Bertiswil. Um 1925: Acht Jahre nach der Gründung verfügte die AAGR bereits über einen vielseitigen Wagenpark. Im Briefkopf umfassende Darstellung des vielseitigen Angebotes der AAGR. Gruppenbild der Pöstler mit Linienbus der AAGR Ende der Zwanziger Jahre. Der RR lehnte den Abbruch ab, unterstütz- te aber das Neubauvorhaben. So brachte der Bau der modernen Beton- brücke 1911/12 eine deutlich bequemere und leistungsfähigere Verkehrsanbindung von Süden ohne steile Zufahrtsrampen. Die Fahrbahnbreite der neuen Brücke war so grosszügig dimensioniert, sie hätte so- gar eine geplante überregionale Bahnver- bindung Menziken-Beromünster-Luzern aufnehmen können. Dieses Projekt schei- terte aber an der Finanzierung. Glücklicherweise standen da schon die Initianten zur Gründung der Auto AG Ro- thenburg bereit, die ab 1918 den Betrieb aufnahm. Auto AG Rothenburg Das am längsten in Rothenburg ansässige Unternehmen geht auf ein Initiativkomitee zurück, dass sich 1917 unter Leitung von Bäckermeister Caspar Meier bildete, mit dem Ziel, zwischen Beromünster und Lu- zern eine Busverbindung zu realisieren. Im Februar 1918 fand die Gründungsver- sammlung der «Automobilgesellschaft Emmenbrücke-Münster» (seit 1926 Auto 1968: Zum 50jährigen AAGR-Jubiläum entstand dieses Luftbild der Busflotte mit Anhängerwagen neben dem Areal wo heute das Schulhaus Hermolingen steht. AG Rothenburg) mit Sitz in Rothenburg statt, kurz darauf wurden die ersten zwei Omnibusse beschaft. Aufgrund der kriegs- bedingten Benzinknappheit konnte der Betrieb erst im September 1918 auf der
8Mobilität Die AAGR gehörte zu den ersten Überland-Buslinien, die bereits ab 1969 Gelenkbusse – vom Volk neckisch als «Tatzelwurm» bezeichnet – in die Fahrzeugflotte aufnahmen. Die neuen Werkstätten im Hintergrund entstanden ab 1950 und wurden bis 1984 genutzt. {KB} Ungewohnter Anblick im Juni 1976; Auf dem Weg vom Bus-Hersteller FBW zur Carrosseriefabrik HESS in Bellach weilte das Buschassis für einige Stundem beim Direktor der AAGR, bevor es weiterfuhr. Reisecar-Flotte am neuen Auto AG Standort Buzibach, der 1984 als Ersatz für die beengten Verhältnisse im Flecken in Betrieb ging. Foto aus RHA-Bestand, im Original plastifziert. 1922: Probefahrt mit dem Gesellschaftsreisewagen, der auf einem Lkw-Chassis aufgebaut worden war.
9Mobilität 1966: Start zur grossen Erneuerung, Verbreiterung der Bertiswilstrasse. (WB) Das grosse Werk wurde mit «Kunst am Bau» vollendet. 8.2026 (KB) Strecke Beromünster-Rothenburg-Emmen- brücke starten, ab 1926 verkehrten sie bis Luzern. Ausbau des Fahrzeugparks Von Anfang weg investierte sie in einen vielseitigen Fahrzeugpark, der laufend modernisiert wurde. Als Beispiele können die Gesellschaftsreisewagen um 1930, die bewährten Anhängerzüge und die ersten Frontlenker von 1954 aufgezählt werden. Regelmässig fuhren sie das Modernste, was auf dem Bussektor gebaut wurde. So gehörte die Auto AG 1969 auch zu den ersten Schweizer Ueberland-Buslinien mit einem Gelenkbus in der Flotte, vom Pub- likum wurde dieser liebevoll neckisch als «Tatzelwurm» betitelt. Das neue Angebot wurde von Beginn weg sehr gut aufgenommen, die Nachfra- ge Beromünster-Rothenburg-Luzern war erfreulich stabil, später laufend steigend. Der Erfolg zeigte sich auch in weiteren Busverbindungen via Herrlisberg-Rö- merswil (1937) nach Beromünster, zum Flughafen Emmen (1945) und der ersten Ortsbuslinien in Emmen (1974). Eigene Werkstätte Die erste Werkstätte konnte die AAGR 1920 im ehemaligen Areal der Acety- len-Fabrik Rothenburg einrichten, laufend wurde diese angepasst und punktuell er- weitert. Der Brand der Werkstätte Anfang Februar 1950 führte beim Wiederaufbau zu neuen modernen Hallen, die sich über Jahrzehnte bewährten und auch weiteren Platz für Werkstätten von Dritten boten. Ab 1984 verliess die Auto AG das Flecken- areal und errichtete im Buzibach einen neuen Werkhof, später ergänzt mit einem Bürotrakt. So war man gut für die Zukunft gerüstet und schaffte es 2002-2004 das Angebot im kantonalen Ausschreibungsverfahren zu verteidigen und zu erhalten. Die Auto AG bewährt sich seither erst recht als wichtiger ÖV-Anbieter in der Agglome- ration Luzern-Nord. Der kotinuierliche Angebotsausbau, teils mit neuen Linien, unter Führung des Ver- kehrsverbundes Luzern (VVL) führte zu Engpässen, womit sich grundlegende Mo- dernisierungsschritte aufdrängten. Im Winter 2011/12 starteten die Bauar- beiten für das 37000 m2 grosse Nutzfahr- zeug-Center der «Auto AG Group», das Anfang 2013 offiziell eingeweiht wurde. Dieses bietet nun eine umfassende Infra- struktur für die Busflotte und Nutzfahr- zeuge. Zusammen mit den eingemieteten Firmen kann die Auto AG Group an diesem Standort ein komplettes Nutzfahrzeug- Dienstleistungspaket anbieten und Synergi- en nutzen. Hochkonjunkturjahre Die Nachkriegsjahrzehnte brachten eine beachtliche Zahl an Verkehrsprojekten und neuen Infrastrukturen. Ab 1955 war der Flecken durch Asphaltierung «ent- staubt» worden, ab 1958 folgte die Erneu- erung der Stationsstrasse. Zwei weitere wichtige Verkehrsachsen sollten bald folgen; 1966/67 wurde die Bertiswilstrasse instandgesetzt, teils ver- breitert und mit beidseitigen Trottoirs ver- sehen, das Ganze gekrönt von «Kunst am Bau» in Form von in die Betonstützwände eingelassenen Plastiken mit dem Motto «Jahreszeiten» (?) gestaltet von ……………..(?) Es folgte ab 1974 die Sanierung und der Ausbau der Eschenbachstrasse. Mitte der Sechziger Jahre zeigten sich
10Mobilität Der Kanton plante um 1970 ein regionales Strassen- netz mit einer Hochleistungsstrasse durch Rothenburg. Im Bild die Variante (Chärns–Lindau–Rothenburg-Stati- on–Lohrenkreuzung) und einer Radialstrasse (Gersag– Adligen–Rechenhaus–Chärns Richtung Speckbaum). Da sie aber Wälder, Kulturland und geplante Quartiere massiv tangieren sollten, schlug ihnen grosser Wider- stand entgegen. In den Sechziger Jahren hängte man Stahlnetze zwi- schen die Betonbögen, um die Anwohner unter der Brücke vor «Steinschlag» zu schützen. EMPA-Untersuchungen zeigten ab 1973 die laufende Verschlechterung, was ab November 1974 zur Teilsper- rung, ab Juli 1975 sogar zur Totalsperrung führte. Dezember 1975: Sprengung der Be- tonbrücke aus dem Baujahr 1912 in zwei Anläufen! 3.12.1975: Mit Flutlicht vor Neugierigen und Souve- nirjägern geschützt. Die von der Feuerwehr bewachte Brücke in Erwartung der zweiten Sprengung. Anfang 1976: 5000 Kubikmeter gesprengte Brücke liegen im Tobel. Verschleisserscheinungen an der solide wirkenden Betonbrücke von 1912. Weil regelmässig Verputzteile ins Stampfi-Tobel bröckelten erhielt sie um 1960-Jahren Stahlnetze zwischen die Pfeilerbogen gehängt, um die Bewohner darunter zu schützen. Diese Situation befeuerte ab 1965 erste Diskussionen, die vom Neubau der Beton- brücke am gleichen Ort bis zu grosszügig angelegten Umfahrungsstrassen im Osten via Kapf-Schützenweid-Pfrundweg-Thurm reichten. Das Ganze wurde von der unklaren Situa- tion über die definitive Linienführung der N2 überlagert, jahrelang wurde um die beste Variante gerungen. Um 1970 überrumpelte der Kanton die schlecht vorbereiteten Gemeinden mit sei- ner gross angelegten Agglo-Planung für Radial- und Umfahrungsstrassen. Als die Planungsdiskussionen so richtig «hochkochten» lancierte ein Initiativkomi- tee 1974 die Idee den Flecken mit einem Tunnel zwischen Südzufahrt und Gerbiba- chbrücke zu «unterfahren», die Idee liess sich aus finanziellen und baulichen Grün- den nicht umsetzen.
