PortfolioSoSe26e.morales.nmpk

PORTFOLIO 3 – 6 /26 EVANGELINA MORALES

»IF I WOULD CARRY MY BONES ON MY SKIN« PHYSICALITY. POWERLESSNESS. FRAGILITY OF SOFT MASS. BETWEEN RIGHTS AND WITHHOLDING. PROTECTION AND DEPRIVATION. SELF-DETERMINATION. LEGS LIKE LASHES AND CELLS. FLESH SALE AND THE LONGING FOR TENDERNESS. CONTROL, WAR, BODY RESISTANCE. KÖRPERLICHKEIT. OHNMACHT. FRAGILITÄT WEICHER MASSE. ZWISCHEN RECHT UND VORENTHALTUNG. SCHUTZ UND DEPRIVATION. SELBSTBESTIMMUNG. BEINE WIE WIMPERN UND ZELLBREI. FLEISCHMARKT UND DAS STREBEN NACH ZÄRTLICHKEIT. KONTROLLE, KRIEG, KÖRPERWUT. META | NOIA | MORPHOSIS .

Performance, dunkelroter Baumwollfaden Atelier Bremen-Neustadt, 2026 Während einer 300 minütigen Performance imitiert die Künstlerin unter Mitwirkung von Zuschauerinnen das Einspinnen einer Larve in einen Kokon. Der Versuch dem Prozess der Insektenmetamorphose näher zu kommen, wirft Fragen von Körperidentität auf. In Anlehnung an moderne Interpretationen des Werks die Verwandlung von Kafka, soll die Abhängigkeit des moralischen Werts eines Wesens aufgrund von Art und Aussehen, so wie der allgemein herabgesetzte Blick der Gesellschaft auf die Fauna kritisiert und Anthropozentrismus in Frage gestellt werden. Die Körperoberfläche wird verdeckt von einem roten Faden, der in seiner Beschaffenheit mehr an das Innere eines Körpers erinnert. Die Einschränkung der Sinne führt zu einer Wahrnehmungsverschiebung. Es entsteht gleichzeitig Gefühle von Geborgenheit und Ohnmacht. Die Entfremdung der Individualität durch herausbilden einer bloßen Körperform und die Andeutung auf das Innere weißt auf ein kollektives Körpererleben hin. Das Ausbrechen aus dem Kokon geschieht allein. Zwei Schnitte, zwei Hände. Die physische Verwandlungsfähigkeit der Insekten übertragen auf den Menschen soll einen diskriminierungsfreien Raum eröffnen, der Körper von starren Idealvorstellungen befreit, Differenzen und Veränderung einlädt und Empathiefähigkeit fördert. Gleichzeitig findet eine Annäherung an ein bisher ungeklärtes Naturphänomen statt. COCOON313.26

l00% STAGE [partizipatives Projekt im Rahmen von I00% SPACE] 28.04.-12.05.2026 DON’T JUST WALK A[ ]WAY . Eine abgediente Fläche wird umstrukturiert zu einer Performance Fläche Wo beginnt Veränderung? Unsere Antwort: MUSTERUNTERBRECHUNG Diese Bühne ist eine Art Glitch in der Matrix und soll an Gewohnheiten rütteln, Kreativität aus den Ateliers in den Flur gießen und den Alltag in Bewegung bringen. Die Box schafft Hinweise und Glückskeksmomente ‘Der Boden ist Lava’ Was wenn wir heute anders durch den Raum gehen? Irgendwas mit RÜCKEN.. KOFFER.. DADDELN.. RAUSCHEN.. after all YOU NAILED IT!

GROUNDING Performance, roter Morphsuit Wanderdüne Voßberge, 5/2026 Bei einer Annäherung an das Material Sand durchschreitet die Künstlerin während einer regelmäßigen Praxis von mehreren Wochen einen experimentellen Prozess der zur Ausarbeitung einer 45 minütigen Performance führt. Da vorerst nur vereinzelte Körperteile Spuren im Sand hinterließen, soll im Verlauf der Performance der ganze Körper in einen lebendigen Kontakt mit dem Sand kommen. Durch das kontinuierliche Rollen in der Düne entsteht eine abstrahierte menschliche Spur, die nicht identifizierbar und in ihrer Natur flüchtig ist. Der rote Morphsuit umspannt den Körper wie eine Membran, die durch die Materialität ein Spannungsfeld zwischen Abgrenzung und Symbiose, Aktivität und Passivität erzeugt. Die Farbe rot erinnert an ein Inneres, was das Verschmelzen mit dem glühenden Sand symbolisch verstärkt und gleichzeitig den eigenen Zerfall, dem Sandwerden, durch Farbkontrast, Konkretisierung und Bewegung der Form, entgegensteht. Das Prinzip von Zeitlichkeit wird durch die Kontinuität eines Bewegungsablaufs und das Fortschreiten im Raum hervorgehoben. Existenz und ihre Konsequenzen erscheinen als eine in ihrer Fragilität unumkehrbare und fortbestehende Wirklichkeit. Die Individualität tritt zurück, während eine allgemeine menschliche Körperform bestehen bleibt. GROUNDING steht hier für das Zurückkehren in die natürliche Welt, so wie das Absinken in das Verständnis eines kollektiven Erleben des Menschseins.

BURNING MONK Öl auf Leinwand, integriert auf Lichtinstallation, 2026 55 x 75 cm

NOELIA Öl auf Leinwand, 2026 30 x 40 cm Noelia Castillo Ramos verstarb am 26. März 2026 im Alter von 25 Jahren nach Anspruchnahme auf Sterbehilfe in Spanien. Ihr Fall löste eine landesweite Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstbestimmung und dem rechtlichen Umgang zu sexualisierter Gewalt aus.

KOMPLEX VII Öl auf Leinwand 30 x 40 cm

REFLECTIONS Dgt. Fotografie, 2026 Ottersberg

Shadows expose essence like bones Reminding of existance between matter and light We can differentiate the colours of flowers Use meaning to discribe their value But what does shadows reveal? Shadows can be strangers but not foreign They become familiar within their sense of strangeness Faithful companions externalized as projections of daylight A shadowbody unapollogeticly melting into surroundings blunt and mellow Painted with silken hands Volatile in nature Metamorphosing through transience Shadows grow back to human obligation Into morphic memories Concrete creatures Elusive like thoughts

DELIRIUM Kurzfilm, Juli 2026 23 min Mitwirkung in einem studentischen Kurzfilm in der Darstellung. Der Film thematisiert sexualisierte Gewalt, Täterschutz und Coping innerhalb einer Freudesgruppe.

EVANGELINA MORALES geb. CDMX 1999 Mexiko 2003, zwischen Betonklötzen krabbeln kleine graue Asseln. Die Faszination für Körperformen begleitet Morales bis heute. Prozesse der Transformation werfen Fragen auf. Radikale Empathie, Konsent und Selbstbestimmung prägen ihr interdiszpl. künstlerisches Interesse und Schaffen. »Körper gehören sich selbst. Das ist was ich sagen möchte.«