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Gemeindepsychiatrischer Verbund im Landkreis Ravensburg JAHRESBERICHT 2025 ZUSAMMEN STARK STABIL
02/ 03 EDITORIAL GRUSSWORT 04- 19 BERICHTE IBB Trialogforum GPK 20- 22 INFOS VON 23- 26 VERSORGUNGSKREIS 27 KONTAKTDATEN IMPRESSUMHerausgeber: Gemeindepsychiatrischer Verbund im Landkreis Ravensburg Internet: www.gpv-rv.de Redaktion: Sven Stöckle (GPV-Koordinator), Dr. med. Raoul Borbé (ZfP Südwürttemberg), Ruben Giesin (ZfP Südwürttemberg) und Andreas Hollacher (Psychiatriekoordination Landratsamt Ravensburg) Layout und Design: Andreas Hollacher Titelfoto: Foto von Deniz Altindas auf Unsplash Druck: Druckerei der Weißenauer Werkstätten, September 2026, Auflage: 200 Stück InhaltEditorial Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder sowie Partnerinnen und Partner des GPV, mit dem Jahresbericht 2025 möchten wir gemeinsam auf ein Jahr zurückblicken, das von Weiterentwicklung, Zusammenarbeit und vielen wichtigen Impulsen für die psychiatrische Versorgung im Landkreis Ravensburg geprägt war. Die neuen Strukturen des Gemeindepsychiatrischen Verbundes hat sich in nun einem Jahr sehr gut etabliert. Der enge Austausch zwischen den Einrichtungen, Diensten, Betroffenen, Angehörigen und dem Landkreis Ravensburg zeigt, wie wichtig verlässliche Netzwerke und eine gemeinsame Verantwortung für eine bedarfsgerechte Versorgung sind. Der Jahresbericht gibt Einblicke in die aktuellen Entwicklungen, Projekte und Angebote im Landkreis Ravensburg. Er zeigt zugleich das große Engagement aller Beteiligten, die sich täglich für die Teilhabe, Unterstützung und soziale Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzen. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die vielen gemeinsamen Schritte im Jahr 2026 bedanken wir uns herzlich bei allen Mitwirkenden. Sven Stöckle Andreas Hollacher GPV-Koordinator Psychiatrieplanung Stabsstelle Sozialplanung und Bildungsmanagement Landratsamt Ravensburg
3 Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Petra Lill und als neue Dezernentin für Soziales, Arbeit und Bildung im Landratsamt Ravensburg grüße ich Sie sehr herzlich. Der gemeindepsychiatrische Verbund nimmt eine zentrale Rolle für die seelische Gesundheit und der gemeindenahen Versorgung für Menschen mit seelischer Behinderung im Landkreis ein. Mit der seit Mitte 2025 etablierten überarbeiteten Gremienstruktur – der GPV- Konferenz und dem Versorgungskreis – haben wir Formate geschaffen, die Austausch und Zusammenarbeit systematisch fördern. Die neu gefasste und unterzeichnete Kooperationsvereinbarung unterstreicht die gemeinsamen Grundlagen und die Bereitschaft der Partner, die Versorgung im Landkreis weiter zu entwickeln. Unser gemeinsames Ziel ist eine stetige Verbesserung der wohnortnahen, personenzentrierten Versorgung, getragen von Kooperation und Respekt. Ich danke allen Mitarbeitenden, Trägern und Ehrenamtlichen für ihr Engagement und freue mich auf die gemeinsame Arbeit zum Wohle der Menschen im Landkreis. Petra Lill Dezernentin für Soziales, Arbeit und Bildung Landkreis RavensburgPetra Lill GRUSSWORT TEXT: PETRA LILL FOTO: LANDRATSAMT RAVENSBURG
ZfP Südwürttemberg Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Im vergangenen Jahr konnten in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des ZfP Südwürttembergs mehrere bedeutende Entwicklungen umgesetzt werden, die das diagnostische und therapeutische Angebot erweitern sowie die Versorgungsqualität nachhaltig stärken. Mit dem im Juni 2025 gestarteten Projekt BEREIT! wird das ZfP Südwürttemberg überregional auf eine psychiatrische Versorgung vorbereitet, die sich konsequent an der Lebenswelt der Patient:innen und Klient:innen orientiert. Ziel ist es, eine flexible, sektorenübergreifende Behandlung mit fließenden Übergängen zwischen ambulanter, aufsuchender, teilstationärer und stationärer Versorgung zu ermöglichen. Der Leitgedanke lautet: Die Versorgung folgt dem Menschen – nicht der Organisationsstruktur. Dadurch sollen Behandlungsbrüche vermieden, die Behandlungs- und Beziehungskontinuität gestärkt sowie stationäre Aufenthalte dort reduziert werden, wo dies psychiatrisch sinnvoll ist. Im Berichtsjahr stand die erste von insgesamt drei Projektphasen im Fokus. Schwerpunkte waren der Aufbau übergeordneter Strukturen, um die organisatorischen Voraussetzungen für die neue Versorgungsform zu schaffen, sowie die Initiierung erster regionaler Maßnahmen. Ein wesentlicher Meilenstein war darüber hinaus die Einführung der Psychiatrischen Notfallambulanz (PNA) in der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie Ravensburg. Diese ermöglicht eine niederschwellige, zeitnahe und strukturierte Versorgung von Menschen in akuten psychischen Krisensituationen. Behandlungsbedarfe sollen dort im Zuge einer kurzen Ersteinschätzung frühzeitig erkannt und weitere Versorgungsschritte eingeleitet werden.Rezeptionistin der Psychiatrischen Notfallambulanz: Frau Rodriguez da Silva