11Mobilität Warten am Bahnübergang Rothenburg-Dorf; Stim- mungsbild vom autofreien Sonntag im November 1973. Dieser Barrierenübergang wurde 1975/76 durch eine Unterführung ersetzt. Die seitlich vorgefertigten Brücken für die Quartier- strasse und Bahnüberführung wurden in spektakulä- ren Nachtarbeit-Etappen Ende Juni 1976 eingescho- ben, wobei jedes Mal Hunderte von Tonnen bewegt werden mussten. Nachdem im März/April 1976 die Pfeiler im schnellen Gleitschal-Betonierverfahren in die Höhe wuchsen, folgte im Mai 1976 von Emmen her die 160to schwere Lehrgerüstkonstruktion als Grundlage fürs spätere Be- tonieren der Fahrbahntrog-Konstruktionen. Ende Juni ist die östliche Fahrbahnhälfte zur Betonie- rung bereit. 17.12.1976: Nach der Einsegnung der neuen Brücke durch Pfarrer Alfred Stuber boten die Primarschulklas- sen ein kleines Eröffnungskonzert. (KB) Pragmatismus setzt sich durch In der Folge der Erdölkrise 1973 mit fol- genden Rezessionsjahren kamen die gross angelegten Planungen zum Stillstand. Einzig die Variante Aufhebung SBB-Ni- veauübergang mit Neubau der Brücke in der bisherigen Linienführung sollte über- dauern. Vertiefte EMPA-Untersuchungen 1973 hatten bestätigt, dass die Rundbogenbrü- cke von 1912 hartnäckig fortschreitende Schäden aufwies, was ab November 1974 zur Teilsperrung und ab Juli 1975 zu einer kompletten Sperrung führte. So stand die wichtigste Südzufahrt Rothenburgs über ein Jahr nicht mehr zur Verfügung. Einzig Zweirädern und Fussgängern blieb die Möglichkeit über die alte Holzbrücke von 1717 Emmenbrücke zu erreichen. Für alle übrigen Fahrzeuge mussten zeitrau- bende Umwege via Rothenburg-Station und Lohrenkreuzung in Kauf genommen werden.m August 1975 starteten die ers- ten Bauarbeiten im Gebiet Schlosserhus beim SBB-Niveauübergang, wo gewaltige Aushubarbeiten den nötigen Raum für die geplante breite Strassen-Unterführung schufen. Parallel begannen die Vorberei- tungen zur Sprengung der alten Brücke von 1912. Geladen mit 160kg Sprengstoff, beobachtet von Hunderten sollte sie am 3.12.1975 in die Knie gezwungen werden. Es knallte gehörig, gefolgt von einem leichten Zittern und Gelächter ringsum, die «altersschwache» Brücke hatte stand- gehalten. Die angeknabbert wirkende Brücke musste mit neuen Sprenglöchern versehen und stärker geladen werden. So ging 10 Tage später die widerspenstige Betonbrücke beim zweiten Sprenganlauf am 13.12.1975 im sturmsdicken Nebel fast unbemerkt, aber gut hörbar, doch noch in die Knie.
12Mobilität Nationalstrassennetz Bereits im Jahr nach Eröffnung der neuen Brücke näherten sich ab 1977 im Gebiet Ryffig von Emmen her die Grossbaustel- len-der N2. Ein punkto Dammschüttung fast an Staudämme erinnernder Natio- nalstrassenabschnitt entstand um ein optimales Längenprofil zu erhalten. Nur zwei Kilometer nördlich warteten weitere Herausforderungen auf die Baufirmen, das Bürlimoos mit seinen weichen Böden. Trotzdem kam man zügig voran, im Juli 1981 konnte der Abschnitt Emmen-Nord – Sursee/Reiden feierlich eröffnet werden. Jahrelang wurde um den besten Standort für einen Autobahnanschluss auf Ro- thenburger Boden gerungen. 1978-1981 schien man dem Ziel nahe, allerdings verhinderte der grosse Landbedarf eine Lösung. Oktober 1977: Panorama-Ausblick von der BOA-Kantine Richtung Ryffig. Oktober 1979: Anspruchsvolle Trassierungsarbeiten im Bürlimoos-Gebiet. Zwei Jahre später im Juli 1979 N2-Trasse- arbeiten am Ryffig in vollem Gange. Es wurde intensiv weitergeplant und ab 1987 die räumlich konzentrierte Variante Rothenburg-Station mit gleichzeitiger Aufhebung des SBB Niveauüberganges angestrebt. Sparrunden des Bundes führ- ten 1993-1999 dazu, dass es mit dem Anschlussprojekt nicht weiterging und vorerst nur die Aufhebung des Bahn- überganges Rothenburg-Station mit einer Unterführung realisiert werden konnte. Fast ein Jahrzehnt später, konnte der Bau endlich starten und der A2-Anschluss Ro- thenburg am 5.11.2011 eröffnet werden.
13Mobilität Koordiniert mit dem Bau des A2-Anschlusses wurde die Rosengartenstrasse angepasst und in Bertiswil der erste Kunst-Kreisel gestaltet. (KB) 5.11.2011: Nach jahrzehntelanger Planung folgte die Eröffnung des A2-Anschlusses Rothenburg- Station. (KB)
2Vereine/Sport/Kultur Gemeinschaft im Verein Das gesellige und kulturelle Leben hat in Rothenburg seit jeher grosse Bedeutung. Mehr als heute stand es in engem Zusam menhang mit religiös-kirchlichen Festen und den politisch weltlichen Anlässen. Bei der rückblickenden Betrachtung ist auffallend, dass es kaum oder gar nicht politische Fraktionen gibt. Sowohl die Schützen, wie die Musikanten legen offenbar Können und Wettbewerb in den eigentlichen Zweck. Beinahe in allen Nachbargemeinden gab oder gibt es Musik- und Schützenvereine, gar Turnsektionen verschiedener Couleur. Erwähnenswert ist aber, dass es verschie dene Gruppierungen mit bedeutendem Bezug zur Katholischen Kirche gab und gibt, wie Arbeiterverein Rothenburg KAB. Die frühesten fotografischen Zeugnisse vom gesell schaftlichen Leben finden wir bei den Schützen, den Schwingern und bei der Pfarrei. 1947: Pfadi beim Umzug zur Neuuniformieung der Feldmusik . {KB} 1987: Mädchengruppe beim Einweihungsfest der Chärnshalle. {KB} 2018: Handballmatch anläss- lich der Einweihung Schulhaus Lindau. {WM} 1881 Gründung Cäcilienchor heute Cantus Rothenburg 1938 Gründung Pfadi 1987 Einweihung Chärnshalle 1988 1. Stätdtetreffen 1989 Gründung Fläckegosler 1965 Gründung Borggeister Vereine/Sport/Kultur
3Vereine/Sport/Kultur Turnen, Leichtathletik, Fussball, Velofahren Im Turnverein trifft sich Jung und Alt in verschiedenen Disziplinen. Polysportive Vereine bieten ein breites Angebot in ver- schiedenen Disziplinen. In der Leichtathle- tik werden immer wieder Spitzenresultate erzielt. Ballsportarten freuen sich zuneh- mender Beliebtheit. Der FC Rothenburg zählt zu den grössten Vereinen der Ge- meinde. 1932: Festumzug anlässlich des Schwingfestes. Ein- zug in Bertiswil. Der aktive Schwingverein feiert im Jahr 2019 sein hundertjähriges Bestehen. Aus seinen Reihen gehen immer wieder Kranzschwinger hervor. {KB} 1932: Kantonales Schwingfest. Fest- und Schwingplatz an der Strasse nach Bertiswil. {KB} Um 1950: Turnerabend im Ochsen. {KB} 1935: Kantonales Turnfest in Luzern. {KB} 1998: Männerturntag LU, OW, NW. Foto fehlt {KB} 2013: Run and Walk Event, Laufanlass in Rothenburg. {KB} Juniorenmannschaft FC Rothenburg mit Kudi Müller (l) und Othmar Budliger, Trainer. {KB} 1920: Festliche Velofart des Veloclubs auf bekiester Strasse. {KB} Auch der Veloclub hat eine lange Tradi- tion und macht besonders in den 50iger- und 60ziger-Jahren von sich reden.
