DE Life 2026 right final

Rivista LIFE/1

Zeitschrift LEBEN/2 LASST UNS gemeinsam aus der Quelle des CHARISMAS schöpfen «Jede Schwester und jeder Bruder, die/der das Charisma empfängt, ist berufen, es in sich lebendig werden zu lassen, damit es nicht statisch bleibt, sondern zu einer lebendigen Kraft wird, die schöpferisch und frei fließt. Wie Papst Franziskus uns in Erinnerung rief: „Es geht darum, der ursprünglichen Quelle treu zu bleiben, sie immer wieder neu zu durchdenken und sie im Dialog mit neuen sozialen und kulturellen Gegebenheiten zum Ausdruck zu bringen.“ Jedes Institut ist „ein lebendiger Körper, in dem charismatische Energie durch jede Zelle und jedes Glied fließt, die sie wiederum tragen und zum Ausdruck bringen.“ Diese Energie soll eure Mission beleben und den Weg erleuchten, den ihr beschreitet, um dann als lebendiges Erbe an zukünftige Generationen weitergegeben zu werden, die ihrerseits berufen sind, sich in sie zu verlieben und sie zur Quelle ihres Dienstes zu machen» Papst Leo XIV. am 29. Januar 2026

Zeitschrift LEBEN /3 Liebe Schwestern, liebe Freundinnen und Freunde, im Herzen eines jedes Menschen wohnt ein unstillbarer Wunsch: der Wunsch nach einem erfüllten, einem lebenswerten Leben. Aus diesem Wunsch entspringen unsere Entscheidungen, und an diesem Wunsch leiden wir manchmal, weil wir seine Erfüllung nicht erleben, ihn verletzt sehen, ihn in einer anderen Realität vorfinden, als wir es uns vorgestellt haben, auf Grund der Komplexität des Lebens oder der Grenzen, die wir alle in uns tragen. Im Johannesevangelium gibt es eine Episode, die uns mit der größten menschlichen Verletzlichkeit konfrontiert, in der dieser Lebenswunsch hoffnungslos zerbrochen scheint: der Tod von Lazarus, dem Freund Jesu. Angesichts dieses schmerzlichen Ereignisses ist Jesus tief bewegt und weint. Wir sehen auch Marthas Verzweiflung: „Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben …“ Wir sehen den Schmerz der Familie und der Menschen. Aber wir können auch Jesu innere Stärke erkennen, die aus seiner Identität hervorgeht: „Ich bin das Leben und die Auferstehung … Glaubst du das?“ Martha vertraut, sie vertraut sich dem Wort Jesu an. Und Lazarus wird durch Ihn wieder ins Leben zurückkehren (vgl. Joh. 11,1–45). GLAUBST DU DAS? Von Anfang an wurzelt unser Charisma in der Kraft des Ostergeheimnisses, dem Geheimnis von Tod und Auferstehung. Aus diesem lebendigen Charisma heraus dankten die ersten Schwestern Gott für all das Gute, das durch die christliche Erziehung bewirkt wurde, trotz aller Opfer, Armut, Missverständnisse und Widerstände. Geleitet durch dieses Charisma haben so viele Schwestern ihre Heimat verlassen, Meere überquert und sich den schwierigen Herausforderungen der Inkulturation und Mission bei Menschen mit völlig andersartigen Mentalitäten gestellt. Dank dieses Charismas setzen so viele Schwestern heute ihren Auftrag der Verkündigung des Evangeliums fort, trotz religiöser oder ideologischer „Verfolgungen“, trotz der kleiner werdenden Zahl, der abnehmenden Kraft und der schwindenden Gewissheiten. Trotz allem glauben sie an die Kraft des Lebens und des Glaubens an Jesus und schaffen Hoffnung durch die kreative Zusammenarbeit mit vielen Laien. Wie in jedem Charisma, so pulsiert auch in unserem Charisma eine unerschöpfliche Lebenskraft. Wir vertrauen zutiefst auf den Wert eines jeden Menschen und auf das in ihm schlummernde Potenzial. Den Menschen, denen wir begegnen, die Schönheit des christlichen Glaubens, die Kostbarkeit des menschlichen Lebens und ein Leben nach den Werten des Evangeliums näherzubringen, ist eine wunderbare Berufung, die uns mit Liebe erfüllt und für die wir alles geben. Christus ist die Hoffnung „gegen alle Hoffnung“, eine Hoffnung, die wir annehmen und teilen dürfen. Glauben wir das? In Gemeinschaft mit Euch und Ihnen allen, an der Quelle unseres Charismas der lebendigen Hoffnung … Generaloberin

Zeitschrift LEBEN /4 INHALTSVERZEICHNIS AUF DAS WORT HÖREN AUSTAUSCH VON ERFAHRUNGEN NEUE HORIZONTE DER SENDUNG SYNODALITÄT & HOFFNUNG Was sagt uns das Wort Gottes über das Charisma? Hören wir genau hin und meditieren wir über diese Bibelstelle, um aus der Weisheit Gottes zu schöpfen und uns von ihr erleuchten und verwandeln zu lassen. S. 6-8 S. 10-50 S. 51-57 S. 58-61 Unsere Provinzen/Häuser bieten uns die Möglichkeit, durch den Dienst einiger Schwestern zu sehen, wie unser Charisma auch heute noch Hoffnung in der Welt schenkt. Die Rolle der geweihten Frauen ist von unschätzbarem Wert für die Kirche und die Gesellschaft. Neue Horizonte der Sendung und der Reflexion eröffnen sich, auch in der Neugestaltung ungenutzter Räume in unseren Häusern. Die Hoffnung öffnet neue Wege… Erfahrungen der die Grenzen über- steigenden Synodalität in unseren Provinzen/Häusern/Kontinenten. Es ist ein wertvoller Weg: Gemeinsam neues Leben und neue Hoffnung schaffen, indem wir aus dem gemeinsamen Charisma schöpfen.

Zeitschrift LEBEN /5 EIN CHARISMA, DAS GESCHICHTE SCHAFFT KREATIVE PRÄSENZ DER LAIEN MIT DER KIRCHE GEHEN ANMERKUNGEN & DANKSAGUNGEN S. 62-63 S. 64-70 S. 71-74 S. 75 Vor 125 Jahren landeten vier europäische Ordensschwestern an der Küste Chiles, und zwar genauer gesagt in der Stadt Rio Buono. Ihr Mut, verwurzelt in der Schönheit unseres Charismas, hat viel Leben erblühen lassen. Unsere Sendung ist auf allen Kontinenten nur dank der Mitarbeit und Kompetenz von Laien möglich, die uns helfen, unseren Dienst in der heutigen Gesellschaft relevanter und wirksamer zu gestalten. Als Schwestern vom Heiligen Kreuz sind wir berufen, den Weg der Kirche aufmerksam zu verfolgen und uns aktiv an dem, was sie tut, zu beteiligen. Die Generalrätinnen erzählen uns davon. Das Magazin „LEBEN“ ist ein wertvolles Instrument für Kommunikation, Austausch und Weiterbildung für die gesamte Kongregation und für alle, die mit uns zusammenarbeiten. All dies ist möglich, weil viele Menschen sich mit wertvollen Beiträgen eingebracht haben. «Wir müssen die Gabe der Kommunikation als die tiefste Wahrheit des Menschen bewahren, an der sich auch jede technologische Innovation orientieren muss» Papst Leo XIV., 24. Januar 2026

Zeitschrift LEBEN /6 DIE CHARISMEN ISRAELS. SCHLÜSSELFIGUREN DES ALTEN TESTAMENTS ZWISCHEN GEMEINSCHAFT UND MISSION Das Alte Testament bildet die Grundlage für die Gaben des Heiligen Geistes. Darin ist Gottes Wirken keine abstrakte Kraft, sondern berührt konkrete Menschen unmittelbar, um bestimmte Pläne in der Geschichte zu verwirklichen. Der Begriff „Charisma“ – in der Bibel verstanden als das Wirken des Geistes Gottes, der im Hebräischen Ruah genannt wird – verleiht einem Menschen außergewöhnliche Fähigkeiten für zwei grundlegende Zwecke: den Aufbau der Gemeinschaft unter den Menschen und die Verbreitung des Heils in der ganzen Welt. Betrachtet man einige der großen biblischen Gestalten, so stellt man fest, dass eine besondere Begabung oder Berufung niemals ein persönliches Privileg ist. Im Gegenteil, sie ist eine Verantwortung gegenüber anderen, die darauf abzielt, die Gemeinschaft zusammenzuführen und sie auf den Weg zum Plan der universellen Erlösung zu führen. Mose: Das Charisma der Führung und die Gestaltung der Gemeinschaft Die Gestalt des Moses verkörpert im Ersten Testament den Archetyp des charismatischen Führers. Sein Charisma beruht nicht auf einer angeborenen Fähigkeit – wie er selbst sagt, ist er „langsam im Reden und schwerfällig in der Zunge“ (2. Mose 4,10) –, sondern auf der allumfassenden Gegenwart des Geistes, die ihn zu einem Vermittler des Bundes macht. Das Charisma des Moses drückt sich vor allem auf zwei Weisen aus: • Die missionarische Dimension zeigt sich in seinem Engagement, das Volk aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Mose tritt dem Pharao nicht aus persönlichem Ehrgeiz entgegen, sondern als göttlicher Bote, um die Unterdrückten zu erlösen. Seine Mission besteht darin, menschliche Machtvorstellungen zu überwinden, um Platz für Gerechtigkeit und Gottes Herrschaft in der Geschichte zu schaffen. • Die Dimension der Gemeinschaft wird während der beschwerlichen Wanderung durch die Wüste deutlich und grundlegend. Angesichts der ständigen Unzufriedenheit und der Auflehnungen des Volkes fungiert Mose als geistlicher Führer und Vermittler. Er dient als einigende Kraft und schafft es, die Gemeinschaft zusammenzuhalten, sodass sie in Krisenzeiten nicht auseinanderfällt. Ein Schlüsseltext zum Verständnis, wie sich unterschiedliche Fähigkeiten und geistliche Gaben gegenseitig ergänzen, anstatt sich gegenseitig auszuschließen, findet sich in 4. Mose 11,24–29. Überwältigt von der Last der Führung erhält Mose den Auftrag, siebzig Älteste zu versammeln. Gott „nahm etwas von dem Geist“, der auf ihm ruhte, und legte ihn auf die Siebzig, die daraufhin zu prophezeien begannen. Als Josua Eifersucht über diese Weitergabe der Gabe äußert, antwortet Mose mit prophetischen Worten: „Wären doch alle im Volk des Herrn Propheten!“ Moses persönliches Charisma führt nicht zu einer Zentralisierung, AUF DAS WORT HÖREN

Zeitschrift LEBEN /7 sondern wird weitergegeben, um eine Gemeinschaft gemeinsamer Verantwortung zu fördern, was die Struktur des gemeinschaftlichen Leibes vorwegnimmt. Debora: Das prophetische Charisma und der Zusammenhalt der Vielfalt Im Buch der Richter offenbart sich das Wirken des Geistes in Kontexten tiefgreifender sozialer und politischer Zersplitterung. In einer Zeit, in der „es keinen König in Israel gab und jeder tat, was in seinen Augen recht war“ (Richter 21,25), sticht die Gestalt Deboras als Beispiel für ein Charisma hervor, das deutlich auf Gemeinschaft und nationale Erlösung ausgerichtet ist (Richter 4–5). In der biblischen Erzählung ist Debora eine Prophetin und Richterin. Ihr Charisma ist nicht an militärische Macht gebunden, sondern an tiefe spirituelle Weisheit und Worte, die geeignet sind, das Gewissen anzuregen. • Sie ist eine Trägerin des Friedens und der Einheit. Unter ihrer Palme, in Rama und Bethel, finden die zersplitterten und verstreuten Stämme Israels einen Bezugspunkt. Durch ihren Rat beruhigt Debora die Gemüter und löst interne Konflikte, wodurch sie das Volk vereint, noch bevor es sich äußeren Bedrohungen stellen muss. • Sie führt die Menschen zu einer gemeinsamen Mission. Als es notwendig wird, das Volk vom Joch des Königs von Kanaan zu befreien, rüttelt ihr prophetisches Charisma die trägen oder ängstlichen Führer auf. Sie ruft Barak zu Hilfe und fordert die verschiedenen Gruppen auf, weniger an sich selbst zu denken und sich für eine gemeinsame Mission zu vereinen. Das bekannte Lied der Debora (Richter 5) feiert genau diesen Moment: Das Charisma einer einzigen Person schafft es, eine ganze Gemeinschaft zu inspirieren. Wo einzelne Gruppen zögerten, wecken Deboras charismatische Worte die Identität eines Volkes wieder, das unter einem einzigen Glauben und einer einzigen Mission vereint ist. Elia: Das Charisma der Wahrheit und die Sammlung des Volkes Im Kontext der geteilten Monarchie nimmt das prophetische Charisma die Züge einer Herausforderung an die korrupte Macht und eines radikalen Rückrufs zur ursprünglichen Identität an. Elia, der Tischbiter, verkörpert das Charisma des Eifers für den lebendigen Gott in einer Zeit völliger Abtrünnigkeit, die von König Ahab und Königin Isebel inszeniert wurde (1. Könige 17–19). Elijas Charisma wirkt im Hinblick auf die Gemeinschaft des Volkes Israel, das sich vom wahren Gott abgewendet hatte, um den heidnischen Baals Kulten zu folgen: • Die dramatische Versöhnung auf dem Berg Karmel [1 Könige 18]. Angesichts eines gespaltenen und unsicheren Volkes, das „zwischen zwei Lagern hin- und hergerissen ist“, strebt Elia nicht nach eigenem Erfolg, sondern möchte das Volk lediglich zu Gott zurückführen. Indem er den zerstörten Altar des Herrn mit genau zwölf Steinen „entsprechend der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs“ (1 Könige 18,31) wieder aufbaut, vollzieht der Prophet einen Akt der Einheit. Er nutzt seine Gabe, um die verlorene Gemeinschaft der zwölf Stämme Israels um den einen wahren Gottesdienst symbolisch wiederherzustellen.

Zeitschrift LEBEN /8 • Eine Mission über Grenzen hinweg. Elias Charisma beschränkt sich nicht allein auf das Volk Israel. Indem er zur Witwe von Sarepta in Sidon geht (1 Könige 17), zeigt er, dass seine Mission allen offensteht. Das Wunder des Mehls und des Öls, die niemals versiegen, ist ein Zeichen universeller Hoffnung: Gottes Segen soll allen Völkern, auch den heidnischen Nationen, Leben und Heil bringen. Die Verflechtung der Geschichten von Mose, Debora und Elia bildet eine fortschreitende und faszinierende Reise, die das individuelle Charisma mit dem kollektiven Schicksal verbindet. Jeder von ihnen erfüllte nämlich eine spezifische Mission, die mit einer persönlichen Berufung begann und sich zu einem Akt des Heils für die gesamte Gemeinschaft entwickelte. • Mose: Führer und Fürsprecher. Als Mann des Gesetzes und geistlicher Führer wird Mose die große Tugend zugeschrieben, die Macht nicht zu zentralisieren. Ein außergewöhnliches Beispiel hierfür ist, als er einen Teil seines Geistes auf die siebzig Ältesten Israels überträgt und so eine verantwortungsbewusste und geeinte Gemeinschaft schafft. Seine größte Mission bleibt es, sein Volk aus der Sklaverei zu befreien und es ins Gelobte Land zu führen. • Debora: Weisheit und Versöhnung. Als Prophetin und Frau von großer Intelligenz zeichnet sich Debora durch ihre Ausgeglichenheit und Weisheit aus. Ihr wertvollster Beitrag bestand darin, Einheit und Versöhnung unter den zerstrittenen Stämmen zu fördern und damit den Grundstein für eine gemeinsame Identität zu legen. Ihr historisches und spirituelles Ziel war es, ihr Volk von der Unterdrückung durch die Kanaaniter zu befreien. • Elia: Läuterung und prophetischer Eifer. Angetrieben von einer großen Liebe zu Gott kämpft er mit aller Kraft für die Verteidigung des wahren Glaubens. Für die Gemeinschaft baut Elia den Altar mit den zwölf Steinen wieder auf – eine symbolische Geste, die alle an die Einheit und den erneuerten Bund erinnert. Seine Mission zielt darauf ab, den Götzendienst auszurotten und dem Volk die Wahrheit zu verkünden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der von diesen drei Gestalten vorgeschlagene spirituelle Weg in drei grundlegende Phasen entfaltet: die Befreiung und Gründung unter der Führung von Mose, der Zusammenhalt und die Versöhnung, die Debora herbeiführte, und die Läuterung des Glaubens, die Elia vollbrachte. Eine Betrachtung dieser Profile zeigt, dass im Ersten Testament das Charisma den Einzelnen niemals über die Gemeinschaft erhebt, sondern ihn vielmehr in die Dynamik des Heils des Volkes einbindet. Mose muss auf sein Monopol der Gabe verzichten; Debora handelt nur, indem sie Baraks Streitmacht mobilisiert; Elia erlebt in der Stille des Horeb, dass Gottes Werk durch den treuen Überrest und die Weihe seines Nachfolgers Elisa fortgesetzt wird. Schlussfolgerung Persönliche Charismen im Alten Testament trugen dazu bei, die Heilsgeschichte zu lenken. Sie dienten dazu, allzu starre Regeln zu überwinden und Gemeinschaften, die in Selbstzufriedenheit verfallen waren, neues Leben einzuhauchen. Der wahre Wert dieser Gaben misst sich nicht an der Selbstbehauptung des Einzelnen, sondern an der Fähigkeit, Bindungen zu erneuern, Menschen zu vereinen und alle zu einer universellen Mission anzuspornen. Auf diese Weise bereitet das Alte Testament den Boden für die Offenbarung des Neuen Testaments, in der sich Gottes vielfältige Gnade in der Fülle der Charismen des Heiligen Geistes offenbaren wird, die jedem Menschen zum Wohl aller und zur Verbreitung des Evangeliums bis an die Enden der Erde zuteilwerden. Sr. Giuseppina Donati Expertin in Heiliger Schrift – Haus Italien AUF DAS WORT HÖREN

Zeitschrift LEBEN /9 «Jedes CHARISMA wird geboren, um der Welt HOFFNUNG zu schenken und ein besonderes ANTLITZ des EVANGELIUMS sichtbar zu machen» Kardinal Timothy Radcliffe

Zeitschrift LEBEN /10 EINLEITUNG Wir möchten unseren Schwestern aus verschiedenen Kontinenten zuhören, die uns im Namen ihrer Provinz/ihres Hauses von ihren Erfahrungen in ihrer Sendung berichten. Es ist eine Sendung, die von der immerwährenden Frische unseres Charismas inspiriert ist, das sich in den unterschiedlichsten Kulturen und Gesellschaften verkörpert und Hoffnung schenkt. « Ich glaube, um nicht vom Weg abzukommen, müssen wir die Wahrheit von guten Geschichten in uns aufnehmen: Geschichten, die aufbauen, nicht zerstören; Geschichten, die uns helfen, unsere Wurzeln wiederzuentdecken und die Kraft zu finden, gemeinsam voranzuschreiten… Geschichten prägen uns, formen unsere Überzeugungen und unser Verhalten; sie können uns helfen zu verstehen und auszudrücken, wer wir sind ». Papst Franziskus, 24. Januar 2020 Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Zeitschrift LEBEN /11 ERMUTIGENDE Zeichen der HOFFNUNG Neuigkeiten aus der Provinz Nordindien Kirche und Gesellschaft in Nord- und Nordostindien – der Region, in der die Nordindische Provinz angesiedelt ist – bieten ein vielschichtiges Bild, das sowohl von großen Herausforderungen als auch von ermutigenden Zeichen der Hoffnung geprägt ist. Die Region ist sozial, kulturell und religiös vielfältig; die Christen machen in den meisten nördlichen Bundesstaaten weniger als 2 % der Bevölkerung aus, während sie in mehreren nordöstlichen Bundesstaaten die Mehrheit stellen. Diese Vielfalt eröffnet einzigartige Chancen für das Zeugnis, den Dialog und unseren Dienst, bringt jedoch auch soziale, politische und pastorale Herausforderungen mit sich. Die Kirche engagiert sich vor allem in folgenden Bereichen: • Bildung durch Schulen und Colleges • Gesundheitsversorgung, insbesondere in ländlichen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen • Soziale Entwicklung, Stärkung der Rolle der Frau und Sorge für Menschen am Rand der Gesellschaft • Interreligiöser Dialog und Friedensförderung • Bewahrung der Identität und Kultur indigener Volksgruppen im Nordosten • Ausbildung von Führungskräften und Aufbau von Gemeinschaften Zu den großen Herausforderungen für die Kirche zählen: • Religiöse Polarisierung • Gesetze gegen religiöse Missionierung • Gewalt und Verfolgung • Ethnische und politische Konflikte im Nordosten • Herausforderungen für junge Menschen wie z.B. Arbeitslosigkeit, Migration sowie Drogen- und digitale Sucht • Wirtschaftliche Ungleichheit • Umweltprobleme Trotz dieser Herausforderungen, vor denen die Kirche steht, gibt es deutliche Zeichen der Hoffnung. Eine lebendige Beteiligung der Jugend, engagierte Führungskräfte aus der eigenen Region, ökumenische Zusammenarbeit, wirksame soziale Dienste sowie das anhaltende Streben nach Frieden und Versöhnung zeugen von der Widerstandskraft der Kirche. Indem sie sich weiterhin im barmherzigen Dienst, im Dialog, für Gerechtigkeit und die ganzheitliche menschliche Entwicklung engagiert, ist die Kirche gut aufgestellt, um auch künftig einen konstruktiven Beitrag für die Region und das ganze Land zu leisten. Geleitet von Hoffnung verändern wir das Leben von Menschen durch den Dienst im Bildungs- und Gesundheitswesen PROVINZ NORDINDIEN