Je nach Fall kann eine einmalige beratende Unterstützung ausreichen. In anderen Fällen bietet die PNA überbrückende Termine bis zum Beginn einer längerfristigen Behandlung an oder es besteht eine Indikation für eine stationäre bzw. teilstationäre Aufnahme. Dabei werden alle verfügbaren Behandlungssettings berücksichtigt und entsprechend der individuellen Bedarfslage Empfehlungen ausgesprochen. Bei hoher Akuität oder erheblichem Unterstützungsbedarf übernimmt die PNA eine zeitnahe Vermittlungs- und Koordinationsfunktion, indem sie geeignete Hilfen anbahnt, Kontakte zu Behandlern oder Einrichtungen herstellt und bei Bedarf Behandlungsplätze vermittelt. 21 www.zfp-web.de In derselben Abteilung wurde im vergangenen Jahr die Elektrokrampftherapie (EKT) etabliert. Mit diesem evidenzbasierten Behandlungsverfahren steht Patient:innen mit schweren, insbesondere therapieresistenten psychischen Erkrankungen nun eine zusätzliche hochwirksame Therapieoption zur Verfügung. Die Implementierung erfolgte unter Berücksichtigung hoher fachlicher und organisatorischer Qualitätsstandards und erweitert das Spektrum moderner psychiatrischer Behandlungsmöglichkeiten der Klinik.EKT-Team Weissenau Mit der Bündelung der aufsuchenden Behandlungsangebote im neuen Fachbereich Mobile Allgemeinpsychiatrie (MAP) werden die bestehenden Versorgungsangebote – Stationsäquivalente Behandlung (StäB), (aufsuchende) Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) und Ambulante Psychiatrische Pflege (APP) – erstmals aus einer Hand koordiniert. Durch die enge Verzahnung dieser Angebote kann das multiprofessionelle Team flexibel über Art und Intensität der aufsuchenden Behandlung entscheiden und die Versorgung passgenau an den individuellen Bedürfnissen der Patient:innen ausrichten. Dies stärkt die Beziehungskontinuität, reduziert Behandlungsabbrüche und ermöglicht nahtlose Übergänge zwischen den Versorgungsformen. TEXT: JASMIN WERNER FOTOS: ZFP SÜDWÜRTTEMBERG 5
Die Übernahme der Sprungbrettwerkstätten zum 1.1.2025 war das wichtigste Ereignis des Jahres. Zwar war es formal mit dem 1.1.2025 schon abgeschlossen, aber es zog viele Folgeaufgaben nach sich. Die ca. 26 Kolleginnen und Kollegen der Standorte in Kisslegg, Bermatingen und Markdorf mussten sich an viele Prozesse des neuen Konzerns gewöhnen. Dazu gehörten Vorgaben des Qualitätsmanagements, Anforderungen der Dokumentation und Abläufe im Bestell- und Finanzwesen. Alles in allem eine Vielzahl an Neuerungen, die es umzusetzen galt. Auch einige Teams am Hauptstandort Weissenau waren betroffen, weil manche Kolleginnen oder Kollegen aus den Sprungbrett-Werkstätten anderen Teams zugeordnet wurden wie zum Beispiel der Verwaltung. Manche Widerstände bei Klientinnen und Klienten mussten ernst genommen und besprochen werden. So bestand eine große Befürchtung, dass die Löhne massiv gekürzt werden, die natürlich unbegründet war. Neben diesen eher anstrengenden Umstellungsänderungen konnten die Kolleginnen und Kollegen jedoch auch erfahren, dass die Zugehörigkeit zu einem großen Landeskonzern eine gewisse Sicherheit bietet, die eine gGmbH naturgemäß nicht bieten kann. ZfP Südwürttemberg - Arbeit und Rehabilitation Übernahme der Sprungbrettwerkstätten abgeschlossen TEXT: DR. MARKUS HOFFMANN FOTOS: ZFP SÜDWÜRTTEMBERG
Die Tatsache, dass das ZfP seit einigen Jahren Mitglied in der Genossenschaft der Werkstätten (GdW Süd) ist, brachte mehrere neue Aufträge in die Teams. Aus einem ursprünglich kleinen Auftrag mit der Abfüllung von Kurkuma-Pulver entstanden nach und nach weitere Aufträge zum Thema Lebensmittelabfüllung und -verpackung. Ein großer Vorteil bestand in der bestehenden Bioland-Zertifizierung der Abteilung, die sich von der Gärtnerei auf weitere Bereiche ausweiten ließ. Die Zertifizierung war für mehrere Kunden ein entscheidendes Argument, sich auf Verhandlungen mit der Abteilung wegen Lebensmittel- Abfüllungsaufträgen überhaupt einzulassen. Baulich standen 2025 keine größeren Projekte an. Es wurden Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten in den Bestandsgebäuden durchgeführt, die auch in den nächsten Jahren noch weiter geführt werden müssen. Inhaltlich stand weiterhin eine Beschäftigung mit der ICF im Vordergrund. Die Formulierung smarter Ziele und entsprechender Maßnahmen lag vielen Kolleginnen und Kollegen am Herzen, weil diese Aufgabe durchaus herausfordernd ist. Hierzu fanden mehrere spezielle Fortbildungsveranstaltungen mit der Referentin Frau Tenga statt. Es wurden außerdem Fortbildungsveranstaltungen zu Autismus angeboten. Als Erweiterung der arbeits- und beschäftigungsbezogenen Betreuungsmöglichkeiten wurden die spezialtherapeutischen Leistungen inhaltlich und technisch vorbreitet. Für Patientinnen und Patienten der PIA können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte Leistungen innerhalb der Werkstatt anfordern, die eine Stabilisierung der Tagesstruktur und ggf. eine neue berufliche Orientierung zum Ziel haben. www.zfp-web.de 7