4Vereine/Sport/Kultur Fasnacht Das bunte Treiben, oder das Vertreiben des Winters hat im Dorf Tradition. Das Rittertum ist seit der Zeit der Habsburger und Freien von Rothenburg immer wieder ein Thema im Dorf und offenbar auch beliebtes Fasnachtsmotto. Einzelmasken und Gruppen mit einem originellen Sujet machen Fasnachtsstimmung und erhalten dafür Applaus der Zuschauer. Seit jeher haben selbstverständlich auch die Kinder Freude am ausgelassenen Treiben. Die Fasnacht wird heute weitgehend durch die Ameisizunft, gegründet 1982, belebt. Unsere beiden Guggenmusigen, die Borggeischter (1965) und die Fläckegosler (1989) sind wichtige Komponenten der heutigen Rothenburger Fasnacht. 1922: Fasnacht in den Anfängen, Wagen mit G. Ackermann. {KB} 1924: Fasnachtsumzug. Vogt Ramswag mit Gefolge beim Einzug in den Flecken, in Begleitung des Burg- fräuleins auf dem Schimmel. {KB} 2015: Kinderumzug mit bunten Sujets. {KB} 2015: Kinderumzug mit bunten Sujets. {KB}
5Vereine/Sport/Kultur Wandel der Zeit Vereine sind ein Teil der Gesellschaft und der Kultur. Veränderungen in der Gestal- tung der Freizeit bei einem wachsenden Angebot haben auch Einfluss auf das Ver- einsleben. 1957: Fahnenweihe Arbeiterverein Rothenburg. {KB} Um 1948: Rothenburger Trachtenmädchen und -Frauen. {KB} Investieren in die Zukunft Die Einweihung der Chärnshalle ist ein Meilenstein für Sport und Kultur. Das wird mit grosser Anteilnahme der Bauleute, Be- völkerung und Behörden gefeiert. 2026: Die Chärnshalle mit den Sportplatzanlagen. {WM} 1987: Kinder feiern die Einweihung der Chärnshalle. {KB} 1987: Schlüsselübergabe von Architekt Peter Ineichen an Gemeindepräsident Pius Schmid. Die Anlagekosten betrugen 6.5 Mio Franken. {KB} 1987: Eine Mädchengruppe nach ihrem Auftritt. {KB}
6Vereine/Sport/Kultur Uniformen und mehr Uniformen jeder Art verleihen den Tra- genden ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Durch sie werden unterschiedliche Signa- le, je nach Gruppenzugehörigkeit, an die Aussenstehenden vermittelt. Die Beken- nung zu einer bestimmten Gruppe wird öffentlich demonstriert. Kennzeichen der Jugend Die Pfadi hat eine grosse Tradition in Ro- thenburg. Sie wurde gegründet im Jahr 1938. Treibende Kraft und Präses war Ka- plan Tanner. Ebenfalls der Blauring Rothenburg gestal- tet in diversen Gruppen die Freizeit junger Mädchen von der 1. Klasse bis zur 3. Ober- stufe. Auch sie sind in hübsche Uniformen gekleidet. 1939: 1. Sommerlager der Pfadi in Sörenberg. {KB} 1947: Der Blauring posiert beim Riffigweiher. {KB} 1974: Der Artillerieverein präsentiert stolz ihre neue Standarte. {KB} Die Herrgottskanoniere beim Schiessen an Fronleich- nam. {KB} Schützen beim Schiessstand Bächlermatte. Das Gebäude wird im Jahr 1985 an die Gemeinde verkauft und macht dem Neubau des Alters- und Pflegheimes Fläckematte Platz. {KB} Wehrkraft demonstrieren – Tradition und Geselligkeit pflegen Der Artillerieverein steht in der Tradition der Wehrhaftigkeit und nimmt im Leben von Rothenburg grosse Bedeutung ein. Am Fest zu Fronleichnam wird das Böller- schiessen durchgeführt – mit Unterbrü- chen bis heute. Die Schützengesellschaft Rothenburg wird bereits im 16 Jht. erwähnt, nachweislich als Verein mit einem Reglement im Jahr 1846. Die Schützen nahmen und nehmen einzel oder als Gruppe an kantonalen und eidgenössischen Wettkämpfen teil.
7Vereine/Sport/Kultur Nicht zu überhören Gesang und Musik sind für Rothenburg sehr wichtig. Der Kirchenchor wird im Jahr 1881 als einer der ersten Vereine unter dem Namen Cäcilienverein gegründet. Unter der Bezeichnung «Cantus» erfrischt er immer wieder das musikalische Leben Rothenburgs. 1929: Der Vereinsausflug Cäcilienvereins führt auf den Muottas Muragl. {KB} 1950: Die Mitglieder des Männerchores mit Frauen und Ehrendamen an ihrer Fahnenweihe. {KB} 2024: Das Klamottenchörli präsentiert sich in ihrem Nostalgiekleid. {WM} 2019: Der Barbarachor, gegründet 1982, übernimmt parallel zum Kirchenchor die gesangliche Gestaltung von Gottesdiensten. {WM} Das Klamottenchörli ist eine beliebte For- mation und bietet abwechslungsreiche und heitere Unterhaltung für manchen Anlass. 2025: Konzert des Cantus Rothenburg in der Kultur- halle. {WM}
8Vereine/Sport/Kultur 2019: Feldmusik Rothenburg. 2014: Jugendmusik Rothenburg mit Stefan Schmid, Präsident, Cornelia Morokutti, Leitung. Flotte Marschmusik Nicht weniger als 6 Blasmusikformatio- nen bereichern das musikalische Leben in Rothenburg. Durch die Teilnahme an 1974: Die Bure-Musik Rothenburg am Trachtenfest in Zürich. {KB} 2025: Die Fyrobe Musig Rotheborg auf dem Spielplatz des Schulhauses Hermolingen. {WM} eidgenössischen Wettbewerben wie auch an Dorfanlässen begleiten die Musizieren- den die Menschen in feierlichen aber auch traurigen Momenten.
9Vereine/Sport/Kultur Feldmusik Rothenburg.{KB} Ausgezeichnete Vereine Der Vereinsempfang auf dem Flecken- platz war jahrelang eine schöne Tradition im Dorf. Vereine und Einzelwettkämpfer durften in Anwesenheit einer grossen Be- völkerungsschar Ehre und Anerkennung für nationale oder kantonale Leistungen und gute Resultate entgegennehmen und dabei ihre Auszeichnungen präsentieren.
10Vereine/Sport/Kultur Verbinden und heilen Im Verlauf der Jahre hat sich in der Unfall- versorgung und im Krankenwesen sehr viel getan. Helfende Hände sind in frühe- ren Zeiten überall und jederzeit gefragt. Die Entwicklung im Gesundheits- bzw. im Krankenwesen ist enorm. Ein Grossteil der täglichen Versorgung wird heute durch die Spitex geleistet. Bei Anlässen und grossen Ereignissen dürfen wir noch im- mer auf die Samariter uns verlassen. Um 1920: Der Samariterverein. {KB} Helfende und pflegende Hände des Samaritervereins. {KB} Legende {KB} Legende. {KB} Legende. {KB} Städtetreffen Mit den gleichnamigen Orten in Deutsch- land und Polen wird seit den 80iger-Jah- ren eine grenzüberschreitende Freund- schaft gepflegt. Beim Städtetreffen stehen Sport und Geselligkeit im Mittelpunkt. Bei uns in Rothenburg fand das erste Städ- tetreffen 1988 mit einer Beteiligung von rund 700 Personen statt. 1975: Explosion und Brand beim Oktoberfest der Feld- musik Rothenburg. {KB}
11Vereine/Sport/Kultur Legende. {KB} Legende. {KB} Guta von Rothenburg Der Preis wird seit 1991 alle Jahre bzw. alle zwei Jahre vergeben. Es werden Personen und Organisationen geehrt, die sich in uneigennütziger Weise für das Allgemeinwohl und die Gesellschaft un- auffällig und unentgeltlich einsetzen. Die Verantwortung liegt bei der Kunst- und Kulturkommission (kulturo.ch). Die Preis- übergabe findet jeweils im Rahmen einer öffentlichen Feier statt. Evtl. Liste der Gute-Preis-Empfänger*innen 2002 ajh SF DKSF SDF hdfjhsd kgj 2004 hsfshf dhdfsjhfu dsfzf sdfhfdsfhkf 2006 usw. 2008 usw.
