Tauchfahrt 2026 10 07

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Es ist ein schöner, sonniger Tag. Clara und Leo gehen wie so oft mit Papa und ihrem Hund Coco spazieren. Heute ist Coco besonders aufgeregt, denn sie erkunden einen neuen Weg. Plötzlich ruft Leo: „Guck mal, da ist ein Bagger!“ Papa sieht sich um und entdeckt, was Leo meint. Direkt neben ihnen befindet sich eine Baustelle. Papa schmunzelt: „Das sieht wirklich aus wie ein Bagger, Leo, aber irgendwie auch anders. Komm, wir gehen näher ran und schauen uns das Gerät einmal an!“

An der Baustelle angekommen, sehen sie zwei Erwachsene, die an dem großen Gerät arbeiten. Clara fragt den Mann mit gelber Warnweste: „Hallo, was ist das für ein komischer Bagger?“ Der Mann ist Bohrmeister Jonas. Lächelnd begrüßt er die Neuankömmlinge und erklärt: „Glückauf junge Dame! Das ist kein Bagger. Das ist ein Bohrgerät! Wir bohren damit in ein altes Kohlebergwerk.“

Hund Coco schnüffelt währenddessen an einem weiteren Gerät. Es sieht aus wie eine große, lange Thermosflasche. „Und was ist das?“, fragt Leo neugierig. Aylin, die Geologin, antwortet ihm: „Das ist eine Spezialkamera. Unter uns, im Bergwerk, ist alles voller Wasser. Mit der Unterwasserkamera hier können wir abtauchen und uns umschauen, ganz ohne nass zu werden.“ „Könnt ihr uns das bitte zeigen?“, fragt Clara aufgeregt „Natürlich! Wenn ihr wollt, steigt in unseren Kamerawagen und lasst uns zusammen ins Bergwerk einfahren!“

Aylin nimmt die Kinder mit in den Kamera- wagen. Clara und Leo staunen nicht schlecht, was alles in so einen Wagen hineinpasst. Sie sitzen vor einem Bildschirm, daneben hängen viele interessante Fotos an der Wand. Aylin erklärt, dass diese aus einem aktiven Kohlebergwerk stammen. „Vor mehr als 100 Jahren haben die Bergleute hier unter der Erde noch Kohle abgebaut. Die Kohle wurde anschließend beispielsweise zum Heizen verwendet. Doch das Bergwerk ist schon lange nicht mehr in Betrieb und jetzt voller Wasser. Wollen wir das einmal gemeinsam erkunden?“ „Oh ja!“, rufen Clara und Leo gleich- zeitig.

Aylin drückt ein paar Tasten und plötzlich zeigt der Bildschirm im Kamerawagen das erste Bild. Die Kamera taucht in das Bohrloch hinab und kleine Blasen steigen auf. „So, jetzt sind wir auf Tauchfahrt“, erklärt die Geologin, „und fahren ins Bergwerk hinein.“ Clara und Leo versuchen mit großen Augen in den verschwommenen Bildern etwas zu erkennen. „Das ist ja nicht so spannend.“, denkt sich Leo. Als hätte Aylin seine Gedanken gehört, sagt sie: „Gleich sehen wir besser.“ Die Kamera bewegt sich tiefer. Auf einmal erkennt man etwas. Und Clara fragt: „Was ist denn das schwarze Ding?“ „Das ist ein Bergwerkshunt.“, antwortet Aylin. „Mit diesen kleinen Wagen hat man früher die Kohle transportiert.“

Ach, wie gerne wäre Clara jetzt auch dort unten. Sie stellt sich vor, wie das früher wohl so war. Leo fragt sich hingegen etwas anderes: „Warum müssen wir das alte Bergwerk, welches jetzt voller Wasser ist, erkunden?“ „Das erkläre ich euch gleich“, antwortet Aylin, „aber zuerst tauchen wir wieder auf.“

Wieder draußen vor dem Kamerawagen fragt Clara, während sie Coco streichelt: „Und warum bohrt ihr jetzt gerade hier?“ Aylin zeigt auf das Kraftwerk im Hintergrund und erklärt: „Im Sommer wird dort viel überschüssige Wärme produziert, die wir nicht immer verwenden können. Aber im Winter wollen wir es in unseren Häusern schön warm haben! Wir leiten also im Sommer heißes Wasser vom Kraftwerk ins Bergwerk und erwärmen damit das dortige Wasser und Gestein. Dadurch wird die Wärme im Bergwerk gespeichert. Wenn es dann im Winter draußen kalt wird, können wir das warme Wasser wieder herauspumpen und zum Heizen benutzen.“ „Clever!“, ruft Leo.

EXPERIMENT Wollt ihr einmal ausprobieren, wie verschiedene Materialien Wärme speichern und leiten? Haltet einen Metalllöffel, einen Holzlöffel und einen Plastiklöffel in heißes Wasser. (Passt auf, dass ihr euch nicht verbrennt und lasst euch am besten von einem Erwachsenen helfen). Spürt nach dem Herausnehmen, wie lange die verschiedenen Löffel warm bleiben! Während Clara und Leo gespannt zuhören, greift Bohrmeister Jonas nach einem Löffel und taucht ihn in seinen heiß dampfenden Tee. Er erklärt: „Wenn man den Löffel in den heißen Tee hält, wird er warm und speichert die Wärme. Und so ähnlich funktioniert das auch im gefluteten Bergwerk hier unter uns.“

„Also hält das Bergwerk das Wasser warm, wie ein heißer Pizzastein aus dem Ofen.“, stellt Leo fest. Bohrmeister Jonas nickt beeindruckt. Und auch Clara muss zugeben, dass Leo ziemlich klug für sein Alter ist. „Das ist richtig spannend.“, sagt Clara, und Coco wedelt zustimmend mit dem Schwanz. Papa nickt und ergänzt: „Es ist wirklich toll, was ihr hier macht. So können wir die alten Bergwerke jetzt wieder nutzen und zum Heizen verwenden. Wie früher, nur heute ohne die Kohle.“ Geologin Aylin lächelt: „Stimmt. Ihr könnt gerne wieder vorbeikommen und neue Bilder aus dem Bergwerk sehen.“ „Und natürlich verfolgen, wie sich unser Projekt mit der Wärmespeicherung weiterentwickelt!“, fügt Bohrmeister Jonas hinzu.

Liebe Eltern! Hat euch diese Geschichte auch gefallen? Dann besucht doch mal unsere PUSH-IT Projektwebseite: www.push-it-thermalstorage.eu Dort könnt ihr euch über verschiedene Technologien zur geothermischen Wärmespeicherung (UTES – Underground Thermal Energy Storage) informieren. Idee, Text- und Bildentwurf: © Elke Mugova, 2026, EU Projekt PUSH-IT c/o Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG Am Hochschulcampus 1 44801 Bochum www.ieg.fraunhofer.de Grafische Gestaltung: Lene van Rootselaar Historische Aufnahmen Seite 5: Montanhistorisches Dokumentationszentrum (montan.dok) beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum. montan.dok 120160015101, 120160074001, 023200036001, 120160027601, 070320449600, 120160014901. Hier geht's zum echten Tauchfahrt-Video! Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Vervielfältigung oder Verbreitung in jeglicher Form nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Das Buch ist im Rahmen des PUSH-IT Projektes von der Europäischen Union gefördert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht die der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.

Du möchtest dir anschauen, wo wir gebohrt haben? Kein Problem! Bis zum Zaun ist das Gelände frei zugänglich. Wir haben dort eine Informationstafel mit spannenden interaktiven Aufgaben zum Rätseln und Ausprobieren angebracht.