Rückblickend prägte eine Nachricht das Jahr 2025 wesentlich; die Nachricht über den Verkauf unserer bisherigen Dienststelle zum Jahresende 2025. Glücklicherweise gab es noch Platzkapazitäten im Gebäude Eisenbahnstraße 28 in Ravensburg, schräg gegenüber. So arbeitet das Team AWS nun unter einem Dach. Eine Lösung für das Team der besonderen Wohnform stellte eine größere Herausforderung dar. Am Ende musste der Gruppenraum im Gebäude Eisenbahnstraße 51 dem Büro weichen, dazu zählt auch eine Veranda. Im Gegenzug wurde ein Sitzplatz für die Klient:innen im Vorgarten des Gebäudes geplant. Die Veränderung hat sich bewährt. Die Anwesenheit des Teams erleben die Klient:innen als Gewinn an Sicherheit sowohl für sich persönlich als auch in Bezug auf den sie umgebenden Sozialraum. Die Problematik der Substitutionsbehandlung vor Ort lief wie ein roter Faden durch das Jahr. Schwer chronifizierte suchtkranke Menschen mussten und müssen auf die Behandlung im Bodenseekreis ausweichen mit einem teilweise kaum zu bewältigendem Aufwand. Diese Problemstellung wurde wiederholt in die Fachkonferenz des Kommunalen Suchthilfenetzwerks im Landkreis Ravensburg eingebracht, eine wichtige Schnittstelle zum Versorgungsauftrag der Anode. Sie tagte am 08.07.2025 im Kapuziner Kreativzentrum. Dort bietet die Anode ein tagesstrukturierendes Angebot an. Im Mai 2025 konnte eine Wohnung in der Ravensburger Weststadt angemietet werden, die 3 Klient:innen großzügigen Wohnraum mit sehr guter Infrastruktur bietet. Die inhaltliche Arbeit dominierten weiterhin die Fragestellungen in Bezug auf die Abstinenzfähigkeit unserer Klient:innen mit erheblichen Teilhabebedarfen und Komorbidität, sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht. Wie werden wir dieser Zielgruppe fachlich gerecht? Was ist individuell erreichbar? Wie sehr wirkt sich die Teilhabebeeinträchtigung auf die Mitwirkungsfähigkeit aus? TEXT: SABINE GNANNT-KRONER FOTO: ZFP SÜDWÜRTTEMBERG TEXT: SABINE GNANNT-KRONER FOTO: ZFP SÜDWÜRTTEMBERG ZfP Südwürttemberg - Abteilung Anode Umzug & Veränderung
Wie vereinbaren wir Auftrag und Selbstbestimmungsrechte, wie das Wunsch- und Wahlrecht nach dem BTGH? Wo ist Care-Arbeit gefragt? Wie gehen wir mit der konzeptionell festgelegten Suchtmittelfreiheit in den von uns angemieteten Wohnungen um? Wie wirkt sich die Cannabis-Legalisierung in den Einrichtungen aus? In Anbetracht der Tatsache, dass auch die Suchtforschung ebenso wie die Bundesregierung 3 Säulen in der Behandlung suchtkranker Menschen identifizierten, eine umso wichtigere Diskussion und Auseinandersetzung. Die Säulen oder auch Ziele der sogenannten zieloffenen Suchtarbeit lauten: Abstinenz, Konsumreduzierung, Verhinderung von Verschlimmerung (Schadensminderung). In Anbetracht der dringenden und drängenden Fragestellungen lud der Regionale Geschäftsbereich Gemeindepsychiatrie Ravensburg-Bodensee am 29.09.2025 zur Fachveranstaltung Sucht nach Weissenau ein. Der Hörsaal war voll besetzt. Prof. Dr. Gerhard Längle referierte zum Thema: „Die Dynamik der Erkrankung und die Dynamik der Betreuung suchtkranker Menschen - Zwei Seiten einer Medaille“. Er mahnte kleine Schritte, Geduld und das Aushalten von Ambivalenzen an. Weiterhin warnte er davor, die Abstinenz als Nahziel zu definieren, dies sei je nach Klient:in zum Scheitern verurteilt. Die Selbstbestimmung stehe über allem. Eine zentrale Bedeutung schreibt er den Psychiatrischen Ambulanzen (PIA) zu. Damit schlug er die Brücke zum Transformationsprozess in der psychiatrischen Behandlung. Viele Teilnehmende der Veranstaltung wünschten sich eine Vertiefung der Thematik, die nicht nur die Abteilung Anode beschäftigt, sondern darüber hinaus auch andere Einrichtungen und Fachdienste der Netzwerkpartner:innen. www.zfp-web.de 9
Arkade e.V. Streetwork Ravensburg – Niedrigschwellige Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen Die Streetwork der Arkade e.V. verfolgt das Ziel, Menschen in schwierigen Lebenssituationen dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten. Durch aufsuchende Sozialarbeit werden Kontakte zu wohnungslosen Menschen, Menschen in der Prostitution, sowie psychisch belasteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgebaut. Vertrauen, Freiwilligkeit und eine niedrigschwellige Unterstützung stehen dabei im Mittelpunkt. Zwei aktuelle Projekte verdeutlichen dies: der „Ankerplatz Ravensburg“ als Aufenthalts- und Begegnungsort für Menschen aus dem Bahnhofsumfeld sowie das Projekt „Erreichbar“, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre richtet. DER ANKERPLATZ RAVENSBURG Von der Idee zum dauerhaften Standort Der Wunsch nach einem dauerhaften Treffpunkt wurde von den Besucherinnen und Besuchern des Bahnhofsumfeldes immer wieder an die Streetworkenden herangetragen. Diese griffen die Wünsche auf, organisierten Planungstreffen, bezogen die Stadt Ravensburg, insbesondere aber auch die späteren Nutzerinnen und Nutzer aktiv in die Entwicklung des Projekts ein.