Zeitschrift LEBEN /12 Wir glauben, dass echter gesellschaftlicher Wandel mit der Transformation des eigenen Selbst beginnt. Bildung ist unser wirkungsvollstes Instrument; sie formt Kinder zu verantwortungsbewussten Bürgern von morgen, die am Aufbau der Nation mitwirken und in Würde leben. Wir dienen einer vielfältigen Bevölkerung, die von unterschiedlichen religiösen Hintergründen, politischen Spaltungen und wirtschaftlichen Ungleichheiten geprägt ist. Die Schwestern der nordindischen Provinz bringen neue Hoffnung in Gegenden, in denen manche Kinder noch nie ein Klassenzimmer von innen gesehen haben, und halten so den Traum von Mutter Bernarda lebendig. Wir begannen unseren Weg 1979 in Piplera, einem abgelegenen, unterentwickelten Dorf, in dem fast alle Bewohner Analphabeten waren. Aus bescheidenen Anfängen ist eine offiziell anerkannte weiterführende Schule (High School) entstanden. Im Bewusstsein, dass „die Not der Zeit der Wille Gottes ist“, initiierte das Jeevan-Jyothi-Gemeindezentrum in Khairabad Angebote einer außerschulischen Bildung, um Menschen am Rande der Gesellschaft ein Leben in Würde zu ermöglichen; inzwischen hat sich daraus eine offiziell anerkannte Bildungseinrichtung entwickelt. Für Mutter Bernarda ist Bildung ein Geschenk des Glücks, das ohne Erwartung einer Gegenleistung angeboten wird. „Wahres Gottvertrauen lernen wir in Zeiten der Not.“ – Mutter Bernarda. Unser Glaube wurde in Kaleeth (Jammu & Kaschmir) auf eine harte Probe gestellt – einem Dorf, das nur 8 km von der pakistanischen Grenze entfernt liegt und in dem die Menschen unter der ständigen Bedrohung durch Krieg und Terrorismus leben. Wir teilten ihre Ängste und standen ihnen zur Seite. Während der Konflikte im Mai 2025 durften wir an der Operation Sindhoor mitwirken. Wir öffneten die Türen unserer Schule und unsere Herzen, und durch jeden unserer Dienste am Nächsten brachten wir Hoffnung in eine ausweglose Situation und erfuhren dabei Gottes Gnade und Seine göttliche Vorsehung. Wir entfachen immer wieder die Flamme der Hoffnung, die niemals enttäuscht PROVINZ NORDINDIEN

Zeitschrift LEBEN /13 Der Gesundheitsdienst unserer Provinz ist in zwei völlig unterschiedlichen Realitäten angesiedelt: in der Spannung zwischen den fruchtbaren Gebieten des Nordostens und den großen Herausforderungen Nordindiens. Im Norden sind wir eine Minderheit, und unser Dienst ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Wir stehen hier vor kritischen Fragen, inwieweit wir unsere Einrichtungen langfristig finanziell und operativ werden betreiben können. Das allgemeine Gesundheitswesen ist durch die weite Verbreitung und die Angebote nicht qualifizierter Behandler stark beeinträchtigt, was die Gesundheitsstandards verzerrt. Folglich bleiben die Rekrutierung und die Bindung von qualifizierten Ärzten und medizinischen Fachkräften sowie von engagiertem, patientenorientiertem Personal für unsere abgelegenen, von unserer Sendung geprägten Zentren ein ständiger, mühsamer Kampf. Im Gegensatz dazu findet unser Dienst im Nordosten in einem weitaus förderlicheren Umfeld statt, in dem die Offenheit der Gesellschaft es unseren Angeboten ermöglicht, sich auf natürliche Weise zu entfalten. Trotz dieser tiefgreifenden systemischen Hindernisse sehen wir deutliche Zeichen der Hoffnung, die uns Kraft geben. Marginalisierte Patienten bringen unseren Schwestern nach wie vor ein unerschütterliches Vertrauen entgegen. Unsere Kliniken sind wichtige Zentren für eine qualitativ hochwertige Versorgung und für interreligiöse Harmonie, und sie helfen dabei, soziale Barrieren abzubauen. Die Widerstandskraft derer, die wir heilen beweist im Zusammenspiel mit der nachhaltigen Wirkung unserer Präsenz bei den Schwächsten, dass Christi Mitgefühl jede strukturelle Begrenzung überwindet und stets aufs Neue eine Flamme der Hoffnung entfacht, die niemals enttäuscht. Srs.Hema & Victoria Kavungal PROVINZ NORDINDIEN

Zeitschrift LEBEN /14 EIN CHARISMA, DAS DEM LEBEN DIENT Eine PROPHETISCHE MISSION DER HOFFNUNG für die Ärmsten und die Marginalisierten Erfahrungen in der Sendung in der Provinz Zentralindien „Die Not der Zeit ist der Wille Gottes.“ Diese Worte unseres Gründers, Pater Theodosius Florentini, sind für uns als Schwestern vom Heiligen Kreuz auch heute noch ein Leitfaden für unser Handeln. Sie rufen uns dazu auf, unsere Bequemlichkeit hinter uns zu lassen und den Weg gemeinsam mit jenen zu gehen, die vergessen, ausgegrenzt und benachteiligt sind. Inspiriert von diesem Charisma haben wir unsere Arbeit in Hussenpuram und den umliegenden Dörfern im Distrikt Srikakulam (Andhra Pradesh) übernommen. Mit Dankbarkeit blicken wir auf die visionäre Kraft und Führung unserer Provinzoberin, Sr. Shiny Jose; ihr Mut, „den weniger begangenen Weg“ zu wählen, hat es uns ermöglicht, den Menschen am Rande der Gesellschaft mit Mitgefühl zu begegnen, mit ihnen zu leben und ihre Freuden und Nöte zu teilen. Täglich begegnen wir Kindern, die die Schule abgebrochen haben, schutzbedürftigen Frauen, Wanderarbeiterfamilien, vernachlässigten alten Menschen sowie jungen Mädchen, die sich nach Bildung und Würde sehnen. In ihren Gesichtern erkennen wir das Leiden und die Hoffnung Christi. Unsere Antwort darauf ist Begleitung und Stärkung (Empowerment). Provinz Zentralindien

Zeitschrift LEBEN /15 Durch spezielle Brückenkurse helfen wir Kindern bei der Rückkehr in die Schule. Nähkurse führen Frauen hin zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, und Computerkurse – insbesondere für Mädchen – öffnen Türen zu Bildung, Erwerbstätigkeit und Selbstvertrauen. Die Seelsorge durch Hausbesuche, Gebet, Katechese und Glaubenskurse bildet das Herzstück unseres Wirkens; sie schenken all jenen, die unter den Lasten des Lebens leiden, Hoffnung und Heilung. Unsere Mission umfasst zudem eine ganzheitliche Entwicklung des Zusammenlebens: Wir organisieren medizinische Camps, verteilen Kleidung und Ziegen an bedürftige Familien und informieren über verschiedene Themen wie z.B. Gesundheit, Bildung, verfassungsmäßige Rechte, verantwortlicher Umgang mit der Umwelt und Kinderschutz. Ein besonders wichtiges Anliegen ist uns die Prävention von Menschenhandel durch die Aufklärung der Bevölkerung über dieses Thema, die Förderung sicherer Migration sowie den Schutz gefährdeter Frauen und Kinder. Zu erleben, wie sich das Leben wandelt – wenn Kinder wieder zur Schule gehen, Frauen Selbstvertrauen gewinnen und Familien neue Hoffnung schöpfen –, bestärkt uns in der Überzeugung, dass das Kreuz nicht nur ein Zeichen des Opfers, sondern auch der Auferstehung ist. Getragen von Gebet, Gemeinschaftsleben und der Spiritualität vom Heiligen Kreuz setzen wir unseren Weg mit Glauben und Mut fort, so wie Robert Frost uns in seinem Gedicht erinnert: „Ich habe Versprechen einzulösen und noch einen weiten Weg vor mir, ehe ich zur Ruhe komme.“ In Hussenpuram wird unser Charisma nicht nur mit Worten verkündet, sondern gelebt; so bringen wir die Hoffnung, die Würde und die mitfühlende Liebe Christi zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. Sr. Archana, Sr. Inna M. und Sr. Maria «In ihren Gesichtern erkennen wir das Leiden und die Hoffnung Christi. Unsere Antwort ist Begleitung und Unterstützung …» Provinz Zentralindien

Zeitschrift LEBEN /16 Bei meiner Arbeit als Lehrerin habe ich nach und nach erkannt, dass Bildung weit mehr ist als das Abarbeiten eines Lehrplans oder die Vorbereitung von Kindern auf Prüfungen. Für mich ist das Unterrichten ein Dienst der Hoffnung. Jedes Kind, das mein Klassenzimmer betritt, bringt eine einzigartige Geschichte, unterschiedliche Fähigkeiten und verborgenes Potenzial mit. Meine Berufung ist es, jedes einzelne Kind durch einen ganzheitlichen Ansatz zu fördern, der nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz, den Charakter und den Geist berührt. In den vergangenen vier Jahren habe ich erlebt, wie ein einfaches Wort der Ermutigung das Selbstvertrauen eines Kindes wiederherstellen kann, wie geduldige Begleitung aus Misserfolg Entschlossenheit werden lässt und wie ein fürsorgliches Klassenzimmer zu einem Ort wird, an dem sich Kinder sicher, wertgeschätzt und geliebt fühlen. Diese Momente erinnern mich daran, dass es bei Bildung darum geht, ihr Leben zu verändern, und nicht nur darum, Wissen zu vermitteln. Wie Nelson Mandela so weise sagte: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die man gebrauchen kann, um die Welt zu verändern.“ Diese Worte erinnern mich daran, dass jede mit Geduld und Liebe erteilte Unterrichtsstunde die Kraft hat, Leben zu verändern. Die Ermutigung durch einen Lehrer oder eine Lehrerin kann Angst durch Zuversicht, Misserfolg durch Entschlossenheit und Zweifel durch den Glauben an die eigenen Fähigkeiten ersetzen. Für uns als Pädagogen bemisst sich unser größter Erfolg nicht an Prüfungsergebnissen, sondern an den Leben, die wir mitgestalten, und den Werten, die wir vermitteln. Jedes Kind, das das Klassenzimmer mit Selbstvertrauen, Integrität und dem Wunsch verlässt, der Menschheit zu dienen, trägt das Licht der Hoffnung weiter. Es ist ja tatsächlich so, dass Bildung die Kinder nicht nur auf eine berufliche Laufbahn vorbereitet; sie bereitet sie auf ein sinnvolles Leben und eine bessere Welt vor. Jedes verständnisvolle Lächeln, jede freundliche Geste und jeder Entwicklungsschritt, den ich bei meinen Schülern und Schülerinnen erlebe, bestärkt mich in der Überzeugung, dass Bildung das mächtigste Instrument der Hoffnung ist. Als Lehrkräfte werden wir vielleicht nie das volle Ausmaß der Wirkung dessen erkennen, was wir säen – doch wir säen weiter, voller Zuversicht und Liebe. Für mich ist unterrichten und erziehen nicht einfach ein Beruf – es ist eine Berufung: Sie schenkt mir das Privileg, in jungen Herzen das Licht der Hoffnung zu entzünden, bei jedem einzelnen Kind. Sr. Prasanna Manchu BILDUNG: die Flamme der HOFFNUNG entzünden Provinz Zentralindien

Zeitschrift LEBEN /17 GEMEINSCHAFTEN AUFBAUEN, DIE IM EVANGELIUM VERWURZELT SIND Die Kirche ist in diesen Staaten durch ihre Seelsorge, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdienste, soziales Engagement und Programme zur Glaubensbildung auch heute ein Zeichen der Hoffnung. Priester, Ordensleute und Laien arbeiten engagiert zusammen, um Gemeinschaften aufzubauen, die im Evangelium verwurzelt sind und auf die Nöte unserer Zeit eingehen. Die Gesellschaft durchläuft jedoch rasche soziale und kulturelle Veränderungen. Viele Familien haben mit Arbeitslosigkeit, finanzieller Unsicherheit, Migration, Suchtproblemen, psychischen Belastungen und einer Schwächung der familiären Bindungen zu kämpfen. Junge Menschen sehen sich oft mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert, während sie gleichzeitig vom Konsumdenken und dem Druck der digitalen Welt beeinflusst werden. Auch für die Kirche ist es eine Herausforderung, den Glauben der jüngeren Generation zu vertiefen und kreativ auf eine zunehmend säkulare Gesellschaft zu reagieren. Wir erleben einen besorgniserregenden Rückgang bei den geistlichen Berufungen. In dieser Realität sehen wir aber auch viele Zeichen der Hoffnung. Familien halten an ihrem Glauben fest, junge Menschen engagieren sich großherzig in Freiwilligenprojekten und gläubige Laien arbeiten aktiv an der Sendung der Kirche mit. Durch unseren Dienst im Gesundheitswesen, im Bildungswesen, in sozialen Einrichtungen, in der Seelsorge sowie in der Zuwendung zu Armen und marginalisierten Menschen wollen wir als Schwestern vom Heiligen Kreuz barmherzige Begleiterinnen sein und den Menschen, denen wir dienen, Heilung, Würde und Hoffnung bringen. Hoffnung schöpfen wir auch aus dem wachsenden Geist der Synodalität, in dem Ordensleute, Klerus und Laien gemeinsam unterwegs sind, mit Dialog, Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung für die Sendung der Kirche. Inspiriert von unserem Charisma und der Botschaft unseres Generalkapitels fühlen wir uns auch heute dazu berufen, Gottes barmherzige Liebe durch demütigen Dienst zu verkünden. Trotz der vielen Herausforderungen unserer Zeit glauben wir, dass der Heilige Geist die Kirche weiterhin leitet und die Herzen der Menschen und die Gemeinschaften erneuert. Als Schwestern vom Heiligen Kreuz setzen wir freudig unsere Sendung fort, Hoffnung zu schenken in der Zuversicht, dass „die Hoffnung nicht enttäuscht; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist.“ Sr. Melveena Chempakasseril Südindische Provinz Die südindische Provinz umfasst die Bundes- staaten Kerala und Tamil Nadu und ist in einer Region tätig, die von Glauben, kultureller Vielfalt und einem starken christlichen Erbe geprägt ist. Die beiden Bundes- staaten unterscheiden sich aber grundlegend in Sprache, Kultur und Gebräuchen.

Zeitschrift LEBEN /18 „Ich aber vertraue auf deine Güte; mein Herz soll frohlocken über deine Rettung.“ (Psalm 13,5) Die Sorge für unsere älteren und gebrechlichen Mitschwestern ist zu einer der bedeutsamsten Erfahrungen meines Ordenslebens geworden. Das Charisma unserer Gemeinschaft lädt uns dazu ein, die Würde jedes Menschen zu erkennen, besonders jener, die verletzlich und auf Hilfe angewiesen sind. Bei der Begleitung unserer älteren Schwestern habe ich begriffen, dass Hoffnung eher nicht durch außergewöhnliche Taten vermittelt wird, sondern durch treues Dasein, geduldiges Zuhören, freundliche Pflege und liebevolle Gemeinschaft. Meine älteren Mitschwestern erinnern mich jeden Tag daran, dass ein für Gott gelebtes Leben auch in der Schwachheit schön, fruchtbar und voller Hoffnung bleibt. Viele unserer älteren Schwestern tragen die Last körperlicher Schmerzen, der Einsamkeit und der Begrenzungen durch ihr Alter. Die Zeit, die ich mit ihnen verbracht habe, hat mich gelehrt, dass kleine Gesten oft am meisten ausdrücken. Sie auf die Heilige Messe vorzubereiten, gemeinsam zu beten, Mahlzeiten zu teilen, Lieder zu singen, Geburtstage zu feiern oder einfach ihren Erinnerungen zu lauschen – all das hat mir Momente unermesslicher Freude geschenkt. Ihre Dankbarkeit für diese einfachen Zeichen der Liebe entfacht in mir immer wieder aufs Neue das Feuer unseres Charismas. Durch sie habe ich entdeckt, dass der wahre Dienst darin beginnt, ganz für einen anderen Menschen da zu sein: Dies schenkt Hoffnung inmitten von Hoffnungslosigkeit und Freude angesichts von Enttäuschungen. Das vielleicht größte Geschenk dieses Dienstes ist es, unsere Schwestern auf ihrem Weg in das ewige Leben zu begleiten. Viele Gespräche drehen sich um Gottes unerschütterliche Liebe, um Vergebung und die Verheißung der Auferstehung. Jede ältere Schwester, die ich begleite, ist zugleich meine Lehrmeisterin geworden. Ihre Ausdauer, ihre Opferbereitschaft, ihre Treue und die freudige Annahme des letzten Lebensabschnitts fordern mich immer wieder heraus, meine eigene Berufung zu vertiefen. Oft habe ich das Gefühl, weit mehr zu empfangen, als ich gebe. Durch diesen Dienst habe ich gelernt, dass Hoffnung dort aufblüht, wo die Liebe treu bleibt. Indem ich unsere älteren Schwestern am Abend ihres Lebens begleite, begegne ich dem lebendigen Christus und entdecke aufs Neue, dass das Charisma unserer Kongregation auch heute als sanftes Licht der Hoffnung für jene leuchtet, die sich auf die Begegnung mit dem Herrn vorbereiten. Sr. Vinaya Plasanal Begleiterinnen der Hoffnung am Lebensabend Durch diesen Dienst habe ich gelernt, dass Hoffnung dort aufblüht, wo die Liebe treu bleibt Südindische Provinz

Zeitschrift LEBEN /19 Inspiriert von unserem Charisma: Hoffnung für die Menschen am Rand der Gesellschaft Das Charisma unserer Kongregation ruft uns dazu auf, Zeichen der barmherzigen Liebe Gottes für jene zu sein, die sich vergessen, abgelehnt und vom Leben gezeichnet fühlen. In meinem Dienst an schutzbedürftigen Kindern habe ich erkannt, dass Hoffnung oft dort beginnt, wo ein Mensch angenommen wird, ohne verurteilt zu werden, und so entdeckt, dass er geschätzt und geliebt wird. Jeder Mensch, der in unser Haus kommt, bringt seine ganz persönliche Geschichte von Schmerz, Verlust und zerbrochenen Träumen mit sich. Diese Begegnungen erinnern mich immer wieder daran, dass Gottes Liebe die Menschen genau dort erreicht, wo sie stehen, und sie behutsam zu Heilung, Wiederherstellung und neuem Leben führt. Besonders eine junge Frau hat mein Verständnis dieser Sendung gewandelt. Sie hatte beide Eltern durch Suizid verloren und wuchs ohne die Liebe und Geborgenheit auf, die jedes Kind verdient. Später wurde sie verlassen, nachdem sie schwanger geworden war, und hatte das Gefühl, ihre Zukunft sei völlig zerstört. Als sie in unser Haus kam, trug sie tiefe seelische Wunden, Angst, Scham und ein schmerzhaftes Gefühl der Hoffnungslosigkeit in sich. Durch Beratung, geduldige Begleitung, Bildung, Gebet und die liebevolle Unterstützung unserer Gemeinschaft erlebte ich nach und nach eine wunderbare Wandlung in ihrem Leben. Als sie Annahme und Ermutigung erfuhr, entdeckte sie ihre Würde als geliebtes Kind Gottes wieder. Sie schloss die Schule mit hervorragenden Ergebnissen ab und begann mutig ihr Studium. Ihr Weg hat mir gezeigt, dass wahre Hoffnung nicht dadurch entsteht, dass alle Schwierigkeiten sofort beseitigt werden, sondern dadurch, dass man einem anderen Menschen treu zur Seite steht, bis er wieder Zuversicht gewinnt und an seine eigenen Möglichkeiten glaubt. Diese Erfahrung vertieft auch heute meine Berufung immer mehr. Wann immer ich sehe, wie jemand wieder Zuversicht gewinnt, den Glauben neu entdeckt und wieder zu träumen beginnt, erlebe ich, wie das Charisma unserer Kongregation lebendig wird. Durch die geduldige, respektvolle und liebevolle Begleitung derer, die am Rande der Gesellschaft stehen, habe auch ich mich verändert. Ich habe gelernt, dass keine Wunde unheilbar, kein Mensch von der Erlösung ausgeschlossen und keine Zukunft hoffnungslos ist, wenn wir zu Werkzeugen der barmherzigen Liebe Gottes werden. Sr. Shiny Thomas Südindische Provinz