2Bildung Schule für Generationen Die Entwicklung des Schulwesens in Rothenburg von 1573 bis heute Die Geschichte der Schule Rothenburg erzählt zugleich von der Entwicklung der Gemeinde. Seit der ersten Erwähnung eines Schul meisters im Jahr 1573 entwickelte sich die Schule von einer kleinen Dorfschule zu einer moder nen Bildungslandschaft. Bevölkerungs- wachstum, gesellschaftlicher Wandel und Reformen des Luzerner Bildungs- wesens prägten diese Entwicklung ebenso wie das Engagement von Lehrpersonen, Behörden und Eltern. Neue Schulhäuser, zeitgemässe Unterrichtsformen sowie ein stetig erweitertes Bildungs- und Betreuungs- angebot zeigen, wie sich die Schule den Bedürfnissen jeder Generation angepasst hat. Heute ist sie Lernort, Begegnungsstätte und Lebensraum – und ein wichtiger Bestand- teil der Identität Rothenburgs. 2018: Impressionen aus dem neusten Sekundarschulhaus «Lindau». {WM} 1807 Erstes eigenes Schulhaus im Flecken 1845 Neues Schulhaus auf dem Burghügel 1854 Einführung der Handarbeitsschule für Mädchen 1909 Erste Lehrerin führt Primarklasse 1957 Eröffnung Schulhaus Konstanz 1987 Eröffnung Chärnshalle 1999 Erste Ausgabe «Info Rothenburg» 2018 Eröffnung Sekundarschul- haus «Lindau» 2025 Einführung Ferienbetreuung Bildung
3Bildung 1845: Neubau des ersten Schulhauses auf dem Burghügel. Räume zum Lernen Die Entwicklung des Schulwesens in Rothenburg von 1573 bis heute Über Jahrhunderte fand der Unterricht in einfachen Schulstuben statt. Mit dem Erwerb des ersten Schulhauses im Jahr 1807 und dem Neubau auf dem Burghü- gel 1845 begann die eigentliche Schulge- schichte der Gemeinde. Das starke Bevölkerungswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg machte zahlreiche Neubauten erforderlich. Mit dem Schul- haus Konstanz (1957) begann eine inten- sive Ausbauphase. Es folgten die Schul- anlagen Gerbematt (1967), Hermolingen (1974) und Konstanzmatte (1994). Ergän- zungsbauten, Turnhallen und weitere Kin- dergärten begleiteten diese Entwicklung. Das Schulhaus Hermolingen wurde 1974 erstellt. Während über 100 Jahren wurden keine neuen Schul- hausbauten benötigt. 1957 enstand dann das Schul- haus Konstanz. 2019 wurde es renoviert. Das Schulhaus Gerbematt, erbaut 1967, ergänzte das bestehende Schulhaus Konstanz. 1994 wurde das Schulhaus Konstanzmatte erbaut. Die «Anschlussrampe», rechts im Bild, sollte die Verbin- dung zu einem späteren Ergänzungsbau ermöglichen.
4Bildung Den jüngsten Meilenstein bildet das Se- kundarschulhaus Lindau (2018). Offene Lernlandschaften, flexible Unterrichtsräu- me und eine nachhaltige Bauweise stehen beispielhaft für die heutige Schularchitek- tur. Die Entwicklung der Schulstandorte zeigt eindrücklich, wie sich pädagogische Konzepte und Architektur gegenseitig be- einflussen. Das Neueste unter den Schulhausbauten heisst Lindau und wurde 2018 erstellt. Das Schulhaus Hermolingen, erbaut 1974, bildete den vierten Neubau der Schulanlage Rothenburgs dar. 19xx wurde der Annexbau erstellt, rechts im Bild. Links ist das Schulhaus Konstant, hinten die Turnhalle mit Ab- wartwohnung erkennbar. Rothenburgs Kindergärten, im Bild Lindauring, wur- den dezentral erstellt. Seit 2019? sind sie jedoch in die bestehende Schulhausanlage integriert. Als Ergänzung zum Schulhaus auf dem Burghügel ent- stand 19xx die Synagoge. Die Einweihung des Schulhauses Konstanz fand in fei- erlichem Rahmen statt. Wussten Sie schon? • Bereits 1573 wird erstmals ein Schul- meister erwähnt. • Das Schulhaus Konstanz galt 1957 als wegweisender Schulbau. • Das Sekundarschulhaus Lindau wurde konsequent für moderne Unterrichtsfor- men geplant.
5Bildung Menschen der Schule Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler Die Geschichte der Schule ist vor allem die Geschichte ihrer Menschen. Früher unter- richteten Lehrpersonen häufig mehrere Klassen gleichzeitig und übernahmen zu- sätzlich kirchliche oder kommunale Aufga- ben. Bis 1963 stand die Schulpflege unter dem Vorsitz des Pfarrers. Mit dem Ausbau des Bildungswesens ent- standen grössere Lehrpersonenteams und spezialisierte Fachstellen. Heute arbeiten Lehrpersonen gemeinsam mit Heilpädago- ginnen, Logopäden, Schulsozialarbeiten- den, Psychomotorik-Therapeutinnen und weiteren Fachpersonen zusammen. Auch die Schüler:innenschaft veränderte sich. Aus einer ländlich geprägten Dorfge- meinschaft entwickelte sich eine vielfältige Schulgemeinschaft mit unterschiedlichen Begabungen, Sprachen und kulturellen Hintergründen. Klassenfotos dokumentie- ren diesen Wandel eindrucksvoll. Bildlegende: Schulklassen 1903 von Organist und Lehrer Alois Isenegger. Lehrerinnen und Lehrer im Schulhaus Konstanz, um 1960. Lehrpersonen im Schulhaus Hermolingen, 2008/2009. Bildlegende:
6Bildung 1960: Einsegnen der neuen Glocken durch Pfarrer Josef Steiger � Wussten Sie schon? • Bis 1963 präsidierte der Pfarrer die Schulpflege. • Früher unterrichtete eine Lehrperson oft sämtliche Fächer gleichzeitig. • Heute begleiten interdisziplinäre Teams die Schülerinnen und Schüler. Lehrpersonen 1923, Schulhausplatz Burghügel Martina Schwander, Lehrerin von 1910 bis 1948. Lehrpersonen ca. 1957, vor dem Schulhaus Burghügel. Schulleitung 2009 Lehrpersonen 2008/2009
7Bildung Lernen im Wandel Unterricht und Bildungsangebot Im 19. Jahrhundert standen Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen im Mittel- punkt des Unterrichts. Mit den kantonalen Lehrplänen kamen Naturkunde, Geschich- te, Geografie, Turnen sowie Handarbeit und Werken hinzu. Später erweiterten Musikschule, Fremd- sprachen, Informatik und Medienbildung das Bildungsangebot. Förderangebote wie Deutsch als Zweitsprache, integrative Förderung, Begabungsförderung sowie schulische Unterstützungsdienste ermögli- chen heute eine individuelle Begleitung. Mit dem Lehrplan 21 verlagerte sich der Schwerpunkt vom reinen Wissenserwerb hin zur Entwicklung fachlicher, methodi- scher, sozialer und personaler Kompeten- zen. Selbstständiges Lernen, Zusammen- arbeit sowie der Umgang mit digitalen Medien prägen den heutigen Unterricht. Wussten Sie schon? • Seit 1974 gehört die Musikschule zum Bildungsangebot. • Medien und Informatik sind heute Bestandteil des obligatorischen Unter- richts. • Der Lehrplan 21 stellt Kompetenzen und lebensnahes Lernen ins Zentrum. Entwicklung Schülerzahlen Schule als Lebensraum Gemeinschaft, Betreuund und Zukunft Die Schule Rothenburg ist heute weit mehr als ein Unterrichtsort. Mit Block- zeiten und dem Ausbau der Tagesstruk- turen reagierte die Gemeinde auf die veränderten Bedürfnisse der Familien. Frühbetreuung, Mittagstisch, Hausaufga- benbegleitung und Nachmittagsbetreu- ung ergänzen den Unterricht. Musikschule, Bibliothek, Schulsozialarbeit, Logopädie, Psychomotorik sowie weitere Unterstützungsangebote tragen zu einer ganzheitlichen Bildung bei. Projektwo- chen, Lager, Sporttage und kulturelle An- lässe stärken das Gemeinschaftsgefühl. Mit dem Sekundarschulhaus Lindau, der Digitalisierung und neuen Unterrichts- formen entwickelt