25 www.arkade-ev.de DAS PROJEKT „ERREICHBAR“ Seit Beginn des Jahres wurde die Streetwork der Arkade e.V. um das Projekt „Erreichbar“ erweitert. „Erreichbar“ wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden- Württemberg finanziert und von der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit und Streetwork begleitet. „Erreichbar“ richtet sich insbesondere an junge Menschen, die psychisch belastet sind, unter sozialer Isolation leiden, von einer Suchterkrankung, Ängsten oder anderen psychosozialen Problemen betroffen sind und dabei vom bestehenden Hilfesystemen bisher nicht erreicht wurden. Die Mitarbeitenden suchen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrem gewohnten Lebensumfeld auf und bieten dort unkompliziert Gespräche und Unterstützung an. Passende Hilfen werden frühzeitig zur Perspektiventwicklung vermittelt. Im Mai wurde eine Finanzierung durch die Vector Stiftung gesichert, im September Schiffscontainer angeschafft und gemeinsam mit den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern eingerichtet. Sitzgelegenheiten wurden geschaffen und ein lokaler Graffitikünstler gestaltete den Container farbenfroh und einladend. Ende Oktober 2025 wurde der „Ankerplatz Ravensburg“, etwa 200 Meter vom Bahnhofseingang entfernt, offiziell eröffnet. Bedeutung des Ankerplatzes Der Ankerplatz dient heute als sicherer Aufenthalts- und Begegnungsort. Er bietet eine Alternative zum Aufenthalt am Busbahnhof und schafft Raum für Begegnung, Austausch und soziale Unterstützung. Er wird regelmäßig durch die Streetworkenden mit unterschiedlichen Aktionen belebt. Unter anderem fand statt: Kleiderflohmärkte, Grillaktionen, Suppenausgaben, Weihnachtsfeier. TEXT: FLORIAN NÄGELE, WERNER NUBER FOTOS: MARIO SCHUHMACHER 11
Das vergangene Jahr stand in der Sozialpsychiatrie der BruderhausDiakonie im Zeichen des Wandels. Personelle Veränderungen, neue Angebote und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen prägten die Arbeit – mit dem Ziel, Menschen mit psychischen Erkrankungen bestmöglich zu begleiten. Mit dem Eintritt von Andreas Weiß in die Freistellungsphase der Altersteilzeit und dem Ruhestand der langjährigen Wohnbereichsleitung Gabi Kirschbaum wurden die Leitungsstrukturen neu geordnet. Seit dem 1. Juni 2025 verantwortet Simone Windbühler die Fachbereichsleitung Sozialpsychiatrie sowie Arbeit und berufliche Bildung der Region Bodensee-Oberschwaben. Deborah Kröner übernahm als Bereichsleitung Sozialpsychiatrie I die Angebote im Landkreis Ravensburg, Isabell Dambacher als Bereichsleitung Sozialpsychiatrie II die Angebote im Bodenseekreis sowie den Geschützten Bereich am Riesenhof. Veränderungen gestalten – Qualität weiterentwickeln TEXT: SIMONE ALBERT FOTOS: BRUDHERHAUSDIAKONIE Ludger Baur leitet weiterhin den Bereich Arbeit und berufliche Bildung an den Standorten Riesenhof, Ravensburg und Wangen. Ein zentrales Thema blieb die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Bestehende Strukturen wurden weiterentwickelt, um personenzentrierte Leistungen noch stärker im Arbeitsalltag zu verankern.