Zeitschrift LEBEN /20 HOFFNUNG Gottes Liebe ist ausgegossen in unseren Herzen Das berührende Zeugnis unserer Schwestern in Sri Lanka, die, inspiriert und gestärkt durch unser Charisma, Hoffnung unter Menschen geweckt haben, die von Schmerz und Verlust gezeichnet sind. Die Winde, die über Nuwara Eliya hinwegfegten, ließen nicht nur die Bäume hin- und herschwanken; sie erschütterten das Fundament unserer Gemeinschaft. Als Lehrerin hier in Sri Lanka war mir unser Ordenscharisma stets vertraut, bei dem es im Kern darum geht, Zeugnis abzulegen für das Pascha-Mysterium – Tod und Auferstehung Jesu Christi – und dabei Hoffnung, Wandlung und den Dienst an den Armen in den Mittelpunkt zu stellen. Doch als die jüngsten heftigen Regenfälle verheerende Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten, sprang dieses Charisma aus den Büchern heraus und hinein in den Schlamm. Es wurde zu einer lebensnotwendigen Wirklichkeit. Der Sturm hinterließ tiefe Angst. Straßen waren blockiert, Häuser beschädigt, und viele meiner Schüler und Schülerinnen konnten nicht zur Schule kommen. Als die Kinder schließlich zurückkehrten, trugen sie eine bedrückende Stille in sich; sie brachten Geschichten von Verlust und Zukunftsangst mit. Doch als Schwestern vom Heiligen Kreuz sind wir da – um Zeugnis abzulegen und Hoffnung zu schenken. SRI LANKA ENTTÄUSCHT NICHT

Zeitschrift LEBEN /21 In diesen schweren Tagen litt ich mit ihnen. Beim Blick in ihre Gesichter erkannte ich eine tiefgründige Wahrheit: Unsere Mission durfte sich nicht auf Lehrbücher und Unterricht beschränken. Wir waren dazu berufen, diese Kinder mit tiefem Mitgefühl zu begleiten. Ein aktives Charisma Inspiriert von unserem Charisma verwandelten wir unsere Klassenzimmer in Räume, die Sicherheit gaben. Wir hörten den Schülern zu, beteten mit ihnen und halfen ihnen, inneren Frieden zu finden. Doch wir konnten nicht drinnen bleiben. Gemeinsam mit den Mitschwestern und der gesamten Schulgemeinschaft kontaktierten wir die betroffenen Familien. Wir hatten keine Patentlösungen für die Zerstörung, aber wir waren für sie da. Mir wurde bewusst, dass das bloße Dasein – ein Teilnehmen an ihrer Not – zu einem kraftvollen Zeichen der Liebe Gottes wurde. Zeichen der Gegenwart Gottes Diese Erfahrung entfachte die Flamme unseres Charismas in mir neu. Inmitten der Trümmer sah ich Wunder der Gnade; ich sah, wie Hoffnung wuchs, einfach weil Menschen beschlossen, zusammenzustehen. Die wahren Zeichen der Gegenwart Gottes zeigten sich aber in der bewundernswerten Widerstandskraft der Kinder, der stillen Großzügigkeit der Nachbarn und dem Engagement unserer Schulgemeinschaft: All dies spiegelt unsere gemeinsame Mission wider. Unsere Bildungsarbeit hilft dabei, eine Hoffnung zu schaffen, die niemals enttäuscht, weil sie in Christus verwurzelt ist. Indem wir Glauben und Mut bei jungen Menschen fördern, helfen wir ihnen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Durch unseren täglichen Dienst leben wir unser Charisma im Hier und Heute und bleiben Werkzeuge der Hoffnung für die Menschen, denen wir dienen. Sr. Rency Lambert SRI LANKA

Zeitschrift LEBEN /22 SRI LANKA Unser Auftrag im Gesundheitswesen in Sri Lanka begann im Jahr 1930, als die ersten Schwestern vom Heiligen Kreuz auf Bitten des Bischofs von Jaffna eintrafen, um im Basiskrankenhaus von Kayts zu arbeiten. Obwohl sie weithin als „Schulschwestern vom Heiligen Kreuz“ bekannt waren, wurden sie eingeladen, ebenso wie ihre Mitschwestern in Indien als Pflegekräfte tätig zu sein. Durch ihre ihnen eigene Identität, ihr unermüdliches Engagement und ihre Offenheit für die Bedürfnisse der Menschen brachten sie einen neuen Geist der Innovation und Exzellenz in die Gesundheitsversorgung ein. Ihr hingebungsvoller und mitfühlender Dienst schuf ein starkes Fundament, von dem bis heute unzählige Menschen profitieren. Heute verwirklichen wir unsere Mission durch unsere Krankenhäuser, unsere Krankenpflegeschule, unsere Altenheime und verschiedene Angebote für die Menschen in unserem Umfeld. In unseren Krankenhäusern ist es unser Ziel, eine ganzheitliche Betreuung zu bieten, die alle Aspekte des Lebens berücksichtigt. Durch den verantwortungsvollen Einsatz moderner medizinischer Erkenntnisse und Technologien versuchen wir, Gottes heilende Liebe sichtbar zu machen. In unserer Krankenpflegeschule befähigen wir angehende Pflegekräfte, kompetente, mitfühlende und ethisch gefestigte Fachleute in Gesundheitsfragen zu werden, die sich dem Dienst am Nächsten verschrieben haben und die jedem Menschen mit tiefem Respekt für seine Würde begegnen. Wir geben ihnen das an die Hand, was sie brauchen, um flexibel und dynamisch auf die sich wandelnden Anforderungen der modernen Gesund- heitsversorgung reagieren zu können. Unser Dienst an älteren Menschen in unseren Pflegeheimen ist ein wesentlicher Ausdruck unseres Einsatzes für Hoffnung und menschliche Würde. Wir bieten ihnen dort aufmerksame Pflege, echte menschliche Zuwendung und ein unterstützendes Umfeld; so schaffen wir einen Schutzraum für Menschen, die sonst von Einsamkeit und Verlassenheit bedroht wären. „DER HERR WIRD DICH VOR JEDER KRANKHEIT BEWAHREN“ Deuteronomium 7,15 Sr. Immaculate Joseph & Sr. Baptista Pathinathar

Zeitschrift LEBEN /23 «Wir alle befinden uns auf einer Lebensreise, der Gott auch heute durch die Propheten der Vergangenheit und der Gegenwart seine Träume eingibt, um die Menschheit zu befreien … Der Herr macht kein Getöse, und doch sprießt und wächst sein Reich in jedem Winkel der Erde» Papst Leo XIV.

Zeitschrift LEBEN /24 ASIA Eine hoffnungsstarke Gemeinschaft für die Sendung - das ist unser Geschenk! In einem kleinen Korb unserer Garage hat ein Rotschwanz seine Eier ausgebrütet – alle Vögel sind mit ihrer zugewachsenen Kraft ausgeflogen, - nur eines ist zurückge- blieben,- noch geht das Fliegen nicht. Seit drei Tagen fliegt draussen vor der Garagentüre immer wieder das Elternpaar nah heran, - und lockt und lockt - am Morgen, wenn es tagt, bis am Abend, wenn es dunkelt… Sie haben die Sprache, welche ihr Junges versteht, holen Nahrung herbei, und locken und locken – und schützen von aussen den Raum vor möglichen Gefahren, -und warten und hoffen, dass ihr Junges im Vogelherzen berührt wird, die Flügel zum Fliegen erstarken und tragen…sie warten, sie locken, sie «leiden» mit… Ein wunderbares Bild von geistlicher Begleitung im Haus der Stille in Höngen Menschen kommen, - müde, orientierungslos, wie verloren, wissen nicht mehr wie es weitergehen kann, oft mit gebrochener Geschichte, mit verwundetem Herzen, bis in ihre körperliche Gestalt sichtbar…. unabhängig ihrer Lebensform, ihrer kirchlichen Zugehörigkeit, ihrem Platz in der Gesellschaft, ihrer Suchbewegung. Sie betreten den Raum der Stille, des Schweigens und tasten sich in den Weg des Gebetes. Die Menschen warten und hoffen, dass sie in Berührung kommen mit dem heiligen Raum auf dem Grund ihres Herzens, frei von Erwartungen und Meinungen anderer. Sie warten und hoffen, dass sie aus ihrer inneren Kraft zum Leben finden, dass sie das finden, was ihrem Wesen entspricht. Diesen suchenden, fragenden Menschen nahe sein, mit dem tiefen Wissen, was das» Lockmittel» ist, - das ihr Herz und ihren Geist zu berühren vermag, «das Wort Gottes». Das Wort der Schrift entdecken helfen, bis es zur Erfahrung wird, das ist es, was ich suche, das ist es, das ist der Herr, «ich kann fliegen» … «ich werde auf Adlerflügeln getragen zu IHM, zu mir gebracht, ins Leben gebracht (Ex19,4), das ist unsere Mission. PROVINZ SCHWEIZ Dem DURSTnach GOTT in jedem HERZEN folgen UNSER CHARISMA HEUTE IN DER SCHWEIZ LEBEN Nochmals zurück zur Vogelgeschichte: Schon drei Tage, locken sie und sie geben nicht auf… Das bedeutet für den Weg mit den Menschen, »mitleiden – compassio» (Pascha-Mysterium) Die Menschen vertrauen, dass wir mit ihnen glauben, glauben, dass Gott alle Unheils- geschichten, alle Suchbewegungen in Heils- geschichten wandelt; und dass wir als Begleitende, als Gemeinschaft dafür «brennen». Sr. Elisabeth Maria Sauter

Zeitschrift LEBEN /25 PROVINZ SCHWEIZ Während mehr als 175 Jahren waren wir in sozialen Institutionen, in Schulen, Spitälern und Pfarreien tätig, machten uns stark für die Bildung von Mädchen und Frauen. Auch innerhalb unserer Gemeinschaften engagierten sich die Schwestern in verschiedenen Bereichen der Administration und in der Betreuung betagter und kranker Mitschwestern. Es war einmal…. Dafür sind wir von Herzen dankbar. Für uns Schwestern der Schweizerprovinz hat sich in den vergangenen Jahren die Situation wesentlich verändert. Wir sind alt und älter geworden, eine immer kleiner werdende Gemeinschaft. (130 Schwestern, Altersdurchschnitt 87 Jahre). Wir können uns nicht mehr über Leistungen und Erfolge definieren. Wir sind immer mehr auf uns selber «zurückgeworfen». Wir brauchen Hilfen und Unterstützung von aussen. In dieser konkreten Situation sind wir aufgefordert, unsere Lebensweise, unsere Beziehungen, unser Gemeinschaftsleben neu zu überdenken. Wir sind Gemeinschaften mit vielen Individuen und wir möchten uns bemühen, diese Realität nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung zu sehen. Das verlangt Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft, Spannungen auszuhalten. Dieser Weg fordert uns heute voll und ganz. Hierin, so glauben wir, liegt unser Auftrag, unsere Bestimmung. Unsere Berufung verwirklicht sich also primär in den eigenen Reihen, indem wir bewusster aufeinander zugehen, die Mitschwester wahr- nehmen, miteinander austauschen, zuhören, Konflikte aushalten und gemeinsam nach Lösungen suchen. Eine positive Haltung, wenn wir uns denn darum bemühen, «strahlt» auch aus in die Umgebung, hat missionarischen Charakter. Das tägliche gemeinsame Gebet ist uns dabei eine grosse Hilfe. Wir beten für uns und für die Anliegen und Nöte von Kirche und Welt. Wir sind dankbar, dass wir für viele Aufgaben sehr gute externe Mitarbeitende haben. Auch ihnen wollen wir Vertrauen schenken und ihnen mit Respekt und Wohlwollen begegnen. Natürlich distanzieren wir uns nicht einfach von der Aussenwelt. Wir freuen uns über tägliche Begegnungen mit Mitarbeitenden, mit Leuten aus dem Dorf, mit Studierenden an der Kantonsschule, mit Menschen, die ans Grab von Mutter Bernarda kommen. Für Menschen in Not haben wir ein offenes Ohr, sei es unterwegs, am Telefon und über Briefkontakt. Wir nehmen Anteil am Schicksal der Asylantinnen und Asylanten in unserem Haus «Maria vom Berg». Schwestern unterstützen dort Flüchtlinge beim Deutschlernen, begleiten sie zum Arzt, hören zu, schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Es sind die unscheinbaren Dinge, die an Bedeutung gewinnen. Der Auftrag, den Gott uns heute gibt, erfordert Stille, Meditation, Gebet, Akzeptanz der eigenen Verletzlichkeit, aber auch die Hoffnung, dass Er alles zum Guten führt – auch unsere Zukunft. Sr. Ursula M. Niedermann Gottes Geist berührt weiterhin unser Leben und verwandelt unsere Gemeinschaften DANKBAR FÜR DIE VERGANGENHEIT LEBEN WIR DIE GEGENWART IN FÜLLE. WIR EMPFANGEN DIE ZUKUNFT VOLLER HOFFNUNG

Zeitschrift LEBEN /26 Wir nehmen so gut es geht am Gemeindeleben teil und sind auch im Pastoralrat vertreten. Wir verstehen uns gut mit der Genossenschaft, die mit uns zusammenarbeitet; wir genießen eine familiäre Atmosphäre, helfen einander, hören einander zu und spüren gemeinsam, dass wir zur Mission beitragen. Das Herzstück unserer Mission ist das Gebet. In unserer täglichen Anbetung vor Ihm bemühen wir uns, ein Zeichen Seiner Gegenwart und Fürbitte unter den Menschen zu sein. Jeden Tag unseres Lebens LEBEN WIR UNSERE SENDUNG Trotz unserer kleinen Zahl und der nachlassenden Kräfte fühlen wir, dass wir eine Sendung haben. Wir beteiligen uns nach wie vor mit Einfachheit und Liebe am Weg der Kirche in Italien. Wir sind eine kleine Gemeinschaft. Unsere Kraft ist nicht mehr das, was sie einmal war, doch unser Wunsch bleibt unverändert, den uns vom Herrn anvertrauten Auftrag zu leben. Wir vertrauen uns Ihm an, der uns Gelassenheit und Frieden schenkt. Unsere Zusammenarbeit mit den Laien ist positiv; über den Katechese-Ausschuss bilden wir Katecheten aus, und durch das Bibelapostolat versuchen wir, den Menschen zu helfen, das Wort Gottes als Licht und Kraftquelle für ihr Leben zu erfahren. ITALIEN Sr. Agnese Ambrosetti und die Schwestern des Hauses Italien

Zeitschrift LEBEN /27 Im Alter die SENDUNG mit HOFFNUNG leben In unserer Region Veltlin lebt eine beträchtliche Anzahl älterer Menschen; wir haben häufig Kontakte zu ihnen, nicht nur in unserer Ordensgemeinschaft, sondern auch in der Stadt, wo es mehrere Alten- und Pflegeheime sowie allein lebende alte Menschen gibt. Vor diesem Hintergrund fühlen wir das Bedürfnis, unsere Verpflichtung zur Sendung zu stärken, indem wir den Herrn um die Gabe der Weisheit und der Hoffnung bitten—Hoffnung für uns sowie für diejenigen, die neben uns leben, aber auch für die Menschen, die wir regelmäßig besuchen. Woche für Woche erleben wir in einem Pflegeheim in der Nachbarschaft unserer Gemeinschaft etwas Besonderes. Jedes Mal ist es eine Begegnung mit einem Leben, das gebrechlich und dennoch reichhaltig ist; ein Leben im Warten mit der Verheißung der Gelassenheit, das Hoffnung weckt, weil es immer offen für bescheidene Verbundenheit in Form eines Händedrucks, eines Lächelns, eines Augenblicks der Nähe, eines Zeichens der Fürsorge ist. Es ist ein Leben, das aus der Einsamkeit gerettet ist. Gebet, gemeinsames Lesen des Evangeliums, Singen, von Ehrenamtlichen geleitete Gespräche, Zuhören, wenn Ältere ihre Geschichten erzählen – das sind Elemente, die unsere Begegnungen wie in einer Familie wirken lassen, Verständnis und Gemeinschaft fördern, und dazu bei tragen, dass sich die Bewohner nicht so allein und als Teil einer größeren Gemeinschaft fühlen. Für die Gäste sind es geschätzte und sehnlich erwartete Momente. Für mich ist dies ein Weg, der in unserem Charisma verwurzelt ist: wir sind dazu berufen, HOFFNUNG zu wecken, die nicht enttäuscht, denn Gott eilt uns stets mit seiner Liebe voraus. Und wo immer ein älterer Mensch in Würde angenommen wird, dort blüht die Hoffnung auf. Sr. Anna Rabbiosi ITALIEN

Zeitschrift LEBEN /28 DIE HOFFUNG WEITERGEBEN, inspiriert von unserem Charisma Durch das Wort Gottes in der deutschen Provinz Segen und Führung schenken Seit 30 Jahren bin ich in geistlicher Begleitung tätig. In regelmäßigen verabredeten Einzelgesprächen und vor allem in verschiedenen Formen der Exerzitien darf ich diese Sendung wahrnehmen. Unser Charisma der Hoffnung und des Lebens leitete mich zu dieser Ausbildung und bis jetzt zu diesem Dienst an den Menschen. Meine Erfahrung zeigt mir, dass Menschen in einem Raum des Vertrauens, der Annahme und des aktiven Zuhörens noch ein wenig „mehr“ sie selbst werden können. Sie werden ermutigt, das normale und alltägliche Leben aufmerksam wahrzunehmen. Dabei geht es um Beziehungen, Entscheidungen und auch um ihren persönlichen Weg vor und mit Gott. Meine geistliche Begleitung will helfen, sich vom Leben an der Oberfläche loszulösen und das Leben in einem weiteren, tieferen Horizont wahrzunehmen. Dabei ist mir auch die Hinführung zur „Unterscheidung der Geister“ wichtig. So gewinnen viele wieder mehr Kontakt zu ihrem „Lebenssinn“ und in Grenz- und Krisensituationen mehr Gleichgewicht und Orientierung für ihr Leben. Immer mehr begleite ich Menschen mit „Lebensbrüchen“, die Hoffnung verloren haben. Vor allem bei Einzelexerzitien mit individueller Begleitung, die mindestens 6 Tage dauern, erfahre ich bei vielen wie die Freude an ihrem Leben wieder aufblüht, Hoffnung für die Zukunft sich stärkt und mit Gottes Gnade Wandlung und Heil geschieht. Das eigene, auch verwundete Leben kann wieder bejaht werden. Ziel meiner geistlichen Begleitung ist es, Menschen zu helfen, das Leben nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern es in einer umfassenderen und tieferen Perspektive wahrzunehmen DEUTSCHE PROVINZ

Zeitschrift LEBEN /29 DEN SCHATZ IN JEDEM PILGER ENTDECKEN Zu erfahren, wie Gottes Wort, seine frohe, lebenspendende Botschaft wirkt, ist für mich ein großes Geschenk. Wahrzunehmen, wie Menschen bereit sind, ihr Leben mehr nach Jesus Christus auszurichten, auf seine Gesinnung zu schauen und mit IHM auf ihrem Lebensweg zu bleiben, motiviert mich stets von Neuem unser Charisma unter die Menschen zu bringen. Bewusst ist mir, dass ich eine kontemplative, regelmäßig meditierende, aus der Tiefe mit dem dreifaltigen Gott lebende Schwester vom Hl. Kreuz sein muss, damit ich segnend begleiten kann. Sr. Chiara Hoheneder Am Wallfahrtsort Altötting inspiriert durch unser Charisma Hoffnung für die Menschen fördern Seit Ende 2024 verlagern sich meine Schwerpunkte von „internen“ auf „externe“ Dienste, aus denen neues Leben wächst, für andere und für mich persönlich. Dies geschieht durch eine bezahlte Teilzeitstelle in Pfarrverband und Wallfahrt sowie durch ehrenamtliche pastorale Dienste in Hospizverein und Pilgerbetreuung. Der übungsintensive Grund- und Aufbaukurs „Beratende Seelsorge“ vermittelte mir hilfreiches Handwerkszug für personenzentrierte Gespräche. Die Haltung dabei: Selbstexploration fördern, denn die Lösung und der Schatz liegen im Gesprächspartner! DEUTSCHE PROVINZ