sich die Schule kon- tinuierlich weiter. Auch künftig bleiben Individualisierung, nachhaltige Bildung und der verantwortungsvolle Einsatz neuer Technologien wichtige Themen. Der Kernauftrag bleibt jedoch unverän- dert: Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu selbstständigen, verantwortungs- bewussten und gemeinschaftsfähigen Menschen zu begleiten. Wussten Sie schon? • Die Tagesstrukturen verbinden Unter- richt und Betreuung. • Schulsozialarbeit und Förderangebote gehören heute selbstverständlich zur Schule. • Seit über 450 Jahren begleitet die Schule Rothenburg Generationen von Kindern. Meilensteine 1573 Erste urkundliche Erwähnung eines Schulmeisters 1807 Erstes eigenes Schulhaus im Flecken 1830 Gründung der Sekundar- bzw. Bezirksschule Meilensteine 1845 Neues Schulhaus auf dem Burghügel 1854 Einführung der Handarbeitsschule für Mädchen 1885 Erstes Turnlokal 1909 Erste Lehrerin führt eine Primarklasse 1956 Grundsteinlegung Schulhaus Konstanz 1957 Eröffnung Schulhaus Konstanz 1963 Ende des Pfarramts als Vorsitz der Schulpflege 1967 Schulhaus Gerbematt 1972 Doppelturnhalle und Einführung der Logopädie 1974 Schulhaus Hermolingen und Gründung der Musikschule 1978 Einführung des Rektorats 1987 Eröffnung der Chärnshalle 1988 Gesamtrenovation Schulhaus Konstanz 1994 Schulhaus Konstanzmatte 1995 Eröffnung der Schul- und Gemeindebibliothek 1999 Erste Ausgabe des «Info Rothenburg» 2000 Neues Volksschulbildungsgesetz und Leitbild 2002 Schulsozialarbeit und neue Sekundarstufenstruktur 2007 50 Jahre Schulhaus Konstanz 2015 Architekturwettbewerb Schulhaus Lindau 2016 Volksabstimmung für den Neubau Lindau 2018 Eröffnung Sekundarschulhaus Lindau 2019 Wiedereröffnung des sanierten Schulhauses Konstanz 2023 Petition für Ferienbetreuung 2025 Einführung der Ferienbetreuung Zukunft: Weiterentwicklung der Schulräume, Digitalisierung, individuelle Förde- rung und nachhaltige Bildung 409 670 697 726 795 940 263 218231259 171 75 Schülerzahlen Rothenburg 1957 1970 1980 1990 2000 2006 Gesamtzahl nur Oberstufe
2Religion Geschichte Das kirchliche Leben von Rothenburg mit seinen religiösen Bauten ist ab dem 12. Jahrhundert belegt. So soll die Kirche Rüeckringen im Jahre 1108 eingeweiht worden sein. Schriftliche Belege dazu fehlen jedoch. Die Marienkirche Bertiswil wird 1173 erstmals urkundlich erwähnt. 2023 kann das 850-Jahr-Jubiläum mit verschiedenen Aktionen gefeiert werden. Im Jahre 1731 wird die neu erbaute Pfarrkirche St. Barbara und St. Pelagius im Flecken eingeweiht. Aktives Pfarreileben Die anfänglich rein römisch-katholische Bevölkerung entwickelt bemerkenswer- te Aktivitäten im pfarreilichen, sozialen und politischen Umfeld, die teils bis heute Bestand haben. Einige Aufgaben sind durch öffentliche, nicht kirchliche Organisationen übernommen worden. Das nebenstehende Bild {WM} zeigt den eindrücklichen Pfingstgottesdienst in der vollen Pfarrkirche (2001). Der Kirchenchor verleiht der Feier mit seinem Gesang die festliche musikalische Umrahmung. 2001: Marienkirche Bertiswil {WM} 2013: Pfarrkirche St. Barbara {WM} 2023: Kapelle Rüeckringen {WM} 1108 Einweihung Kapelle Rüeckringen 1173 1. Erwähnung Kirche Bertiswil 1731 Einweihung Pfarrkirche 1752 Anschaffung 1. Orgel 1876 Umbau mit Erweiterung Pfarrkirche 1934 2. Erweiterung Pfarrkirche 1960 Erweiterung 2 Glocken 2006 Innen- renovation mit Neugestaltung 2016 Einrichtung Pastoralraum Emmen- Rothenburg Religion
3Religion Aufgelöste Gruppierungen 14-Nothelfer-Bruderschaft Agatha-Bruderschaft Antonius-Bruderschaft Barbara-Bruderschaft Bruderschaft Maria vom Berge Karmel Bruderschaft zu einem guten Tode Elogius-Bruderschaft Herz-Jesu-Bruderschaft Jesus-, Maria-, Josef-Bruderschaft Jungmannschaft Männergruppe Marianische Kongregation Marien-Bruderschaft Mitleiden-Bruderschaft Pfarreirat Rosenkranz-Bruderschaft Sebastians-Bruderschaft Entwicklung Die Bevölkerungsentwicklung in Rothen- burg stellt die nebenstehende Grafik dar. Sie zeigt eindrücklich, wie die Ver- ankerung des christlichen Glaubens in der heutigen Zeit unter Druck gerät. Die Loslösung vom christlichen Glauben (Sä- kularisierung) schreitet voran. Die Gründe sind vielfältig. Nebst der Individualisierung, dem gehobenen Lebensstandard, der Glo- balisierung usw. ist die Angebotsvielfalt gestiegen. Der Glaube ist ein Angebot un- ter vielen, die dem mündigen Menschen zur Wahl stehen. Soziales Engagement Trotz dem schwindenden Interesse an der Kirche darf deren sozialen Engagement erwähnt werden. So sind christliche Grup- pierungen, Vereine und Organisationen, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen, nicht wegzudenken. Das Rothenburger Angebot ist vielfältig. Jung und Alt profi- tieren von den uneigennützigen Einsätzen vieler freiwillig Tätigen. So sind im Lauf der Zeit Gruppierungen verschwunden, Neue sind gewachsen und haben zeitgemässe Aufgaben übernommen. Neu entstandene Gruppierungen Barbarachor Blauring / Pfadi Cantus (früher Kirchenchor) Frauenbund mit Gruppierungen wie z.B. Erniteam Liturgie- und Oasegruppe Chenderstube Ludothek usw. Lektor:innen Ministrant:innen Missionspatenschaft SVKT 2018: Die Ministrantenschar, bestehend aus 54 Mädchen und Knaben (Stand 2026) {WM} Bevölkerungsentwicklung Jahr röm.kath. ev.ref. andere total 1668 ca. 480 0 0 480 1700 ca. 480 0 0 480 1780 ca. 1000 0 0 1000 1850 1341 0 0 1341 1900 1270 31 0 1301 1950 2070 99 2 2171 1980 3650 443 109 4202 2000 4830 685 744 6259 2014 4952 755 1539 7246 2020 4933 721 2061 7715 2021 4829 706 2257 7792 2022 4740 673 2446 7859 2023 4554 648 2626 7828 2024 4461 617 2785 7863 2025 ab Sommer 2026 erhältlich Kirchenaustritte Rothenburg kath. 2019 66 2023 186 2020 78 2024 111 2021 85 2025 87 2022 91 Bevölkerungsentwicklung Rothenburg1668-2025 Kirchenaustritte Katholisch Evang.-Reformiert Andere
4Religion Pfarrkirche St. Barbara Die Pfarrkirche St. Barbara hat bis zu ihrem heutigen Erscheinungsbild einige Anpas- sungen erfahren. Die nachfolgende chro- nologische Zusammenstellung zeigt einige wichtige Merkpunkte auf. 1108 Weihe der Kirche St. Pelagius in Rüeckringen (nicht belegt). 1334 Bau einer Kapelle im Flecken für Werktagsgottesdienste. 1729 Abbruch der Kirche auf Rüeckrin- gen und der Kapelle im Flecken. Bau der Kirche St. Barbara im Fle- cken. Aufhebung des Friedhofes Rüeckringen. 1731 Einweihung, Doppelpatrozinium St. Barbara und St. Pelagius, damals noch ohne Turm, 324 Sitzplätze. Im Dachreiter 2 kleine Glocken. 1752 Anschaffung der ersten Orgel in der Pfarrkirche. 1839 Mathias Stirnimann-Widmer, Otten- rüti, lässt Kapelle auf Rüeckringen erbauen. 1876 Umbau der Pfarrkirche mit Erweite- rung. Ein neuer Turm auf Westseite wird erstellt, der bestehende Dach- reiter auf der Ostseite wird nach neugotischer Manier erneuert. Somit hat die Kirche zwei Türme. Einbau von 4 neuen Glocken im Westturm. 1928 Wie bereits 1876 befürchtet, muss die Kirche erneut erweitert werden. Heutiger Turm wird realisiert (36 m hoch). Abbruch des Westturmes und des Dachreiters. Komplette Neugestaltung des Innenraumes. Neue Wandbilder im Chor und Schiff von A. M. Bächtiger, Gossau. 1934 Einweihung. 1960 Erweiterung Glockengeläut auf 6 Glocken. 1977 Innenrenovation. Umgestaltung gemäss den Neuerungen der Syn- ode 1972. Der Hochaltar wird ent- fernt, der Ambo ersetzt die Kanzel. 1993 Aussenrenovation. Eingänge bei Seitenkapellen erhalten Vordach. Neues Fresco über Haupteingang. 2006 Innenrenovation. Neugestaltung der beiden Seitenkapellen. Neuer Taufstein und 4 Streifenbilder für Chorwandbild, gestaltet von Ado Ottiger. 1876: Innenansicht nach der Renovation {KB} 1895: Nach Umbau mit neuem Kirchturm auf der Westseite. Einbau von 4 neuen Glocken. {KB} 1934: Einweihung der Kirche nach Renovation {KB} 1934: Erweiterung, Neubau des Turmes {KB}