13 Sein erstes vollständiges Betriebsjahr absolvierte der Geschützte Bereich am Riesenhof. Im Mittelpunkt standen die Integration der Klientinnen und Klienten, der Aufbau eines stabilen Teams sowie die Etablierung verlässlicher Abläufe. Fachliche Besichtigungen stießen auf großes Interesse und förderten den Austausch über das neue Angebot. Auch im Bereich Arbeit und berufliche Bildung wurden wichtige Weichen gestellt. Mit der erstmaligen stiftungsweiten AZAV- Zertifizierung entstand ein gemeinsamer Qualitätsverbund mit 28 Standorten der BruderhausDiakonie. Einheitliche Prozesse und eine moderne Dokumenten- organisation stärken Qualität und Effizienz. Erfolgreich entwickelte sich auch das Quartiersmanagement, ein gemeinsames Projekt von Stadt, Land, der Firma Reisch und der BruderhausDiakonie. Gemeinsam mit dem Café Bezner entstehen neue Begegnungsräume, die den Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Klientinnen und Klienten sowie Netzwerkpartnern fördern und gelebte Teilhabe im Quartier ermöglichen. www.bruderhausdiakonie.de
Vorneweg: Das 30-jährige Bestehen der Arkade-Pauline 13 gemeinnützige GmbH fiel 2022 in die Corona-Zeit. Das Feiern ließen wir uns nicht nehmen und so kam es dann im Sommer 2025 eben zur Ü30-Feierlichkeit! Wir blicken stolz auf drei Jahrzehnte engagierte gemeindepsychiatrische Arbeit zurück. Seit ihrer Gründung hat sich die AP 13 zu einem verlässlichen Anlaufpunkt für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen entwickelt und leistet einen wichtigen Beitrag zur psychosozialen Versorgung sowie zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe. Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von gesellschaftlichen Veränderungen, gesundheitspolitischen Reformen und einem stetigen Wandel der psychiatrischen Versorgungsstrukturen. Die Arkade- Pauline 13 hat diese Entwicklungen aktiv begleitet und ihre Angebote kontinuierlich weiterentwickelt. Was vor 1992 mit der Tagesklinik in Friedrichshafen begann, umfasst heute neben der Tagesklinik die Bereiche Berufsbegleitende Dienste (BBD) und den Inklusions- und Integrationsfachdienst (IfD). Der Grundgedanke blieb stets derselbe: Es gilt, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu begleiten, ihre Ressourcen zu stärken und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. 30 Jahre Arkade Pauline 13 Wir haben gefeiert! Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg Die erfolgreiche Arbeit der vergangenen 30 Jahre wäre ohne die enge Zusammenarbeit innerhalb des Gemeindepsychiatrieverbundes und darüber hinaus nicht möglich gewesen. Zahlreiche Netz- und Kooperationspartner waren bei unserem Festakt im Graf-Zeppelin- Haus in Friedrichshafen dabei, diese Anerkennung freut uns sehr!
Danke für über 30 Jahre Vertrauen Dieses Jubiläum verstehen wir nicht nur als Rückblick auf eine erfolgreiche Entwicklung, sondern gibt Motivation, unseren Auftrag mit derselben Überzeugung und dem gleichen Engagement in die Zukunft zu tragen. Bewährtes gilt es zu erhalten, um gleichzeitig neue Wege zu gehen, sei es durch die Weiterentwicklung bestehender Angebote, die stärkere Einbindung digitaler Möglichkeiten oder der Umsetzung von innovativen Projekten im Bereich Berufliche Dienste. Wir freuen uns auf die kommenden 30 Jahre und mehr! www.arkade-pauline.de 15 TEXT: WERNER NUBER FOTOS: AKRADE PAULINE 13
Ambulante Wohnungsnotfallhilfe DORNAHOF Ravensburg: Neue Angebote in der Unterstützung für Menschen in sozialen Notlagen Den aktuellen Bedarf im Blick: Der DORNAHOF Ravensburg hat mit dem weiteren Ausbau seines ambulanten Angebots auf die vielfältigen Bedarfe und die aktuellen Anforderungen hilfebedürftiger Menschen reagiert. Drei konkrete Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind die Bereiche Sozialarbeit für Personen in Obdachlosenunterkünften, Wohnungsnotfallhilfe für Familien und Quartiersarbeit. Diese Angebote wurden im vergangenen Jahr abgestimmt und treffen heute auf eine gute Resonanz. Für die Beratung von Menschen in Obdachlosenunterkünften hat der DORNAHOF Ravensburg mit dem Landkreis Ravensburg eine Leistungsvereinbarung getroffen. Dadurch erhalten Personen mit Hilfebedarf nach §§ 67 ff. SGB XII über eine Fallpauschale Beratung und Begleitung. Hier wird aufsuchende Sozialarbeit angeboten, ebenso wie individuelle Hilfestellung. Übergeordnetes Ziel ist, den Aufenthalt in der Obdachlosenunterkunft so kurz wie möglich zu halten und die Obdachlosigkeit zu überwinden. Von Wohnungslosigkeit sind immer häufiger Familien betroffen. Familien brauchen in Sachen Wohnungsnot intensive Beratung für ihre komplexen Probleme. Auch dafür hat der DORNAHOF Ravensburg mit dem Landkreis Ravensburg eine Leistungsvereinbarung getroffen. Über eine Fallpauschale wird Familien mit einem Hilfebedarf nach §§ 67 ff. SGB XII Hilfe gewährt. Der DORNAHOF Ravensburg bietet individuelle Beratung und Begleitung sowie Fallkoordination und arbeitet hierbei auch mit anderen Institutionen zusammen. Ziel ist, die Lebensumstände der Familien zu verbessern und die Wohnungslosigkeit zu überwinden. TEXT: SYLVIA AILINGER FOTOS: EINRICHTUNGSVERBUND DORNAHOF