Zeitschrift LEBEN /30 Bei meinem Einsatz im Hospizverein nehme ich die Freude meiner Klientin bei den Besuchen wahr. Ein Türöffner war dabei die Weitergabe einer mir von einer Mitschwester geschenkten selbst gebastelten kleinen Weihnachtskrippe. Dies berührte die leicht demente Frau emotional. Sie vermisste ihre eigene Krippe, die sie beim Einzug ins Pflegeheim nicht mitnehmen konnte. Immer wieder spricht sie diese Fügung an, sieht mich als Verbindung zu Gott, teilt mit mir vertrauensvoll, was sie bewegt. Sie erwähnte, dass ihr das Wahrgenommen werden Identität gibt. Seit 10 Jahren engagiere ich mich als Pilgerbetreuerin am Gnadenort Altötting. Es ist ein Dienst der Willkommenskultur für die Wallfahrer, die ihren Rucksack an Sorgen und Dankbarkeit zur Muttergottes tragen und auf Wunsch mit uns teilen. Solche Gespräche ergeben sich auch im Team. Jeweils am Pfingstmontag organisiere ich für ca. 350 Fußwallfahrer eine Pilgerbetreuung auf unserem Provinzhausgelände. Die Wallfahrer freuen sich beim Abholen ihres Gepäcks auf das Eis und die schönen Begegnungen mit unseren Schwestern. Sr Manuela Kollmannsberger DEUTSCHE PROVINZ

Zeitschrift LEBEN /31 ZEICHEN DER HOFFNUNG für Migranten Als Antwort auf die aktuellen Nöte der Zeit setzen wir uns in England für Gerechtigkeit und Frieden ein Unsere Gemeinschaft befindet sich im Norden Londons, einem Gebiet mit Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft. Die Gemeinde, in der wir Gottesdienst feiern, ist multikulturell geprägt; sie vereint Menschen aus vielen verschiedenen Ländern – von denen einige (sei es in der aktuellen oder einer früheren Generation) als Flüchtlinge nach England gekommen sind. Dies ist typisch für die meisten katholischen Kirchengemeinden in unseren englischen Städten. Inspiriert vom Charisma des Heiligen Kreuzes – und von den Worten von Pater Theodosius: „Die Nöte der Zeit sind der Wille Gottes“ – haben wir uns der Gruppe „Gerechtigkeit und Frieden“ in unserer Pfarrei angeschlossen. Jeden dritten Montag im Monat nehmen wir an einer Gebetswache vor dem Innenministerium in der Nähe des Parlamentsgebäudes teil. Dabei schenken wir den Flüchtlingen, die ihr Ziel nie erreicht haben, ein ehrendes Gedenken. Sie hatten ihre Heimat verlassen, um ungerechten Gesetzen, der Angst vor Verfolgung, der Armut und Konflikten aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion zu entfliehen. Es ist bekannt, dass sie für ihre Reise horrende Summen zahlen mussten und ausgebeutet wurden und dass die einzige Möglichkeit zur Überquerung des Meeres oft in überfüllten, völlig ungeeigneten Schlauchbooten bestand. Monat für Monat verlieren viele Männer, Frauen und Kinder dabei ihr Leben. Während der Gebetswache hören wir eine Lesung aus dem Evangelium, gefolgt von einem Impuls und Fürbitten. Vor allem aber verlesen wir konkrete Informationen zu jenen Menschen, die sich auf den Weg gemacht hatten, aber nie angekommen sind! Diese Details hinterlassen bei denen, die es hören, einen tiefen Eindruck:12.05.25: 3 Frauen und 3 Kinder aus Eritrea, 2 Männer aus Sudan, 4 Personen aus Ägypten und 4 aus Pakistan sowie ein 29-jähriger Mann aus Pakistan (ein ehemaliger Arbeitsmigrant in Saudi-Arabien) kenterten mit ihrem Boot vor der Küste von Alshad in Tripolis, Libyen; nur 5 Personen überlebten. ENGLAND

Zeitschrift LEBEN /32 INGHILTERRA Inspiriert von unserem Charisma fördern wir die Hoffnung in unserer Sendung unter den Menschen Dieser Eindruck war für uns so tiefgreifend, dass wir uns in den vergangenen drei Monaten dazu entschlossen haben, die Informationen gelegentlich auch mit den Gemeindemitgliedern zu teilen, die nicht der Gruppe „Gerechtigkeit und Frieden“ angehören. Im Anschluss an die sonntägliche Hauptmesse laden wir alle Interessierten ein, sich auf der Kirchentreppe zu versammeln. Dort verlesen wir einige dieser Fakten in Sichtweite einer stark befahrenen Straße – in der Hoffnung, nicht nur die Herzen und den Verstand unserer Gemeindemitglieder zu erreichen, sondern auch die der Menschen, die gerade zufällig dort entlanggehen. Sr. Elizabeth O’Donohoe und Sr. Bernie Morey Bildung beschränkt sich nicht auf die bloße Vermittlung von Informationen. Mutter Bernarda erkannte dies; sie verstand Bildung in einer Weise, die dem unübertroffenen Vorbild der Griechen nahekommt. Diese Sichtweise findet sich auch bei Thomas von Aquin. In seinem Werk „De Magistro“ (Über den Lehrer) legt er dar, dass Erziehung (oder Bildung) die Bewegung des menschlichen Verstandes von einem Zustand der nur potentiell angelegten Möglichkeiten hin zur Verwirklichung und zur eigentlichen Aktivität1 umfasst. Platons Höhlengleichnis im siebten Buch der Politeia veranschaulicht die menschliche Natur auf eindringliche Weise. Platon behauptet, dass der Mensch in einem Zustand der Knechtschaft geboren wird – wir sind gleichsam Sklaven unserer körperlichen Sinne und daher unfähig zu rechtem Denken2. ENGLAND

Zeitschrift LEBEN /33 Erst die Bildung befreit den Menschen aus der Gefangenschaft der Unwissenheit und ermöglicht es ihm, sich von den bloßen Erscheinungen ab- und den Wahrheiten der Vernunft zuzuwenden3. Man kann also sagen, dass wir Menschen von Natur aus Bildung benötigen, um unser Menschsein als vernunftbegabte Wesen voll zu entfalten. In meinem Philosophieunterricht an einer katholischen Schule in London ist es mein Ziel, die Schüler dabei zu unterstützen, sich von bloßen Erscheinungen ab- und den Wahrheiten der Vernunft zuzuwenden4. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Platon erläutert in der Politeia seine Erkenntnistheorie. Wahres Wissen setzt ein tiefes Verständnis dessen voraus, „was ist“. Das bedeutet: Wahres Wissen bezieht sich auf das, was tatsächlich real ist. Unwissenheit bedeutet das Bewusstsein für und die Akzeptanz dessen, „was nicht ist“ – oder anders ausgedrückt: dessen, „was nicht wirklich real ist“. Das Wort Meinung wiederum bezeichnet das Bewusstsein für etwas, das zwischen dem Wissen um das, „was ist“, und der Unwissenheit über das, „was nicht ist“, angesiedelt ist. Ich stelle dann Fragen, die den Schülern helfen sollen, die Aussagen Platons zu durchdenken: Wie werden Wissen, Meinung (oder Glaube) und Unwissenheit deiner Meinung nach von Platon verstanden? Was bedeuten sie deiner Ansicht nach? Nenne fünf Beispiele für Aussagen, die Platon als Ausdruck von Unwissenheit einstufen würde; fünf Beispiele für Aussagen, die er als Wissen werten würde; und fünf Beispiele für Aussagen, die eine Meinung darstellen. Die Auseinandersetzung mit Begriffen wie „Wahrheit“, „Wissen“, „Unwissenheit“ und „Meinung“ ist in unserer Zeit wichtiger denn je, da manche Politiker und Medien einen „Schleier“ über die Grenze zwischen Realität und Illusion sowie zwischen moralisch Richtigem und Falschem legen. Philosophische Bildung ist daher eine Art Vorstufe für die Evangelisierung. Lehrende können Lichter entzünden. Schülerinnen und Schüler haben mir berichtet, dass ihr katholischer Glaube um eine wesentliche Dimension bereichert wurde, indem sie sich eingehend mit den letzten Fragen des Daseins auseinandersetzten – darunter die Existenz Gottes, das Wesen des Leidens und die menschliche Moral. Mutter Bernarda und unsere Gründungsschwestern verschrieben sich der Bildung junger Menschen; auf diese Weise förderten sie in ihren Klassenzimmern die Würde des Menschen. Mutter Bernarda war der Überzeugung, dass der Mensch über Gaben verfügt, die der Entfaltung bedürfen. Dieses Bildungsverständnis bildet einen Kernbestandteil unseres Charismas. Es ist Mutter Bernardas Antwort auf den Missionsauftrag Jesu und zugleich ihre Antwort auf Gott, den Vater und Schöpfer, der den Menschen Gaben in Geist und Herz legt. Als Lehrerin strebe ich danach, mit Gott, dem Schöpfer und Vater, zusammenzuwirken, und bitte Ihn, das Bemühen der Schülerinnen und Schüler zu segnen, damit ihnen ein erfülltes menschliches Leben zuteilwird – ein Leben, das aus der Anerkennung von Gott, unserem himmlischen Vater, erwächst. Unser Charisma ist eine Gabe des Heiligen Geistes, die Gott uns für unseren Dienst am Evangelium in der Welt geschenkt hat. Sr. M.Finbarr Coffey Philosophielehrerin (Sek. II) an der Cardinal Vaughan Memorial School in Holland Park, London _____________________________________ 1 Thomas Aquinas, ‘On the Teacher’, in Selected Writings, Ralph Mclnerny (trans.) (London, Penguin Books, 1998) 199. 2 Plato, ‘Republic’ in Complete Works, John Cooper (ed.) (Indianapolis, Hackett Publishing, 1977) 514a. 3 Plato, ‘Republic’, 518c. 4 Plato, ‘Republic’, 518c. ENGLAND

Zeitschrift LEBEN /34 «Tue deinen kleinen Teil des Guten da, wo du bist; es sind diese kleinen guten Taten, die zusammen- genommen die ganze Welt erfüllen» Desmond Tutu

Zeitschrift LEBEN /35 In Kapstadt erleben wir viele Veränderungen auf verschiedenen Ebenen, doch wie Mutter Bernarda setzen wir auch heute unser Vertrauen auf Gott und seine Vorsehung. Seit dem Provinzkapitel im Dezember 2024 haben wir gemeinsam mit der Leitung der Kongregation einen Prozess der Unterscheidung begonnen, um die Leitungsstruktur zu finden, die für unsere Realität am besten geeignet ist. Das zunehmende Alter und die abnehmende Zahl der Schwestern haben uns bewusst gemacht, dass wir nicht mehr über die Kraft und die Ressourcen verfügten, um eine Provinz zu bleiben. Nach mehr als einem Jahr des Austauschs und der Reflexion entschieden wir uns, ein „Haus in Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam der Kongregation“ zu werden, jedoch zunächst nur „ad experimentum“. So würden wir genügend Zeit haben, um Erfahrungen mit dieser neuen Form der Leitung zu sammeln und gleichzeitig offen für neue Möglichkeiten zu bleiben, wie wir als Schwestern vom Heiligen Kreuz in der Region Kapstadt in Zusammenarbeit mit unseren Mitschwestern auf dem afrikanischen Kontinent leben können. Wir stehen vor vielfältigen Herausforderungen, aber jede von uns engagiert sich nichtsdestotrotz weiter nach besten Kräften, mit Liebe und Hingabe, in verschiedenen Bereichen unserer Sendung. Dabei schöpfen wir Kraft aus unserem Charisma, das uns hilft, mit Hoffnung zu leben und den Menschen, denen wir begegnen, Hoffnung zu schenken. Ein CHARISMA, dem wir in unserer Geschichte eine Gestalt geben Kap

Zeitschrift LEBEN /36 Wir engagieren uns derzeit in den Bereichen Bildung und Seelsorge sowie in der Betreuung von Frauen und Kindern, die Opfer von Gewalt, Missbrauch oder anderen Notlagen geworden sind. Ein besonderes Anliegen ist uns die Fürsorge für unsere älteren Schwestern; sie unterstützen unsere Mission ganz einfach und mit Liebe durch ihre Gebete und das unvermeidliche Opfer ihrer schwindenden Kräfte. Während der Versammlung im März 2026 dachten wir darüber nach, wie einzigartig jede einzelne Schwester ist; es ist eine Einzigartigkeit, die von Gott geliebt und gewollt ist. Wir sind uns bewusst, dass wir trotz unserer Unvollkommenheit in Gottes Augen stets kostbar sind. Es war für uns auch wichtig, gemeinsam über den Ruf nachzudenken, den Gott an den heiligen Franziskus von Assisi richtete: „Geh und baue meine Kirche wieder auf.“ Denn wir wissen, dass jede von uns dazu beiträgt, Kirche und Gesellschaft im Licht des Evangeliums aufzubauen. Die Botschaft des Generalkapitels 2025 lädt uns ein, neue Wege der Evangelisierung in der heutigen Gesellschaft zu finden; das wollen wir gern tun mit dem, was wir sind, und mit dem, was wir haben. Wir spüren, dass dies eine „günstige Zeit“ ist, um zu unterscheiden, was der Herr heute von uns erwartet. „Das Alte ist vergangen“ (Zahlen, viele Stärken, Gewissheiten...), „Neues ist geworden“ – so sagt es uns die Schrift. Und auf dieses „Neue“, auch wenn es „noch nicht klar“ und geheimnisvoll ist, wollen wir unseren Blick richten, in der Gewissheit, dass der Herr „die Wüste blühen lassen“ kann. Er ist uns nahe, und mit Ihm wollen wir unseren Weg fortsetzen in jener Hoffnung, die nicht enttäuscht... Schwestern von “Haus Kap” Unsere Erfahrung in unserer Sendung, die durch unser Charisma inspiriert ist: Das Geheimnis von Tod und Auferstehung Unser Charisma vom Heiligen Kreuz lädt uns immer wieder dazu ein, das Geheimnis von Tod und Auferstehung in der Betrachtung zu meditieren und es zu leben. Täglich begegnen wir Situationen, in denen Leid, Verlust, Angst und Zerbrochenheit überwältigend erscheinen. Doch durch Gottes Gnade und unsere schlichte Präsenz inmitten seines Volkes dürfen wir erleben, wie aus Verzweiflung neues Leben erwächst, wie Hoffnung an die Stelle von Mutlosigkeit tritt und wie die Würde des Menschen wiederhergestellt wird. In diesem täglichen Ostergeheimnis findet unsere Sendung ihre tiefste Bedeutung. Sr. Clarissa und ich haben das Glück, in Elsies River, einem Township für nicht weiße Menschen in Kapstadt, zu leben. In unserem Konvent, einer kleinen Wohnung mit zwei Schlafzimmern, besuchen uns junge Frauen, um mehr über unsere Kap

Zeitschrift LEBEN /37 Lebensweise zu erfahren und darüber, wie wir einen ausgewogenen Rhythmus aus Gebet, Dienst am Nächsten und Gemeinschaftsleben zu verwirklichen suchen. Das Leben unter den Armen und die Konfrontation mit denselben Risiken und Gefahren, denen sie täglich ausgesetzt sind, haben unser Bewusstsein dafür geschärft, dass Armut weit über materiellen Mangel hinausgeht. Gewalt ist eine ihrer tragischen Auswirkungen; junge Menschen verlieren aus diesem Grund mit erschreckender Häufigkeit ihr Leben. Dennoch wird unsere Präsenz inmitten der Menschen zu einer Quelle der Hoffnung und der Wandlung. Durch einfache nachbarschaftliche Beziehungen, das Anhören ihrer Geschichten, das Teilen von Lebensmitteln und gespendeter Kleidung sowie das Angebot zeitlich begrenzter Beschäftigungsmöglichkeiten versuchen wir, ihre Würde wiederherzustellen und praktische Zeichen von Gottes Liebe und Fürsorge zu setzen. Sr. Clarissa, unsere Schwester mit zeitlicher Profess, wird Ende dieses Jahres ihr Pädagogikstudium abschließen und im kommenden Jahr ihren Dienst als Pädagogin aufnehmen. Zudem engagiert sie sich in der Pfarrei als Wortverkündigerin und begleitet mich, wann immer es ihr Studium zulässt, zum St. Clare’s Sanctuary in Atlantis, das etwa eine Autostunde von unserem Konvent entfernt liegt. In diesem Jahr feierte das St. Clare’s Sanctuary sein siebenjähriges Bestehen. Die Einrichtung bietet Wohnraum und ein unterstützendes Programm für Frauen an, die Opfer häuslicher Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind – ein Problem, das unsere Regierung als „nationale Krise“ und „zweite Pandemie“ bezeichnet hat. Das Sanctuary bietet ein sicheres Zuhause fernab der Täter und leistet zugleich spirituellen, emotionalen und praktischen Beistand. Darüber hinaus vermitteln wir den Frauen die nötigen Ressourcen und Lebenskompetenzen, um die erlittenen Traumata zu bewältigen und ihr Leben neu aufzubauen. Wo ein erneutes gemeinsames Leben mit der Familie und den Angehörigen nicht möglich ist, helfen wir den Frauen, sich auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten. Eine der größten Gnaden dieses Dienstes ist es, die tiefe Begegnung dieser Frauen mit Gott zu erleben, während sie ihren Weg zu Heilung und Ganzheit beschreiten. Ihr erneuerter Glaube, ihr wachsendes Selbstwertgefühl und ihre mutige Entschlossenheit, eine neue Zukunft zu wagen, sind eine ständige Quelle der Inspiration. Auch die Zeit, die ich mit den Frauengemeinschaften in den Gemeinden verbracht habe, wo ich eingeladen war, geistliche Impulse zu geben und Begleitung anzubieten, hat mich zutiefst bereichert. Worte können kaum ausdrücken, welche Freude, Dankbarkeit und stilles Staunen wir spüren, wenn wir erleben, wie aus tiefem Leid neues Leben erwächst. Was diesen Wandel besonders bemerkenswert macht, ist die kurze Zeit, in der das möglich ist: Die Entwicklung geschieht im Rahmen unseres nur dreimonatigen Programms – ein eindrucksvolles Zeugnis für das Wirken der göttlichen Gnade und die Widerstandskraft des menschlichen Geistes. Das Leben zu fördern, Hoffnung zu wecken und zur Wandlung der Gesellschaft beizutragen, dies bleibt der Kern unserer Mission, alles zur größeren Ehre Gottes. Sr. Mary Quimpo Kap

Zeitschrift LEBEN /38 LEBEN SCHENKEN, SCHÜTZEN, FÖRDERN Das lebendige Charisma im Land Lesotho LESOTHO Die Schulen der Schwestern vom Heiligen Kreuz wurden für Kinder aus armen Verhältnissen und Einwandererfamilien gegründet, und dieser Geist lebt bis heute fort. Dies zeigt sich darin, dass die Schulen der Schwestern alle Kinder willkommen heißen: Kinder aus armen Familien, Schüler mit Lernschwierigkeiten und sogar Nicht-Katholiken. Das Ziel ist es, Leben zu schenken und zu bewahren. In Lesotho stehen wir vor vielfältigen Herausforderungen. Viele Gemeinschaften kämpfen mit Armut, und in zahlreichen Familien tragen Kinder die Verantwortung, was es für manche von ihnen schwierig macht, regelmäßig zur Schule zu gehen. Eine weitere Herausforderung ist der Drogen- und Alkoholmissbrauch, insbesondere bei Männern und Jugendlichen. Trotz dieser Schwierigkeiten gibt es Hoffnung für diejenigen, die beten und eine Beziehung zu Gott suchen. Ein weiteres Zeichen der Hoffnung ist die Unterstützung durch den Staat, der einen kostenlosen Grundschulunterricht organisiert hat. Das Charisma meiner Ordensgemeinschaft inspiriert mich auf vielfältige Weise in meiner Sendung. Im Mittelpunkt dieses Charismas stehen Tod und Auferstehung. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich in meiner Arbeit sowohl Tod als auch Auferstehung erlebe. Immer wieder muss ich Dinge loslassen, um Raum für das Wachstum von etwas Neuem zu schaffen. Manchmal muss ich mein Selbstbewusstsein an die Seite stellen und mir eingestehen, dass ich auch als Lehrerin nicht alles weiß. Zu anderen Zeiten schmerzt es mich, wenn Schüler bei Prüfungen scheitern. Dann nehme ich mir aber in den meisten Fällen Zeit, um den Schülern, die mehr Zeit zum Verstehen benötigen, Nachhilfe zu geben. Durch meine Erfahrungen habe ich erkannt, wie wichtig es ist, an eine zweite Chance zu glauben. Wenn ein Schüler scheitert, darf ich ihn nicht aufgeben; stattdessen sollte ich mich noch mehr bemühen und sein Potenzial erkennen. Diese Haltung leitet mich dazu an, voller Hoffnung zu unterrichten, und zwar besonders im Umgang mit Schülern, die Schwierigkeiten mit den Anforderungen in der Schule haben. Ich möchte sie ermutigen und vor allem mit Mitgefühl unterrichten. Ich versuche, verborgene Talente bei Schülern zu entdecken, die vielleicht schulisch zu kämpfen haben. Ich tue dies bereits durch mein Engagement in außerschulischen Aktivitäten wie Sport und Gesang. Sr. Adelina Ts’ehla