5Religion Marienkirche Bertiswil Die Marienkirche Bertiswil wird 1173 erstmals urkundlich in einem Diplom von Kaiser Friedrich I. erwähnt. Beim Erstbau muss es sich um einen rechteckigen Saal mit einer eingezogenen Apsis gehandelt haben. Viele Um- und Erweiterungsbau- ten werden ausgeführt. So wird im 14. Jahrhundert der Turm angebaut. Im 16. Jahrhundert wird dieser erhöht und mit 2 Glocken aus den Jahren 1503 und 1504 ergänzt. Gleichzeitig wird die Apsis ab- getragen und durch den heutigen Chor ersetzt. Die dritte Glocke stammt aus dem Jahre 1599. 1729/30 wird eine Doppelem- pore eingebaut und die erste Orgel instal- liert. 1973 und 1974 werden verschiedene baulichen Veränderungen aus dem 20. Jahrhundert wieder rückgängig gemacht. Die Kirche wird unter eidgenössischen Denkmalschutz gestellt. Rothenburgs Friedhofanlage befindet sich seit jeher im Umfeld der Marienkirche. Trotzdem erlangt die Kirche nie den Status einer Pfarrkirche. Vielmehr gilt sie heute als Marienheiligtum und Wallfahrtsstätte, in der viele Gläubige die Ruhe und Besin- nung an diesem Kraftort suchen. 1975: Friedhoferweiterung {KB} um 1520: Deckenmalereien im Chor {WM} 2016: Die neue Aufbahrungshalle Bertiswil, Sicht von Süden. {KB} 2004: Broncefigur auf dem Gemeinschaftsgrab, von Ado Ottiger {WM} um 1520: Fresken im Chor: Petrus und Andreas, Johanns und Jakobus d.Ä. {WM}
6Religion Die Glocken rufen 1653 ist‘s - die Glocken der Marienkirche Bertiswil rufen zu Beginn des Bauernkrie- ges die Männer zu den Waffen. Auch mit den heutigen mordernen Kommunikationsmitteln hat die Glocke ihre Aufgabe behalten. Festlich, fröhlich, traurig oder warnend verbreitet sie ihren Klang. Einerseits verkündet sie uns mit ihrem Stundenschlag die Zeit, anderseits begleitet sie uns beim Abschiednehmen eines lieben Menschen. Sie ruft uns aber auch zu freudigen Anlässen wie Hochzei- ten, Taufe, Gottesdienste und weiteren Festlichkeiten. Warnend ertönt die Wetter- glocke beim Aufzug eines Gewitters. Die Glocken als Statussymbol Beim Erweiterungsbau der Pfarrkirche und dem gleichzeitigen Bau des Turmes werden 1876 grosse, schwere Glocken als Argumentarium und Statussymbol gegen- über der Nachbargemeinden eingesetzt. Offenbar hat dies damals seine Wirkung nicht verfehlt. Schlaghammer für Stundenschlag {WM} 1960: Einsegnen der neuen Glocken durch Pfarrer Josef Steiger {KB} Glockenstuhl mit den 4 Glocken von 1876 {WM} Das Geläut in der Pfarrkirche 1731 werden beim Neubau der Pfarr- kirche im Dachreiter 2 kleine Glocken eingebaut. 1876 werden diese im neuen Turm durch 4 neu gegossene Glocken ersetzt.1960 werden 2 weitere Glocken aufgezogen. Heute präsentiert sich das Geläut in der Pfarrkirche wie folgt: Glocke 1 1960, Wetterglocke, 3350 kg, gestimmt auf «B» Glocke 2 1876, gestimmt auf «des» Glocke 3 1876, gestimmt auf «f» Glocke 4 1876, gestimmt auf «as» Glocke 5 1960, Tauf-/Schutzengelglocke, 420 kg, gestimmt auf «b» Glocke 6 1876, gestimmt auf «des»
7Religion Kulturgüter und Immobilien Die katholische Kirchgemeinde Rothen- burg besitzt einige Kultgegenstände, Ge- wänder und Gemälde. Sie werden im Jah- re 1995 neu inventarisiert. Einige werden seit der Kirchenrenovation im Jahre 2006 in Glasvitrinen hinten in der Pfarrkirche gezeigt. Die Baugeschichte im Zusammenhang mit der Pfarrkirche ist in gekürzter Form beschrieben. Danebst besitzt die Kirchge- meinde weitere Immobilien: 1967 wird das Pfarreiheim erstellt. Es steht an der Stelle der damaligen Kaplanei und beherbergt anfangs auch zwei Woh- nungen. 1999 hat ein Brand einen Teil zerstört. 2015 werden die Wohnungen in Büroräumlichkeiten umgebaut. In der ehemaligen Parterrewohnung wird das Pfarreisekretariat eingerichtet. 2016 erstellt die Kirchgemeinde den Wohnblock «Burghügel», nachdem sie von der politischen Gemeinde das alte Schul- bzw. Gemeindehaus erworben hat. Das Parterre wird an die evangelisch re- formierte Kirchgemeinde vermietet. Zuvor hielt diese ihre Gottesdienste und Anlässe in der Marienkirche Bertiswil. Zu den Besitztümern der Kirchgemeinde gehören auch das Pfadiheim, das Öki, das Pfarrhaus, mehrere Wälder und ein Teil- grundstück Rüeckringen mit dem ehemali- gen Kindergarten. 1966: Das Kaplanenhaus, das dem neuen Pfarreiheim weichen muss {KB} 2017: Das Pfarreiheim, vorne die 2 Wohnungen bzw. heutigen Büroräumlichkeiten {WM} 2003: Das Pfadiheim am Pfrundweg {WM} 2003: Das heutige Pfarrhaus, bewohnt von der Familie Rüegsegger {WM} 1948: Das Pfarrhaus kurz vor dem Abbruch {KB} 2020: Das Öki, bis 2015 als Pfarreisekretariat genutzt {WM} 2016: Der «Burghügel» bei der Einweihung {WM}
8Religion Stille Begleiter am Wegrand In Rothenburg prägen unterschiedlichste Wegkreuze und Helgenstöckli das Land- schaftsbild. Ihre Entstehung basiert auf vielfältigen Beweggründen wie Erinne- rung oder Gedenken an schwere Ereig- nisse, Unfall oder Todesfall. Auch Dank- barkeit für die Errettung aus einer Notlage (Krankheit, Krieg, Pest) mag Auslöser zur Errichtung eines Denkmals gewesen sein. Diese stillen Wegbegleiter sollen Wandern, Pilgern und Landwirten Schutz und Segen für den Weg oder die Feldarbeit bringen. 2022: Wegkreuz am Pfrundweg, geschaffen durch Ado Ottiger, Rothenburg {WM} Hausnischenkäppeli Oberhocken. Ersatz für abgerisse- nes Chäppeli. {KB} Wandbild in der Oberwüesti {KB} Einigen Passanten dienen diese Denkmä- ler als stiller Ort, der zum Verweilen oder zum Gebet einlädt. Zu früheren Zeiten wurden diese Stätten gerne als Station bei Flurprozessionen und Bittgängen genutzt. Helgenstöckli Feldweg Grossmatt/Mittler-Wahligen {WM} Helgenstöckli Lindenfels. Darstellung 12. Station des Kreuzweges: Jesus stirbt am Kreuz. {KB}
9Religion Feiern im Jahreskreis Im katholischen Glauben gehören Ritu- ale, Feiern und Bräuche zu einem festen Bestandteil. Sie können helfen, den katho- lischen Glauben nahbar und verständlich zu gestalten. Zu diesen festen Bestandteilen gehören in erster Linie Taufe, Firmung, Hochzeit usw. Feierliche Anlässe wie Auffahrtsbittgang, Fronleichnam, Weihnachten, Ostern, Pfingsten sind fest verankert und berei- chern den kirchlichen Jahreskreis. 2019: Weisser Sonntag (Erstkommunion) {WM} 2024: Flurbittgang an Christi Himmelfahrt {WM} 2013: Kilbisonntag in Bertiswil {WM} 2017: Einzug in die Kirche am Palmsonntag {WM} 2016: Herrgottskanoniere an Fronleichnam {WM} 2016: Fahnendelegtionen an Fronleichnam {WM} um 1930: Prozession an Fronleichnam {KB}