Das dritte BeispielDie Hoffnungsträger Stiftung Leonberg vermietet in Ravensburg 40 Wohnungen in drei Gebäuden an Personen, die am Wohnungsmarkt benachteiligt sind. Die Kooperation mit dem DORNAHOF Ravensburg als Experten für diesen Personenkreis wurde nach und nach erweitert um die Verwaltung der Wohnungen und aktuell um den Auftrag, ein Quartierskonzept zu entwickeln. Ein neuer Mitarbeiter ist vor Ort erster Ansprechpartner für Mieterinnen und Mieter. Mit diesem Konzept können Maßnahmen besser auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt und zielgenau, koordiniert und schnell umgesetzt werden. „Die Vielfältigkeit der Problemlagen und die unterschiedlichen Zielgruppen in unserem Hilfesystem erfordern ein differenziertes und zugleich flexibles Hilfeangebot. Wir sind gemeinsam mit unserem Kooperationspartnern und Auftraggebern auf einem guten Weg“, freut sich Gabriele Weiß, Geschäfts- bereichsleiterin am DORNAHOF Ravensburg. info@dornahof.de www.dornahof.deDORNAHOF Ravensburg: Neue Angebote im Engagement gegen Wohnungslosigkeit sind die Aufsuchende Sozialarbeit für Personen in Obdachlosenunterkünften sowie die Wohnungsnotfallhilfe für Familien in prekärer Wohnsituation. Im Bild von links: Sarah Bauermeister, Hildegard Rosendahl und Wiebke Hauptkorn mit Geschäftsbereichsleiterin Gabriele Weiß.Kooperation mit der Hoffnungsträger Stiftung Leonberg: Für die Quartiersarbeit ist Florian Stumme zuständig. Er ist auch Ansprechpartner für die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner des Ravensburger Quartiers. 17
Aufbruch, Haltung & gelebte Gemeinschaft Das Jahr 2025 war für das Stephanuswerk Isny ein Jahr voller Aufbruch, Haltung und gelebter Gemeinschaft. Ein besonderes Zeichen setzte das Stephanuswerk im Frühjahr mit der aktiven Beteiligung am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Gemeinsam mit Klientinnen und Klienten, Mitarbeitenden sowie Unterstützerinnen und Unterstützern engagierten wir uns in der Isnyer Innenstadt und machten deutlich: Inklusion und Barrierefreiheit sind keine Randthemen, sondern eine gemeingesellschaftliche Aufgabe. Ein weiterer Meilenstein des Jahres war die erfolgreiche AZAV- Zertifizierung unseres Bildungszentrums. Die unabhängige Zertifizierungsstelle QUACERT hat das Bildungszentrum des Stephanuswerk offiziell nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung zertifiziert. Diese Auszeichnung ist kein Selbstzweck, sondern ein klares Signal nach außen: Die Qualität unserer Bildungsangebote entspricht höchsten Standards. TEXT: SEBASTIAN KUON FOTOS: STEPHANUSWERK ISNY
Für unsere Teilnehmenden bedeutet die Zertifizierung mehr Verlässlichkeit, für unsere Kooperationspartner eine belastbare Grundlage für die Zusammenarbeit. Wir sind stolz auf das gesamte Team des Bildungszentrums, das diesen anspruchsvollen Prozess mit großem Engagement durchlaufen hat. Im Sommer lud das Stephanuswerk zum traditionellen Sommerfest ein. Mit einem bunten Programm aus Musik, Begegnung, Mitmachaktionen und kulinarischen Angeboten feierten Klientinnen und Klienten, Mitarbeitende, Angehörige und Gäste aus der Region gemeinsam auf dem Gelände. Die Atmosphäre war herzlich, die Beteiligung groß, ein gelungenes Fest, das in guter Erinnerung bleiben wird. Im September durfte das Stephanuswerk neun neue Auszubildende begrüßen, die ihre berufliche Laufbahn bei uns begonnen haben. Die jungen Menschen kommen aus sieben verschiedenen Nationen und bringen damit eine Vielfalt an Perspektiven, Sprachen und Erfahrungen mit, die unser Team auf wertvolle Weise bereichert. Internationale Fachkräftegewinnung und eine offene Willkommenskultur sind für uns gelebte Praxis. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg. Zum Jahresende wurde schließlich die neue Homepage des Stephanuswerks offiziell gelauncht. Mit einem modernen Design und mit einer klaren, nutzerfreundlichen Struktur präsentiert sich das Stephanuswerk digital nah am Menschen. Die neue Webseite ist nicht nur optisch überarbeitet, sondern auch inhaltlich neu gedacht, mit einem starken Fokus auf Zugänglichkeit, Orientierung, Transparenz und leichter Sprache gegenüber allen Zielgruppen, von Klientinnen und Klienten über Angehörige bis hin zu Fachkräften und Kooperationspartnern. In 2026 dürfen wir unser 80-jähriges Jubiläum feiern. Hierzu wird es viele Veranstaltungen und eine Sonderausstellung im Isnyer Schlossmuseum geben. Wir berichten über unseren LinkedIn-Kanal und unsere Homepage stephanuswerk-isny.de. stephanuswerk-isny.de 19
Im Jahr 2025 hat die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB) des Landkreises Ravensburg erneut wichtige Arbeit im psychosozialen Bereich geleistet. Die IBB ist ein vielfältiges Team, bestehend aus Betroffenen, Angehörigen, Patientenfürsprechenden und Mitarbeitenden der gemeindepsychiatrischen Leistungserbringer. Zentrale Ansprechpartner sind die Patientenfürsprechenden. Die Erreichbarkeit wird durch einen Anrufbeantworter, E-Mail und Post gewährleistet, die Patientenfürsprechenden bieten im ZfP Ravensburg- Weissenau und im ZfP Wangen nach Bedarf eine Sprechstunde an. IBB RAVENSBURG WWW.IBB-RAVENSBURG.DE Monatliche Treffen der Angehörigengruppe Treffen jeden 1. Montag im Monat 19.00 – 21.00 Uhr (außer Ferien) in der Arkade e.V. Gartenstraße 3 88212 Ravensburg www.arkade-ev.de Von der psychischen Erkrankung eines Menschen ist oft auch sein soziales Umfeld betroffen. Familie, Freunde oder Nachbarn sehen sich häufig mit Fragen konfrontiert, für die sich nicht immer leicht Antworten finden lassen. Unsere regelmäßig stattfindenden Gesprächsgruppen bieten Angehörigen Zugang zu Austausch, Informationen und Hilfe. Außerdem werden Veranstaltungen und Fachvorträge angeboten, an denen alle Interessierten teilnehmen können. DIE GEMEINSAMEN ABENDE GEBEN GELEGENHEIT, SICH ÜBER ERFAHRUNGEN UND BELASTUNGEN AUSZUTAUSCHEN.