Zeitschrift LEBEN /39 LESOTHO Als Schwestern vom Heiligen Kreuz sind wir vom Ostergeheimnis inspiriert und dazu berufen, Leben zu fördern und Menschen am Rande der Gesellschaft durch Bildung, Seelsorge und im Gesundheitsdienst zu stärken. Seit 1908 sind die Schwestern vom Heiligen Kreuz in der Provinz Lesotho in Einrichtungen des Gesundheitswesens tätig und schenken schutzbedürftigen Menschen und Gemeinschaften mitfühlende Pflege und Unterstützung. Ermutigt durch die Botschaft des Generalkapitels 2025 hat sich Schwester Albertina Nkunyane, eine professionelle Beraterin, entschieden, mit marginalisierten Kindern zu arbeiten, die mit HIV und AIDS leben. Sie möchte ihnen Hoffnung schenken, indem sie ihnen Lebenskompetenzen, moralische Orientierung und das nötige Selbstvertrauen vermittelt, um Heraus- forderungen zu meistern und den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. An Wochenenden und in den Schulferien unterstützen Schwester Albertina und ihr Team die Kinder dabei, gesunde Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen, Teamarbeit zu üben und ein positives Sozialverhalten zu entwickeln. Sie schaffen einen geschützten Raum, in dem sich die Kinder frei entfalten, ihr Selbstwertgefühl stärken und innere Hoffnung pflegen können, trotz der Stigmatisierung und Ausgrenzung, denen sie in der Gesellschaft möglicherweise begegnen. Das Holy Cross Health Centre ist dem Aufruf gefolgt, mit einem synodalen Ohr zu hören und neue pastorale Wege zu beschreiten, und auf diese Weise ist es mehr geworden als nur eine medizinische Einrichtung: Es ist nun ein heiliger Ort der Hoffnung. Dieses Charisma erinnert das medizinische Personal daran, dass seine eigentliche Berufung darin besteht, das Leben ganzheitlich zu fördern und Hoffnung in leidvolle Situationen zu bringen, wie sie z.B. angesichts der Herausforderungen von HIV/AIDS, von verlassenen Kindern oder von extremer Armut entstehen. In den systemischen Herausforderungen wie etwa den immer noch bestehenden Auswirkungen von HIV/AIDS und schwerer Mangelernährung steht das Holy Cross Health Centre solidarisch an der Seite von marginalisierten Kindern. Durch vom US- amerikanischen Peace Corps finanzierte Förderprogramme haben die Kinder gelernt, dass auch sie etwas zur Eindämmung von HIV/AIDS beitragen und sich bessere Zukunftsperspektiven aufbauen können. Eine dieser Initiativen mit der Überschrift GAME CHANGER endete mit der Verleihung von Urkunden an die teilnehmenden Kinder als Anerkennung für ihre Leistungen. In unserem Dienst im Holy Cross Health Centre schaffen wir eine „Hoffnung, die nicht zugrunde gehen lässt“ (Röm. 5,5), indem wir die medizinische Versorgung in der beständigen und unerschütterlichen Liebe Gottes verankern. Für marginalisierte Kinder, die oft durch gebrochene Versprechen, Armut und das Gefühl des systematischen Im-Stich- Gelassen-Werdens geprägt wurden, wird diese theologische Hoffnung durch einen auf Christus ausgerichteten Dienst erlebbar, der ihre Würde bejaht, verlässliche Zuwendung bietet und sie so fördert, dass sie stark werden und dank neu entwickelter Fähigkeiten ihr Leben verändern können. Unser Krankenhaus schafft ein liebevolles und stärkendes Umfeld und fungiert so als ein irdischer Anker der Hoffnung. Die Beständigkeit in der Zuwendung hilft den Kindern, tiefsitzende Ängste vor Vernachlässigung und Zurückweisung zu überwinden, und zeigt ihnen zugleich, dass sie wertvolle, nach dem Ebenbild Gottes geschaffene Mitglieder der Gesellschaft sind. Sr. Sylvia Sekey PROPHETISCHE MISSION IM GESUNDHEITSWESEN: SOLIDARITÄT MIT DEN MARGINALISIERTEN

Zeitschrift LEBEN /40 Inspiriert von unserem Charisma FÖRDERN WIR HOFFNUNG UNTER ÄLTEREN MENSCHEN in der Provinz Südafrika „WÜRDIGUNG UNSERER ÄLTEREN MENSCHEN: DAS HERZ DER PFLEGE „ Du sollst vor grauem Haar aufstehen und das Ansehen des Greises ehren.“ (Lev. 19,32) Wer wir sind Im Holy Cross Home leben verschiedene Gruppen älterer Menschen zusammen: Laien, katholische Priester, Schwestern vom Heiligen Kreuz sowie Schwestern anderer Kongregationen. Dies bringt einen großen Erfahrungsschatz, Weisheit und die Schönheit des Alterns zusammen. Es gibt unterschiedliche Persönlichkeiten, Lachen und Herausforderungen. Wir achten und ehren jeden einzelnen Menschen, indem wir seine Würde und seine Rechte durch einen ganzheitlichen Ansatz respektieren. UNSERE TÄGLICHEN AKTIVITÄTEN & DIE PFLEGE Tägliche Pflege & körperliche Gesundheit Wir bieten eine personenzentrierte Pflege, die die Lebensqualität steigert. Unser Tagesablauf umfasst die medizinische Versorgung, ausgewogene Ernährung, Unterstützung bei der Mobilität, sanfte körperliche Übungen sowie geistige Anregung für jeden Bewohner und jede Bewohnerin. Mental fordernde & entspannende Betreuung Wir schaffen ein seniorengerechtes Umfeld, in dem sich jede Person frei und wertgeschätzt fühlt. Da Einsamkeit eine reale Erfahrung ist, bieten wir Aktivitäten an, die Freude und Sinn stiften. Dazu gehören: Spiele spielen, Geschichten anhören und die Würde der Erzählenden achten, Singen und Tanzen (für diejenigen, die dazu in der Lage sind), Erzählrunden zum Austausch von Weisheiten und Erinnerungen. Zweimal wöchentlich besuchen uns Studierende der Universität, um verschiedene ergotherapeutische und die alten Menschen aktivierende Übungen anzuleiten. „Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin; verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.“ (Psalm 71,9) Spirituelle Betreuung Hoffnung und Frieden in den letzten Lebensjahren. Jeden Freitag kommt ein Seelsorger zu Besuch, um mit den älteren Menschen zu beten und spirituellen Beistand zu leisten. Provinz Südafrika

Zeitschrift LEBEN /41 Soziale Betreuung & Feiern Wir feiern gemeinsam das Leben! Ostern, das Fest Kreuzerhöhung, Geburtstage Weihnachten. Welttag zur Bewusstmachung von Missbrauch an älteren Menschen sowie wichtige staatliche Feiertage wie der Tag der Jugend, der Unabhängigkeitstag, der Tag des südafrikanischen Kulturerbes, Muttertag und Vatertag. Wir freuen uns auch an Aktivitäten im Freien. Verschiedene Wohltäter besuchen uns gelegentlich, um unsere Senioren zu erfreuen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Die Sorge für ältere Menschen ist ein Segen; denn Geben ist seliger als Nehmen. DIE BILDUNG. Eine Quelle der Inspiration Unsere älteren Schwestern sind die tragenden Gebetssäulen unserer Provinz. Sie beten unablässig für uns. Ihr Dasein unter uns, ihr Glaube und ihr Gottvertrauen sind geradezu greifbar. Sie sind die Hüterinnen von Weisheit, Glaube und der Geschichte unserer Gemeinschaft. Durch ihr Leben und ihre Geschichten lehren, führen und segnen sie uns jetzt ebenso wie früher. Sr. Alice Matyatini Leiterin des Holy Cross Home, Pretoria, Südafrika Nach jedem Generalkapitel teilen wir die Botschaft des Kapitels mit den Leitungen all unserer Schulen, indem wir sie auf der jährlichen Bildungskonferenz der Gemeinschaft vom Heiligen Kreuz einbringen, bei der Vertreterinnen und Vertreter aller neun Schulen zusammen- kommen. Diese Führungskräfte tragen die Botschaft anschließend in ihre jeweiligen Schulgemeinschaften weiter. Die Bildungskonferenz bietet den Schulleitungen zudem eine wichtige Gelegenheit, als die eine Familie vom Heiligen Kreuz zusammenzukommen. Die Provinz Südafrika umfasst neun Schulen in drei Ländern: Namibia, Südafrika und Simbabwe. Unsere Schülerinnen und Schüler stammen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten, d.h. aus den sozial benachteiligten bis hin zu wohlhabenden Bevölkerungsgruppen. Auch wenn jede Schule in einem spezifischen Umfeld tätig ist, teilen alle die Sendung und das Ethos der katholischen Kirche, wie sie im Charisma vom Heiligen Kreuz zum Ausdruck kommen. Der Dienst der Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Pflege und Förderung dieses Charismas. Provinz Südafrika

Zeitschrift LEBEN /42 Sie tauschen bewährte Verfahren aus, feiern Erfolge, erörtern Herausforderungen und unterstützen einander durch den Austausch von Ideen und Ressourcen. Auf diese Weise wird das Charisma vom Heiligen Kreuz zur gelebten Realität; es inspiriert die Führungskräfte und befähigt sie, diesen besonderen Geist in ihre Schulen zurückzutragen. Eine neu entfachte Flamme Eine der für mich inspirierendsten Erfahrungen der letzten Jahre war es, das tiefe Vertrauen unserer Provinz in die göttliche Vorsehung zu erleben, und zwar bei der Gründung einer neuen Schule für Kinder aus der Bevölkerung von Okongo in Namibia. Trotz sehr begrenzter finanzieller Mittel errichtete die Provinzleitung, unterstützt durch großzügige Wohltäter, die Gott uns auf den Weg geschickt hatte, die Schule in erstaunlich kurzer Zeit. Sie wurde im vergangenen Jahr als Tagesschule mit zunächst nur 19 Schülerinnen und Schülern eröffnet. Seither ist die Schule über alle Erwartungen hinaus gewachsen. Weitere Gebäude wurden fertiggestellt, und in diesem Jahr kam ein Internatsbereich hinzu; mittlerweile werden 111 Schülerinnen und Schüler betreut. Dieser bemerkenswerte Weg hat in mir die Flamme der Hoffnung neu entfacht. Das Geschehene hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass das Charisma vom Heiligen Kreuz nicht nur lebendig, sondern auch von großer Bedeutung für heute ist. Es erinnert uns daran, dass Außergewöhnliches geschehen kann, wenn wir unser Vertrauen auf die göttliche Vorsehung setzen. Eine Hoffnung wecken, die niemals enttäuscht Eltern berichten uns immer wieder, dass sie sich aufgrund der Qualität unserer Bildungsarbeit und unseres Engagements für die Werte des Evangeliums für unsere Schulen entscheiden. Sie erkennen, dass es bei der Bildung an einer Schule der Kreuzschwestern um mehr geht als nur um akademische Leistungen; es geht darum, junge Menschen so zu prägen, dass sie von Glauben, Integrität, Mitgefühl und der Bereitschaft zum Dienst am Nächsten geleitet werden. Folglich gehört es zu den ersten Pflichten unserer Schulleitungen, diese Werte des Evangeliums in allen Bereichen des Schullebens zu pflegen und vorzuleben. Eine Schule zu leiten ist heute sowohl herausfordernd als auch erfüllend. Bisweilen können die Anforderungen überwältigend wirken, und die Schwierigkeiten scheinen oft die Erfolge zu überwiegen. Doch inmitten der Herausforderungen gibt es viele Zeichen der Hoffnung. Ehemalige Schüler kehren häufig zurück, um ihre Schulen zu unterstützen und zu stärken: ein Zeugnis für die nachhaltige Wirkung unserer Bildung. Ebenso bietet die digitale Welt zwar bemerkenswerte Chancen für das Lehren und Lernen, bringt aber auch erhebliche Herausforderungen mit sich, die Weisheit, Urteilsvermögen und Resilienz erfordern. Trotz der real gegebenen Schwierigkeiten bleibt es ein wunderbares Privileg, mit der Bildung und Formung junger Menschen betraut zu sein. Wir haben die Möglichkeit, etwas dazu beizutragen, um sie zu verantwortungsbewussten Bürgern heranzubilden, die einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch unsere Schulen an der Sendung Jesu teilhaben, der sagte: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh. 10,10) Genau diese Sendung inspiriert uns auch heute dazu, eine Hoffnung zu wecken, die niemals enttäuscht. Sr. Flora Matavire Provinz Südafrika

Zeitschrift LEBEN /43 AUF DER SUCHE nach einem besseren Leben HOFFNUNG durch Seelsorge unter Arbeitsmigranten in der Provinz Sambia fördern Die Botschaft des Generalkapitels 2025 „Schwestern vom Heiligen Kreuz, die Hoffnung stiften – eine Hoffnung, die nicht enttäuscht“ findet in meinem Dienst unter Arbeitsmigranten einen tiefen Widerhall. Als Schwester vom Heiligen Kreuz, die bei Talitha Kum Sambia (TAKUZA) in Zusammenarbeit mit dem internationalen Netzwerk von Talitha Kum tätig ist, höre ich diesen Ruf jeden Tag. Unsere Mission ist es, uns mutig und hoffnungsvoll gegen Ausbeutung zu stellen, Opfer von Menschenhandel sowie schutzbedürftige Migranten zu begleiten und die von Gott geschenkte Würde jedes Menschen zu wahren. Inspiriert von Mutter Bernarda ruft uns unser Charisma als Schwestern vom Heiligen Kreuz dazu auf, die heilige Würde jedes Menschen zu erkennen. Diese Hoffnung wird greifbar, wenn wir Migranten in Gefängnissen besuchen, einen Zugang zu Gerechtigkeit ermöglichen, bei der Rückkehr in die Heimat helfen und uns für sichere Migration einsetzen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir unbegleitete äthiopische Minderjährige, deren Traum von einem besseren Leben in der Haft endete. Sie stiegen aus der Schule aus, weil ihnen Arbeit und schnelles Geld in Südafrika versprochen wurden. Provinz Sambia

Zeitschrift LEBEN /44 Schon unterwegs wurden sie von den erwachsenen Begleitpersonen alleingelassen. Später wurden sie dann von Beamten der Einwanderungskontrolle aufgegriffen, weil sie sich nicht ordnungsgemäß ausweisen konnten. Ihre Schutzlosigkeit hat mich motiviert, mich noch stärker für Aufklärung und Interessenvertretung zu engagieren. Dennoch bleibt der unzureichende Schutz sowie das mangelnde Angebot an psychosozialer Betreuung und kindgerechten Diensten für schutzbedürftige minderjährige Migranten eine der größten Herausforderungen; viele von ihnen sind dadurch der Gefahr von Menschenhandel, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Jesus erinnert uns: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh. 10,10). Auch Papst Franziskus erinnert uns daran, dass „Migranten unsere Brüder und Schwestern auf der Suche nach einem besseren Leben sind“. Um auf diesen Impuls zu antworten, brauchen wir eine verstärkte Zusammenarbeit, um Schutz und Zugang zu Gerechtigkeit für Migranten zu gewährleisten. Zudem sind wir aufgerufen, in Bildung, Familienzusammenführung (wo immer möglich) und in mit Traumaarbeit vertraute psychosoziale Betreuung zu investieren, damit schutzbedürftige Kinder Hoffnung und Würde wiederfinden können. Jede Tat der Begleitung, der Barmherzigkeit und des Eintretens für andere offenbart die Gegenwart Christi und erneuert meinen Glauben; sie inspiriert mich dazu, weiterhin eine Hoffnung zu stiften, die wahrhaftig nicht enttäuscht (Röm. 5,5). Sr. Ethel Munsaka

Zeitschrift LEBEN /45 BILDUNG bedeutet AN DIE AUFERSTEHUNG ZU GLAUBEN Bildung als heilige Sendung Bildung ist mehr als die Vermittlung von Wissen. Sie ist die Formung des ganzen Menschen, d.h. von Verstand, Herz und Seele. Als junge Schwester vom Heiligen Kreuz betrachte ich das Unterrichten nicht bloß als Beruf. Es ist eine heilige Sendung, die in unserem Charisma verwurzelt ist. Inspiriert durch das Kreuz Christi glaube ich, dass jeder Schüler und jede Schülerin, die mir anvertraut sind, das Bild Gottes wider- spiegelt und eine einzigartige Bestimmung in sich trägt. Unser Charisma vom Heiligen Kreuz ist auf Hoffnung und Liebe gegründet. Es ruft mich dazu auf, mutig am Fuße des Kreuzes zu stehen, im Vertrauen darauf, dass Gottes Gnade selbst inmitten von Schwierigkeiten neues Leben hervorbringen kann. Dies prägt meine Art zu unterrichten: Mein Ziel ist, Hoffnung zu wecken, den Glauben zu stärken, Mitgefühl zu fördern und bei jedem Kind nach dem Bestmöglichen zu streben. Ganzheitliche Bildung Wir bilden den ganzen Menschen aus: Verstand, Körper und Geist. In der Tradition des Heiligen Kreuzes formen wir Schülerinnen und Schüler, die kritisch denken, gerecht handeln, liebevoll sind und mutig leben. Unsere Klassenzimmer sind Orte, an denen Fragen willkommen sind, Anstrengung gewürdigt wird und wo der Charakter ebenso wächst wie die Kompetenzen. Durch den Unterricht in Mathematik, Musik, Naturwissenschaften oder durch soziales Engagement helfe ich den Schülern und Schülerinnen zu erkennen, dass alle Wahrheit letztlich zu Gott führt. Eine Sendung der Hoffnung Was mich ursprünglich zu den Schwestern vom Heiligen Kreuz führte, war meine Leidenschaft für das Unterrichten. Diese Leidenschaft ist heute für mich eine lebendige Realität, wenn ich den Lernenden an unserer Schule eine ganzheitliche Bildung vermittle. Im Geiste des Heiligen Kreuzes zu unterrichten bedeutet, an die Auferstehung zu glauben: daran, dass durch Gottes Gnade jeder Verstand erleuchtet und jedes Herz geheilt werden kann und dass jedes Leben die Möglichkeit hat, Frucht zu bringen. Mein Gebet ist, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Schule nicht nur mit Zeugnissen verlassen, sondern mit der Überzeugung, dass sie geliebt werden, dass sie wichtig sind und dass sie dazu berufen sind, Menschen der Hoffnung in dieser Welt zu sein. Sr. Esther Monde Mwiya Mit Leidenschaft lehren, weil es eine Möglichkeit ist, Leben zu schenken… Provinz Sambia

Zeitschrift LEBEN /46 «Mit dem Blick zum HORIZONT gehen wir voller HOFFNUNG, überwinden Grenzen und schenken LEBEN» „Clar Plan“ Südamerika 2026–2029