10Religion Danke schön Viele freiwillig und ehrenamtlich Tätige tragen zum sozialen und gesellschaftli- chen Leben in Rothenburg durch ihren Einsatz und ihr Engagement bei. Jung und Alt beteiligen sich gleichermassen an die- ser Gemeinschaft. Ein Miteinander ohne diese uneigennützigen «Engel» ist kaum denkbar, eine wichtige Komponente unse- res Zusammenlebens würde fehlen. Der Kirchenrat und das Pfarreiteam schät- zen und würdigen diese Einsätze und bedanken sich dafür alle zwei Jahre mit einem unterhaltsamen «Danke-schön- Abend». Gäste untrstützen die unterhaltenden Einlagen. {WM}Einzug der Gastgeber:innen. {WM} Die Eingeladenen lauschen gespannt den Darbietungen auf der Bühne des Pfarreiheimes. {WM}
11Religion Neue Wege Das Bekenntnis zum christlichen Glauben bröckelt, die Loslösung von der Kirche schreitet voran. Gleichzeitig verschärft sich die Personalsituation im kirchlichen Bereich. Neue Wege und Möglichkeiten müssen gefunden werden. Dazu stellen sich grundlegende Fragen. Wie kann der christliche Glaube in einer säkularen Gesellschaft neue Strahlkraft entfalten? Wie sieht die Personalentwicklung aus? Welche Stellung wird die Frau künftig ein- Wie kann die Kirche die Berufungen und Begabungen von Frauen besser fördern und einbeziehen? Wie kann die christliche Botschaft künftig Menschen erreichen? Wie können die Jungen für eine aktive Rolle gewonnen werden? Lösungsansätze Die Verantwortlichen im christlichen Dienst suchen gemeinsam mit den Gläubi- gen nach neuen Wegen, wie Kirche und Glaube auch in Zukunft Menschen inspi- rieren, begleiten und Hoffnung schenken können. Pastoralräume - ein Antwortversuch? Im Bistum Basel werden seit einigen Jah- ren neue Pastoralräume geschaffen, d.h mehrere Pfarreien werden zusammenge- schlossen, um das vorhandene Personal und die finanziellen Mittel optimal einzu- setzen. Anlässe, Gottesdienste werden ko- ordiniert und der Nachfrage angepasst. Die Pfarrei Rothenburg gehört seit 2016 dem neu geschaffenen Pastoralraum Em- men-Rothenburg an. David Rüegsegger aus Rothenburg wird zum Pastoralraumlei- ter per 1.8.2021 gewählt. Religionsunterricht Seit einigen Jahren findet der Religions- unterricht auf der Primarstufe nicht mehr in Schulräumlichkeitn statt, sondern im Pfarreiheim. Seit Sommer 2026 gilt dies Integrationsgruppe Die Integrationsgruppe Rothenburg, die primär vom Frauenbund getragen wird, setzt sich für die Integration ausländischer Mitbewohner in der Schweiz ein. Den Einwandernden aller Länder und Konfes- sionen stehen die Angebote wie Deutsch- 2022: Mittagessen aus dem Land der Migrant:innen Solidarität MIPA· weltweit solidarisch - eine Grup- pierung der Pfarrei Rothenburg. Seit dem Jahre 1957 leistet sie direkte Sozial- und Entwicklungshilfe in der ganzen Welt. Sie auch für den Unterricht auf der Oberstufe, wo neue, erlebnispädagogische Gefässe ausserhalb des Schulkontextes geschaffen wurden. Feiern einmal anders Neue Wege der Gottesdienstgestaltung werden seit 2022 in der Pfarrei St. Barbara Rothenburg beschritten. Jede Feier vertieft ein Thema aus dem Lebensalltag. Ver- schiedene Methoden und Ateliers laden ein, das Thema individuell zu vertiefen. Eine Feier kann auch einmal mit einem Apéro vor der Kirche beginnen, der wie jede Feier mit Musik fürs Herz bereichert wird. 2026: Segensgebet und gemeinsames Mahl im Altarraum leistet Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt Projekte, die nach dem Aufbau von den Einheimischen weitergeführt werden kön- nen. Hier einige Beispiele: • Bau und Unterhalt von Spitälern • Schulen für Frauen und Kinder • Kinderheime, Kinderhilfswerke • Ausbildungsstätte für Einheimische • Aufbau/Förderung der Landwirtschaft • Bau von Wasserreservoirs etc. Legende zu Hilfsprojekte MIPA kurse, Kochen für alle usw. offen. Begeg- nungen zwischen den Migranten und der einheimischen Bevölkerung wird z.B. beim gemeinesamen Essen gefördert. Die Integrationsgruppe wird 2022 mit dem Prix benevol ausgezeichnet. Frauen Heilkreis Im Heilkreis, der monatlich stattfindet, wer- den die aktuellen Themen des Jahreskrei- ses vertieft angeschaut. Mit diversen Me- thoden werden die kirchlichen und auch jahreszeitlichen Feste und ihre Heilkraft für den persönlichen Lebensweg beleuchtet.
2Soziales Soziales vor 1900 Auf dem Flecken hat schon im 13. Jahr- hundert ein Bader seine medizinischen Dienste angeboten mit Wundversorgung, Aderlass und Steine schneiden (Gallen-, Blasen- und Nierensteine) sowie Zähne brechen. Von den Villmergerkriegen ist bekannt, dass Verwundete im Ochsen gepflegt wurden. Im ehema ligen Schulhaus von Rothenburg (heute Flecken 25) war auch ein Zimmer für Arme und Kranke eingerichtet. 1938: Dienstbotenasyl bei Eröff- nung Einfaches Bewohnerzimmer Alte Heimküche ab 1200 1. medizinische Dienste 1938 Eröffnung Landw. Altersasyl 1990 Einweihung Fläckematte 2027 Zusammenschluss Spitex zu Spitex Sempachersee 1879 Bürgergemeinde kauft Hof Hinterhermolingen Soziales
3Soziales Im Wohnhaus entsteht das Bürgerheim, für das der Waisenvogt von Rothenburg verantwortlich ist. In dieser Funktion war auch der bekannte Rothenburger Sebas- tian Eggerschwiler tätig. Auf einem Tür- stock ist er verewigt. Im Bürgerheim waren die Sozialfälle untergebracht. Es waren Männer, Frauen und auch Kinder. Die In- stitution wurde von Nonnen aus Baldegg geführt. 1954 haben sich die Baldegger Schwestern zurückgezogen, das Heim musste schliessen. In die Räumlichkeiten zog der erste Pächter ein, Martin Pfister. Dieser hatte zuvor als erster Heimleiter das Dienstbotenasyl Hermolingen seit 1938 geleitet. Auszug aus der Hausordnung für das Bürgerheim Die Essenszeit wird mit einer Glocke angezeigt und ist bezüglich der Hauptmahlzeiten festgesetzt wie folgt: Am Morgen: im Sommer um 6.00 Uhr Am Morgen: im Winter um 6.30 Uhr Am Mittag: um 12.00 Uhr Am Abend: im Winter um 18.30 Uhr Am Abend: im Sommer um 19.00 Uhr Die Nachtruhe wird an gesetzt im Sommer auf 21.00 Uhr, im Winter auf 20.00 Uhr. Auf das gegebene Glockenzeichen haben sich alle Bürgerheiminsassen in die Speise- bzw. Schlafzimmer zu begeben. Vor und nach dem Essen wird ein Gebet verrichtet, woran alle teilzunehmen haben. Wer sich beim Essen unge- bührlich oder unanständig benimmt oder Mitinsassen belästigt, kann an besondere Esstische versetzt und überdies bestraft werden. Die Mahlzeiten sind ruhig und am zugewiesenen Platze einzunehmen. Das Bürgerheim 1879 übernimmt die Bürgergemeinde den Hof Hinterhermolingen von Familie Egger- schwiler. Die Bürgergemeinde organisiert den Landwirtschaftsbetrieb. Ein Meisterknecht und die Angestellten des Bauernbetriebs haben dort lediglich eine Stube, wohnen aber nicht auf dem Hof, sondern im Fle- cken. Der Hof Hinterhermolingen beheimatet das erste Bürgerheim von Rothenburg.