Das Trialog Forum findet monatlich – immer an einem Dienstag – statt, in der Kulturwerkstatt im Erdgeschoss des Gemeindepsychiatrischen Zentrums (GPZ) in der Reichlestraße 4 in Ravensburg. Beginn ist um 18 Uhr. 21
Gemeinde - Psychiatrie - Kultur 2026 WERDEN WIR DAS 35 JÄHRIGE BESTEHEN FEIERN – OHNE VIEL AUFHEBENS UND DRUMHERUM… DOCH WER IST „WIR“ UND WELCHES ANGEBOT BESTEHT SEIT 35 JAHREN? Gemeinde-Psychiatrie-Kultur wurde 1991 als Idee geboren. Träger gemeindepsychiatrischer Angebote in den Landkreisen Ravensburg und Bodensee, Betroffene und Bürgerhelfer*innen fanden sich zusammen und entwickelten die Vision einer gemeinsamen Kultur des Umgangs miteinander und füreinander - wie die Gemeinde der Psychiatrie begegnet und wie die Psychiatrie in der Gemeinde verortet sein sollte. „Wir“ sind also „Ihr“ – die durchführenden Künstler, die Referent*innen und Autor*innen die „Überzeugungstäter“ sind für die Sache. Wir sind also „Ihr“ – die Besucher*innen und Interessierte, die Fragen stellen, Antworten geben, mitdiskutieren oder sich einfach nur freuen und beteiligen, mittanzen oder singen. Wir sind also „ihr“ – die Gründer*innen und Ideengeber, die Organisator*innen aus der Vergangenheit und der Gegenwart, gratulieren Ihnen und uns herzlich zum Geburtstag und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Jahre und viele schöne Treffen und Begegnungen bei unseren Veranstaltungen. TEXT: VOLKER KLIMKE FOTOS: GPK, PROGRAMM 1991 UND 2026
Das Teilhabemanagement der Eingliederungshilfe im Versorgungskreis Das Teilhabemanagement (THM) der Eingliederungshilfe im Sozial- und Inklusionsamt des Landkreises Ravensburg bildet die zentrale Schnittstelle, um u.a. Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen passgenau zu unterstützen und ihre gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern. Seine Kernaufgabe ist die kooperative Steuerung von Unterstützungsprozessen: Das THM erfasst die individuelle Ausgangslage, bündelt Informationen zu Diagnose und aktueller Problemlage, klärt Bedarfe und koordiniert die beteiligten Leistungserbringer. Dabei übernimmt das Teilhabemanagement die Rolle der Begleitung entlang des gesamten Hilfeprozesses – von der Bedarfsermittlung über die Einleitung geeigneter Maßnahmen bis zur Überprüfung der Wirksamkeit der Leistungen. Immer wieder kommt es zu Fallsituationen, in denen die Leistungsberechtigten, aufgrund ihrer Verhaltensweisen (bio-psycho-soziales Modell) bei aktuellen Leistungserbringern des GPV an Grenzen stoßen, so dass Leistungserbringer und Leistungsberechtigte nicht mehr im Sinne der Eingliederungshilfe adäquat und zielorientiert zusammenwirken können. In diesen Fällen kann der Versorgungskreis einberufen werden. TEXT: VERENA GABLER 23
Der Versorgungskreis ist ein niedrigschwelliges, kooperatives Gremium im Rahmen des GPV, das dazu dient, komplexe Versorgungssituationen von Leistungsberechtigten mit seelischen Beeinträchtigungen gemeinsam zu klären. Ziel ist es, durch eine koordinierte Abstimmung verschiedener Leistungserbringer kreative und personenzentrierte Lösungen zu entwickeln. Der Versorgungskreis arbeitet ganzheitlich und partizipativ und ergänzt so die regulären Instrumente der Eingliederungshilfe. Der Versorgungskreis wird monatlich durch eine/n Vertreter/in des THM und dem GPV-Koordinator einberufen. Das zuständige THM oder Vertreter des ZfP Weissenau entscheidet über die Weiterleitung eines Falls an den Versorgungskreis. Das THM bereitet die Falldarstellung so auf, dass im Gremium eine lösungsorientierte Moderation durch den GPV-Koordinator möglich ist, und stellt sicher, dass alle relevanten Akteure – vom Wohn- und Arbeitsbereich bis zur Fachpflege oder Klinik – eingebunden werden. Nach dem Treffen koordiniert das Teilhabemanagement die Umsetzung der Absprachen und Vorschläge, organisiert ggf. weitere Abstimmungsschritte und überprüft, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung entfalten. Die enge Verknüpfung von Versorgungskreis und Teilhabemanagement verhindert Systembrüche und ermöglicht passgenaue Unterstützung. Während der Versorgungskreis den Raum für kollektive Problemlösung schafft, unterstützt das Teilhabemanagement in der pragmatischen Umsetzung der Ergebnisse und der Zuständigkeitsklärung in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen. Diese Arbeit sorgt dafür, dass Hilfen fachlich abgestimmt, ressourcenschonend und nachhaltig wirken.