Zeitschrift LEBEN /47 DEM LEBEN IN JEDEM ALTER WÜRDE UND WERT VERLEIHEN Die Botschaft des Generalkapitels 2025 lädt uns dazu ein, die Hoffnung bei älteren Menschen zu wecken und zu stärken. Es erfüllt uns mit großer Freude, sie in Zeiten von Schmerz, Einsamkeit, Leid und sozialer Verletzlichkeit zu begleiten. Unser Ziel bei dieser Zuwendung ist es, das Leben zu achten und zu fördern sowie die Versöhnung mit dem auferstandenen Jesus, der sie bedingungslos liebt, zu unterstützen. Als Schwestern vom Heiligen Kreuz, die diese Gruppe von vierundzwanzig älteren Menschen betreuen, haben wir uns auch der Herausforderung gestellt, Synodalität zu leben. Dies geschieht unter anderem durch den Aufbau regionaler Netzwerke, um eine bessere Versorgung zu gewährleisten und das körperliche, emotionale und geistliche Wohlbefinden der Mitglieder unserer Gemeinschaft zu fördern. Im kulturellen Bereich stärken wir die Verbindung zur örtlichen Gemeinschaft, indem wir Menschen dazu einladen, Zeit mit älteren Erwachsenen zu verbringen und diese besser kennenzulernen – etwa durch künstlerische Aktivitäten, Tanz, Workshops sowie Einzel- und Gruppentherapien. Diese Initiativen fördern die Integration, das Miteinander und die Wertschätzung jedes Einzelnen. Wir vermitteln Hoffnung in unserer Sendung auch gemeinsam mit den Mitarbeitenden, die sich täglich um die älteren Menschen kümmern und sie betreuen. Durch Fortbildungen und Schulungsprogramme im Gesundheitsbereich wollen wir ihr Selbstvertrauen, ihre Berufung zum Dienen sowie ihre Hoffnung für sich selbst und auf Gott stärken; dabei ermutigen wir sie sowohl zur Fürsorge für andere als auch zur Selbstfürsorge im Kollegenkreis. Was die Sakramente betrifft, so haben wir einen Raum in eine Kapelle umgewandelt, die sowohl einzeln als auch in der Gemeinschaft aufgesucht werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, die Sakramente der Versöhnung und der Krankensalbung sowie die Kommunion zu empfangen. Besonders hervorzuheben ist das tägliche Gebet des Rosenkranzes, bei dem Anliegen für geistliche Berufungen und für unsere Kongregation vor Gott gebracht werden. Sr. Carmen Ortega Cunco Erfahrungen in der Cunco Provinz

Zeitschrift LEBEN /48 BILDUNG, UM GOTTES LIEBE SICHTBAR ZU MACHEN Cunco Jeden Tag danke ich Gott für die Gabe, dass ich das Charisma der Schwestern vom Heiligen Kreuz im Bildungsbereich leben darf. In jeder Gemeinschaft, die sich mit Bildung befasst, erkenne ich, dass unsere Sendung weit über das bloße Unterrichten hinausgeht: Wir sind dazu berufen, Gottes Liebe dort sichtbar zu machen, wo die Hoffnung zu schwinden scheint. Deshalb fühle ich mich – und fühlen wir uns alle – dazu eingeladen, wahre Quellen der Hoffnung zu sein, und diese Hoffnung reicht hin zu allen, die mit unserer Sendung in Berührung kommen: Lehrkräfte, Familien und natürlich unsere Schülerinnen und Schüler. Unser Charisma leuchtet mir in meinen Dienst, wenn ich eine Schülerin oder einen Schüler dabei unterstütze, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu fassen; wenn eine Familie in unseren Bildungsgemeinschaften Gemeinschaft erlebt – einen Ort des Willkommenseins – oder wenn eine Lehrkraft die Bedeutung ihrer Berufung neu entdeckt. Dies sind einfache, aber zutiefst verändernde Erfahrungen, die uns daran erinnern, dass Bildung ein besonderes Mittel ist, um Menschen zu prägen, Gemeinschaften zu stärken und durch unser Leben das Evangelium zu verkünden. Jede unserer Bildungsgemeinschaften ist in ihrem eigenen Kontext und an ihrem jeweiligen Standort ein Spiegelbild der Gegenwart Gottes. In ihnen werden Werte gepflegt und geschwisterliche Bande geknüpft; für Kinder, Jugendliche und Familien entstehen echte Gelegenheiten zu erkennen, dass ein Neuanfang immer möglich ist und dass es stets Chancen gibt – man muss nur wissen, wie man sie findet. Dort verändert der Geist unserer Kongregation weiter das Leben der Menschen und verwandelt Gemeinschaften durch die stille Kraft des Dienstes, der Nähe und der Liebe. Ich entfache die Flamme unseres Charismas immer wieder neu, wenn ich das Wachstum derer betrachte, die wir mit Geduld und Vertrauen begleitet haben. In solchen Momenten bestätigt sich für mich die Gewissheit, dass die Hoffnung niemals enttäuscht, weil sie auf Christus gegründet ist. Im Licht unseres Bildungsauftrags träume ich davon, dass wir unseren Weg gemeinsam fortsetzen, Hoffnung stiften und – mit Freude und Treue – Samen der Hoffnung säen, die in der heutigen und in künftigen Generationen reiche Frucht tragen werden. Sr. Yilda Vidal Poza

Zeitschrift LEBEN /49 Ein CHARISMA, das IM LEBEN sehr vieler junger Menschen Wirklichkeit wird Lateinamerika Pater Theodosius pflegte zu sagen: „Euer Kloster ist die Welt.“ Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich während meines Ordenslebens besonders intensiv erlebt habe. Die Zeit ist vergangen, und heute teile ich meine Erfahrungen in meiner Sendung mit Schülerinnen, die ihre weiterführende Schulausbildung nicht fortsetzen können. Unsere Kongregation bietet 90 jungen Frauen aus bäuerlichen Familien der Gemeinde Panguipulli eine Unterkunft. Es ist eine Region mit einem hohen Anteil an indigener Bevölkerung. Genau hier schlägt unser Charisma Wurzeln in den Herzen dieser jungen Frauen: Sie nehmen die Begleitung und Fürsorge, die wir ihnen bieten, mit Freude und Begeisterung an. Zu Beginn des Jahres teilten wir die Schülerinnen nach ihrem Alter ein, damit sie ihren jeweiligen Modulen und Betreuerinnen zugeordnet werden konnten. Unsere Priorität lag darauf, nahrhafte Mahlzeiten sowie Schlafräume mit Betten, Heizung, sanitären Anlagen und Duschen bereitzustellen. Die jungen Frauen erfuhren Nähe, Zuwendung sowie geistlichen und sozialen Beistand – besonders jene, denen dies zu Hause fehlte –, so dass langsam das Internat zu ihrem zweiten Zuhause wurde. Jeden Tag erwartete ich sie am Eingang, um sie zu begrüßen und zu fragen, wie der Schultag gewesen war. Die Kongregation unterstützte mich bei der Organisation verschiedener Aktivitäten, die den Schülerinnen das Leben und Wirken unserer Gründer näherbrachten. Dies motivierte sie, als Gemeinschaft zusammenzufinden und an den vielfältigen Treffen und Veranstaltungen der Kongregation teilzunehmen. Eine Reihe der Schülerinnen haben im Anschluss ein Studium an einer Universität, einer Fachhochschule oder einer anderen vergleichbaren Einrichtung aufgenommen. Ich bin Gott dankbar, denn ich habe erlebt, wie das Teilen unseres von Hoffnung, Freude und Einfachheit geprägten Lebens das Charisma erneuert und ihm in der heutigen Zeit neue Wege eröffnet. Sr. María Garrido Bustos

Zeitschrift LEBEN /50 Die Laienbewegung der Schwestern vom Heiligen Kreuz. Inspiriert vom Charisma unserer Gründer, möchten sich die Laien vom Wort Gottes und unserer Spiritualität nähren lassen, um ihrem Alltag den Geschmack des Evangeliums zu geben. Als ich meinen Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus – der das Fundament und die treibende Kraft unseres Lebens und unserer Sendung ist und der unserem Sein und Tun Sinn verleiht – mit der Laienbewegung der Schwestern vom Heiligen Kreuz geteilt habe, wurde mir klar, dass alles, was ich gebe, letztlich auch mir selbst zugutekommt. Wer in anderen Hoffnung weckt, entfacht auch die eigene Hoffnung neu; wer anderen hilft zu erwachen, erwacht selbst. … UNSER CHARISMA MIT DEN LAIEN TEILEN Lateinamerika Das Teilen unseres Charismas mit den Laienmitgliedern der Bewegung hilft ihnen, sich den Geist der Kongregation der Schwestern vom Heiligen Kreuz zu eigen zu machen und in der Spiritualität von Mutter Bernarda und Pater Teodosius zu wachsen. Auf diese Weise können sie in der heutigen Welt zu einer Präsenz Christi werden und nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familien und der Gesellschaft verwandeln, ganz so, wie es unsere Gründer und die ihnen nachfolgenden Schwestern getan haben. Wenn die Mitglieder der Bewegung unsere Spiritualität und unser Charisma kennenlernen, werden sie davon inspiriert. Es berührt mich sehr, wenn sie von „unserem Charisma“, „unserer Spiritualität“ und „unseren Gründern“ sprechen. Sie beteiligen sich am Evangelisierungsauftrag unserer Kongregation und tragen das Charisma des Heiligen Kreuzes durch ihr Zeugnis, ihren Dienst, ihr Gebet und die geschwisterliche Begleitung in die Gemeinschaften hinein. Sie lernen in Treffen, Versammlungen, Einkehrtagen und bei Besuchen durch Schwestern, die sie begleiten, wie man das tut. Anschließend setzen sie dies in ihrem kirchlichen Umfeld um, angefangen bei ihren eigenen Familien. Sie wissen, dass sie in Christus und seinem Evangelium verwurzelt sind und ebenso in dem Vorbild, das Pater Teodosius, Mutter Bernarda und die ersten Schwestern gegeben haben. Im gemeinsamen Teilen üben wir, das Kreuz mit Hoffnung zu tragen und wir helfen anderen beim Tragen des Kreuzes. Wir lernen den Alltag im Glauben und mit Freude zu leben, den Glauben in gegenseitiger Unterstützung in guten wie in schlechten Zeiten zu teilen, der Kirche in verschiedenen Apostolaten zu dienen und die Pastoral in der Pfarrei zu fördern. Es ist ein Weg der Hoffnung und der Zukunft. Sr. Mariela Sandoval

Zeitschrift LEBEN /51 NEUE HORIZONTE der SENDUNG «Es ist diese Verwurzelung in Christus, die jene, die uns vorausgegangen sind – Männer und Frauen wie wir, mit Gaben und Grenzen wie den unseren – dazu befähigte, Dinge zu vollbringen, die sie sich vielleicht nie hätten vorstellen können. Sie ermöglichte es ihnen, Samen des Guten zu säen, die über Jahrhunderte und Kontinente hinweg heute praktisch die ganze Welt erreicht haben…» Papst Leo XIV. 30. Juni 2025

Zeitschrift LEBEN /52 IN DER HOFFNUNG VERANKERT FÜR EIN VERWANDELTES MORGEN In Nemi bei Rom versammelten sich dreiundzwanzig Theologinnen aus der ganzen Welt unter der Schirmherrschaft der UISG, nachdem sie zuvor ein Jahr lang einen Online-Dialog geführt hatten. Die Teilnehmerinnen – allesamt promovierte Expertinnen verschiedener Fachrichtungen – kamen zusammen, um anhand dreier zentraler Themen über die Zukunft des gottgeweihten Lebens nachzudenken: (1) Gottgeweihtes Leben und die digitale Welt, (2) Missbrauch, Macht und Gehorsam, sowie (3) Synodalität. Das Symposium schuf einen wunderbaren intellektuellen Raum, der frei von traditioneller Starrheit war und einen offenen Dialog über die Grenzen der Kulturen und Kontinente hinweg ermöglichte. Diese Atmosphäre förderte Einheit, Ermutigung und gegenseitige Unterstützung und stärkte die Überzeugung, dass das gottgeweihte Leben ein wesentlicher Weg zur Verbreitung der Botschaft vom Reich Gottes bleibt. Gottgeweihtes Leben und die digitale Welt: Inspiriert durch das Dokument der Internationalen Theologischen Kommission des Vatikans „Quo Vadis Humanitas?“ (Wohin gehst du, Menschheit?) und der Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. untersuchten die Teilnehmerinnen, wie KI, Transhumanismus und Posthumanismus die menschliche Identität und Würde herausfordern. Während Technologie einst dazu gedacht war, das menschliche Leben zu unterstützen, erfüllt die KI heute oft menschliche Aufgaben – eine Entwicklung, die der Gesellschaft, insbesondere den Armen und den schutzbedürftigen Menschen, schaden kann. Missbrauch, Macht und Gehorsam: Im Mittelpunkt der Diskussionen stand nicht sexueller Missbrauch, sondern der Machtmissbrauch innerhalb von Ordensgemeinschaften. Fallstudien zeigten auf, wie Macht zum persönlichen Vorteil statt zum Gemeinwohl eingesetzt werden kann, was die Zukunft des Ordenslebens vor große Herausforderungen stellt. Synodalität: Wir teilten Erfahrungen aus verschiedenen Kontinenten, die uns zeigten, wie synodale Praktiken Hoffnung und Erneuerung schenken. Durch die Förderung von Teilhabe und Dialog ist Synodalität ein Korrektiv für hierarchische Starrheit und eröffnet jüngeren Generationen Wege, sich für das Ordensleben zu entscheiden.

Zeitschrift LEBEN /53 So entwickelte sich das Symposium zu einer vom Geist getragenen Bewegung, die bekräftigt: „Die Not der Zeit ist der Wille Gottes.“ Indem wir die Zeichen der Zeit deuten, sind wir als gottgeweihte Frauen dazu berufen, unsere Sendung auf nationaler, kontinentaler und internationaler Ebene zu erneuern. Unsere gemeinsame Hoffnung ist nicht bloßer Optimismus, sondern die feste Überzeugung, dass ein authentisch gelebtes gottgeweihtes Leben Gesellschaft und Kirche zu einem menschlicheren Morgen inspirieren kann. Unser gottgeweihtes Leben muss sowohl gut verankert als auch transformativ sein. Die Verankerung in den Werten des Evangeliums, im Charisma der Ordensgründer und in der Lehre der Kirche sorgt für Stabilität inmitten gesellschaftlicher Unruhen. Doch ebenso unerlässlich ist die Transformation, denn ohne sie droht dem gottgeweihten Leben der Stillstand. Gemeinsam aber schaffen Verankerung und Transformation ein dynamisches Gleichgewicht. Sr. Sandhya Manjaly SIP Aus der HOFFNUNG der AUFERSTEHUNG das GEWEIHTE LEBEN fördern im Erzbistum München und Freising Die tiefe Glaubensüberzeugung, dass nicht der Tod das letzte Wort hat, sondern das Leben, weil Jesus auferstanden ist, schenkt mir viel Hoffnung in meinem Dienst für das Geweihte Leben im Erzbistum München und Freising. Einige ältere Gemeinschaften müssen ihre Häuser verkaufen und in Altenheime umziehen. Es gibt ihnen neue Hoffnung, wenn ich sie begleite, ihnen zuhöre und sie ermutige. Eine Gemeinschaft in einem Anbetungskloster besteht nur noch aus drei Schwestern im Alter von 88, 89 und 50 Jahren. Das Ordensdikasterium in Rom hat die Autonomie dieser Gemeinschaft aufgehoben und sie unserem Erzbistum anvertraut. Jedes Mal, wenn ich diese Schwestern besuche, werde ich selbst beschenkt. Die beiden alten Schwestern klagen nicht. Sie wünschen sich nur, in der Schwesterngruft vor Ort ihre letzte Ruhe zu finden und dass die Anbetung im Kloster weitergeht. Darin entdecke ich eine große Haltung der Hoffnung.

Zeitschrift LEBEN /54 Mit Zustimmung unseres Kardinals werde ich in diesem Kloster eine Schwesterngruppe aus den Philippinen ansiedeln, damit die Anbetung und das klösterliche Leben weitergeführt werden können. Gemeinsam mit meinen Kollegen aus dem Bauwesen überlegen wir, wie die großen Gebäude verändert und neu genutzt werden können. Dafür braucht es Mut, Vertrauen und eine weitsichtige Hoffnung Im April kamen diese Schwestern für ein Wochenende in unser Provinzhaus nach Altötting. Dort erhielten sie Impulse von unserer Sr. Dr. Sandhya Shency aus der Provinz Südindien. Beim Sonntagsgottesdienst beschenkten sie uns Schwestern vom Heiligen Kreuz mit afrikanischen Tänzen und Trommelmusik, mit philippinischer Gitarren- musik, schönen Gesängen und einer Blumen-, Licht- und Tanzprozession in Malayalam. Die lebendige Vielfalt des geweihten Lebens in der Weltkirche hat auch uns selbst neue Hoffnung geschenkt. Sr. Franziska Mitterer DEUTSCHE PROVINZ Eine weitere wichtige Gruppe sind Ordensfrauen aus Afrika und Asien, die meistens im Pflegebereich arbeiten. Durch Begegnungen, Gespräche und gegenseitige Unterstützung werden sie ermutigt, ihr Ordensleben auch in einer sehr säkularen Gesellschaft wie München mit Freude zu leben.

Zeitschrift LEBEN /55 Die Schweizer Provinz steht vor grossen Herausforderungen. Aufgrund des fehlenden Nachwuchses und des hohen Durchschnittsalters der Schwestern (87 Jahre) wurde in einer langen, fachlich begleiteten Planungsphase entschieden, den Ost- und Südtrakt des Mutterhauses für neue Nutzungen zu öffnen. Neben bezahlbarem Wohnraum für Alleinstehende und Familien, dem Einzug der Musikschule und Gewerberäumen wird es im Nordosttrakt eine Clusterwohnung geben, die ab nächstem Frühjahr bezugsbereit ist. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren haben wir eine junge Person gefunden, die hochmotiviert ist, diese Clustergemeinschaft aufzubauen. Sie hat bereits mit der Re- krutierung von Interessierten begonnen. Der Gemeinschaft stehen 11 Studios mit gemeinsamer Küche, Stube, Meditationsraum und Waschküche zur Verfügung. Am 4. Juli werden sich die Interessierten zu einem ersten Workshop treffen. Aus den Leitlinien der Gemeinschaft: - Wir sind Christ/innen verschiedener Konfessionen und Generationen, die unter einem Dach leben und ihren Alltag gemeinsam mit Jesus Christus in ihrer Mitte gestalten. Wir arbeiten in unseren angestammten Berufen. - Wir lassen uns von gelebter Ökumene und gemeinschaftlichen Lebensformen inspirieren und suchen an diesem Ort des Gebets und des Miteinanders nach Gott. NEUES LEBEN BLÜHT AUF IN UNSEREN HÄUSERN Ein Traum wird Wirklichkeit in den leeren Räumen im Mutterhaus Menzingen

Zeitschrift LEBEN /56 - Wir setzen uns für Frieden, Versöhnung und Einheit in Verschiedenheit ein, lernen voneinander und ermutigen uns gegenseitig auf unserem persönlichen Weg. Gespräche mit den Beteiligten, wie auch die Leitlinien der Gemeinschaft lassen uns erfahren, dass unser Erbe durch die Bewohnenden der Clusterwohnung in die heutige Zeit weitergetragen wird. Es entsteht ein Ort wo Gemeinschaft, Spiritualität und Alltag zusammenfinden. Wir Schwestern freuen uns, Raum anbieten zu können, damit neue Formen von Gemeinschafts- und Gebetsleben wachsen können. In diesem Prozess ist mir ein Wort von Sr. Simona Brambilla sehr gegenwärtig. Sie ermutigt uns, einen neuen Platz in der Kirche einzunehmen: «…wir wollen lernen (…) offen zu sein, in der Gemeinschaft anderer Sterne zu stehen und bereit, den Himmel der Gemeinschaft zu bewohnen». Sr. Ursula Wyss Provinz Schweiz Es gibt Orte, die eine Seele, Erinnerungen, Erlebnisse und Lebensgeschichten bewahren Die Schönheit und Kraft einer Ausstrahlung, der es gelingt, in unseren Häusern eine Gestalt zu bekommen. Eine „Wiedergeburtserfahrung“ im Insti- tut Santa Croce in Sondrio, Italien Es gibt Orte, die eine Seele, Erinnerungen, Erlebnisse und Lebensgeschichten in sich tragen. Einer davon ist das historische Istituto Santa Croce in Sondrio. Geschaffen wurde es als ein Ort, das Schutz, Bildung und gastfreundliche Aufnahme bietet. Heute steht denselben Mauern ein neues Kapitel ihrer Geschichte bevor – dank Ananthea, einem Projekt der Sozialgenossenschaft Apanthesis. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Zivilwirtschaft, die eng mit der spirituellen Identität und dem Gründungsideal der Schwestern vom Heiligen Kreuz verflochten ist. Ihre Ziele bestehen seit ihrer Gründung darin, Leben zu spenden. Ananthea ist nicht nur eine Unterkunft, es ist das Ergebnis eines gemeinsamen Weges in Respekt ausgehend von Beziehungen, die im Laufe der Zeit aus der Zusammenarbeit zwischen der Koordinatorin Monia Copes und Valeria, ihrer ehemaligen Kollegin bei der Caritas in Como und heute Mitarbeiterin der Genossenschaft gewachsen, gepflegt und vertieft worden sind. Der Name „Ananthea“ („blühen“) ist ein Versprechen, diese Räume der Fürsorge nicht verkümmern zu lassen, sondern neue Wege zu finden, damit sie weiterhin der Menschheit dienen können. Dieser Geist zeigt sich auch im wunderschönen Innengarten, einer Oase des Friedens, die den Gästen des Hauses zugutekommen soll. Es gibt Orte, die eine Seele, Erinnerungen, Erlebnisse und Lebensgeschichten in sich tragen. Einer davon ist das historische Institut College of the Holy Cross in Sondrio. Geschaffen wurde es als ein Ort, das Schutz, Bildung und gastfreundliche Aufnahme bietet. Heute steht denselben Mauern