4Soziales Gemütliches Stübli Heim mit Hof Verwalter Josef Knüsel mit Lehrling Beim «Bördele» Haus&Hof Hermolingen früher Dienstbotenasyl Das Problem der meist unverheirateten alten Dienstboten (Charrer, Melker, Knech- te), die im Alter nicht mehr auf dem Hof untergebracht werden konnten, wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannt. Man hat mehrere Jahre Geld gesammelt, die Stiftung «Landwirtschaftli- ches Altersasyl» gegründet und schliesslich ein Wohngebäude für Pensionäre gebaut. Die Eröffnung fand 1938 statt und wurde weitherum beachtet. • 1938 erster Verwalter Martin Pfister • 1954 Alois und Annelies Lang-Acher mann • 1978 Josef und Anna Knüsel-Bucher • 2007 Rosmarie Steiner •2010 Marlis und Werner Vogel • 2017 Livia Giovanoli
5Soziales Aufnahme-Vorschriften (Ausug) von 1938 ---- §10 ---- Beim Eintritt sind mitzubringen: 1 Werktags- und 1 Sonntagsanzug, 2 Paar Schuhe, 1 Paar Hausschuhe oder Finken, 6 Hemden, 1 Dutzend Nastücher, warme Unterkleider, 6 Paar Strümpfe oder Socken,1 Kleiderbürste, 1 Kamm und das nötige Schuhputzzeug. Neuanschaffungen, Reinigen und Reparaturen der Kleider und Schuhe gehen auf Kosten der Pensionäre. ---- §11 ---- Die Aufnahme oder Nichtaufnahme erfolgt endgültig durch den Betriebsausschuss. Ein Weiterzug an eine höhere Instant findet nicht statt. ---- §12 ---- Das tägliche Pflegegeld beträgt vorläufig Fr. 1.50 bis Fr. 2.-- je nach Zimmer. Es ist halbjährlich voraus zu bezahlen und für die Dauer eines Jahres durch Hinterlage von Werttiteln sicher zu steellen. Zwi- schen dem Betriebsausschuss und den Pensionären könnenb Verpfründungsvetrträge abgeschlossen werden. Diese bedürfen zu iihrer Gültiogkeit der Ge- nehmigung der Aufsichtskommission. ---- §17 ---- Die Pensionäre sind den Anordnungen des Verwal- ters Gehorsam schuldig. Sie haben sich in allen Teilen der besonderen Hausordnung zu fügen.Widerspens- tige und Zuwiderhandelnde sowie solche, die den Hausfrieden oder die häusliche Gemeinschaft stören, werden nach zweimaliger, fruchtloser Verwarnbung durch den Betriebsausschuss fristlos entlassen unter Bekanntgabe an die Aufsichtskommission. Heim mit Hof Der Name Zur Gründungszeit Dienstbotenasyl, Alter- sasyl, seit 1997 Landwirtschaftliches Alters- heim, seit 2020 Haus&Hof Hermolingen. Im Volksmund auch «Knechtenhimmel» oder «Knechtenheim» genannt. Das Familienleben der Heimleiter war voll integriert ins Heimleben mit den Pensionären. Auf dem Bild Familie Knüsel. Ehepaar Lang, zweit Heimleiterfamilie.
6Soziales Hebammen 1727 soll der Chirurg Rudolf Lauber, erfahrener Geburtshelfer in Rothenburg, sein Wissen und Können in den Dienst der Hebammenausbildung gestellt haben. Von 1776 ist bekannt, dass es in Rothenburg 9 Hebammen gab, davon waren 1 als tauglich, 5 als teilweise tauglich und 3 als untauglich eingestuft. Stellvertretend für alle Hebammen sei über die legendäre Elisabeth Bühlmann (1903-1998) berichtet. Der VW-Käfer, Jahrgang 1927, Kontroll¬schild LU 1347, war ein in Rothenburg und Umgebung legendäres Gefährt. Immer dort, wo es parkte, stand ein freudiges Ereignis ins Haus, dem die Lenkerin Lisbeth Bühlmann als He¬bamme ihre besten Kräfte lieh. Unermüdlich war sie mit der grossen Tasche unterwegs, auf dem Velo oder zu Fuss. Die Automobilprüfung, 1929 mit Glanz bestanden, erhöhte dann die Mobilität ganz gewaltig. Mehrmals im Winter schaufelte die Hebamme ihren Käfer eigenhändig frei. Wenn sie von ihren 3500 Geburten erzählt, dann ist, im flackernden Licht von Petrollampen, die Rede von tap- feren Frauen und kopflosen zukünftigen Vätern, von aufgeregten Kindern, Tanten und sonstigen Anverwand- ten. Von schwierigen Diagnosen, die auch gelegentlich im krassen Gegensatz zu jenen des ebenfalls herbei- gerufenen Doktors standen, von Gesichtslagen der noch Ungeborenen, vom Eis, welches erst durchbrochen werden musste, damit man Wasser hatte, um der Hygiene genügen zu können. Lisbeth Bühlmann gehörte lange Jahre dem Vorstand des luzernischen Hebammenvereins an. Als Präsidentin organisierte sie in dieser Zeit eine schweizerische Hebammentagung in Luzern. Etwas von der ungewöhnlichen Ausstrahlung dieser Frau scheint ein kleines Mädchen mitbekommen zu haben, als es die Hebamme Lisbeth in blütenweisser Schürze ans Wochenbett huschen sah und meinte: «Jetzt habe ich dem lieben Gott seine Frau gesehen.» Bildlegende Sinnvolles Beschäftigungsprogramm Gemütlich Jassrunde. Betreuer des Hühnerstalls
7Soziales Die Fläckematte 1990 konnte das Alter- und Pflegeheim Fläckematte eröffnet werden. In den letzten 30 Jahren hat sich das Haus weitgehend zum Pflegeheim gewandelt. Während 28 Jahren waren Noldi Hess als Geschäftsleiter und seine Frau Eva als Leiterin Innere Dienste für das Heim ver- antwortlich. 2017 wurde die Vorlage zur Überführung in eine Aktiengesellschaft an der Urne angenommen. Heute ist die Flä- ckematte ein Daheim für viele Bewohner, ein grosser Arbeitgeber, ein Lehrbetrieb für verschiedenste Berufe, ein Ort der Be- gegnung und der Kultur von Rothenburg. Bildlegende Die Spitex Die aus dem «Verein Krankenpflege und Familienhilfe» hervorgegangene Spitex ermöglicht eine lange Betreuung zu Hau- se, zusammen mit den Angehörigen. Im Rahmen der Professionalisierung ist auch ein Zusammenschluss zur Spitex Sempa- chersee plus AG ist auf den 1. Januar 2027 geplant. Weitere Angebote: • Pflege und Hauswirtschaft • Fahrdienst • Mahlzeitendienst • Besuchsdienst • Sterbebegleitung Ehrenamtliche Tätigkeiten sind bei der zu- nehmenden Vereinsamung der älteren Be- völkerung besonders wichtig und gefragt. Weitere Dienstleistungen Der Vollständigkeit halber seien die vielen weiteren Dienstleistungen im sozialen Bereich wie Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapie, chinesische Medizin etc. hier erwähnt. Die Fläckematte ist offen für Jung und Alt, z.B. beim Fronleichnamsgottesdienst. Spatenstich zum Bau der Fläckematte. 1990: Die neu erbaute Fläckematte.