Der Versorgungskreis im Landkreis Ravensburg Der Versorgungskreis im Landkreis Ravensburg ist ein zentrales Element des Gemeindepsychiatrischen Verbundes (GPV) im Landkreis Ravensburg. Der GPV wurde im Jahr 2004 gegründet und verfolgt das Ziel, Menschenmit psychischen Erkrankungen eine bedarfsgerechte, wohnortnahe und individuell abgestimmte Unterstützung zu ermöglichen. Die Grundlage hierfür ist das Psychisch- Kranken- Hilfe- Gesetz Baden- Württemberg (PsychKHG) sowie die Kooperationsvereinbarung der beteiligten Träger und Einrichtungen. Im Rahmen der aktuellen Organisationsstruktur des GPV übernimmt der Versorgungskreis eine wichtige Funktion in der konkreten Versorgungsplanung. Er dient als trialogisches Instrument zur Fall- und Versorgungsabstimmung und ist Bestandteil des Gesamt- und Teilhabeverfahrens. Ziel ist es, gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren paßgenaue Hilfen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu entwickeln und eine Unter- oder Überversorgung so zu vermeiden. TEXT: SVEN STÖCKLE 25
Am Versorgungskreis beteiligen sich unterschiedliche Akteure der gemeindepsychiatrischen Versorgung. Dazu gehören Fachkräfte verschiedener Einrichtungen und Dienste, Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises, Psychiatrie- erfahrene, Angehörige sowie weitere Beteiligten aus dem sozialen Umfeld. Die Zusammenarbeit erfolgt interdisziplinär und orientiert sich am individuellen Unterstützungsbedarf der betroffenen Personen. Dabei stehen Selbstbestimmung, Teilhabe und die Orientierung an der Lebenswelt der Betroffenen im Mittelpunkt. Die Koordination des Versorgungskreises erfolgt gemeinsam durch den GPV- Koordinator sowie durch das Teilhabemanagement des Landratsamtes Ravensburg. Zu den Aufgaben gehören die Organisation und Moderation der Treffen sowie die Vernetzung der beteiligten Dienste und Einrichtungen. Durch diese enge Zusammenarbeit soll die psychiatrische Versorgung im Landkreis Ravensburg kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden. Der Versorgungskreis trägt somit wesentlich dazu bei, Menschen mit psychischen Erkrankungen im Landkreis Ravensburg eine verlässliche, abgestimmte und personenzentrierte Unterstützung im gewohnten Lebensumfeld zu ermöglichen.
GPV KOORDINATION sven.stoeckle@arkade-ev.de PSYCHIATRIEKOORDINATION STABSSTELLE SOZIALPLANUNG UND BILDUNGSMANAGEMENT LANDRATSAMT RAVENSBURG: a.hollacher@rv.de ANGEHÖRIGENGRUPPE 0751 366655-20 ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, ANODE bernhard.schmid@zfp-zentrum.de ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, ARBEIT UND REHA berufliche.reha@zfp-zentrum.de ARKADE E.V. info@arkade-ev.de ARKADE PAULINE 13 info@arkade-pauline.de BRUDERHAUSDIAKONIE simone.albert@bruderhausdiakonie.de DORNAHOF info@dornahof.de ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, FACHPFLEGEHEIM fachpflegeheim.weissenau@zfp-zentrum.de INFORMATIONS- BERATUNGS- UND BESCHWERDESTELLE (IBB), PATIENTENFÜRSPRECHENDE kontakt@ibb-ravensburg.de patientenfuersprechende@ibb-ravensburg.de IPERA E.V. info@ipera-ev.de GPV KOORDINATION sven.stoeckle@arkade-ev.de PSYCHIATRIEKOORDINATION STABSSTELLE SOZIALPLANUNG UND BILDUNGSMANAGEMENT LANDRATSAMT RAVENSBURG: a.hollacher@rv.de ANGEHÖRIGENGRUPPE 0751 366655-20 ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, ANODE bernhard.schmid@zfp-zentrum.de ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, ARBEIT UND REHA berufliche.reha@zfp-zentrum.de ARKADE E.V. info@arkade-ev.de ARKADE PAULINE 13 info@arkade-pauline.de BRUDERHAUSDIAKONIE simone.albert@bruderhausdiakonie.de DORNAHOF info@dornahof.de ZFP SÜDWÜRTTEMBERG, FACHPFLEGEHEIM fachpflegeheim.weissenau@zfp-zentrum.de INFORMATIONS- BERATUNGS- UND BESCHWERDESTELLE (IBB), PATIENTENFÜRSPRECHENDE kontakt@ibb-ravensburg.de patientenfuersprechende@ibb-ravensburg.de IPERA E.V. info@ipera-ev.de