Zeitschrift LEBEN /57 Im Sommer 2025 begann das Herz des Hauses zu schlagen, als es 25 ukrainische Jugendliche aus dem Caritas-Projekt „Gemeinsam ist es besser“ willkommen hieß. Heute bereitet sich die Einrichtung darauf vor, ihre endgültige Form als Ziel für sozialen Tourismus anzunehmen. Durch die Umwandlung eines Flügels des Instituts in ein Ferienhaus mit 24 Betten bietet Apanthesis zu erschwinglichen Preisen inklusive, barrierefreie, offene Gastfreundschaft für alle, die einen Aufenthalt voller menschlicher Werte suchen, und reagiert damit flexibel auf die sich abzeichnenden Bedürfnisse der Region Veltlin. Die Fürsorge und die freundliche Aufnahme für diejenigen, die die Region bereisen, ist der reinste Weg, neues Leben und Stabilität zu fördern. Darüber hinaus wird durch die Wiedereröffnung der historischen Säle für Treffen lokaler Stiftungen die Einrichtung dauerhaft zum Zentrum für Synergien und Ideen zum Wohle der Allgemeinheit. Apanthesis ist eine soziale Genossenschaft, die am 28. Januar 2004 mit einem konkreten Ziel gegründet wurde: Hilfe in Gastfreundschaft zu verwandeln. Seit der Eröffnung unserer ersten Einrichtung am 15. Februar 2004 arbeiten wir jeden Tag daran, Menschen in Notlagen Würde, Unterstützung und mitmenschliche Wärme zu bieten. Wir glauben an eine Fürsorge, die über die bloße Bewältigung von Notlagen hinausgeht und sinnvolle Beziehungen aufbaut. Unsere Geschichte besteht aus menschlicher Zuwendung, aktivem Zuhören und einem ständigen Engagement für die Region Sondrio, in der wir mit Professionalität und Hingabe tätig sind. Monia Copes, Leiterin der Kooperative & Valeria Giulaieva

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Zeitschrift LEBEN /59 Als Antwort auf den Aufruf des Generalkapitels: „Durch einen synodalen Führungsstil fördern wir auf der Basis unseres Charismas und der Unterscheidung der Geister ein Klima des gegenseitigen Vertrauens, der inneren Freiheit und des aufmerksamen Zuhörens“ haben wir uns verpflichtet, unsere Prozesse der Zusammenarbeit zu stärken, um diesen Geist widerzuspiegeln. Diese Einladung ermutigt uns, die Kommunikation zwischen der lateinamerikanischen Provinz und der Provinz Cunco zu fördern, um die Prozesse der Zusammenarbeit weiter auszubauen, die die Gemeinschaft vertiefen, unser Charisma neu beleben und unsere Mission sowohl auf Ebene der Ordensgemeinschaft als auch im apostolischen Wirken stärken. Das ganze Jahr 2025 hindurch trafen sich die beiden Provinzleitungen, um die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Schwestern vom Heiligen Kreuz in Lateinamerika zu planen: eine Feier voller Hoffnung und Dankbarkeit. In diesen Planungsprozess brachten beide Provinzen Initiativen und Vorschläge ein, aus denen ein gemeinsames Programm zur Würdigung dieses bedeutenden Ereignisses entstand. Die gemeinsamen Aktivitäten waren eine Quelle von Verbundenheit, Freude und Erneuerung. Zugleich forderten sie uns heraus, unser Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und den gemeinsamen Weg im Geist der Synodalität fortzusetzen. Dieser Prozess ermutigte uns, unsere Herzen zu öffnen, aufmerksam zuzuhören, den schwesterlichen Dialog zu fördern und die besonderen Eigenarten jeder Provinz respektvoll anzunehmen. Im Rahmen dieses Weges führten wir zwei Treffen mit den Leitungsverantwortlichen der Gemeinschaften beider Provinzen durch: eines in Nielol und eines in Cunco. Im Mittelpunkt stand das Thema Führung aus synodaler Sicht; es stieß auf großes Interesse und wurde im schwesterlichen Dialog sowie in gemeinsamer geistlicher Unterscheidung vertieft. Die Treffen waren eine zutiefst bereichernde Erfahrung, die die Gemeinschaft unter den Schwestern stärkte und unser Engagement für eine zunehmend partizipative, am Evangelium orientierte und fest in unserem Charisma verwurzelte Führung bekräftigte. Wir veranstalteten zudem ein Treffen mit Führungskräften aus dem Laienbereich – den Schulleitungen und gesetzlichen Vertretern unserer Schulen und Gesundheitseinrichtungen –, um anhand dreier Schwerpunktthemen über die Botschaft nachzudenken: eine gemeinsame Vision, synodale Führung und der Aufbau von Gemeinschaften für die Sendung. Das Treffen stieß auf positive Resonanz, förderte den offenen Dialog und führte zu konkretem Engagement innerhalb der von ihnen geleiteten Einrichtungen. Die Leitungen beider Provinzen bereiteten diese Treffen engagiert vor und begleiteten sie, was unsere Führungsarbeit auf sehr ermutigende Weise stärkte. Sr. Francisca Cossio und Sr Gloria Poblete Muñoz GEMEINSAM IN SYNODALER ZUSAMMENARBEIT AUF DEM WEG SEIN

Zeitschrift LEBEN /60 Der gemeinsame Weg mit der Lateinamerikanischen Provinz und Cunco lädt mich dazu ein, meine Wertschätzung für unsere gemeinsame Erfahrung mitzuteilen. Die Begegnungen waren geprägt von Offenheit, Dialogbereitschaft und einer gemeinsamen Spiritualität. Ich bin erfüllt von neuer Hoffnung und Freude und fühle mich inspiriert, diesen Weg miteinander weiterzugehen, uns gegenseitig in unserer Sendung zu unterstützen und unser Charisma neu zu beleben. Sr. Valeska Quinan Sánchez, Provinzrätin Lateinamreika Leitungssitzungen, Obere und Managementteams der Schulen in den Provinzen Cunco und Lateinamerika Seit mehr als einem Jahr arbeitet Sr M. Pius Lesaoana, Provinz Lesotho mit Sr. Elizabeth Wolstenholme, Haus Kap in der Begleitung der betagten Schwestern. Sie ist ausserdem die Ausbildnerin der Juniorin Sr. Clarissa. Hier findet Ihr einen Artikel, den sie gemeinsam verfasst haben. Die beiden beschreiben darin, wie sie ihren gemeinsamen Sendungsauftrag erfüllen, indem sie versuchen die hemmenden Wirkungen von kulturellen Unterschieden im Alltag zu überwinden. Ein HEILIGER DIENST, der uns von Gott anvertraut wurde Wir kümmern uns um die älteren Schwestern in der Gemeinschaft Mitchell's Plain in Kapstadt. Das Charisma der Schwestern vom Heiligen Kreuz ist darauf ausgerichtet, durch das Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung Jesu Christi neues Leben und Hoffnung zu schenken. Wir sind dazu berufen, das Leben überall dort zu fördern, wo es bedroht ist.

Zeitschrift LEBEN /61 Da wir alle wissen, dass das Alter Einsamkeit, Gebrechlichkeit, Vergesslichkeit und ein Gefühl des Verlusts der Selbstständigkeit mit sich bringen kann, bedeutet Lebensförderung hier für uns, die Würde jeder älteren Schwester zu schützen und zu bekräftigen, dass ihr Leben kostbar ist und fruchtbar bleibt. Ein DIENST DES MITGEFÜHLS: Wir sind uns bewusst, dass die Sorge für unsere älteren Schwestern ein heiliger Dienst ist, den Gott uns anvertraut hat. Es ist ein Dienst, der Geduld, Mitgefühl, Zärtlichkeit und ein liebevolles Herz erfordert. Jeder Tag bietet eine neue Gelegenheit, sie mit Liebe und Respekt zu begleiten: Einfache Gesten der Güte, Hilfe im Alltag (etwa Unterstützung beim Kochen oder beim Reinigen ihrer Zimmer), aufmerksames Zuhören, ein ermutigendes Lächeln und ein Mitgehen in ihrem Tempo werden zu kraftvollen Ausdrucksformen der mitfühlenden Gegenwart Christi. Auch wenn sie sich vielleicht langsamer bewegen oder Vertrautes vergessen, inspirieren sie uns weiterhin durch ihren Glauben, ihre Ausdauer und das Zeugnis eines Lebens, das Gott treu bleibt. Unser Dienst geht über die körperliche Pflege hinaus. Auch die emotionale Unterstützung ist von großer Bedeutung: Sich Zeit zum Zuhören zu nehmen, ihnen Mut zuzusprechen und ihnen das Gefühl zu geben, wertgeschätzt und eingebunden zu sein, schenkt ihren Herzen Trost und Freude. Vor allem aber bleibt die geistliche Begleitung das Herzstück unseres Dienstes: Gemeinsames Gebet, das Lesen des Wortes Gottes, die Feier der Eucharistie und die wöchentliche Anbetung, bei der wir über unsere Beziehung zu Gott nachdenken und diese vertiefen. All dies hilft ihnen zu erkennen, dass Gottes Gnade sie selbst in Momenten der Schwäche und Gebrechlichkeit trägt und ihre Herzen mit Frieden und Hoffnung erfüllt. Bei unserer Sorge für sie spüren wir, dass unsere älteren Schwestern uns in unserem Dienst Geduld, Demut, Dankbarkeit und ein unerschütterliches Vertrauen in Gottes Vorsehung lehren. Ihr Leben erinnert uns daran, dass jede Lebensphase ihre eigene Schönheit und ihren eigenen Sinn hat, und wir glauben, dass jede Phase auch ihre Frucht bringt. Die Sorge um die älteren Schwestern ist einer der authentischsten Ausdrucks- formen unseres Charismas, denn sie spiegelt unsere Bereitschaft wider, unter dem Kreuz zu stehen, das Leben zu fördern und die Hoffnung auf die Auferstehung zu verkünden. Sr. Elizabeth W.& Sr M.Pius Lesaoana

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Zeitschrift LEBEN /63 Wenn ich von La Santa Cruz in Rio Bueno spreche, bedeutet das auch, dass ich von meinem eigenen Leben spreche. Ich bin in dieser Gemeinschaft über 30 Jahre lang aufgewachsen und habe gelernt, dass Bildung Dienst am Nächsten ist und dass das Evangelium durch Liebe, Hoffnung und Großzügigkeit lebendig wird. Auch meine Kinder sind hier groß geworden und haben jene Werte verinnerlicht, die dann ihr Leben geprägt haben. Seit 125 Jahren hat die Kongregation Generationen von Schülerinnen und Familien unterstützt: vom ehemaligen Internat, das für viele Mädchen ein echtes Zuhause war, bis hin zur Bewältigung der Herausforderungen der Koedukation und Inklusion. Stets gingen die Schwestern ihre Aufgaben mit Herzlichkeit und Gastfreundschaft an. All dies wurde möglich dank der Berufung und des Engagements der ersten vier Schwestern, die in diese Stadt kamen und mutig dem Ruf Gottes folgten, den Bedürftigen Hoffnung zu bringen. Wenn wir heute an den Ort zurückkehren, an dem alles begann, ermöglicht es uns, uns wieder mit den Wurzeln einer Sendung zu verbinden, die zu Engagement inspiriert und die Identität stärkt, und die uns ermutigt, dieses Vermächtnis fortzuführen. Das Charisma und die Spiritualität der Kongregation haben mich tief geprägt und mir das Gefühl gegeben, dass dieses Werk auch mein eigenes ist. In meiner persönlichen Geschichte waren es die Schwestern vom Heiligen Kreuz, die mich wachsen sahen, und zwar vom ersten Moment an, als ich hier durch die Tür kam. Hier wurde ich ausgebildet, begleitet und willkommen geheißen; hier entdeckte ich meine Berufung zum Dienst. Deshalb empfinde ich eine tiefe Liebe zu diesem Werk. Es ist eine Liebe, die mich motiviert, mich um dieses Werk zu kümmern, ihm zu dienen und jeden Tag mein Bestes zu geben. Ich bin zutiefst dankbar, dass die Schwestern vom Heiligen Kreuz nicht nur mein Berufsleben und meine Arbeit, sondern auch mein Familienleben und mein geistliches Leben geprägt haben. Heute feiere ich dieses 125-jährige Jubiläum in der Gewissheit, dass die Kongregation vom Heiligen Kreuz eine für andere offene Sendung hat und ein wesentlicher Teil dessen ist, wer ich bin. Gilda Pérez Bustos Ehemalige Direktorin und Leiterin im Management und Führungsbereich Über die Schwestern vom Heiligen Kreuz in Rio Bueno zu sprechen, bedeutet auch, über mein Leben zu sprechen

Zeitschrift LEBEN /64 DIE KREATIVE PRÄSENZ DER LAIEN IN DER MISSION Der Heilige Geist eröffnet uns durch die konkreten Umstände der Geschichte neue Wege, unsere Sendung durch eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Laien zu erfüllen. Gemeinsam mit den Laien wollen wir durch die besondere und einzigartige Gabe unseres Charismas neues Leben schenken…

Zeitschrift LEBEN /65 Als ehemaliger Schüler und heute als Vater und als Laie, der die Ehre hat, das De La Salle Holy Cross College als Schulleiter im Auftrag der Schwestern vom Heiligen Kreuz und der Brüder der Christlichen Schulen (La-Salle-Brüder) zu leiten, habe ich das Charisma des Heiligen Kreuzes aus verschiedenen Perspektiven sehen und erleben können. Ich habe erfahren, dass sein größtes Geschenk nicht bloß Bildung ist, sondern eine Hoffnung, die gelebt und bezeugt wird und die durch Gottes Gnade von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Aus der Sicht der Welt bemisst sich Einfluss oft an der Zahl der Anhänger, an Beliebtheit und an Algorithmen. Die Schwestern vom Heiligen Kreuz haben uns andere Definitionen von Einfluss und Vermächtnis gelehrt. Ihr tiefer Glaube, ihr demütiger Dienst und ihr unerschütterlicher Einsatz für andere haben auch heute eine inspirierende Kraft und sind ein konkretes Beispiel für Selbstlosigkeit und aufrichtige Hingabe an Gott. Wie der heilige Franz von Assisi vor acht Jahrhunderten und der heilige Carlo Acutis in unserer Zeit erinnern uns die Schwestern vom Heiligen Kreuz daran, dass sich wahrer Einfluss daran misst, wie gut es uns gelingt, das Leben anderer Menschen näher zu Christus zu führen. Unser Schulmotto, „Sei der Erste, damit du dienen kannst“, ist mehr als nur ein Ziel; es ist die Art und Weise, wie Hoffnung für unsere Kinder sichtbar wird. Ich erlebe dies, wenn wir zur Heiligen Messe zusammenkommen, den Rosenkranz beten, Feiertage begehen und die Werte des Evangeliums in unseren täglichen Erwartungen und Aktivitäten lebendig werden lassen. Ich spüre es, wenn Gebet und Mitgefühl zum Herzschlag unserer Schule werden. Ich erkenne es, wenn unsere Schüler bereitwillig ihre Komfortzone verlassen, um den Menschen am Rande der Gesellschaft zu dienen. In solchen Momenten entdecken die uns anvertrauten jungen Menschen, dass Hoffnung wächst, wenn man sie teilt. Schulen müssen sich stets anpassen und weiterentwickeln, aber sie sollten dabei niemals die Wurzeln vernachlässigen, aus denen ihre Früchte wachsen. Angesichts der vielen Veränderungen um sie herum brauchen junge Menschen feste Konstanten in ihrem Leben. Sie können diese in Erwachsenen finden, denen sie vertrauen, und im Innersten der Kirche. HOFFNUNG, DIE GELEBT, BEZEUGT UND AN DIE NEUEN GENERATIONEN WEITERGEGEBEN WIRD

Zeitschrift LEBEN /66 Als Hüter unseres Charismas müssen wir uns bewusst machen, dass Kinder Glauben, Frieden und Hoffnung weniger durch das lernen, was wir sagen, als vielmehr durch das, was wir vorleben. Wir haben erlebt, wie aufrichtige Begleitung und Vertrauen ein Umfeld schaffen, in dem Hoffnung genährt wird und aufblühen kann. Dies ist ein besonderes Charakteristikum, das weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Jedes Gebet an unserer Schule beginnt mit den Worten: „Lasst uns daran denken, dass wir in der heiligen Gegenwart Gottes sind.“ Seine Gegenwart ist unsere Hoffnung. Sie gibt uns Sicherheit, dass das Licht stets stärker ist als die Finsternis und dass aus dem Glauben Ausdauer erwächst. Wenn junge Menschen die Schule mit hervorragenden Leistungen verlassen, aber nie entdeckt haben, dass sie geliebte Kinder Gottes sind, die niemals die Hoffnung verlieren sollten, haben wir dann wirklich das erreicht, was wir wollten? Wie ich selbst erfahren habe, liegt das vielleicht größte Vermächtnis und der bedeutendste Einfluss einer Schule der Kongregation der Schwestern vom Heiligen Kreuz darin, Kindern zu helfen, die Welt mit den Augen Christi zu sehen, damit auch sie danach streben können, für andere zu Trägern eben dieser Hoffnung zu werden. Mr Neil Berndsen De La Salle Holy Cross College, Victory Park, Johannesburg, Südafrika Das Charisma des Heiligen Kreuzes lebt durch die Laien Als Sekretärin der Heilig-Kreuz-Laienvereinigung in Sri Lanka freue ich mich sehr, durch Ihre Zeitschrift unsere Erfahrungen mit Ihnen teilen zu können. Ich schreibe Ihnen aus dem wunderschönen Küstendorf Thalvupadu im Inseldistrikt Mannar, Sri Lanka. In Sri Lanka wurde die Heilig-Kreuz-Laienvereinigung 2016 gegründet. Heute zählt sie rund 150 Mitglieder in fünf Diözesen. Als Laien engagieren wir uns mit großer Hingabe an der Seite der Schwestern. Wir sind sehr stolz darauf, dass sich viele unserer Mitglieder trotz ihres fortgeschrittenen Alters stets voller Begeisterung für Dienste zur Verfügung stellen.

Zeitschrift LEBEN /67 Unsere regelmäßigen Treffen sind von einem tiefen geistlichen Leben geprägt: Dazu gehören das Rosenkranzgebet, die Lesung des Evangeliums und die Betrachtung des Wortes Gottes unter der Leitung der Kreuzschwestern. Zudem finden in verschiedenen Konventen an den drei Tagen vor dem Fest der Kreuzerhöhung vorbereitende Gebetsgottesdienste statt. Dieses Triduum schließt mit der Aussetzung des Allerheiligsten und dem Segen durch die Priester ab – eine Zeit tiefer Frömmigkeit, die das Leben der Schwestern, das uns ein Vorbild ist, wunderbar widerspiegelt. Die gemeinsame Feier der Heiligen Messe am Festtag ist für uns alle ein zutiefst inspirierendes Erlebnis. Neben unseren geistlichen Zusammenkünften engagieren wir uns aktiv in der apostolischen Arbeit. Wir besuchen Krankenhäuser, Altenheime und die Privathaushalte kranker Menschen, um ihnen Trost zu spenden, Gespräche zu führen und mit ihnen zu beten. Mit Hilfe von dem, was die Schwestern, unsere Mitglieder und großzügige Wohltäter beitragen, können wir hilfsbedürftige Menschen wie z.B. Personen, die nicht weiterwissen, einsame ältere Menschen oder Waisenkinder ausfindig machen und ihnen helfend zur Seite stehen. An jedem unserer Standorte übernimmt eine engagierte Schwester die Leitung und organisiert diese Aufgaben auf hervorragende Weise. Auch Besuche bei Krebspatienten zu Hause, um mit ihnen zu beten und ihnen Zeit und Zuwendung zu schenken, sind ein inspirierendes Zeugnis unserer Mission. Dieser Dienst ist ein wahrer Ausdruck unseres Laienapostolats. Diese Aktivitäten berühren uns oft tief; sie helfen uns, unser eigenes Leben zu wandeln und den Hoffnungslosen in unserer Gesellschaft Hoffnung zu bringen. Um das Charisma der Schwestern vom Heiligen Kreuz lebendig zu erhalten, sehen wir folgende dringende Notwendigkeiten: • Psychologische und geistliche Begleitung von Menschen, die unter den Folgen von Krieg leiden oder mit Suchtproblemen kämpfen, mit besonderem Augenmerk auf Kinder und Jugendliche; • Förderung des interreligiösen Dialogs, um das harmonische Miteinander verschiedener Gemeinschaften zu stärken; • Bildungsangebote zu wichtigen moralischen Werten, um der jungen Generation Orientierung und Halt zu geben; • Ein Leben als frohes Zeugnis, um neue Berufungen für das Ordensleben zu wecken. Gemeinsam mit den Schwestern werden wir unermüdlich daran arbeiten, andere Menschen zu erreichen und sie unserem Herrn Jesus Christus näherzubringen. Mrs. Santhanalnayaki Croos

Zeitschrift LEBEN /68 Als Lehrerin am „Liceo Bicentenario de Excelencia Politécnico-Santa Cruz de Cunco“ in der chilenischen Region Araucanía möchte ich unterstreichen, dass die Zusammenarbeit mit den Ordensschwestern es mir möglich gemacht hat, eine engere Beziehung zu meinem Glauben aufzubauen. Unter anderen Umständen wäre dies wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Von Anfang an erhielt ich meine Ausbildung an einer konfessionellen Schule, die uns enger mit Gott in Kontakt brachte. Ich bin seit 1990 an dieser Schule tätig und mein beruflicher Werdegang war immer ein Ausdruck von Berufung und Dienst. Meine Erfahrung umfasst 36 Jahre in dieser Institution. Ich begann als Lehrerin für Bildende Kunst und übernahm später Führungsaufgaben, unter anderem die Koordination des Fachbereichs Kunsthandwerk sowie später Design und Mode. Nach der Umstrukturierung dieser Fächer im Bildungssystem habe ich eine Weiterbildung im Bereich „Technologie und Umwelt“ gemacht und anschließend Technologie und Bildende Kunst unterrichtet. Als weltliche Lehrkraft geht es für mich bei meiner pädagogischen Arbeit um einen gesellschaftlichen Wandel durch grundlegende Werte. Ich bin fest davon überzeugt, dass Bildung das wichtigste Instrument ist, um das Leben schutzbedürftiger Jugendlicher zu verändern, vorausgesetzt, ihre Familien engagieren sich für die Vermittlung dieser Werte. Angesichts des Wandels der Familienstrukturen, bei dem oft Großeltern oder ältere Geschwister Betreuungsaufgaben übernehmen, ist es unsere Aufgabe geworden, diese Jugendlichen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, sie nicht in ihrem Schmerz stecken zu lassen, sondern ihnen zu helfen, Gott als Kraftquelle zu erkennen, die Leid in klare Ziele für eine bessere Zukunft verwandeln kann. Es wäre sinnvoll, unsere Arbeit für die Gemeinschaft, innerhalb derer wir wirken, zu öffnen und sie an unseren Erfolgen teilhaben zu lassen. Bei Bedarf könnten wir die Unterrichtszeiten verkürzen, damit die Schülerinnen und Schüler an den Aktivitäten der Ordensgemeinschaft teilnehmen und die Botschaft durch konkretes Handeln verbreiten können. Ein weiterer Beitrag, den wir leisten können, liegt in der Betonung der Bedeutung familiärer Werte, da die Familie den Eckpfeiler der Gesellschaft bildet und eine Schlüsselrolle bei der Erziehung unserer Jugendlichen spielt. Unsere gemeinsame Aufgabe zusammen mit den Ordensschwestern ist es, das Reich Gottes durch eine ganzheitliche Bildung wachsen zu lassen, indem akademische Exzellenz mit den Werten des Evangeliums verknüpft wird. Die Einbindung von Laien in Führungsaufgaben und in das Leben der Ordensgemeinschaft ist entscheidend, um diese Wirkung zu vertiefen und einen glaubwürdigen, engagierten Glauben zu fördern. Schließlich schlage ich vor, die Persönlichkeitsbildung über die reine Vermittlung fachlicher Inhalte zu stellen und mit kleinen Gruppen motivierter Schüler und Schülerinnen zu arbeiten, damit diese zu den wahren „Gestaltern eines positiven Wandels“ werden können, die die Gesellschaft braucht. Mireya Arzola Escobar FÖRDERUNG VON „WAHREN GESTALTERN DES WANDELS“ IN DER GESELLSCHAFT

Zeitschrift LEBEN /69 Wir sind tief beeindruckt vom Wirken der Schwestern in den letzten 182 Jahren. Erstaunlich, was sie alles aufgebaut haben, wie sie ganze Regionen geprägt und nachhaltig Gutes hinterlassen haben. Diese Aufgabe weiterzuführen ist ein grosses Privileg und gleichzeitig wird uns auch eine grosse Verantwortung übertragen. Unsere Aufgabe als Laien ist es, das Schaffen der Schwestern und ihre daraus entstandenen Werke in treuhänderischer Verwaltung und in ihrem Sinn und Geist weiterzuführen. Dies bezieht sich sowohl auf den Umgang mit den zeitlichen Gütern (als Beispiel, sinnstiftende Verkäufe von Liegenschaften, nachhaltige Anlagen von Kapital etc.) als auch auf deren verantwortungsvolle Weiterentwicklung sowie auf die Werte, die den Schwestern wichtig waren und die sie selbst vorgelebt haben. Die Klammer die uns beide, die Mitarbeitenden und die Schwestern verbindet, ist unser Leitbild. Darin sind die Werte festgeschrieben aber auch der Umgang mit Gütern, Menschen und Kapital. Daran werden wir gemessen, und daran richten wir uns auch in Zukunft aus. Thomas Odermatt Geschäftsführer Institut Menzingen Seit 7 Jahren darf ich die Geschäftsführung der Betriebe der Schwestern vom hl. Kreuz bzw. Institut Menzingen ausüben. Der Aufgabenbereich umfasst die Verwaltung und Weiterentwicklung der verschiedenen Betriebe und Geschäftsfelder. Namentlich die Alterspflege, das Gesundheitsmanagement, die Immobilien, die Verwaltung des Kapitals sowie der Landreserven. Mittlerweilen arbeiten mehr als 130 Personen in der Organisation. Die täglichen Aufgaben des Betriebes müssen geführt und organisiert werden. Dazu steht mir ein kompetentes Leitungsteam zur Verfügung, welches diese Aufgaben in den jeweiligen Bereichen verantwortet. Das Erbe der Schwestern vom Heiligen Kreuz in die Zukunft führen

Zeitschrift LEBEN /70 «Ich erlebe die Schwestern als Frauen von beeindruckender Weitsicht, getragen von Mut und einer stillen, aber spürbaren Stärke. Es berührt mich, wie sie schon zu einer Zeit, in der Bildung für Frauen keineswegs selbstverständlich war, Räume eröffnet haben, in denen Lernen, Wachstum und echte Selbstbestimmung möglich wurden. Damit haben sie nicht nur individuelle Lebenswege geprägt, sondern auch wesentlich zur Entwicklung der Rolle der Frau in der Gemeinschaft beigetragen. Besonders eindrücklich finde ich, dass ihr Handeln stets auf das Wohl der Gemein- schaft ausgerichtet ist. Es geht nie nur um das Einzelne, sondern immer um den größeren Zusammenhang, um einen echten Mehrwert für viele. Diese Haltung wirkt für mich zugleich klar, verantwortungsvoll und zutiefst menschlich. Was mich ebenso fasziniert, ist ihre Offenheit gegenüber Neuem. Sie begegnen Veränderungen nicht mit Zurückhaltung, sondern mit einer bemerkenswerten Weitsicht und dem Mut, Zukunft aktiv mitzugestalten. Dabei verbinden sie auf natürliche Weise Tradition mit Aufbruch. In ihrem Wirken sehe ich echte Wegbereiterinnen für eine moderne, arbeitende und selbstbestimmte Frau. Ihr Beispiel inspiriert mich und zeigt, wie viel Kraft darin liegt, Bildung zu ermöglichen, Gemeinschaft zu stärken und mit offenem Blick nach vorne zu gehen». Seraina Rissi Heimleiterin St. Franziskus Tradition und Innovation auf natürliche Weise vereinen Die Schwestern begegnen dem Wandel nicht widerwillig, sondern mit bemerkenswerter Weitsicht und dem Mut, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Zeitschrift LEBEN /71 «Die Kirche ruft euch heute dazu auf, in den verschiedenen Bereichen eures Lebens ein besonderes Zeugnis zu geben, und zwar vor allem, indem ihr in Gemeinschaft mit der ganzen großen Familie Gottes auf dem Weg seid» Papst Leo XIV. Jubiläum des geweihten Lebens 2025

Zeitschrift LEBEN /72 Der Heilige Vater erinnert uns daran, dass jeder technologische Fortschritt im Dienst der Menschenwürde, des Gemeinwohls und einer wahrhaftigen menschlichen Entfaltung stehen muss. Technologie ist ein mächtiges Werkzeug, doch sie darf niemals die Weisheit, das Mitgefühl, die Freiheit und die geistige Tiefe ersetzen, die das Herzstück unseres Menschseins ausmachen. Für uns als Schwestern vom Heiligen Kreuz wirft diese Einladung eine wichtige Frage auf: Wie können wir die Flamme unseres Charismas in dieser neuen Realität neu entfachen? Unsere Gründer und Gründerinnen reagierten kreativ und mutig auf die Nöte ihrer Zeit. Wir sind heute aufgerufen, es ihnen gleichzutun. Die Herausforderungen und Chancen, die die künstliche Intelligenz mit sich bringt, laden uns nicht ein, aus Angst zu fliehen oder Innovationen unkritisch zu übernehmen, sondern vielmehr zu unterscheiden, wie unser Charisma weiterhin der Mission Gottes in der Welt dienen kann. In einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit, Desinformation, Ausgrenzung und einen Sinnverlust erfahren, sind wir in unserem Ordensleben dazu berufen, Zeugnis für Werte abzulegen, die Technologie nicht hervorbringen kann: Gemeinschaft, Mitgefühl, Weisheit und Hoffnung. Die Flamme unseres Charismas lodert aufs Neue auf, wenn wir die Menschenwürde in den Mittelpunkt unserer Sendung stellen, wenn wir echte Beziehungen pflegen, Schutzbedürftige begleiten und Räume schaffen, in denen Menschen Gott und einander begegnen können. Geleitet vom Heiligen Geist und inspiriert von der Vision von Magnifica Humanitas werden wir ermutigt, Menschen der geistlichen Unterscheidung zu sein, die digitales Wissen, ethisches Bewusstsein, kritisches Denken und einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien fördern können. Papst Leo XIV. unterstreicht das, wenn er schreibt: „Dabei handelt es sich nicht um eine Entscheidung über unsere Zukunft, sondern über unsere Gegenwart, denn KI und die anderen aufkommenden Technologien sind bereits Teil unseres Alltags.“ Sr. Betty Mukonkela Generalrätin Im April nahm der Generalrat an dem internationalen Symposium „Eine Zeit des Hörens: Der Bildungsauftrag der Kirche“ teil, das am 30. April 2026 in Rom von der UISG, der USG und dem Dikasterium für Kultur und Bildung organisiert wurde. Hauptredner war Kardinal José Tolentino de Mendonça, Präfekt des Dikasteriums für Kultur und Bildung. In der Enzyklika Magnifica Humanitas ruft Papst Leo XIV. die Kirche dazu auf, sich intensiv mit der Frage der Stellung des Menschen zu befassen in einem Zeitalter, das zunehmend von künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien geprägt ist. UNSER CHARISMA & MAGNIFICA HUMANITAS von Schwester Betty Mukonkela NEUE WEISEN DER BILDUNG UND EVANGELISIERUNG ERTRÄUMEN von Schwester Orfilia Mendoza a cura di Sr Orfilia Mendoza

Zeitschrift LEBEN /73 Während des Symposiums setzten wir uns mit den Herausforderungen auseinander, vor denen Bildung und Erziehung heute stehen, insbesondere im spirituellen Bereich. Zugleich wurden wir ermutigt zu erkennen, dass diese Schwierigkeiten eine Chance bieten, Vertrauen und Hoffnung zu stärken, wenn wir an die Kraft der Charismen glauben, die in jeder Ordensgemeinschaft und in der Kirche lebendig sind. Wenn wir von neuen Formen der Bildung und Erziehung träumen, können wir damit auf die aktuellen Bedürfnisse der Gesellschaft reagieren, und es eröffnet sich uns ein Horizont voller Möglichkeiten, worum es gehen kann: die Fähigkeit zuzuhören, die Erneuerung zwischenmenschlicher Beziehungen, eine bedeutsame und prophetische Präsenz, eine gemeinsame Vision, eine Erziehung zum Frieden sowie die Pflege des inneren Lebens. Wir sind dazu berufen, durch Bildung zu evangelisieren und die ursprüngliche Inspiration unserer Gründer in eine Sprache zu übersetzen, die für die heutige Gesellschaft klar und verständlich ist. Schulen müssen Orte sein, an denen das Evangelium gelebt wird und an denen Voraussetzungen geschaffen werden, dank derer sich das Leben von Menschen verändern kann - nicht nur das Leben der Schüler, sondern auch das der Laien, mit denen wir unser Leben, unsere Berufung als Erziehende und die Weitergabe unseres Charismas teilen. Wir brauchen heute Fantasie und Leidenschaft, um neue Initiativen zu ergreifen und bestehende zu erneuern. Wir laden Sie ein, die Gedanken, Ideen und Hoffnungen, die dieses Thema weckt, mit anderen zu teilen. Sr. Orfilia Mendoza Generalrätin Papst Leo XIV. lud die Jugend dazu ein, ihr Leben in einer authentischen, persönlichen Beziehung zu Jesus zu verankern. Wahres christliches Zeugnis, so betonte er, entspringe nicht äußerer Verpflichtung oder starrer ideologischer Propaganda. Vielmehr entfalte es sich organisch aus einer inneren Wandlung, die aus der täglichen Gemeinschaft und Freundschaft mit Christus hervorgehe. Junge Menschen sind in einzigartiger Weise dazu berufen, eine Kultur der Geschwisterlichkeit aufzubauen. Man kann kein Zeuge sein, ohne mit seiner Gemeinschaft in Verbundenheit zu stehen. Der Evangelisierungsauftrag lässt sich am besten dort erfüllen, wo das individuelle Zeugnis durch die gegenseitige Unterstützung der Gemeinschaft gestärkt wird. Daher hat jeder junge Mensch eine Rolle zu spielen in einer Kirche, die gemeinsam unterwegs ist, zuhört und begleitet. So sind die Jugendlichen eingeladen, im Glauben und in der Hoffnung den Realitäten der Welt mit Mut, Kreativität und einer Liebe zu begegnen, die sich nicht mit Bequemlichkeit zufrieden gibt, sondern zum Handeln anregt. Die Kirche ist stets aufgerufen, über die Ausbildung der Jugendlichen und ihre Begleitung bei der Berufungsfindung nachzudenken. Inmitten vielfältiger Spannungen – der vorherrschenden Kultur, gegensätzlicher Ideologien, des Individualismus sowie des Drucks der virtuellen Welt und moralischer Instabilität – zieht die heutige junge Generation die Aufmerksamkeit der Welt auf sich. JUNGE MENSCHEN: EIN KRAFTVOLLES ZEUGNIS DER HOFFNUNG von Schwester Prisca Michael

Zeitschrift LEBEN /74 Tatsächlich ist eines der fünf Themen, die während des Treffens erörtert werden sollen, das Papst Leo XIV. vom 7. bis 14. Oktober 2026 im Vatikan in Rom mit den Oberhäuptern der östlichen katholischen Kirchen und den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen einberufen hat, dem Zuhören gegenüber den Jugendlichen gewidmet und der Frage, wie man sie dabei anleiten kann, den Wert ihrer Berufung zur Ehe zu entdecken. Als engagierte Frauen der Familie vom Heiligen Kreuz ist unsere treibende Kraft beim Zeugnis für Christus die Hoffnung, die neues Leben hervorbringt, wo die Träume jedes schutzbedürftigen Jugendlichen in Zeiten der Turbulenzen des Lebens zerschmettert und zermürbt werden. Wir möchten jeden jungen Menschen dabei begleiten, „eine bezeugende Kraft der Hoffnung zu sein“! Sr. Prisca Michael Generalrätin Unsere älteren Schwestern können in der Tat unsere Lehrerinnen sein, denn sie zeigen uns, dass Heiligkeit durch Ausdauer, Opferbereitschaft und stille Treue gedeiht. Ihre zerbrechlichen Hände haben Generationen im Gebet getragen, und ihr treues Zeugnis entfacht nach wie vor das Feuer unserer Sendung. In einer Welt, die den Wert eines Menschen oft an Produktivität und Schnelligkeit misst, sind wir dazu berufen, Gemeinschaften zu schaffen, in denen jeder ältere Mensch willkommen ist, Gehör findet und wertgeschätzt wird. Indem wir die älteren Schwestern auf ihrem Weg begleiten, pflegen wir eine lebendige Beziehung zu Gott und zueinander und lassen neues Leben in uns selbst, in unseren Gemeinschaften und in unserer Sendung aufblühen. Möge dieser Welttag unsere Entschlossenheit erneuern, eine synodale Familie zu sein, die niemals irgendjemanden zurücklässt. Lasst uns zu lebendigen Zeichen der Verheißung Gottes und zu Hoffnungsträgern und -trägerinnen werden. „Ich werde dich niemals vergessen.“ Indem wir unsere Großeltern und alle älteren Menschen ehren und ganz besonders unsere älteren Schwestern, die uns ein vorbildliches Zeugnis gegeben haben, entfachen wir neu die Flamme der Liebe, der Dankbarkeit und der Hoffnung. Diese Flamme hält unser Charisma lebendig und macht die barmherzige Gegenwart Christi in der heutigen Welt sichtbar. Sr. Robina Paulin Generalrätin Der Welttag der Großeltern und älteren Menschen lädt uns ein, eine wunderbare Wahrheit im Herzen unseres christlichen Glaubens neu zu entdecken: Niemand ist in den Augen Gottes vergessen. Papst Leo XIV. erinnert uns daran, dass jeder ältere Mensch in die Handflächen Gottes eingeschrieben und von seiner unerschütterlichen Liebe umfangen ist. Ihr Leben ist keine immer mehr verblassende Geschichte aus der Vergangenheit, sondern ein lebendiges Kapitel der Treue Gottes, das die Kirche auch heute mit Weisheit, Gebet und Hoffnung inspiriert. «ICH ABER WERDE DICH NIE VERGESSEN» (Jesaja 49,15) von Schwester Robina Paulin

Zeitschrift LEBEN /75 Ein herzliches Dankeschön Veröffentlichte Bilder Die meisten der veröffentlichten Fotos und Bilder wurden von den Autoren und Autorinnen der Artikel zur Verfügung gestellt. Weitere Bilder stammen von Pixabay, einer Website mit lizenzfreien Fotos. Einige Bilder wurden mit den Programmen ChatGPT und Copilot bearbeitet. «Wir sind nicht berufen, ein Erbe zu verteidigen, sondern eine Zukunft zu gestalten. Unser Charisma ist kein Schatz, der vergraben werden soll, sondern ein Same, der ausgesät werden will» Kardinal Timothy Radcliffe *An alle Schwestern aus den verschiedenen Kontinenten, die im Namen ihrer Provinz/ihres Hauses etwas beigetragen haben. *An alle Laienmitarbeiter und -mitarbeiterin- nen, die ihre Gedanken und Inspirationen mit uns geteilt haben. *An unsere lieben Übersetzerinnen: Daniella Persia, Sr. Antje Eichhorn OSB und Jennifer Neuhann * An die Leserinnen des Entwurfs: Sr. Ursula Wyss, Sr. Margaret Donovan, Sr. Agnese Ambrosetti, Sr. Elia Cumiquir und Daniella Persia. LEBEN-Ausgabe 2026 Herausgeberin : Generalat der Schwestern vom Heiligen Kreuz, Menzingen

Zeitschrift LEBEN /76 Schwestern vom Heiligen Kreuz Wegbereiterinnen der Hoffnung